Deutlich weniger TV-Zuschauer in der Formel 1

Der holländische Fahrer Max Verstappen von Red Bull Racing feiert mit seinem Team nach dem Sieg beim Großen Preis der Formel 1 der Niederlande auf dem Circuit Zandvoort in Zandvoort. Foto: epa/Remko De Waal
Der holländische Fahrer Max Verstappen von Red Bull Racing feiert mit seinem Team nach dem Sieg beim Großen Preis der Formel 1 der Niederlande auf dem Circuit Zandvoort in Zandvoort. Foto: epa/Remko De Waal

BERLIN: Die WM-Entscheidung in der wichtigsten Motorsport-Serie war in diesem Jahr eine One-Man-Show von Max Verstappen. Das hat Folgen für den deutschen TV-Markt.

Die Dominanz von Formel-1-Weltmeister Max Verstappen (26) hat Sky viele Zuschauer gekostet. Der Pay-TV-Sender hat im Vergleich zur Vorsaison rund zwanzig Prozent Reichweite verloren. In der am Sonntag abgelaufenen Saison der wichtigsten Motorsport-Serie schauten die Rennen im Durchschnitt 782.000 Menschen. Im Vorjahr waren es noch durchschnittlich 980.000 Menschen gewesen.

«Max Verstappen und Red Bull Racing haben 2023 für ein Jahr der Superlative in der Formel 1 gesorgt und das Feld dominiert wie niemand zuvor», sagte Sport-Chef Charly Classen der Deutschen Press-Agentur. «Die großartige Leistung des alten und neuen Weltmeisters hatte jedoch auch zur Folge, dass keine Spannung im Titelkampf aufkommen konnte.»

Zudem gibt es nur einen deutschen Stammfahrer. Im unterlegenen Haas-Auto konnte Nico Hülkenberg (36) aber auch keine großen sportlichen Akzente setzen. Er wird im kommenden Jahr wieder der einzige Deutsche im Feld sein, Mick Schumacher (24) wird neben seinem Langstrecken-Engagement für Alpine Ersatzpilot beim deutschen Mercedes-Rennstall bleiben. Ein deutsches Rennen gab es in diesem Jahr auch nicht und wird es auch 2024 nicht geben.

RTL hatte in den beiden vergangenen Jahren noch per Sub-Lizenz jeweils vier Rennen übertragen, sich aber nach sinkenden TV-Quoten Anfang des Jahres gegen einen neuen Kontrakt entschieden. Die Suche nach einem RTL-Nachfolger blieb erfolglos, weshalb Sky vier Rennen als frei empfangbare Live-Übertragungen via YouTube, TikTok und Sky Sport zeigte.

«Unsere Strategie auf den digitalen Kanälen war überaus erfolgreich», sagte der Sky-Sportchef: «Über 125 Millionen Video-Abrufe über die Digitalkanäle von Sky Sport bedeuten einen neuen Bestwert und eine Verdreifachung gegenüber der Vorsaison.»

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Chris Jomtien 07.12.23 21:19
US-Kommerz
Die Auslegung, das Interesse der deutschen Zuschauer sei aufgrund der Dominanz von Max Vestappen gesunken, ist gewagt.
Mir persönlich, und auch vielen meiner Bekannten, ist fast egal wer gewinnt. Uns geht um Sport und Spannung. Für beides spielt kaum keine Rolle wer gewinnt, sondern vornehmlich die Taktiken und Überholmanöver.
In den USA (der neue "Besitzer" der Rennserie ist US-Amerikaner) versteht man die europäische Denkweise nicht. Dem neuen Eigentümer, Liberty Media, geht es offensichtlich nicht um den Motorsport, sondern allein um Geld und Macht.
Warum sollten wir ihn dabei unterstützen indem wir Pay-TV abonnieren?
Das öffentlich-rechtliche TV als auch die werbefinanzierten Privatsender sind sicherlich nicht perfekt, aber nichts ist für den Nutzer schlechter als diese US-amerikanischen Abonnement-Fallen.
Egal ob Sky, Amazon, Liberty Media, Disney+, Netflix, Apple TV, Paramount oder die werbefreie Version von YouTube, es geht grundsätzlich immer um unser Geld.
Warum z. B. sollten wir als in Deutschland wohnende Deutsche einer US-Firma Geld dafür bezahlen das wir in unserem deutschen TV Programm deutsche Fahrer in deutschen Autos auf deutschen Rennstrecken fahren sehen dürfen? Ähnliches gibt für Musik. Egal ob Apple Music, Tinder, Spotify oder, oder und nochmals oder, wir sollen permanent Geld an die USA zahlen um Musik hören zu "dürfen". Das ist nicht O. K.. Daher solle man sich dagegen verwehren so lange es noch geht.