DSI-Chef nach Ermittlung versetzt

​Kritik an undurchsichtiger Entscheidung des Kabinetts

Pol Maj Suriya Singhakamol. Foto: The Nation
Pol Maj Suriya Singhakamol. Foto: The Nation

BANGKOK: Nur einen Tag nachdem Pol Maj Suriya Singhakamol, Leiter der Abteilung für Sonderermittlungen (DSI), der Öffentlichkeit versicherte, nicht unter Druck zu stehen, wurde er vom Kabinett aus dem DSI versetzt. Die überraschende Entscheidung, die auf einen Vorschlag des Justizministeriums folgte, verlagert Pol Maj Suriya auf den vergleichsweise ruhigen Posten des stellvertretenden Staatssekretärs.

Die Versetzung des DSI-Chefs kommt zu einem kritischen Zeitpunkt, da das DSI Fortschritte bei der Aufdeckung eines weitreichenden Netzwerks für den Schmuggel von Schweinefleisch vermeldet. Insbesondere Pol Maj Suriya erhielt Lob von der National Association of Swine Farmers und der Umweltschutzorganisation BIOTHAI für seine als furchtlos bezeichnete Arbeit.

Am Montag (27. November 2023) inspizierte Pol Maj Suriya mit einem Gerichtsbeschluss in der Hand den Großhändler Makro, nachdem das DSI festgestellt hatte, dass Wealthy & Healthy Foods Co Ltd und The Good Shop Co Lieferanten von Makro waren. Beide Unternehmen waren an der illegalen Einfuhr von 161 Schiffscontainern mit Schweinefleisch und Innereien beteiligt, die seit April im Hafen von Laem Chabang gestrandet sind.

Die DSI-Untersuchung ergab, dass seit 2020 insgesamt 2.385 Container mit illegalem Schweinefleisch im Wert von etwa 3 Milliarden Baht geschmuggelt wurden. Makro kündigte an, die Verträge mit den Lieferanten bereits 2020 gekündigt zu haben, nachdem festgestellt wurde, dass die Produkte nicht den Standards entsprachen.

Die Versetzung von Pol Maj Suriya wird jedoch nicht nur aufgrund des Zeitpunkts kritisiert, sondern auch wegen seiner laufenden Ermittlungen gegen 10 Beamte des Landwirtschaftsministeriums, die des Schweinefleischschmuggels beschuldigt werden. Justizminister Pol Col Tawee Sodsong argumentierte daraufhin, dass er Pol Maj Suriya für andere „wichtige Aufgaben“ benötige, was Zweifel an der Transparenz der Entscheidung aufkommen lässt.

Ohne eine klare Erklärung besteht die Gefahr, dass das Gerücht, Pol Maj Suriya sei versetzt worden, weil er mächtige Hintermänner verärgert habe, an Glaubwürdigkeit gewinnt. Dies könnte zukünftige Ermittler abschrecken, da die Befürchtung aufkommt, dass die Regierung keine volle Unterstützung für die Untersuchung illegaler Aktivitäten gewährt.

Die öffentliche Kritik erstreckt sich auch auf das Ministerium für Landwirtschaft und Genossenschaften, das wenig unternommen hat, um das Problem anzugehen. Die Verbraucher sind besorgt über die Herkunft ihres Schweinefleischs, während Schweinehalter Zweifel an der Kontinuität der Untersuchungsarbeit des neuen DSI-Chefs hegen. Gleichzeitig wird die Forderung nach einem aktiveren Vorgehen anderer Regierungsstellen, insbesondere des Ministeriums für öffentliche Gesundheit, lauter, um die Lebensmittelsicherheit auf dem Markt zu gewährleisten.

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Ernst Apfler 01.12.23 01:04
Ja, ja da haben es die hintermänner wieder geschaft einen aus den weg zu reumen! Wie das in Thailand so ist die zweiten werden die ersten sein. Mag kommen was wollte!
Günter Jack 30.11.23 16:40
Hans-Jürgen Thomas Kirchner 30.11.23 12:30
Schön, dass Ihnen der badisch-schwäbische Dialekt gefällt. Richtig heißt es allerdings "Gschmäckle". Nichts für ungut.
Andreas Hamm 30.11.23 13:30
Intensiven Beigeschmack - sicher fast so intensiv wie von dem seit April " gestrandeten " Fleisch in den Containern. Das müßte doch schon fast wieder leben, nach über einem halben Jahr in den Kühlcontainern.
Denn ob die auch durchgängig genügend gekühlt waren? wer weiß, wer weiß.
Siegfried Naumann 30.11.23 13:20
Nichts Neues....
Das erinnert mich stark an die damalige Versetzung von Surachat "Big Joke" . Auch der kam vielen Tätern zu nah.....
Hans-Jürgen Thomas Kirchner 30.11.23 12:30
Geschmäckle
Diese Versetzung hat in der Tat einen intensiven Beigeschmack.
Hartmut Wirth 30.11.23 12:00
DSI
Na, das ging ja schneller als erwartet.
Aber logisch: spuckt man bestimmten Kreisen ins Näpchen, erfolgt eine Reaktion.
Schon Mao wusste: "bestrafe Einen, erziehe Viele".
Und das gilt und wirkt auch noch heute.
Erstaunlich ist, dass es so auffällig geschieht. Da scheinen welche ja ein starkes Interesse daran zu haben, ihre Pfründe zu sichern