Die stählerne Seidenstraße

Güterzugverkehr aus China wächst rasant

Foto: epa/Franz-peter Tschauner
Foto: epa/Franz-peter Tschauner

MÜNCHEN (dpa) - Die chinesische Regierung macht mit ihrem nationalen Prestigeprojekt einer neuen Seidenstraße nach Europa Fortschritte: Der Güterzugverkehr auf dem Landweg von und nach China wächst rasant, allein die DB Cargo will ihre Transportkapazität auf der transkontinentalen Verbindung in den Fernen Osten bis zum Jahr 2020 um 20 Prozent erhöhen. Bisher werden 80.000 Standard-Container («TEU») im Jahr befördert, für 2020 seien 100.000 geplant, sagte ein Sprecher der Güterverkehrsgesellschaft der Bahn in Berlin.

Auf chinesischer Seite konkurrieren mittlerweile Dutzende Firmen um Frachtaufträge. Ein großer Anbieter ist das Unternehmen Yuxinou aus Chongqing, einer zentralchinesischen Metropole mit mehr als 20 Millionen Einwohnern. Yuxinou fing 2011 mit elf Güterzugfahrten an, inzwischen sind es nach Firmenangaben jeweils gut 700 Züge im Jahr von China nach Europa und umgekehrt. Auch große deutsche Unternehmen nutzen mittlerweile den Transportweg über Land: BMW lässt dreimal wöchentlich Fahrzeugteile per Güterzug nach China transportieren, wie ein Sprecher des Autoherstellers in München berichtet.

Für die Züge gibt es mittlerweile drei Hauptrouten: die nördliche führt durch die Mongolei und Russland, die mittlere durch die Wüstenregion Xinjiang im Westen der Volksrepublik und Kasachstan. Auf der Südroute werden die Waggons in Kasachstan über das Kaspische Meer nach Aserbaidschan verschifft, von dort geht es weiter in Richtung Türkei und Rumänien. Nach offiziellen chinesischen Angaben waren Ende Februar 50 europäische Städte in 15 Ländern an das Güterzug-Netzwerk angebunden.

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Siam Fan 15.06.19 21:53
Streiche "Seide, setze Plastik!
Gebrauchsplastikgegenstände, Plastikverpackung, Plastikabfall, ... und vieles mehr und vielleicht auch etwas Seide. Seide ist so teuer, die kann man auch fliegen. Müll nicht!