William und Harry erinnern an Diana

​Denkmal zum 60. Geburtstag

Foto: epa/Andy Rain
Foto: epa/Andy Rain

LONDON: Zum Gedenken an ihre Mutter Diana raufen sich die zerstrittenen Brüder Prinz William und Prinz Harry zusammen - zumindest für einen Tag. Wird es zu einer Annäherung kommen?

Sie galt als «Königin der Herzen»: An diesem Donnerstag wäre Prinzessin Diana 60 Jahre alt geworden. Zu diesem Anlass wollen ihre Söhne William (39) und Harry (36) in London eine Statue im Andenken an ihre 1997 gestorbene Mutter enthüllen.

In Auftrag gegeben hatten die beiden Prinzen das Denkmal schon vor vier Jahren. «Unsere Mutter hat so viele Menschen berührt. Wir hoffen, dass die Statue allen Besuchern des Kensington-Palastes hilft, über ihr Leben und ihr Vermächtnis nachzudenken», erklärten sie. Doch anders als damals sind die einst unzertrennlichen Brüder inzwischen schwer zerstritten. Wie die BBC unter Berufung auf Insider-Kreise berichtete, soll die Kommunikation zwischen den beiden mittlerweile auf ein Minimum beschränkt und von tiefem Misstrauen und Ärger geprägt sein.

Harry und seine Frau Meghan hatten vor eineinhalb Jahren der Königsfamilie den Rücken gekehrt und ihren Lebensmittelpunkt in die USA verlegt. Das Paar hat mit dem zweijährigen Archie und der erst kürzlich zur Welt gekommenen Lilibet (Lili) zwei Kinder. In einem Aufsehen erregenden Interview mit US-Talkshowlegende Oprah Winfrey warfen sie dem Königshaus mangelnde Rücksichtnahme und sogar Rassismus vor. Meghan (39) hat teilweise afroamerikanische Wurzeln.

Zu sehen sein wird das Denkmal im Sunken Garden (versunkenen Garten) auf dem Gelände des Kensington-Palasts, wo Diana zuletzt lebte. Der Garten soll eine besondere Anziehungskraft auf die Prinzessin ausgeübt haben. Nun wurde er neu konzipiert und mit 50 verschiedenen Blumenarten bepflanzt. Damit solle die Statue ihre volle Wirkung erreichen, hieß es in einer Mitteilung des Palasts - darunter Dianas Lieblingsblumen Vergissmeinnicht.

Die Blumen mit dem bedeutungsvollen Namen haben es auch Prinz Harry angetan. Er gründete in Erinnerung an seine Mutter eine Hilfsorganisation für Aids-Waisen in Botsuana mit dem Namen Sentebale, das in der dortigen Sprache Sesotho ebenfalls Vergissmeinnicht bedeutet.

Diana hatte wie kein anderes Mitglied des Königshauses ihr Mitgefühl mit anderen Menschen zum Ausdruck gebracht. Selbstbewusst schüttelte sie die Hände Aids-Kranker und erwarb sich unter anderem damit den Ruf, eine «Königin der Herzen» zu sein. Sie starb auf dem Höhepunkt ihrer Beliebtheit, als im Sommer 1997 der Wagen, mit dem sie und ihr damaliger Freund Dodi Al Fayed unterwegs waren, an einem Tunnelpfeiler in Paris zerschellte. Die beiden waren auf der Flucht vor Paparazzi.

Harry, der bereits in der vergangenen Woche aus Kalifornien eintraf, zeigte sich am Mittwoch überraschend bei einer Wohltätigkeitsveranstaltung im botanischen Garten Kew Gardens in London. Er hatte zuvor fünf Tage in Quarantäne verbracht. Neben Harry und William wird bei der Enthüllung der Diana-Statue auch mit ihren beiden Schwestern, Lady Sarah McCorquodale und Cynthia Jane Fellowes, sowie ihrem jüngeren Bruder Charles Spencer gerechnet.

Ob William und Harry die Gelegenheit für Annäherung nutzen werden, war zunächst unklar. Der «Telegraph» berichtete immerhin, die beiden wollten sich im Anschluss zu der Einweihungszeremonie zu einem Gespräch treffen.

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