Doktor Robot operiert mit ruhiger Hand

Präzise chirurgische Eingriffe mit robotischen Assistenzsystemen

Doktor Robot operiert mit ruhiger Hand

BANGKOK: Kleiner, schonender, minimalinvasiv lautet das Credo der Chirurgie. Mit Hilfe von robotischen Assistenzsystemen können Operationen heutzutage sogar noch zielgenauer und sicherer durchgeführt werden. Die Vorteile: Schnellste Genesungszeit, geringste Narbenbildung und höchste Patientenzufriedenheit.

Ein wichtiges Einsatzgebiet von robotischen Assistenzsystemen im Bumrungrad International Hospital in Bangkok ist die Behandlung von Prostata- und Nierenkrebs, den beiden häufigs­ten Krebsarten im Harntrakt. Im Gegensatz zu herkömmlichen chirurgischen Verfahren, die in der Regel sowohl körperliche als auch seelische Narben hinterlassen, können Patienten der robotergestützten Chirurgie direkt in ihr normales Leben zurückkehren, ohne nennswerte Narben zu erleiden. „Unser Ziel ist es, dass die Patienten nach der Operation lächeln und ein normales Leben führen können. Selbst wenn das nur bedeutet, dass sie ohne Probleme auf die Toilette gehen können oder ein gesundes Sexualleben haben, würden wir dies bereits als großen Erfolg bezeichnen“, betont Dr. Teerapon Amonvesukit. Der Experte für minimal-invasive Chirurgie (MIS) von Bumrungrad International weiß wovon er spricht: Mit über 20-jähriger Berufserfahrung kennt er die Chirurgie von allen Seiten.

Komplexe Eingriffe erfordern Präzision

Besonders bei komplexen chirurgischen Eingriffen, die ein äußerst präzises Vorgehen erfordern, spielen robotische Assistenzsysteme eine immer größere Rolle. So auch bei der Behandlung von Krebserkrankungen im Harntrakt, die ein Höchstmaß an Sorgfältigkeit und Gründlichkeit voraussetzen. Denn das Harnsystem ist ein Netzwerk aus vielen Organen, wie z. B. der Blase, den Nieren und der Prostata. Tritt in einem dieser Organe ein Problem auf, hat dies in den meisten Fällen Auswirkungen auf den Alltag des Patienten.

„Eine Bauchoperation (Laparotomie) zur Entfernung von Krebsgewebe erfordert einen sehr großen Schnitt. Er muss groß genug sein, damit er sowohl den Händen des Chirurgen als auch seinen chirurgischen Instrumenten den Zugang zu dem betroffenen Bereich ermöglicht. Aufgrund der komplexen Risiken erfordert die Laparotomie ein Höchstmaß an Genauigkeit, handwerkliches Geschick und Erfahrung des Chirurgen. Durch den Einsatz moderner Behandlungsmethoden, wie der Schlüssellochchirurgie, bei der durch kleinste Hautschnitte in den Bauchraum eingedrungen wird, können diese Risiken jedoch stark gemindert werden”, weist Dr. Teerapon auf die Vorteile der MIS hin. Sie bietet dem Patienten weitere Möglichkeiten und kann, unter Umständen, für Patienten mit bestimmten körperlichen Voraussetzungen sogar die einzig geeignete sein, erklärt der Experte.

„Bei einer Krebsdiagnose im Harntrakt, zum Beispiel Nierenkrebs, wird der Arzt den Patienten über den Befund aufklären. Es ist nicht ungewöhnlich – und sogar ganz natürlich – dass ein Patient in die Phase der Verleugnung eintritt, wenn er die schlechte ärztliche Nachricht erfährt. Als Arzt ist es meine Aufgabe, die Leugnungsphase für den Patienten so kurz wie möglich zu halten, damit die Behandlung so schnell wie möglich beginnen kann. Deshalb folgt auf die schlechte Nachricht auch gleich die gute”, erläutert Dr. Teerapon sein Vorgehen. Denn die Moral des Patienten ist laut dem Experten für die Behandlung entscheidend: „Wenn sich der Tumor an der Randseite der Niere befindet und nicht zu groß ist, werden wir versuchen, so viel wie möglich von dem Organ zu retten. Denn wir wollen den Patienten nicht nur vom Krebs heilen, sondern auch bewirken, dass er sein Leben möglichst ohne Beeinträchtigungen weiterleben kann.“

Kontrolle liegt beim Chirurgen

Laut Dr. Teerapon kann die robotergestützte Chirurgie dazu beitragen, die schnellsten Genesungszeiten, die geringste Narbenbildung und die höchste Patientenzufriedenheit zu erreichen. „Wir beginnen mit einem kleinen Schnitt und führen eine Kamera und alle benötigten chirurgischen Instrumente in den Bauchraum des Patienten ein. Die Roboterarme und die daran befestigten chirurgischen Instrumente werden in Echtzeit mit hoher Präzision durch die Hand-, Handgelenk- und Fingerbewegungen des Chirurgen gesteuert. Die Kamerabilder des Roboters liefern ultrahochauflösende 3D-Detailaufnahmen der inneren Organe, der Blutgefäße und von jedem einzelnen Nervenende, was einen hochpräzisen chirurgischen Eingriff ermöglicht“, so Dr. Teerapon.„Nachdem der Tumor entfernt wurde, wird die verbleibende Niere zusammengenäht. Um den Blutfluss vor dem Herausschneiden des Tumors zu stoppen, wird das Organ von der Blutzirkulation getrennt, wofür wir Klammern verwenden. Die gesamte Operation darf deshalb nicht länger als 30 Minuten dauern. Mit dem Roboterchirurgen ist dieser Eingriff ein Kinderspiel, selbst wenn die Zeit drängt“, führt Dr. Teerapon fort.

Teamarbeit sorgt für hohe Sicherheit

Für die Sicherheit des Patienten während der Operation steht Dr. Teerapon ein ganzes Spezialistenteam zur Verfügung: „Angefangen vom Kardiologen, der vor dem Eingriff die Herz-Kreislaufstabilität des Patienten bestätigt, bis hin zu den fachkundigen Pharmazeuten, die alle Medikamente entsprechend der körperlichen Verfassung des Patienten vorbereiten und gemeinsam mit den erfahrenen Anästhesisten dafür sorgen, dass der Patient keine Schmerzen hat. Speziell geschulte Krankenschwestern bereiten zudem den Roboter für die Operation vor, und der 'Dr. Robot' selbst wird während der gesamten Operation von Technikern beaufsichtigt. Alle relevanten Bereiche sind somit abgedeckt, und jeder ist so gut wie möglich vorbereitet“, gibt Dr. Teerapon Einblick in die enge multidisziplinäre Teamarbeit während des Eingriffs.

„Unsere Patienten sind unsere Familie. Wenn er das Gefühl hat, dass ihm nichts fehlt, wissen wir, dass wir einen guten Job gemacht haben“, lächelt der Arzt und fügt hinzu: „Wenn der Patient unser Krankenhaus als einen Supermarkt für Behandlungen betrachtet, dann ist es unsere Aufgabe als Ärzte, ihn mit der bestmöglichen Auswahl an Behandlungen zu versorgen.“

Die vorliegende Gesundheitskolumne wurde in Zusammenarbeit mit Dr. Teerapon Amonvesukit vom Horizon Regional Cancer Center des Bumrungrad International Hospital in Bangkok erstellt. Das Krebszentrum hat rund um die Uhr geöffnet und ist unter der Rufnummer +66 (0)2-667.1000 erreichbar. Weitere Infos unter www.bumrungrad.com

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