Diese Büffelnüsse zu pflanzen bringt nichts

Eine neue Zitrone, Pseudo-Aprikosen Torte und gelungene Mini Salami

Es bringt natürlich nichts, gesottene Büffelnüsse zu pflanzen… Sie werden erst durch das Sieden essbar. Fotos: hf
Es bringt natürlich nichts, gesottene Büffelnüsse zu pflanzen… Sie werden erst durch das Sieden essbar. Fotos: hf

Schon lange möchte ich Büffelnüsse (Trapa bicornis) pflanzen, die einfach umwerfend aussehen und auch ganz gut schmecken. Setzlinge haben wir lange vergeblich gesucht. Doch nun habe ich auf dem Pflanzenmarkt in Nord Pattaya solche Nüsse entdeckt.

Gut ist sie geworden, die „Aprikosen Wähe“.
Gut ist sie geworden, die „Aprikosen Wähe“.

Sie werden auch Fledermausnüsse genannt, weil sie an die Silhouette von Fledermäusen erinnern. Es handelt sich bei ihnen um saisonale Wasserpflanzen, die mit ihren Wurzeln in stehenden oder leicht fließenden Gewässern bis zu fünf Meter tief verankert sind. Vor etwa einem Jahr haben uns die Händler in Aussicht gestellt, dass sie davon Pflanzen am Anfang der Regenzeit liefern könnten. Obwohl wir immer wieder nachgefragt haben, hatten sie dann aber nie welche. Und die Tüte voll, die ich am Markt für ganze 20 Baht gekauft habe, ist gekocht und wird nicht mehr keimen. Wir müssen uns wohl bis zur nächs­ten Regenzeit gedulden und hoffen, dass diese dann einigermaßen „normal“ ausfällt.

Keine Zitrusfrüchte aus Samen ziehen

Man kann Zitruspflanzen zwar aus Samen ziehen, aber es kommt dabei höchstwahrscheinlich nicht das dabei heraus, was man eigentlich wollte. Deshalb werden gute Sorten vegetativ vermehrt über das Abmoosen oder das Veredeln auf eine aus Samen gezogenen Unterlage. Ein Gegenbeispiel ist dieser Zitrusbaum, den ich vor etwa acht oder auch zehn Jahren aus Samen einer Riesenzitrone gezogen habe, die ich in Burma auf dem Markt gekauft hatte. Nun, so viel später, hat er erstmals Früchte angesetzt, die auch noch recht groß sind und attraktiv aussehen. Doch leider sind die Früchte voller Samen und haben nur wenig Saft von zudem zweifelhafter Güte. Wäre es anders, würden wir diese Pflanze nun wieder vegetativ vermehren, der Welt zu Füßen legen und damit vielleicht sogar ein Vermögen verdienen…

Nicht lecker: Aus Kernen gezogene Zitronen.
Nicht lecker: Aus Kernen gezogene Zitronen.

Aus dem „ewigen Eis“ der Tropen…

Ich hatte einen interessanten Besucher im Pattaya-Garten, der in Bangkok lebt. Er hat mir von einem exklusiven Bä-ckerladen dort erzählt, wo es Aprikosen-Fruchtkuchen (auf Schweizerdeutsch: Wähe) gibt, eine unbestreitbare Köstlichkeit. Wenn ich eine solche Aprikosen-Wähe zubereite, nehme ich dazu lokale Mangopflaumen (Maprang). Und inspiriert von meinem Besucher habe ich wieder einmal eine solche gemacht. Als Haselnuss- oder Mandelersatz habe ich gemahlene Kerne der Jackfruit genommen, die vorher gekocht wurden. Und viele, viele Eigelbe von meinen so fleißigen Legehennen verwandt.

Das Ergebnis hat mich mit Stolz erfüllt und ich habe deshalb auch ein paar Bilder davon auf meine Facebook-Seite gestellt. Das hat dann Frederike Schmid auf den Plan gerufen, die sich gewundert hat, wo ich die Mangopflaumen her habe:

„Die haben doch erst im April Saison???“

Die ersten Salametti waren versalzen…
Die ersten Salametti waren versalzen…

Da hat die gute Frederike natürlich recht, ich habe sie aus dem ewigen Eis der Tropen genommen, sprich aus dem Tiefkühler, wohin ich im vergangenen April mehrere Kilos verfrachtet hatte.

Und noch von einem weiteren Experiment ist zu berichten: Die Salametti (Mini-Salami), die ich im Kühlschrank produziert habe, sind herausgekommen wie erhofft. Doch leider habe ich wegen eines Missverständnisses zu viel Salz verwendet. Ich mache nun damit „Brötchen“ mit ungesalzener Remouladensauce, dann sind sie nicht nur genießbar, sondern geradezu lecker.


Hans Fritschi, Jahrgang 1957, ist ehemaliger Journalist und Buchautor, er lebt seit 1991 in Thailand. Mehrere Monate des Jahres reist er in der Welt herum, den Rest verbringt der Hobbygärtner in Pattaya und Nong Khai. Falls Sie Fragen und Anregungen an unseren Gartenkolumnisten haben, oder seinen Garten mal anschauen möchten, schicken Sie ihm eine E-Mail an oder besuchen Sie die Dicovery Garden Webseite oder Facebook.

Überzeugen Sie sich von unserem Online-Abo:
Die Druckausgabe als vollfarbiges PDF-Magazin weltweit herunterladen, alle Artikel vollständig lesen, im Archiv stöbern und tagesaktuelle Nachrichten per E-Mail erhalten.
Pflichtfelder

Es sind keine Kommentare zum Artikel vorhanden, bitte schreiben Sie doch den ersten Kommentar.