Konjunkturdaten könnten Dax-Erholung ausbremsen

Fotomontage: DER FARANG
Fotomontage: DER FARANG

FRANKFURT/MAIN: Der bisherige Verlauf der Berichtssaison der Unternehmen lässt die Anleger am deutschen Aktienmarkt zuversichtlich in die neue Woche blicken. Aktuell sprechen die bislang zumeist robusten Quartalsbilanzen Experten zufolge dafür, dass der Leitindex Dax an seine seit Monatsbeginn erzielten Erholungsgewinne anknüpfen kann. Allerdings sollten die bekannten Belastungsfaktoren wie die Inflation oder die Entwicklung der Corona-Krise im Hinterkopf behalten werden.

Am Freitag schloss der Dax 0,46 Prozent im Plus bei 15.542,98 Punkten. Auf Wochensicht ergibt sich für das Börsenbarometer ein Minus von 0,28 Prozent. Der MDax der mittelgroßen Werte rückte am Freitag um 0,31 Prozent auf 34.824,99 Punkte vor.

Der Dax habe zwar zuletzt an Schwung verloren, doch dies spiele sich auf einem dermaßen hohen Niveau ab, dass Anleger sich nicht beschweren könnten, schrieb der Börsenstatistiker Andreas Büchler von Index Radar. Selbst kleinere Rückschläge würden an der positiven Prognose für den weiteren Kursverlauf vorerst nichts ändern, so dass Optimismus weiter gerechtfertigt sei.

In der neuen Woche präsentieren hierzulande viele Unternehmen frische Geschäftszahlen. Besonders dicht gepackt ist das Programm am Mittwoch und am Donnerstag. So stehen zur Wochenmitte unter anderem der Chemiekonzern BASF, die Deutsche Bank und der Sportartikelhersteller Puma auf dem Programm. Am Donnerstag folgen dann zum Beispiel der Flugzeugbauer Airbus, die Fluggesellschaft Lufthansa, der Triebwerksbauer MTU, der Industriegassehersteller Linde und der Autobauer Volkswagen (VW). Die Woche beschließen dann am Freitag unter anderem der Autokonzern Daimler und der Schmierstoffhersteller Fuchs Petrolub.

Anleger sollten aber in der neuen Woche nicht nur die Unternehmenszahlen, sondern auch die Wirtschaftsnachrichten darauf abklopfen, wie sie den Aktienmarkt bewegen könnten. Aus konjunktureller Sicht zumindest sieht Robert Greil, Chefstratege der Privatbank Merck Finck, zunehmenden Gegenwind: «Mehrere Faktoren von Lieferengpässen über höhere Energiepreise bis zur anhaltenden Covid-Bedrohung bremsen den Optimismus jetzt erst mal.» Dies dürfte sich nach den schwächeren Einkaufsmanagerindizes kommende Woche auch beim Ifo-Geschäftsklima am Montag sowie beim GfK-Konsumklima am Mittwoch widerspiegeln.

In der neuen Woche werden laut Dekabank-Experte Ulrich Kater mit den Meldungen zum Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal für die Vereinigten Staaten am Donnerstag wie auch für Deutschland am Freitag weitere wichtige Konjunkturindikatoren veröffentlicht. In den USA dürfte sich die Dynamik vor dem Hintergrund der weltweiten Mangelwirtschaft abgeschwächt haben. In Deutschland ist der Konjunkturschub laut Kater noch etwas größer, aber die Aussichten für den Rest des Jahres blieben mau. Das dürfte auch die Europäische Zentralbank (EZB) interessieren, der in dieser Woche tagt.

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