E-Fuel-Autos viel weniger umweltfreundlich als Elektroautos

Foto: Pixabay/Andreas160578
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BERLIN: Dem Verbrennermotor in Autos droht in Europa bis 2035 das Aus. Manche Autohersteller und die Mineralölbranche hoffen aber, dass zumindest synthetische Kraftstoffe weiterhin genutzt werden können. Ein Think Tank hat ausgerechnet, wie umweltfreundlich E-Fuels tatsächlich sind.

Autos, die mit synthetischen Kraftstoffen (E-Fuels) betrieben werden, sorgen während ihrer gesamten Lebensdauer im Vergleich zu herkömmlichen Benzin- oder Dieselfahrzeugen nur für minimale Einsparungen an CO2-Emissionen. Das ist das Ergebnis einer Studie, die von der Expertenrunde «Transport and Environment» (T&E) am Donnerstag veröffentlicht wurde.

T&E ist die Dachorganisation von nichtstaatlichen 53 europäischen Organisationen, die sich für einen nachhaltigen Verkehr einsetzen, darunter auch der Verkehrsclub Deutschland.

In der Studie wurden die Emissionen eines kompletten Lebenszyklus von Autos berechnet, die im Jahr 2030 gekauft werden, inklusive Herstellung und Betrieb. Ein Fahrzeug, das mit einer Mischung aus E-Fuels und Benzin angetrieben wird, würde seine Emissionen im Vergleich zu konventionellen Kraftstoffen nur um 5 Prozent reduzieren.

Ein Elektrofahrzeug, das nur mit einer Batterie und Elektromotoren angetrieben wird, würde dagegen über seinen Lebenszyklus 78 Prozent weniger Emissionen verursachen als ein Verbrenner. Berechnungsgrundlage für den CO2-Abdruck bei Herstellung und Betrieb der Batterieautos war der durchschnittlichen EU-Strommix, der für 2030 vorhergesagt wird.

Auch ein Fahrzeug, das mit reinem E-Fuel betrieben wird, der mit erneuerbarem Strom hergestellt wird, würde über seinen Lebenszyklus mehr emittieren als das Elektroauto, zeigt die Analyse. Ein Elektrofahrzeug wäre 53 Prozent sauberer als ein Verbrenner mit synthetischen Kraftstoffen. Dies sei vor allem auf Verluste in der E-Fuel-Herstellung und den ineffizienten Verbrennungsmotor zurückzuführen.

Ein batterieelektrischer Volkswagen ID.3 kommt der Analyse zufolge mit derselben Menge erneuerbarer Energie fünf mal weiter als ein VW Golf, der mit E-Fuel betrieben wird. Ein BMW i4 könnte sechsmal weiter fahren als ein BMW 4er mit Verbrennungsmotor.

T&E trat damit den Befürwortern künstlich hergestellter E-Fuels entgegen, die gegen ein komplettes Aus des Verbrennermotors kämpfen. Diese sehen den Einsatz von E-Fuels insbesondere für Regionen ohne genug Ökostrom zum Betrieb und ohne genug Einkommen zum Kauf neuer E-Autos als brauchbare Alternative an. Die FDP etwa lehnt ein Verkaufsverbot von Neuwagen mit Verbrennungsmotor ab 2035 auf EU-Ebene ab. Die Liberalen fordern, dass auch nach 2035 Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor neu zugelassen werden können, wenn diese nachweisbar nur mit E-Fuels betankbar sind.

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Derk Mielig 23.06.22 15:40
@Wirth
Was für ein luftgetriebenes Auto fahren Sie, hört sich interessant an und könnte die Zukunft sein. Die meisten Autos auf unserem Planeten holen bisher das CO² aus dem Erdöl, in welches es über Jahrmillionen eingebunden wurde und war.
Hartmut Wirth 23.06.22 15:20
E-Fuel
Seltsames Gutachten: wir haben noch Zeit bis 2030, aber schon liegen Daten über die Umweltverträglichkeit alternativer Treibstoffe für Verbrennungsmotoren vor
Aber kein Hinweis, dass das vom Motor ausgestoßene CO2 aus der Luft entnommen wird. "Klimaneutrale Verbrennung" nennt man das. Und ein E-Auto fährt 4-6 mal soweit wie ein Verbrenner mit E-Fuel??
Da wird schon wieder zugunsten der Batterie zerredet, was es noch gar nicht für den Verbraucher gibt. Und Tests sind noch nicht im aussagefähigen Bereich, weil es noch keine E-Fuel-Autos in Massen gibt.
Aber im Vergleich von Äpfeln und Birnen ist Deutschland ja groß.
Wolfgang Neher 23.06.22 13:30
Irrtum
E-Autos sind schön gerechnet durch 100 % Ökostrom
Nimmt den tatsächlichen Strommix dann schneidet ein E-Auto nicht besser ab als ein Benziner
Die derzeit beste Lösung ist der neue Hybrid mit kleinem Akku so wie das neue Renaild Clio 5 Hybrid Model