Debakel um Autorität und biometrisches Identifikationssystem

Pol. General Wirachai Songmetta Wirachai Songmetta und Pol. Lt. Gen Surachat Hakparn Surachat Hakparn. Fotocollage: Thethaiger
Pol. General Wirachai Songmetta Wirachai Songmetta und Pol. Lt. Gen Surachat Hakparn Surachat Hakparn. Fotocollage: Thethaiger

BANGKOK: Polizeichef General Chakthip Chaijindas Autorität hat stark gelitten, weil sein Stellvertreter den Befehl, sich aus den Ermittlungen im Fall „Big Joke“ herauszuhalten, missachtet hat.

Der stellvertretende Polizeichef General Wirachai Songmetta traf am Donnerstag im Büro für Forensische Polizei auf dem Gelände des Royal Thai Police ein, um die Untersuchung des Lexus-SUV zu überwachen. Auf dieses Fahrzeug waren am Montagabend von Motorradfahrern acht Schüsse abgegeben worden, als sich der ehemalige Leiter der Immigration, Generalleutnant „Big Joke“ Surachate Hakparn, in einem Massagesalon befand. Der SUV ist auf den Namen seiner Frau zugelassen, berichtete die „Bangkok Post“.

General Wirachai widersetzte sich offenbar einer Anweisung von General Chakthip, die Schießerei nicht weiter zu untersuchen, bis der Untersuchungsbericht der städtischen Polizei vorliegt. Ein Videoclip mit dieser Anweisung wurde am Donnerstag bekannt. Der stellvertretende Polizeisprecher Oberst Krisana Patanacharoen bestätigte später, dass es sich um ein Gespräch zwischen dem nationalen Polizeichef und General Wirachai handelte.

Am Mittwoch hatte Generalleutnant Surachate als Motiv für die Schießerei das zwei Milliarden Baht teure biometrische Identifikationssystem genannt, das die Einwanderungsbehörde beschaffen wollte, dessen Kauf er aber verhindert hatte, weil das System angeblich ineffektiv war. Am Donnerstag bat Rechtsanwalt Sittra Biabangkerd die Nationale Antikorruptionskommission (NACC), General Chakthip zur Beschaffung des biometrischen Identifikationssystems und von elektrischen Streifenwagen für die Immigration zu befragen. Ein NACC-Unterausschuss will Generalleutnant Surachate am Freitag zu dieser Angelegenheit befragen.

„Big Joke“ wurde im April letzten Jahres plötzlich aus dem Polizeidienst entlassen und zum Sonderberater des Ministerpräsidenten ernannt, einer zivilen Position. Sein Nachfolger als Immigrationsleiter, Generalleutnant Sompong Chingduang, sagte am Donnerstag, das beschaffte biometrische System sei effizient und Surachate dürfe das Projekt nicht mit einem persönlichen Konflikt in Verbindung bringen.

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Thomas 10.01.20 19:50
bimetrisches System
Wird ja eher (nur) zur eindeutigen Identifikation einer Person zu (angeblich) seinen Dokumenten genutzt. - Wer in dieser Welt sein Mobiltelefon immer dabei hat ist eh ständig kontrolliert. Ob nur die Position und Bewegungsprofile, auch die Kontakte und evtl. sogar die Gespräche sind "verfügbar". Schon 1997 musste bei bestimmten Unterrichten das Telefon draußen bleiben. - Also das biometrische System ändert an der Überwachung an sich ja gar nichts. Und wer sein Telefon auch fleißig immer zur 90 Tage Meldung mit nimmt, macht den Vergleich noch leichter. 1984 ist längst Wirklichkeit. - Die einzige Angst vor diesen Mitteln ist der mögliche Missbrauch durch verschiedene "Gruppen".
Roman Müller 10.01.20 19:49
Laut gedacht....
habe auch andere, etwas ausführlichere Berichte gelesen die meine Vermutungen bestätigen. Es macht schon sehr den Anschein dass BJ sehr viel weiss. Zu viel für einige. Das ganze dürfte als Warnung gedacht sein. Hätte man ihn wirklich umringen wollen, wäre es wohl kein grosses Problem gewesen wenn er auf einer Massageliege liegt. Ich gehe mal davon aus dass man nun wieder den Mantel des Schweigens ausbreitet. Ich bin nicht neugierig, wüsste aber schon gerne was BJ alles weiss....
Thomas 10.01.20 16:16
Foto des Wagens gesehen, aber
das irritiert mich. Ein stehender, der wahrscheinlichen Zielperson nicht direkt gehörende Wagen, offensichtlich Leer, von einem vielleicht fast stehendem Motorrad ganz deutlich zu tief, und ziemlich eng liegendem Eintrittsfeld. Also ich habe beruflich schießen gelernt. Bei Pistole mit Entfernung 50 Meter ging das grob auf Kopfgroße. Also ist das Schussfeld dort unten eher bewusst gewählt. Sieht mir eher nach einer Warnung aus, den einem im Wagen (hinten) sitzender Person hatte Probleme mit den Beinen oder Fuß bekommen. - Wer also die Bewegungen der möglichen Zielperson kannte, wusste recht genau warum genau so. - Bei den vielen Problemen in der Riege da, gibt es leider zehr viele Möglichkeiten. - Den Ermittlern und der Presse viel Spaß.
Siam Fan 10.01.20 16:10
Der gläserne Tourist??
Werden Touristen jetzt auf Schritt und Tritt überwacht?
Thomas Sylten 10.01.20 14:45
Spannend - bitte dranbleiben !!