Depressionen bei Männern über 50: Symptome und Auswirkungen

Foto: Pixabay/Sweetlouise Und Tumisu
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Depressionen können jeden treffen.Sie sind weder vom Alter, noch vom Geschlecht abhängig. Aus groß angelegten Studien weiß man jedoch, dass Frauen sehr viel häufiger betroffen sind als Männer. Etwa 11,3 % der Frauen und 5,1 Prozent der Männer in Deutschland haben eine depressive Erkrankung. Bei diesen Zahlen stellt sich die Frage, ob Männer wirklich seltener depressiv sind, oder ob sie nur seltener Hilfe suchen.

Depressionen erkennen

Oft ist Männern nicht bewusst, dass „körperliche“ Symptome wie Kopfschmerzen, Verdauungsstörungen und chronische Schmerzen Symptome einer Depression sein können. Darüber hinaus haben sie oft Bedenken, einen Psychologen aufzusuchen oder in eine Klinik für psychische Erkrankungen zu gehen. Viele Männer fürchten, dass ihr Arbeitgeber oder ihre Versicherung davon erfahren könnte, oder dass die Diagnose einer psychischen Erkrankung einen Verlust an Ansehen bringen könnte.

Gefahr bei der Pensionierung

Männer über 50 haben verschiedene Arten von Stress. Wenn sie sich stark mit ihrer Arbeit identifiziert haben, kann der Ruhestand stressig sein, weil er mit dem Verlust von Status und eigenem Selbstwertgefühl einhergeht. Auch der Verlust von Freunden und Familienmitgliedern und gesundheitliche Probleme, die sich langsam einstellen, können Depressionen auslösen. Dazu gehört etwa eine nachlassende sexuelle Leistungsfähigkeit. Leiden wie dieses lassen sich sehr gut mit Medikamenten behandeln. Jedoch zeigen sie auch, dass man eben älter und körperlich schwächer wird.

Dennoch sind die meisten älteren Menschen mit ihrem Leben zufrieden, und es ist nicht „normal“, dass ältere Männer depressiv werden.  Depressionen sind eine Krankheit, die wirksam behandelt werden kann. Durch die Behandlung einer Depression heilen auch andere Krankheiten schneller und man bleibt länger produktiv.

Es kommt immer wieder vor, dass Ärzte und Krankenschwestern Symptome einer Depression bei älteren Männern übersehen, weil diese nicht bereit sind, über negative Gefühle und den Verlust des Interesses an angenehmen Aktivitäten oder Trauer nach dem Verlust eines geliebten Menschen zu sprechen. Stattdessen klagen sie über körperliche Symptome.

Depressionen und schwere Krankheiten

Außerdem kann es schwierig sein, eine depressive Störung bei Patienten zu erkennen, die an anderen Krankheiten leiden, wie etwa Herzkrankheiten oder Krebs, die ihrerseits depressive Symptome hervorrufen können. Wird eine depressive Erkrankung diagnostiziert, kann eine Behandlung mit geeigneten Medikamenten und eine kurze Psychotherapie älteren Männern helfen, beide Krankheiten zu bewältigen und so die Überlebensrate und Lebensqualität zu verbessern.

Die Erkennung ist wichtig

Die Bedeutung der Erkennung und Behandlung von Depressionen bei älteren Männern wird durch die Statistiken über Selbstmord unterstrichen. Man geht davon aus, dass die Suizidrate unter jungen Menschen am höchsten ist. Tatsächlich aber sind es ältere Menschen, insbesondere ältere Männer, die die höchsten Raten aufweisen. Die meisten der älteren Selbstmordopfer waren innerhalb des Monats vor ihrem Tod bei ihrem Hausarzt, viele davon mit einer depressiven Erkrankung, die nicht erkannt wurde. Dies hat zu Forschungsanstrengungen geführt, um zu ermitteln, wie Ärzte am besten in die Lage versetzt werden können, Depressionen bei älteren Menschen zu erkennen und zu behandeln.

Wirksame Behandlungen

Die meisten älteren Männer mit Depressionen erleben eine Verbesserung ihres Zustands, wenn sie mit Antidepressiva, einer Psychotherapie oder einer Kombination aus beidem behandelt werden. Besonders die Kombination einer Psychotherapie mit Medikamenten gegen eine Depression ist wirksam, um eine Depression zu heilen und zu verhindern, dass sie wieder auftritt.

Schon eine Psychotherapie alleine verlängert nachweislich die Zeit, die ältere Männer von einer Depression verschont bleiben. Das ist besonders nützlich für Patienten, die keine wirksamen Medikamente einnehmen können (weil sie andere körperliche Beschwerden haben) oder wollen. Wenn eine Depression im höheren Lebensalter rechtzeitig erkannt wird, bedeutet das, dass der Lebensabend sowohl für diesen Menschen als auch für seine Familie und diejenigen, die ihn medizinisch betreuen, viel angenehmer verlaufen wird.

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