DFB und Adidas stoppen Online-Verkauf von Trikot mit Nummer 44

Das Logo von Adidas ist in einem offiziellen Geschäft auf dem Campus der Adidas World of Sports in Herzogenaurach zu sehen. Foto: epa/Anna Szilagyi
Das Logo von Adidas ist in einem offiziellen Geschäft auf dem Campus der Adidas World of Sports in Herzogenaurach zu sehen. Foto: epa/Anna Szilagyi

BERLIN: Über eine bestimmte Rückennummer beim neuen Nationaltrikot wird diskutiert. Hersteller Adidas und der Deutsche Fußball-Bund reagieren.

Sportartikelhersteller Adidas und der Deutsche Fußball-Bund haben auf Kritik am Design einer Nummer des neuen Trikots der Nationalmannschaft reagiert und den Verkauf entsprechend angepasst. Die Rückennummer 44 erinnert an die Runen der Schutzstaffel SS aus der Zeit des Nationalsozialismus. Im Adidas-Store war eine Personalisierung der Trikots mit eigenem Namen und Nummer am Montagmittag nicht mehr möglich, der DFB stoppte die Auslieferung von bestellten Kombinationen mit der 44 im eigenen Onlineshop.

Zuvor hatten ein Journalist auf X und anschließend auch die «Bild» über die Adidas-Pläne berichtet. In den sozialen Medien war die Kombination aufgefallen, viele Menschen beteiligten sich an der Diskussion. «Für das Design der Namen und der Nummern zeichnet der DFB mit seinem Partner 11teamsports verantwortlich», sagte Adidas-Sprecher Oliver Brüggen auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Bestimmte Namen mit Bezug zum Nationalsozialismus konnten bei Adidas und beim DFB bereits zuvor grundsätzlich nicht bestellt werden. «Das entspricht nicht unseren Richtlinien für die Personalisierung. Bitte versuch's mit etwas anderem», erschien bei Adidas als Hinweis bei einer entsprechenden Auswahl.

Nach Angaben des Verbandes soll nun gemeinsam mit 11teamsports ein alternatives Design für die Zahl 4 entwickelt werden. Der DFB bestätigte einen entsprechenden Bericht der «Bild» und verwies darauf, dass er die Nummern 0 bis 9 prüfe, die Zahlen 1 bis 26 reiche er dann zur Prüfung bei der Europäischen Fußball-Union UEFA ein. Bei beiden Prüfungen habe es keine Beanstandungen gegeben.

«Bei Adidas arbeiten Menschen aus rund 100 Nationen, unser Unternehmen steht für die Förderung von Vielfalt und Inklusion, und wir setzen uns als Unternehmen aktiv gegen Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus, Gewalt und Hass in jeder Form ein», sagte Brüggen. «Alle Versuche, spaltende oder ausgrenzende Ansichten zu fördern, sind nicht Teil unserer Werte als Marke.» Das Unternehmen weise «alle Andeutungen, dass dies unsere Absicht war, entschieden zurück».

Das neue Trikot war kurz vor den beiden Länderspielen in Frankreich (2:0) und gegen die Niederlande (2:1) vorgestellt worden. Begleitet worden war die Kampagne von Werbespots, die auf sehr positive Resonanz gestoßen waren.

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Helge Fitz 02.04.24 15:47
@Imgo Kerp,- richtig, es gibt keine Erbschuld, aber anscheinend ein riesiges Erziehungsdefizit zuhause und innden Schulen. Statt 3.te Reich - Dokus wird an der KRS in Gelnhausen lieber Anti- Nordkorea Propaganda gezeigt. So bekommt man die Jugend nicht von der AfD- Wahlurne weg
Falls es deutsche Eltern und Lehrer nicht hinbekommen ( oder wollen ) rast unser "Vaterland" mit Riesenschritten in die nächste Faschismus -Tragödie hinein !
Ingo Kerp 02.04.24 13:20
Wenn man will, kann man überall ein Haar in der Suppe finden, selbst wenn man sich dabei verrenken muß. Scheint eine deutsche Vorliebe zu sein, sich selbst mit Schmutz zu bewerfen und Asche aufs Haupt zu streuen. Wer wie ich, ein paar Wochen nach der Kapitulation 1945 geboren wurde, muß sich den Schuh des boesen Deutschen nicht anziehen. Es gibt keine Erbschuld.
Hans Breitrainer 02.04.24 13:00
Mit so pingeligen Aktionen wird m.E. das Gegenteil erreicht. Wenigstens darf man noch "Führerschein" aussprechen.hahaha