Dax wieder mit Verlusten - unter 12.000 Punkte

Collage: DER FARANG
Collage: DER FARANG

FRANKFURT/MAIN: Der Dax steuert nach dem freundlichen Wochenausklang am Montag auf eine weitere Stabilisierung zu. Der deutsche Leitindex machte nach einem schwachen Handelsstart seinen Verlust wett - zuletzt stand ein Plus von 0,01 Prozent auf 12.115,26 Punkte zu Buche. Ähnlich sah die Tendenz beim MDax der mittelgroßen Unternehmen aus, der noch um 0,31 Prozent auf 22.300,02 Punkte nachgab. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 trat am Nachmittag ähnlich wie der Dax auf der Stelle.

Für den traditionell schwachen September hatte der Dax indes einen klaren Kursrückgang verzeichnet, und seit Jahresbeginn beläuft sich das Minus auf satte 24 Prozent. Nun setzen einige Anleger aber offenbar auf eine Erholung im Schlussquartal, für gewöhnlich die stärkste Börsenphase des Jahres.

Aktuell schauten die Marktteilnehmer zudem «hoffnungsvoll auf die heutigen US-Einkaufsmanagerindizes und sehnen weitere Signale einer robusten US-Konjunkur herbei», schrieb Andreas Lipkow von Comdirect. Die am Vormittag veröffentlichten Einkaufsmanagerindizes in der Eurozone und Großbritannien waren mäßig ausgefallen.

Unternehmensseitig standen am deutschen Aktienmarkt RWE mit einer Milliardenübernahme und United Internet mit einer angehobenen Gewinnprognose im Fokus.

RWE-Titel waren mit einem Plus von zwei Prozent einer der größten Dax-Gewinner. Am Wochenende war bekannt geworden, dass der Energiekonzern das Unternehmen Con Edison Clean Energy Businesses schluckt, einen «im US-Markt führenden Betreiber und Entwickler von Solaranlagen und Speichern». Finanziert wird der 6,8 Milliarden US-Dollar teure Zukauf mit einem Konstrukt, das den Staatsfonds von Katar perspektivisch zum größten Aktionär macht.

Analyst Ahmed Farman von Jefferies Research sprach von einer vernünftigen Bewertung sowie einem strategisch positiven Zug, mit dem RWE in den USA eine führende Rolle im Bereich der Erneuerbaren Energien einnehme. Die Titel von Konkurrent Eon gewannen an der Indexspitze sogar zweieinhalb Prozent.

Der Internetkonzern United Internet und seine Mobilfunktochter 1&1 legten um 2,2 beziehungsweise 1,6 Prozent zu. Die neue operative Gewinnprognose (Ebitda) von United Internet geht allerdings nicht auf optimistischere Umsatzerwartungen zurück. Vielmehr führt der stockende Netzaufbau bei 1&1 zu weniger Investitionsaufwendungen, wie das Unternehmen mitteilte. Beide Papiere haben zudem eine steile Talfahrt hinter sich, nach der sie sich am Freitag nur mühsam stabilisiert hatten: Sowohl United Internet als auch 1&1 hatten am Donnerstag ihre tiefsten Kursstände seit dem Jahr 2013 markiert.

Für Kursausschläge sorgten ansonsten Analystenstudien. Die Anteilsscheine des Großhandelskonzerns Metro sackten als Schlusslicht im Nebenwerte-Index SDax um zwölf Prozent ab, nachdem die Baader Bank sie abgestuft hatte und nun mit «Reduce» eher zum Verkauf empfiehlt. Bei Lufthansa mussten die Anleger nach einer Abstufung durch die Bank HSBC am MDax-Ende ein Minus von über sechs Prozent verkraften.

Der Euro gab nach und kostete zuletzt 0,9777 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Freitag auf 0,9748 Dollar festgelegt.

Wegen des Tags der Deutschen Einheit veröffentlichte die Bundesbank am Montag keine Informationen zur Umlaufrendite am Rentenmarkt und zum Rentenindex Rex. Der Bund-Future zog um 1,33 Prozent auf 140,10 Punkte an.

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