Große Enttäuschung von IBM hält Dow zurück

Große Enttäuschung von IBM hält Dow zurück

NEW YORK: Nach dem Rekordhoch des Dow Jones Industrial ist dem wichtigsten US-Börsenbarometer am Donnerstag etwas die Luft ausgegangen. Auf die Stimmung drückten enttäuschende Quartalszahlen des Technologieriesen IBM, die den Aktienkurs absacken ließen. Der Dow schloss 0,02 Prozent niedriger auf 35.603,08 Punkten. Am Vortag hatte der Index noch den bisherigen Höchststand von Mitte August hinter sich gelassen.

Auch die steigenden Kapitalmarktzinsen könnten an den Aktienbörsen verstärkt ihren Tribut fordern. Die Rendite des Terminkontrakts auf zehnjährige US-Staatsanleihen stieg am Donnerstag auf den höchsten Stand seit fünf Monaten. Bei steigenden Anleihezinsen können Aktien an Attraktivität verlieren. Zudem kann sich für die Unternehmen die Refinanzierung verteuern - und die Profitabilität damit sinken.

Anders als der Dow erreichte der marktbreite S&P 500 ein weiteres Rekordhoch. Er schloss 0,30 Prozent höher bei 4549,78 Punkten. Der technologielastige Nasdaq 100 legte mit 0,66 Prozent auf 15.489,59 Zähler noch stärker zu. Hier sorgten kräftige Kursgewinne von Netflix und Tesla für Anschub.

Weit abgeschlagen am Ende des Dow brachen die Aktien von IBM um fast zehn Prozent ein und fielen auf den tiefsten Stand seit sieben Monaten. Analyst Moshe Katri vom Investmenthaus Wedbush bemängelte, dass der Konzern gerade in wachstumsstarken Segmenten wie dem Cloud-Geschäft mit internetbasierter Software überraschend schwach abgeschnitten habe. Investoren könnten nun an einer Wende zum Guten zweifeln.

Ein Rekordhoch erreichten die Papiere von Netflix. Zuletzt betrug der Aufschlag 4,5 Prozent. Die Kursverluste vom Vortag nach Veröffentlichung des Quartalsberichts erwiesen sich somit als kurzlebig, der Aufwärtstrend ist intakt.

Tesla-Aktien gewannen nach Quartalszahlen 3,3 Prozent und scheiterten nur denkbar knapp an einem Rekordhoch. «Tesla erzielte im dritten Quartal Rekorde bei Produktion, Auslieferungen, Umsatz und auch bei den Ergebnisgrößen», merkte Analyst Frank Schwope von der Landesbank NordLB an. Er hält das Unternehmen allerdings für deutlich zu hoch bewertet.

Der Kurs des im Dow enthaltenen Chemieproduzenten Dow verlor nach Quartalszahlen 1,1 Prozent. Besser kamen die Zahlen von American Airlines an, hier fiel der Verlust im dritten Quartal trotz gestiegener Kosten geringer aus als erwartet. Der Kurs gewann 1,9 Prozent. Die Papiere des Telekomanbieters AT&T verloren nach Quartalszahlen 0,6 Prozent.

Der Euro verlor zum US-Dollar an Boden und notierte im späten US-Devisengeschäft bei 1,1623 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1637 (Mittwoch: 1,1623) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8593 (0,86036) Euro.

Am US-Rentenmarkt gerieten die Notierungen unter Druck. Der Terminkontrakt für zehnjährige Treasuries (T-Note-Future) verlor 0,36 Prozent auf 130,17 Punkte. Die Rendite zehnjährige Staatsanleihen stieg auf 1,68 Prozent.

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