Drogenrazzien füllen das Gefängnis

KOH SAMUI: Das Provinzgefängnis bei Hua Thanon platzt aus allen Nähten. Die seit einem Jahr verdeckt operierende Spezial-Drogenpolizei hat mit Hilfe regulärer Polizeikräfte auf Koh Samui wiederholt faule Fische gefangen, zuletzt eine Thailänderin in Bophut mit 30 Gramm der Modedroge Ice.

Rund zwei Drittel aller in Koh Samui einsitzenden Häftlinge warten wegen Drogenhandels auf ihren Prozess. Wer mehr als sieben Jahre Haft aufgebrummt bekommt, wird nach dem Urteil nach Nakhon Si Tammarat ins Provincial Prison verlegt oder in Bangkok in die gefürchtete Haftanstalt Bang Kwang, auch bekannt unter dem Namen „Bangkok Hilton“. Ein Deutscher von der Insel Koh Phangan brummt seit 18. Januar im Samui-Gefängnis. Dem Mann aus Rheinland-Pfalz (47) wird gewerblicher Handel mit synthetischen Drogen vorgeworfen, er selbst spricht von LSD-ähnlichen Substanzen. Sein Startgeld in Thailand im sechsstelligen Eurobereich hatte er laut Angaben der Familie schnell durchgebracht und wird nun wohl lange Jahre in einem thailändischen Gefängnis schmoren müssen.

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Hansruedi Bütler 10/03/2019 18:39
Herr Grossenbacher, auch Sie sehen den richtigen
Weg! Attraktiv machen aber den Drogenhandel genau die, die ihn verhindern sollten, denn sie sind die Hauptdrahtzieher. Leider ist allzuvielen Lesern unbekannt, wie weit oben die Fäden gezogen werden und die sind am Geld und nicht an einer unattraktiven Situation interessiert.
Markus Grossenbacher 10/03/2019 17:04
Drogenhandel
Um den Drogenhandel in Thailand und anderen Orten der Welt in den Griff zu bekommen gibt's nur einen Weg: den Handel unaktraktiv zu machen.So lange wie damit eine Unmenge von Geld generiert werden kann,passiert überhaupt nichts.Im Gegenteil,mit Repression wird der ganze Drogenhandel erst recht angekurbelt,steigende Preise sind die Folge und daraus natürlich auch der Gewinn.Und wer möchte immer strengere Gesetze, grössere Repressionen etc.? Ja,genau,die Nutzniesser oder ggf. Leute,die keine Ahnung haben.Meiner Meinung nach sollte weltweit und sämtliche Drogen legalisiert werden.Dies entzieht der Mafia sofort den Boden ihrer Tätigkeit.Menschen mit realen Fakten über Drogen aufklären und Aussteigungswillige Hilfe anbieten.Die Menschen wo es nicht checken,soviel Drogen gratis geben,wie sie halt wollen, bis sie nicht mehr sind.Aber eben,das ist Volkswirtschaftlich nicht sehr interessant.Was passiert mit Polizei,Gefängnisse,Gerichte,Therapeuten etc. ?
Dr. Ulm 09/03/2019 01:34
Danke Herr Hupe, Hätte es nicht besser formulieren können!!!
Hansruedi Bütler 09/03/2019 01:34
@Josef Hupe
Ihr Denkansatz ist vollkommen richtig, hat aber trotzdem einem Hacken! Die "Geschäftemacher" sind und waren oft die entsprechenden Gesetzeserlasser und damit sehen Sie wo die Schlinge ist. Vor Monaten war ja ein gewaltiges Debüt über die Drogenmafia. In einem Post habe ich dargelegt, welche Präsidentenfamilie z.B. den Heroinhandel organisierte und gemanagt hat. Wurde nicht freigeschaltet!!! Ersatzweise wurde das synthetische Opioid Fentanyl eingesetzt, welches viel schlimmer als Heroin ist! Mit etwas Glück werden wir eventuell diesen oder den nächsten Monat die Namen offiziell erfahren.
Josef Hupe 08/03/2019 13:52
Kenner der Lage
Bin immer überrascht, dass es noch Leute gibt, die obwohl sie, würden sie sich nur ein wenig mit der Problematik beschäftigen, wissen müssten, wie unsinnig die Drogenpolitik hier ist, das strenge Vorgehen der Behörden noch unterstützen. Drogenkranke und Kleindealer gehören sicher nicht ins Gefängnis und den grossen Geschäftemachern würde eine allg. Liberalisierung die Geschäftsgrundlage entziehen.