Denkmal von äthiopischem Kaiser zerstört - Londons Rastafari besorgt

Foto: Pixabay
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LONDON: Der Angriff auf ein Denkmal für den letzten äthiopischen Kaiser Haile Selassie (1892-1975) in London hat bei der örtlichen Rastafari-Gemeinde Besorgnis ausgelöst. Die Büste im Cannizaro-Park im Stadtteil Wimbledon war am Dienstag von einer Gruppe von ungefähr 100 Menschen attackiert und zerstört worden, wie die britische Nachrichtenagentur PA berichtete. Vermutet wird, dass der Vorfall im Zusammenhang steht mit Unruhen in dem ostafrikanischen Land nach dem gewaltsamen Tod des Sängers und politischen Aktivisten der Bevölkerungsgruppe der Oromo, Hachalu Hundessa.

Die in Jamaika entstandene Rastafari-Religion verehrt Haile Selassie als Gottheit. Berühmtester Anhänger war der Reggae-Sänger Bob Marley. Für viele Oromo hingegen - die größte Bevölkerungsgruppe in Äthiopien, die sich aber marginalisiert fühlt - gilt der Monarch als Symbol der Unterdrückung durch die lange Zeit dominierende Volksgruppe der Amharen.

«Wir sind wirklich verzweifelt über den Vorfall und wir sind besorgt darüber, was sich in Äthiopien abspielt», sagte die Vorsitzende der Gruppe Rastafari Movement UK, Stella Headley, der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag. Neben den Angriffen auf Symbole wie die Büste in London habe es auch Attacken auf Gebäude der Gemeinschaft in Äthiopien gegeben. Die Angaben konnten jedoch zunächst nicht unabhängig überprüft werden. Headley rief die britische Regierung dazu auf, britische Rastafari-Anhänger in Äthiopien und die Symbole der Religion zu schützen.

In dem Vielvölkerstaat Äthiopien bestehen große Spannungen zwischen den unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen. Diese wurden am Montag durch den Tod des Sängers Hachalu erneut entfacht. Bei den darauffolgenden Protesten wurden nach Angaben der Polizei mehr als 90 Menschen getötet. Hachalu wurde am Donnerstag in Oromia beerdigt.

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