Deutsches Olympia-Team mit erstem Gold: Rodler Ludwig siegt

Olympia, Rodeln, Einsitzer, Männer, Siegerehrung im National Sliding Centre. Erstplatzierer Johannes Ludwig aus Deutschland zeigt seine Goldmedaille. Foto: Michael Kappeler/dpa
Olympia, Rodeln, Einsitzer, Männer, Siegerehrung im National Sliding Centre. Erstplatzierer Johannes Ludwig aus Deutschland zeigt seine Goldmedaille. Foto: Michael Kappeler/dpa

PEKING: Das deutsche Olympia-Team freut sich über das erste Gold der Winterspiele in China. Johannes Ludwig setzt die Erfolgsserie der deutscher Rennrodler mit seinem Sieg fort. Eine Enttäuschung erleben dagegen die Skispringer. Der erste Alpin-Höhepunkt wird verschoben.

Die deutschen Rennrodler haben ihren Ruf als zuverlässige olympische Medaillensammler bei den Winterspielen in China bestätigt. Zum Abschluss des ersten Wochenendes des Spektakels auf Eis und Schnee gewann der Oberhofer Johannes Ludwig am Sonntag das erste goldene Edelmetall für die deutsche Mannschaft. Einen Tag zuvor hatte Skispringerin Katharina Althaus mit Silber die erste Medaille überhaupt für das Team D bei den Spielen geholt.

«Ich hoffe, dass das eine Initialzündung für das ganze Team war», sagte der in die Berge nördlich von Peking gereiste DOSB-Präsident Thomas Weikert nach dem Ludwig-Triumph. Bei der Siegerehrung ging der 35-jährige Ludwig in die Knie und küsste das Podest. Zuvor war er im Eiskanal von Yanqing nach vier Läufen auf der mit 1583 Metern längsten Bahn der Welt obenauf und siegte vor dem Österreicher Wolfgang Kindl und Dominik Fischnaller aus Italien.

Es war das elfte Einzel-Gold eines deutschen Rodlers in der olympischen Geschichte, und für Ludwig nach dem Team-Gold 2018 der zweite Olympiasieg. Der dreimalige Olympiasieger Felix Loch wurde Vierter, Max Langenhan Sechster.

Einen Tag nach Silber für Katharina Althaus mussten die Skisprung-Männer eine Enttäuschung von der Normalschanze in Zhangjiakou verkraften. Der Gesamtweltcup-Führende Karl Geiger wurde nur 15. «Ich bin halt gescheitert, aber so ist es», sagte er. Bester Deutscher war Constantin Schmid als Elfter. Markus Eisenbichler, wie Geiger als Mitfavorit gehandelt, verpasste den Final-Einzug als 31. Beim Mixed-Wettbewerb am Montag gibt es eine Chance auf Besserung.

Völlig unbeeindruckt von ihrem letzten Platz über die 3000 Meter war Eisschnellläuferin Claudia Pechstein. Denn allein durch den Start war sie am Samstag als erste Frau zur achtmaligen Olympia-Teilnehmerin aufgestiegen. Bis zu ihrem zweiten Rennen am Ende der Spiele will die 49-Jährige nun als Olympia-Genießerin die Wettkämpfe verfolgen und die deutschen Athleten anfeuern.

Nach zwölf von 109 Entscheidungen ist Deutschland in der Nationenwertung vor allem dank Ludwigs Gold-Coup auf Rang vier vorgerückt. Erster ist Norwegen, das schon vor vier Jahren in Pyeongchang die stärkste Wintersport-Nation war.

Der erste Alpin-Höhepunkt der Spiele wurde abgesagt. Wegen starker Windböen verlegte der Welt-Skiverband Fis den Wettkampf schließlich auf Montag (5.00 Uhr MEZ). «Aus Sicht der Sicherheit und auch der Fairness war das die richtige Entscheidung», sagte Herren-Bundestrainer Christian Schwaiger.

Für die drei deutschen Athleten in den olympischen Quarantäne-Unterkünften hat nach vehementer Kritik des Deutschen Olympischen Sportbundes die Lage deutlich verbessert. Der Nordische Kombinierer und Olympiasieger Eric Frenzel meldete sich aus seinem Zimmer. «Ich bin jetzt seit zwei Tagen hier im Hotel und habe glücklicherweise alles, was ich so brauche», sagte er in einer Videobotschaft an den TV-Sender Eurosport.

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