Ecuador will freies Geleit für Assange - Asyl in Quito?

 Julian Assange auf dem Balkon der Botschaft Ecuadors in London, Großbritannien. Foto: epa/Facundo Arrizabalaga
Julian Assange auf dem Balkon der Botschaft Ecuadors in London, Großbritannien. Foto: epa/Facundo Arrizabalaga

QUITO (dpa) - Aus Sicht von Ecuadors Außenminister muss Großbritannien Julian Assange ziehen lassen. Kann er unbeschadet von der Botschaft zum Flughafen kommen, steht ihm der Weg für ein Asyl am Äquator offen.

Nach Einstellung der schwedischen Strafermittlungen gegen Julian Assange fordert Ecuador freies Geleit, damit der Wikileaks-Gründer die Botschaft in London verlassen kann. «Der europäische Haftbefehl gilt nicht länger», teilte Außenminister Guillaume Long am Freitag mit. Das Vereinigte Königreich müsse Assange nun eine sichere Passage garantieren.

Wenn Großbritannien dies gewähre, sei Assange in Ecuador willkommen, sagte Long auf einer Pressekonferenz in der Hauptstadt Quito.

Das Asyl Ecuadors sei 2012 aufgrund der Befürchtung einer politischen Verfolgung gewährt worden, sagte Long. «Die Erklärungen von Vertretern der US-Regierung der vergangenen Wochen bestätigen unsere Befürchtungen.» Long bezog sich unter anderem auf Aussagen des CIA-Chefs Mike Pompeo im April, der Wikileaks als einen feindlichen Geheimdienst bezeichnet habe. Ecuador werde das Asyl aufrechterhalten, solange diese Befürchtungen weiter bestünden.

Long kritisierte, dass die schwedische Staatsanwaltschaft über vier Jahre gebraucht habe, das Angebot anzunehmen, um Assange in der Botschaft zu befragen. Nach weiteren Verzögerungen bis zu einer Entscheidung habe man sich am 8. Mai schriftlich beschwert.

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