DIE Große FLUT

​​Callolo und seine Herzallerliebste - Eine humorvolle Geschichte

DIE Große FLUT

"Callolo, meine Familie hat alle Tiere verkauft, weil sie befürchtet, dass die Flut auch sie heimsuchen könnte."

"Im Moment sieht es aber so aus, als ob der Isaan vom Hochwasser verschont bleibt."

"Wir wissen es nicht, Callolo, wenn das Wasser kommt, haben wir wenigstens einen Teil gerettet. Der Reis ist in diesem Jahr sowieso nicht zu retten. Der größte Teil ist auf dem Feld verrottet."

Ja, Thailand ist ein höchst wetterabhängiges Land. Da kann auch die beste Regierung nichts dran ändern.

"Morgen bekommen wir Besuch", sagt meine Herzallerliebste. "Von wem?"

"Von meiner Familie. Da oben im Isaan können sie jetzt nichts anderes machen als zuschauen. Du hast doch nichts dagegen, Callolo – oder?" "Natürlich nicht."

"Endlich wieder Familie", begrüße ich meine Schwiegermutter umarmend, ohne ihre Ausdünstungen einordnen zu können: Irgendetwas zwischen Büffel, Knoblauch und uraltem Käse.

"Herzlich willkommen, ihr alle." Meine Herzallerliebste strahlt. "Seht ihr", sagt sie, "Callolo ist immer für euch da." Naja, wenn ich mir diese Familienbande anschaue, ich meine wirklich Familien-Bande, dann weiß ich, dass ich einiges in meinem Leben falsch gemacht habe.

Und deshalb protestiere ich sofort: "Mein Schatz, da irrst du dich. Ich bin für dich und für mich da und für sonst niemand. Begreife es doch endlich einmal. Ich helfe deiner Familie im Rahmen meiner Möglichkeiten, aber damit ist es getan. Ich habe nur dich und sonst niemanden geheiratet. Punkt. Und keine weiteren Diskussionen."

Inzwischen ist die Familie nach gut einer Woche wieder abgereist. Ich habe ihre Hinterlassenschaften zwei Tage lang entrümpelt.

Meine Herzallerliebste lebt fern von all solch profanen Dingen: Sie hilft im Rathaus aus, erinnert mich daran, ihr Kaninchen zu füttern und hinterlässt Einkaufszettel für mich. Und als sie heute Abend heimkam, sagte sie zu meiner Überraschung:

"Callolo, auf Politik kann ich jederzeit verzichten, Familie ist viel besser, aber du bist der Höhepunkt!"

Moment mal. Was ist denn jetzt plötzlich los? Ich schaue sie fragend an. "Weil du immer für mich da bist, Callolo, wenn ich dich brauche."

"Das würde ich auch gerne von dir sagen, liebe Nai."

"Wieso? Ich bin doch da."

"Für wen?" "Für alle." "Und wenn ich für alle da wäre?" "Toll, Callolo."

"Zum Beispiel für alle Frauen?" "Callolo, du drehst mir das Wort im Mund um."

"Das heißt, du wärest jetzt für mich da?"

"Natürlich, Callolo, aber ich bin todmüde." "Natürlich. Aber ich nicht." Ob das auf Dauer gut geht?

Dabei fällt mir ein, wie wir vor fast neun Jahren geheiratet haben. Sie ganz in Weiß, die Farbe der Freude. Und ich ganz in Schwarz. Das hätte ein Omen, eine Warnung für mich sein sollen. Aber ich war voller Liebe. Ich war blind. Und jetzt ist alles zu spät.

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Schnell sein lohnt sich: Die ersten 20 Exemplare des neuen Bestsellers "Angekommen in der Wirklichkeit" und wurden von Callolo persönlich signiert und sind ab sofort im FARANG-Medienhaus für 290 Baht oder bequem auf dem Postweg (zzgl. Versandkosten) erhältlich.

Callolo und seine Herzallerliebste und Angekommen in der Wirklichkeit

Callolo und seine Herzallerliebste

In 130 heiteren Kurzgeschichten hat Autor Carolus in zwei Büchern sich mit unterschiedlichen Erfahrungen, die sich aus dem Zusammenleben zwischen Thais und Farangs ergeben, verfasst. Die humorvollen Geschichten behandeln das Eheleben zwischen Nai und Callolo. Im Leben der beiden wird viel Toleranz abverlangt. Dass es trotzdem immer wieder ein Happy End geben kann, beweist der Autor, im ersten Buch, in vielen unerwarteten Entwicklungen. Im zweiten Werk hat der Autor seine „rosarote Brille“ abgenommen und erzählt auf ehrliche und gewohnt charmante Weise über Probleme und Schwierigkeiten, die in seiner nicht mehr ganz taufrischen Beziehung zu Nai entstehen.

Die beiden Taschenbücher können Sie im FARANG-Onlineshop bestellen.

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Martin Pohl 09.08.22 01:00
@Hunn 22:07
Beim Lesen hatte ich das Gefühl da zieht mir jemand 3 Zähne auf einmal. :-)
Für mich stellt der Herr nichts besonderes dar. ZDF, etc hin oder her, seine Geschichten sind für mich jedenfalls nicht humorvoll oder was andere darin sehen wollen
Ich habe hier lediglich meine eigene Meinung dazu geäussert, tun Sie bitte dasselbe (ausschliesslich zu der Story) und lassen Sie mir meine, ich lasse Ihnen auch Ihre.
Ihre Beleidigung/Angriff mit dem "Grips" wäre auch nicht nötig gewesen.
Und noch was zur Story, ich fand die Erwähnung nicht gut, er hätte 2 volle Tage aufräumen müssen nach dem Besuch: ich hatte auch des öfteren Besuch von meiner Thaifamilie. Weder danach, noch währenddessen musste ich etwas aufräumen. Das haben die Familienmitglieder zusammen mit meiner Frau direktemente erledigt.
Hätte ich meine neue Familie vor der Heirat anders kennen gelernt, dann hätte ich meine Frau nicht geheiratet.
Und zu meinem Humor, brauchen Sie sich keine Gedanken zu machen, den habe ich hier oft genug bewiesen.
Hermann Hunn 08.08.22 22:07
Ce-eff Krüger
@ Martin Pohl: bevor Sie hier Ihre „ziemlich sichere" Vermutungen und abschätzige Bewertung öffentlich anbringen, wäre es angebracht, sich erst einmal einen Überblick über Werdegang, Arbeiten und Lebenswerk des Autors zu verschaffen.

Hoffentlich bringen Sie genug „Grips" zusammen, um auf Krüger's Website zu gelangen. Anschliessend können Sie gern mit Ihren Lebensweisheiten im „Der Farang" brillieren, so Sie denn mindestens gleichwertigen Humor oder was auch immer, anzubieten haben.
Norbert K. Leupi 08.08.22 19:40
Egal , oder ? Herren Hein und Steinbach
Egal woher , meine Erste aus Spanien , die Zweite aus Mannheim und die Dritte aus Chumphon , wenn `s nicht mehr " funzt " , bleibt man nicht , " bis der Tod euch scheidet ! Eine langweilige Ehe oder Enttäuschungen sind wie Haltestellen , sie geben uns die Gelegenheit zum Umsteigen , wenn man in die falsche Richtung fährt !
Hit the Lights 08.08.22 18:30
Peter Steinbach 17:10
Das ist ganz gut vorstellbar... ;)
Andrè Hein 08.08.22 15:56
Egal ob erlebt oder erfunden
Ich kenne einige Paare ( ja immer deutsche Männer mit Thaifrauen ) aber in der Regle trifft es genau so zu wie hier beschrieben. Ich lese immer gerne mit und warte schon auf das nächste Unheil. Dann freue ich mich auf mein Zuhause mit einer mich liebenden deutschen Frau.
Dieter Kowalski 08.08.22 15:54
Und nach der großen Flut, kommt das große Krabbeln.
Der liebe Herr Carollus sollte vielleicht in Betracht ziehen, den Namen der Rubrik "Herzallerliebste", auf Thailand-Fantasy-Blog zu ändern.
Rene Amiguet 07.08.22 18:10
Calolo Geschichten
Diese Geschichten zeigen auf jeden Fall gute Kenntnisse der thailändischen Mentalität und Verhaltensweisen der Thai Ladies, treffen aber auch den Nagel auf den Kopf über das Verhalten aller Frauen dieser Welt. Der Verfasser dieser Geschichten hat auf jeden Fall eine humorvolle Fantasie. Jedenfalls freue ich mich immer wenn wieder eine neue Story im FARANG steht. Wahr ofer gedichtet ist dabei völlig unbedeutend.
Martin Pohl 07.08.22 13:47
Norbert
Yep. Ich bin auch ziemlich sicher, es gibt keine Nai und der Autor war auch noch nie mit einer Thailänderin verheiratet.
Die glatte Konversation ist auch ein Witz.
Würde bedeuten, sie spricht perfekt deutsch oder er perfekt die thailändische Sprache.
Etwas Humorvolles kann ich dieser Geschichte nun auch nicht abgewinnen.
Eher leichtes Thaibashing bzgl Gerüche und Entrümpelung. Aber das ist eine Sache des Empfindens. VG
Norbert Schettler 07.08.22 12:30
Martin
Stimmt genau! Das "körperlichste" was ich kenne ist, wenn eine alte Dame den Unterarm abstützt, damit die andere ein Glücksbändchen am Handgelenk anbringen kann.
Es sind eben erfundene Geschichten die uns erzählt werden.
Martin Pohl 07.08.22 12:10
Umarmung Schwiegermutter
Das wundert mich. Eigentlich lehnen die (vor allem älteren Frauen) Thais solche körperliche Nähe ab. Üblich ist ein "Wai" mit gewissem Abstand.
Ich hatte das früher auch mal machen wollen um Herzlichkeit zu demonstrieren. Oh weh, das ging in die Hose. Sie ist vor Scham? bald im Boden versunken, obwohl sie mich mag.
Ich habe es seitdem nicht mehr gemacht, denn ein Wai und ein Lächeln reichen völlig aus.