Deutscher Botschafter besucht Begegnungszentrum

Seine Exzellenz Georg Schmidt stellt sich seinen Landsleuten in Pattaya vor

Botschafter Georg Schmidt (4. v. l.) und Honorarkonsul Rudolf Hofer (5. v. l.) wurden von Pastor Wolfgang Leuschner (3. v. l.) und Kindern der HHNFT willkommen geheißen.
Botschafter Georg Schmidt (4. v. l.) und Honorarkonsul Rudolf Hofer (5. v. l.) wurden von Pastor Wolfgang Leuschner (3. v. l.) und Kindern der HHNFT willkommen geheißen.

PATTAYA: Hoher Besuch hatte sich am 27. März im deutschsprachigen Begegnungszentrum Pattaya an der Naklua Road angekündigt und zahlreiche Interessierte füllten den Vortragsraum schon lange, bevor S. E. Georg Schmidt, Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Thailand, mit seinem Wagen vorfuhr.

Begleitet wurde Seine Exzellenz vom deutschen Honorarkonsul Rudolf Hofer. Pastor Wolfgang Leuschner, der auch das Amt des Geschäftsführers des Begegnungszentrums Pattaya bekleidet, hieß den Besuch aus Bangkok zusammen mit Kindern und Jugendlichen der Human Help Network Foundation Thailand (HHNFT) herzlich willkommen, die eigens für den Anlass mit HHNFT-Direktorin Radchada Chomjinda angereist waren. Das Programm wurde mit der Aufführung traditioneller Thai-Tänze von Kindern und Jugendlichen des Child Protection and Development Center, Drop-in Center und Asian Learning Center eröffnet. Anschließend führte Pastor Leuschner den Besuch durch die Einrichtung und informierte ihn über die Arbeit im Zentrum, bevor sich Seine Exzellenz geduldig den Fragen der Besucher stellte.

Geduldig stellte sich Seine Exzellenz den Fragen, vielen Wunschträumen musste er jedoch eine Absage erteilen.
Geduldig stellte sich Seine Exzellenz den Fragen, vielen Wunschträumen musste er jedoch eine Absage erteilen.

Botschafter Schmidt, der seit Oktober letzten Jahres der höchste diplomatische Vertreter der Bundesrepublik in Thailand ist, gab zunächst Einblick in seinen beruflichen Werdegang. Mehrere Jahre arbeitete er bei der Bundesregierung in Berlin, später als Fachreferent für das Bundespräsidialamt. Stets waren seine Arbeitsschwerpunkte Asien, Australien und Afrika. Den ersten Kontakt mit Thailand hatte er bereits 1986, als ihn während seines Studiums in China eine Reise ins Königreich führte. Weitere Stationen in seinem Berufsleben waren Tätigkeiten an den Botschaften in Japan, Sri Lanka und Mali.

Interessiert am Alltag deutscher Auswanderer

Seine erste Reise als Botschafter in Thailand habe er bewusst in den Isaan unternommen, um zu erfahren, wie sich der Alltag seiner Landsleute im landwirtschaftlich geprägten Nordosten gestaltet. Da sich Botschafter Schmidt weitere Eindrücke vom Land und dem Alltag von Auslandsdeutschen in Thailand verschaffen wollte, führte ihn seine zweite Reise nach Pattaya mit dem Ziel, mit der dort beheimaten deutschen Community ins Gespräch zu kommen. So zögerte er nicht lange und bat die Anwesenden, ihm ihre drängendsten Fragen zu stellen, worauf sich einige auch nicht lange bitten ließen.

Viele deutsche Residenten nutzten die seltene Chance,  sich mit Botschafter Georg Schmidt auszutauschen.
Viele deutsche Residenten nutzten die seltene Chance, sich mit Botschafter Georg Schmidt auszutauschen.

Die erste Besucherfrage, warum die deutsche Botschaft keine Außenstelle der Passabteilung in Pattaya eröffnet, schließlich leben in der Touristenmetropole über 5.000 Deutsche, begründete Botschafter Schmidt mit dem kurzen Anfahrtsweg nach Bangkok. Auch die Frage, ob in Thailand lebende Residenten ihre Wahlunterlagen für die Europawahl nicht einfach bei der Botschaft in Bangkok zur Weiterleitung nach Deutschland einreichen könnten, verneinte er und erklärte, dass seine Mitarbeiter bereits jetzt stark belastet seien, weshalb die Botschaft keine zusätzlichen Aufgaben übernehmen könne. Er verwies auf den normalen Postweg, trotz oftmals langer Sendedauer. In Bezug auf die Bitte, das Sozial­versicherungsabkommen zwischen Deutschland und Thailand voranzubringen, verwies er auf die neu gewählte Regierung und die bilateralen Verhandlungen. Botschafter Schmidt betonte, dass er nachvollziehen könne, dass aus den neuen Visavorschriften der Immigration große Unsicherheiten für Teile der deutschen Residenten-Gemeinschaft resultieren. Auch wenn Gespräche mit den thailändischen Behörden über die Visaproblematik stets freundliche Aufmerksamkeit erfuhren, konnte man diesbezüglich noch keine Änderungen erreichen. Auf die Frage, warum verheiratete Thailänderinnen in Deutschland arbeiten dürfen, ihre deutschen Ehemänner in Thailand hingegen nicht, antwortete Seine Exzellenz, dass dies auch Angehörige von Botschaftsmitarbeitern betreffen würde, denen oft selbst ehrenamtliche Tätigkeiten untersagt werden.

Botschafter sichert Unterstützung zu

Pastor Leuschner bedankte sich bei Botschafter Schmidt für das informative Zusammentreffen und bat ihn, bei potenziellen Sponsoren doch ruhig mal ein gutes Wort für das Begegnungszentrum einzulegen, das sich größtenteils aus Spenden finanziert. Seine Exzellenz sicherte Pastor Leuschner zu, in Thailand ansässige deutsche Unternehmen um Unterstützung zu bitten, damit die wichtige Arbeit im Zentrum auch in Zukunft fortgeführt und ausgebaut werden kann.

Nach dem persönlichen Gespräch mit mehreren Teilnehmern der Diskussionsrunde, brach Botschafter Schmidt nach Rayong auf, um der Einweihung einer neuen Produktionsstätte des deutschen Automobilzulieferers Continental als Ehrengast vorzusitzen. Mit der Großinvestition unterstreicht das Hannoveraner Unternehmen sein langfristiges Interesse an Thailand als Produktionsstandort und beschert dem Land 250 neue Arbeitsplätze. 

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