Das Jahr 2021 im Rückblick

Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum reduzierte sich die Touristenzahl in Pattaya im Januar 2021 um 98 Prozent. Foto: epa/Diego Azubel
Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum reduzierte sich die Touristenzahl in Pattaya im Januar 2021 um 98 Prozent. Foto: epa/Diego Azubel

JANUAR

Wanderarbeiter aus Laos und Myanmar waren geschockt, als sie feststellten, dass ihr Wohnblock in Nonthaburi mit Stacheldraht abgeriegelt worden war und sie ohne Erlaubnis ihre Unterkunft nicht mehr verlassen durften, weil die Zahl der Covid-19-Fälle in der Provinz, die an die Hauptstadt Bangkok grenzt, zum Jahresbeginn besorgniserregend in die Höhe geschnellt war. Neben dem Wohnquartier der Wanderarbeiter wurden auch die Gebiete Moo 5 und Moo 6 einschließlich des Marktes Bang Yai unter die höchste Stufe der Restriktionen gestellt.

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An den sogenannten „sieben gefährlichen Tagen“ zu den Neujahrsferien starben auf den Straßen landesweit bei 3.333 Verkehrsunfällen 392 Menschen. Verletzt wurden 3.326 Personen. Gegenüber dem Vorjahr waren es über 5 Prozent mehr Tote, fast 5 Prozent weniger Verletzte und 2,6 Prozent weniger Zwischenfälle.

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Um der Covid-19-Ausbreitung entgegenzuwirken wurde die Pattaya vorgelagerte Insel Koh Larn in der Provinz Chonburi am 5. Januar für 15 Tage abgeriegelt, was zur Folge hatte, dass alle Touristen ihre auf der Insel bezogenen Unterkünfte räumen und zurück zum Festland übersetzen mussten.

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Das Ausmaß der Corona-Misere in Pattaya brachte im Januar der Foto-Blogger Trip กะ Dolls auf den Punkt. Foto: Trip กะ Dolls
Das Ausmaß der Corona-Misere in Pattaya brachte im Januar der Foto-Blogger Trip กะ Dolls auf den Punkt. Foto: Trip กะ Dolls

In den fünf Küstenprovinzen Samut Sakhon, Chonburi, Rayong, Chanthaburi und Trat traten am 5. Januar strenge Corona-Beschränkungen in Kraft. Schließen musste die gesamte Nachtlebenbranche, Kampf- und Sportarenen sowie Fitnesscenter, Schulen und Bildungseinrichtungen, Schwimmbäder, Kinos, Poolhallen, Massagestudios und Spas sowie Konferenzeinrichtungen. Minimärkte mussten zwischen 22.00 und 05.00 Uhr geschlossen sein, Restaurants durften nur noch zwischen 06.00 und 21.00 Uhr Kunden im Lokal bedienen. Am 6. Januar trat zudem ein Reiseverbot zwischen den fünf Provinzen in Kraft. Vorübergehend nachts geschlossen wurden die Autobahnen Bangkok–Chonburi–Pattaya (Nr. 7) und von Bang Pa-In nach Bang Phli (Nr. 9). Die Insel Phuket verhängte über Besucher aus den fünf betroffenen Gebieten eine Quarantäne. Am 28. Januar wurden auf Anordnung von Chonburis Gouverneur zudem alle Hotels der Provinz geschlossen.

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Licht ins Dunkel der Krise brachte das Grande Centre Point Hotel am Terminal 21 am Kreisverkehr in Naklua, das die Beleuchtung seiner nicht belegten Zimmer so eingeschaltet hatte, dass sie aus der Ferne betrachtet das thailändische Wort für „Kämpfen“ ergaben. Mit der Aktion wollte das Hotel die Bevölkerung zum gemeinsamen Kampf gegen die weitere Covid-19-Ausbreitung ermutigen.

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Kein Blatt vor den Mund nahm der bekannte Akademiker Kaewsan Atipothi. Gegenüber der Presse erklärte der ehemalige Dozent der Thammasat-Universität, dass die erste Welle von Covid-19 im Vorjahr das Ergebnis der Globalisierung und von Thailands engem Kontakt mit der internationalen Gemeinschaft war, aber die zweite Welle, die sich zum Jahresbeginn über das Land ausbreitete, das Produkt einflussreicher Krimineller und korrupter Beamten sei, die er als „Covid-Mafia“ bezeichnete. Mit dem Begriff meinte er korrupte Beamte, die Hand in Hand mit lokalen einflussreichen Persönlichkeiten arbeiten, die in illegales Glücksspiel in der östlichen Region Thailands verwickelt sind und mit Menschenhändlerbanden zusammenarbeiten, die Wanderarbeiter aus Myanmar in die Provinz Samut Sakhon und Thais aus Myanmar zurück nach Thailand schmuggeln.

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In Bangkok sorgte eine Reihe von Todesfällen nach dem Konsum eines gefährlichen Rauschgiftmixes für großes Aufsehen, der in der Szene als „K Nompong“ bekannt ist. „K Nompong“ ist eine Mischung aus Ketamin, Methamphetamin, Heroin und einem Schlafmittel namens „Rose“.  Der mutmaßliche Dealer, der den Drogencocktail in Umlauf brachte, wurde später bei einem Polizeieinsatz erschossen.

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Im Januar war nach Angaben der staatlichen Tourismusbehörde (TAT) die Zahl der Touristen in Pattaya gegenüber dem ersten Monat des Vorjahres um rund 98 Prozent zurückgegangen. Das TAT-Büro meldete für den Januar 26.000 Touristen mit mindestens einer Hotel-Übernachtung. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 1,5 Millionen Urlauber.

FEBRUAR

Am 1. Februar mussten im Bezirk Mae Sot in der Provinz Tak im Westen des Landes alle 15 Schulen nur eine Stunde nach der Wiederaufnahme des Unterrichts im Klassenraum wieder schließen, weil fünf Kinder positiv auf Covid-19 tetestet wurden.

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In seinem Luxusanwesen im Tambon Muang Phra in der Provinz Rayong verhaftete die Polizei einen 56-jährigen Thailänder, der als der Glücksspielboss der Ostküste bekannt ist. Dem Zugriff gingen Razzien an zehn Orten voraus. Neben dem Glücksspiel-Boss wurden vier weitere Männer festgenommen. Die Bankkonten aller Verdächtigen wiesen Transaktionen im zweistelligen Millionenbereich auf. Rayong war im Dezember des Vorjahres ein Epizentrum der zweiten Covid-19-Welle. Das Virus wurde durch illegale Kasinos in den Provinzen Rayong und Chonburi verbreitet.

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In Mae Sot in der thailändisch-myanmarischen Grenzprovinz Tak kam der grenzüberschreitende Handel Mitte Februar fast komplett zum Erliegen, nachdem LKW-Fahrer aus Myanmar ihre Arbeit niederlegten, um an den Anti-Coup-Protesten im ehemaligen Burma teilzunehmen.

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Die Staatsanwaltschaft Pattaya nahm ihre Ermittlungen gegen einen ehemaligen stellvertretenden Leiter einer örtlichen Bankfiliale auf, der beschuldigt wurde, Hunderte Anleger, hauptsächlich Ausländer zusammen mit ihren thailändischen Ehefrauen, betrogen zu haben. Der Beschuldigte versprach den Bankkunden für Geldanlagen 3,5 Prozent Zinsen – pro Monat. Der außergewöhnlich hohe Zinssatz lockte Hunderte Menschen an, die von den großzügigen Konditionen profitieren wollten und hohe Millionenbeträge investierten.

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Ein Parlamentsabgeordneter der Opposition schätzte Thailands wirtschaftlichen Verluste durch die langsame Impfstoff­einführung auf etwa 250 Milliarden Baht pro Monat. Wiroj Lakkhanaadisorn, Abgeordneter der Partei Move Forward, warnte eindringlich, dass die Verzögerung eine Erholung der Wirtschaft nach dem Ausbruch der zweiten Covid-19-Krise untergräbt.

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Im Berufungsprozess wegen des Mordes an einer deutschen Touristin hat das Gericht die Todesstrafe für den Täter in eine lebenslange Haftstrafe umgewandelt. Die 26 Jahre alte Frau wurde während ihres Urlaubs auf Koh Si Chang Anfang April 2019 von dem Drogensüchtigen vergewaltigt und getötet.

MÄRZ

Am 7. März verzeichnete Chiang Mai im hohen Norden Thailands die höchste Luftverschmutzung der Welt. Foto: epa/Pongmanat Tasiri
Am 7. März verzeichnete Chiang Mai im hohen Norden Thailands die höchste Luftverschmutzung der Welt. Foto: epa/Pongmanat Tasiri

Ein Armeesanitäter im Südsudan soll 273 thailändischen Soldaten Injektionen mit wirkungslosem Wasser verabreicht und behauptet haben, es handele sich dabei um Covid-19-Impfstoff. Die Soldaten hatten im vergangenen Jahr an einer friedenserhaltenden Mission unter UN-Kommando in dem Binnenstaat in Ostafrika teilgenommen. Der Armeemediziner stellte jedem der Soldaten 20 US-Dollar für die gefälschten Impfungen in Rechnung.

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Laut einem Bericht von IQAir verzeichnete Chiang Mai am 7. März die höchste Luftverschmutzung der Welt. Die zehn Städte mit der höchsten Luftverschmutzung waren an diesem Tag Chiang Mai, Dhaka, Yangon, Kabul, Delhi, Zagreb, Kalkutta, Wuhan, Kathmandu und Belgrad.

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Am 10. März wurde die Höchstgeschwindigkeit auf vierspurigen Highways in Thailand offiziell auf 120 Stundenkilometer angehoben. Zuvor lag sie bei 90 km/h. Laut Verkehrsminister Saksayam Chidchob zielt das höhere Tempo darauf ab, den Verkehrsfluss entsprechend den Straßenverhältnissen zu verbessern ohne die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer zu vernachlässigen.

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Die Polizei ermittelte Mitte März gegen mehr als 260 Beamte, die in ein illegal an der Ostküste operierendes Glücksspiel-Netzwerk verwickelt waren. Unter den Verdächtigen befanden sich u.a. die Polizeichefs der Provinzen Rayong und Chonburi. Die Kasinos sollen in den beiden östlichen Provinzen seit langem illegal betrieben worden sein.

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Liegestuhl- und Sonnenschirm-Vermieter in Nord-Pattaya hatten im März eine neue Einnahmequelle in Zeiten der Corona-Krise gefunden: Sie verkauften Drachen. Die 44-jährige Liegestuhlbetreiberin Khun Srilissa sagte gegenüber der Presse, sie sei auf die Idee gekommen, Drachen zu verkaufen, um ihr Einkommen aufzubessern. Sie lobte Bürgermeister Sonthaya Khunpluem, weil dieser zuvor das Parken an der Strandpromenade erlaubt hatte. So würden mehr Inlandstouristen ihr Fahrzeug auf der Beach Road abstellen, Drachen kaufen und diese am Strand steigen lassen.

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Die „Rabbits“ von BG Pathum United wurden am 20. März zum ersten Mal thailändischer Fußballmeister. Foto: The Nation
Die „Rabbits“ von BG Pathum United wurden am 20. März zum ersten Mal thailändischer Fußballmeister. Foto: The Nation

Mit einem Sieg gegen Ratchaburi sicherte sich BG Pathum United am 20. März den Pokal als Meister der Thai League 1. Nach dem 2:0-Heimsieg stemmten die Rabbits zum ersten Mal die Trophäe als thailändischer Fußballmeister in die Höhe.

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Der Rockmusiker Seksan „Sek Loso“ Sookpimay hat seine Berufung vor dem Obers­ten Gerichtshof gegen eine 42-monatige Haftstrafe wegen Drogenmissbrauchs und Widerstandes gegen die Staatsgewalt verloren. Die Entscheidung des Gerichts wurde am 25. März im Strafgericht Min Buri verlesen. Die Staatsanwaltschaft hatte Anklage gegen den 47-Jährigen erhoben wegen Widerstandes gegen die Festnahme, Bedrohung der Polizei mit einer Schusswaffe und Drogenkonsum. Der Vorfall hatte sich am 31. Dezember 2017 gegen 18 Uhr vor seinem Haus in Bangkok ereignet.

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Ende März verzeichnete Thailand den ersten Todesfall nach einer Covid-19-Impfung. Laut dem Unterausschusses der Regierung für Covid-19-Impfstoff-Management litt der 60-jährige Patient an einem abdominalen Aneurysma und verstarb wenige Tage nach der Impfung.

APRIL

Hunderte Menschen, viele in roten Hemden, versammelten sich am 4. April im Santiporn-Park an der Ratchadamnoen Avenue in Bangkok und forderten den Rücktritt von Premierminister Prayut Chan-o-cha. Die Kundgebung wurde von einem Komitee organisiert, das Angehörige von Demonstranten vertritt, die im Mai 1992 während ihres Protestes gegen den damaligen Premierminister Suchinda Kraprayoon von Soldaten getötet wurden. Jatuporn Promphan, Vorsitzender der United Front for Democracy against Dictatorship (UDD / „Rothemden“), sagte, dass er als Privatperson an der Veranstaltung teilnahm. „Der heutige Tag ist der Beginn einer gemeinsamen Anstrengung von Thais verschiedener politischer Schattierungen, um Thailand von der Ursache aller Probleme zu befreien“, erklärte der UDD-Vorsitzende gegenüber der Presse.

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Nachdem sie mehr als ein Jahr lang in der Nähe von Pattaya vergeblich auf ausländische Touristen gewartet haben, machten sich fünf Elefanten und ihre Mahouts auf den Weg zurück in ihre nordöstliche Heimatprovinz Surin, eine 500 km lange Reise – zu Fuß. Nach dem ersten Ausbruch der Covid-19-Pandemie in Thailand im Januar 2020 waren die Elefanten und ihre Mahouts arbeitslos geworden, weil chinesische Touristen, die den Großteil ihrer Kunden ausmachten, nicht mehr kamen.

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Die ersten 24 lokalen Fälle der Covid-19-Variante Delta wurden im Thonglor-Cluster festgestellt, teilte Prof. Yong Poovorawan von der medizinischen Fakultät der Chulalongkorn-Universität am 7. April der Presse mit.

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Eine Riesenechse hat in einem Supermarkt in Nakhon Pathom für Panik und Chaos gesorgt. In einem von einer Angestellten gedrehten Video ist zu sehen, wie der 1,6 Meter lange Waran senkrecht an einem Regal hochkletterte und dabei mit seinen stämmigen Beinen lautstark die Waren von den Brettern räumte. Oben angekommen, machte es sich das Tier gemütlich und ließ seine lange Zunge spielen. Nachdem ein Mitarbeiter die Polizei rief, sei der Bindenwaran schließlich von einem Einsatzteam aus dem Laden gebracht und in einem nahe gelegenen Gebüsch freigelassen worden.

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Am 10. April hat die Regierung alle Unterhaltungsbetriebe in 41 Provinzen geschlossen. Die ursprünglich nur für 14 Tage angesetzte Anordnung zur Schließung des Nachtlebens wurde regelmäßig verlängert und ist bis heute in Kraft – Bars, Diskotheken, Nachtclubs, Karaoke-Etablissements und „Soapy“-Massagen sind seit mehr als acht Monaten geschlossen.

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Bei fast 2.400 Verkehrsunfällen an den Sonkran-Feiertagen wurden 277 Menschen getötet und 2.357 verletzt. Hauptunfallursache war Alkohol am Steuer. Laut Suriyan Hongvilai, Sprecher der Justizbehörde, wurden zwischen dem 10. und 16. April 12.664 Verkehrssünder vor Gericht gebracht, bei 12.627 Fällen gab es ein Urteil. Von der Gesamtzahl betrafen 12.213 Fälle Alkohol am Steuer, gefolgt von Fahren ohne Führerschein (816), Fahren unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln (40) und rücksichtsloses Fahren (34).

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Erneut fordert die ungebändigte Corona Thailand zum Kampf heraus. Der jüngste Covid-19-Ausbruch traf den bisherigen Vorzeigestaat in der Covid-19-Bekämpfung zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt: Während man auf Phuket Pläne für die quarantänefreie Einreise für geimpfte Reisende präsentierte, wurde in Bangkoks Nachtclubs der erhofften Wiederbelebung des Tourismus unbekümmert entgegengefeiert und die dritte Infektionswelle ausgelöst. Die hohe Zahl von Covid-19-Fällen, die das Centre for Covid-19 Situation Administration (CCSA) mit Bars, Pubs oder Nachtclubs in Verbindung gebracht hat, haben sich im April in 71 Provinzen ausgebreitet. Laut CCSA-Sprecher Taweesilp Visanuyothin wurden im April 6.020 Covid-19-Fälle auf Vergnügungsstätten zurückgeführt. Von den 6.020 Fällen waren 3.432 in der Altersgruppe 20 bis 29 Jahre.

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Wegen der drastisch steigenden Zahl der Covid-19-Infektionen wurden die Rufe nach einem Lockdown und einer nächtlichen Ausgangssperre lauter, zumal das Krankenhauspersonal die Belastungsgrenze erreicht hatte. Die Thoracic Society of Thailand forderte die Regierung auf, drastische Maßnahmen zu ergreifen, um die Bewegungsfreiheit der Menschen einzuschränken.

MAI

Anfang Mai wurde in Bangkok das erste Feldkrankenhaus zur Behandlung von Covid-19-Erkrankten errichtet. Foto: epa/Diego Azubel
Anfang Mai wurde in Bangkok das erste Feldkrankenhaus zur Behandlung von Covid-19-Erkrankten errichtet. Foto: epa/Diego Azubel

Die neuen strengeren Covid-19-Einschränkungen, die vom staatlichen Center for Covid-19 Situation Administration festgelegt wurden und seit dem 1. Mai in Kraft waren, reichten mehreren Provinzbehörden nicht aus. Sie erließen zusätzliche Regeln. Die Provinz Yala an der thailändisch-malaysischen Grenze setzte Beschränkungen für Reisende zwischen den Provinzen in Kraft. Darüber hinaus wurden Parks, Schulen und Sportstätten geschlossen sowie alle geplanten Veranstaltungen abgesagt. Die nordöstlichen Provinz Sakhon Nakhon verlangte von Personen, die in den letzten 14 Tagen mit einem bestätigten Covid-19-Fall in Berührung gekommen waren, sowie von Personen, die in letzter Zeit nach Chonburi, Chiang Mai, Nonthaburi, Pathum Thani, Samut Prakan und Bangkok gereist waren, sich bei der Gesundheitsbehörde zu melden. Sie wurden untersucht, auf Covid-19 getestet und für 14 Tage unter Quarantäne gestellt. Die Haupttouristenattraktionen von Sakhon Nakhon, wie das Wat Tham Pha Daen und die Statue Phaya Tao Ngoi, wurden für Touristen gesperrt. Menschen, die aus anderen Provinzen in Chiang Mai ankamen, mussten sich über die „CM Chana“-App regis­trieren oder Ankunftskarten ausfüllen. Personen, die aus dunkelroten und roten Kontrollzonen ankamen, mussten sich bei einem Beamten der lokalen Seuchenschutzbehörde melden und sich 14 Tage lang selbst isolieren. Nur wenige Tage später legte die Regierung nach und verhängte über 28 Provinzen eine nächtliche Ausgangssperre.

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Am 4. Mai wurde in Bangkok erstes Feldkrankenhaus – das Erawan 3 Hospital – im Sportstadion Chaloem Phra Kiat im Bezirk Thung Khru mit anfangs 432 Patientenbetten eröffnet. Das Charoenkrung Pracharak Hospital stellte medizinisches Fachpersonal und Geräte zur Verfügung und kümmerte sich um Covid-19-Patienten mit schweren Symptomen.

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Mehr als eine halbe Million Thais haben sich einer Social-Media-Gruppe angeschlossen, die die Menschen dazu aufforderte, das Land zu verlassen. Die hohe Zahl der Anhänger spiegelte die Unzufriedenheit der Bevölkerung mit der Regierung wider. „Yai Pratet Kan Ter“ („Lasst uns aus diesem Land wegziehen“) wurde Anfang Mai als Facebook-Gruppe gegründet.

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In Thailand lebende Ausländer blieben beim Start der Covid-19-Impfkampagne außen vor. Mit den bereits vorhandenen und in den kommenden Monaten importierten Impfstoffen würden ausschließlich Thais geimpft, gab der Sprecher des Gesundheitsministeriums Rungrueng Kitphati im Mai bekannt.

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Buriram im Nordosten des Landes war die erste Provinz in Thailand, die eine Covid-19-Impfpflicht für alle Personen ab 18 Jahren einführte. Personen, die der Impfpflicht nicht nachkamen, drohten bis zu zwei Jahre Haft und eine Geldstrafe in Höhe von bis zu 60.000 Baht.

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Wissenschaftler der Chulalongkorn-Universität haben sechs Labrador-Retriever ausgebildet, Covid-19 zu erschnüffeln. Dr. Kewali Chatdarong, stellvertretender Dekan für Forschung und Innovation der Universität, erklärte auf einer Pressekonferenz, das Projekt nutze den Geruchssinn der Hunde – der 50-mal größer sei als der des Menschen – um die Infektion beim Menschen zu erkennen. Es wurde festgestellt, dass die vierbeinigen Corona-Schnüffler eine Genauigkeit von 94,8 Prozent bei der Erkennung von asymptomatischen Patienten haben.

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Bei einer Razzia in einer luxuriösen Villa auf dem Phoenix-Golfplatz in Huay Yai wurden im Zuge einer Schießerei zwei Polizisten erheblich verletzt. Ein Chinese wurde wegen versuchten Mordes und illegalen Waffenbesitzes verhaftet. Die Polizei nannte den Verdacht auf Online-Glücksspiel als Grund für die Razzia.

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Die Einwohner von Chiang Mais Bezirk Mae Chaem hatten im Mai die Chance, ein Kalb zu gewinnen, wenn sie sich impfen ließen. Die Aktion erwies sich als Erfolg: Innerhalb weniger Wochen registrierten sich nach Aussage der Bezirksverwaltung Mae Chaem 4.506 oder 40 Prozent der 11.513 Risikopersonen in ihrem Zuständigkeitsgebiet für die Covid-19-Impfung.

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Thailands Arbeitslosenquote hatte wegen der dritten Coronavirus-Welle im ersten Quartal 2021 ein 12-Jahres-Hoch erreicht. Die Arbeitslosenquote lag im Januar-März-Quartal bei 1,96 Prozent. Das entsprach 758.000 Arbeitern ohne Job, im Vergleich zu 1,86 Prozent im vorherigen Quartal. Die Rate war die höchste seit der globalen Finanzkrise im Jahr 2009 (2,08 Prozent).

JUNI

Farmer in der Provinz Chachoengsao errichteten im Juni einen riesigen Phallus, um den Regengott gnädig zu stimmen. Foto: Daily News
Farmer in der Provinz Chachoengsao errichteten im Juni einen riesigen Phallus, um den Regengott gnädig zu stimmen. Foto: Daily News

Der lokale Lizenznehmer Siam Bioscience und AstraZeneca (Thailand) gaben am 2. Juni die erste Charge von 1,8 Millionen Dosen ihres Impfstoffs für die Massenimpfung frei.

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Ausländer, die in Thailand leben, konnten sich ab dem 7. Juni für die Covid-19-Massenimpfungen der Regierung re­gistrieren. Zunächst wurden nur ältere Personen sowie Frauen und Männer mit chronischen Krankheiten bevorzugt behandelt. Der Start der Impfkampagne litt jedoch unter erheblichen Verzögerungen, da nicht ausreichend Impfstoffe zur Verfügung standen.

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Was tut ein Bauer, wenn die Regenmenge zu gering ist, um die Felder zu bestellen? Na klar – er errichtet auf einer Straße einen riesigen Phallus! So geschehen im Juni in Ban Nam Priaws Unterbezirk Yothaka in der Provinz Chachoengsao im Osten des Landes. Da lokale Bauern befürchteten, dass die Wassermenge, die ihnen Anfang Juni zur Verfügung stand, zu gering und obendrein auch noch zu salzig sei, wandten sie sich auf direktem Wege an den Himmel und erbaten um eine Verbesserung der Situation. Um nichts den Zufall zu überlassen, bedienten sie sich der bewährten „Phallus-Methode“: Aus Lehm formten die Landwirte einen 1,5 Meter hohen Penis – einschließlich Hodensack – der in Richtung Himmel auf einer Straße aufgerichtet wurde. Zuvor wurden alle vorgeschriebenen Genehmigungen beim lokalen Phoo Yai Ban Chamnan Kenthongdaeng eingeholt. Da der Phallus (Thai: „plat phik“) auf einer „Straße nach Nirgendwo“ ohne Staugefahr errichtet wurde, sollte dem Projekt von behördlicher Seite aus natürlich nichts im Wege stehen. Zudem erwies sich die „Phallus-Methode“ bereits in der Vergangenheit als großer Erfolg, wie die Behörde gegenüber der Presse betonte. Die Farmer versammelten sich also auch diesmal wieder vor dem Riesenpenis zu gemeinsamen Gebeten und der Darbringung von Opfergaben. Mit Erfolg: Erneut reagierte der Himmel prompt auf die ihm dargebotene Manneskraft und ließ das kostbare Nass reichlich auf die Felder nieder.

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Die Metropolverwaltung Bangkok (BMA) sah sich mangels ausreichender Impfstoffe dazu gezwungen, alle für den 15. Juni geplanten Covid-19-Massen­impfungen in 25 Impfzentren der Hauptstadt abzusagen.

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Am 15. Juni hatte die finanziell schwer angeschlagene Fluggesellschaft Thai Airways International (THAI) die gerichtliche Genehmigung für die Restrukturierung ihrer Schuldenlast erhalten. Die Gerichtsentscheidung beseitigte die letzte Hürde für die Umsetzung des Sanierungsplans für die Fluggesellschaft, die im vergangenen Jahr einen Rekordverlust von etwa 4,5 Milliarden US-Dollar verzeichnete. Das zentrale Konkursgericht billigte ohne Änderungen den Sanierungsplan, der zuvor von den Gläubigern genehmigt worden war. Der Plan deckt die Schulden der THAI in Höhe von 400 Milliarden Baht ab.

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Vier thailändische Cannabissorten wurden als Nationales Kulturerbe registriert, auch, um die Forschung über ihre Verwendung weiter zu fördern. Die vier Stämme heißen ST1, TT1, UUA1 und RD1.

JULI

Am 1. Juli öffnete sich Thailand mit dem Pilotprojekt „Phuket Sandbox“ wieder für den internationalen Tourismus. Foto: Picture Alliance
Am 1. Juli öffnete sich Thailand mit dem Pilotprojekt „Phuket Sandbox“ wieder für den internationalen Tourismus. Foto: Picture Alliance

Mit der „Phuket Sandbox“ wagte Thailand am 1. Juli erste vorsichtige Schritte zur Wiederbelebung des Tourismus: Vollständig gegen das Covid-19 geimpfte Touristen konnten wieder quarantänefrei auf der beliebten Insel in der Andamanensee Urlaub machen. Trotz hoher Infektionszahlen in vielen Regionen des Königreichs hatten sich Regierung und die Thailändische Tourismusbehörde (TAT) dazu entschlossen, am Modellprojekt „Sandbox“ festzuhalten. In den ersten Tagen wurden auf Phuket 1.300 ausländische Reisende begrüßt.

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Ein Großaufgebot der Polizei rückte am 2. Juli gegen 19.00 Uhr zu einer luxuriösen Villa im Palm Oasis Village nahe der Thepprasit Road Soi 9 in Jomtien aus, wo ein Brite mehre Schüsse mit einer Handfeuerwaffe in die Luft abgefeuert hatte. Verängstigte Nachbarn riefen die Polizei um Hilfe. Bei dem Einsatz waren über 50 Beamte beteiligt, die mehrere Stunden brauchten, um den Mann festzunehmen, der sich nach Aussage der Ordnungshüter nicht kooperativ verhielt. Die Nachbarn des Beschuldigten sagten aus, dass dem Vorfall ein Streit mit einer Frau vorausging, die mehrere Autos des Ausländers beschädigt haben soll. Als der Streit eskalierte soll der Mann, der zum Tatzeitpunkt unter Alkoholeinfluss stand, einen Revolver gezückt und mehrere Schüsse in die Luft abgefeuert haben.

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Der Gouverneur der Provinz Chonburi, zu der auch Pattaya gehört, hatte per Notverordnung ein Alkoholverkaufsverbot zwischen 20.00 Uhr abends und 04.00 Uhr morgens erlassen. Ebenfalls verboten wurde der Alkoholkonsum in Gruppen. Mit den neuen Beschränkungen wollte die Provinzverwaltung gegen nächtliche Geselligkeiten unter Alkoholeinfluss an den Stränden der Ostküstenprovinz und gegen private Partys in Wohnungen und Häusern vorgehen.

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Der neue Satelliten-Terminal des internationalen Flughafens Suvarnabhumi in Bangkok wurde zu einem Feldkrankenhaus umgewandelt. Die dritte Covid-19-Welle belas­tete das öffentliche Gesundheitssystem erheblich und die Krankenhäuser waren im Juli zu einem Großteil ausgelastet.

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Am 15. Juli öffneten sich die Inseln Samui, Phangan und Tao wieder für vollständig gegen Covid-19 geimpfte ausländische Besucher im Rahmen des „Samui Plus“-Modells. Das Einreisemodell erwies sich jedoch aufgrund seiner strengen Reglementierung als Flop: So durften Ausländer an den ersten sieben Tagen das Quarantäne-Hotel nicht verlassen und keine alkoholischen Getränke konsumieren.

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Thailands Department of Rail Transport (DRT) erließ im Juli ein Redeverbot in ihren Zügen zur Covid-19-Eindämmung.

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Mit dem Sri Racha Tiger Zoo hatte nach 24 Jahren eine bekannte Touristenattraktion wegen der Corona-Krise endgültig geschlossen. Die etwa 5.000 Tiere des Zoos, darunter Tiger, Krokodile, Kamele, Elefanten, Pferde und Hirsche, wurden auf ein Grundstück umgesiedelt, das dem Unternehmen gehört.

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Nach Bangkok wurde am 20. Juli auch über die Provinz Chonburi, zu der u.a. Pattaya gehört, eine nächtliche Ausgangssperre von 21.00 bis 04.00 Uhr verhängt.

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Mit Wasserwerfern, Gummigeschossen und Tränengas ging die Polizei am 18. Juli gegen pro-demokratische Demonstranten vor, die den Rücktritt von Premierminister Prayut Chan-o-cha forderten und der Regierung Missmanagement bei der Bekämpfung der Covid-19-Pandemie vorwarfen.

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Eine 18 Jahre alte Thai aus der Provinz Chonburi ist nach nur neun Tagen aus der 14-tägigen „Phuket Sandbox“ geflüchtet und mit einer Maschine von Phuket zum Bangkoker Don Mueang Airport geflogen. Von dort setzte sie sich nach Pattaya ab, wo sie wenige Stunden später festgenommen wurde.

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Hunderte Affen lieferten sich Ende Juli in den Straßen von Lopburi einen Krieg. Die Auseinandersetzungen erfolgten zwischen zwei rivalisierenden Gruppen: den Straßenaffen und den Tempelaffen. Es blieb unklar, warum die beiden Affenbanden aneinander gerieten.

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Die Covid-19-Situation in Thailand spitzte sich Ende Juli rapide zu und unter ausländischen Touristen, die über das „Phuket Sandbox“-Modell in die Inselprovinz in der Andamanensee gereist waren, machte sich zunehmend Frust breit, da ihnen die Weiterreise in andere Landesteile verwehrt und alle Inlandsflugverbindungen vo­rübergehend eingestellt wurden.

AUGUST

Während Phuket, Koh Samui, Koh Phangan und Koh Tao die Möglichkeiten und Gefahren des internationalen Tourismus in Pandemiezeiten testeten und ausländische geimpfte Urlauber willkommen hießen, lag der Rest des Landes im August im künstlichen Corona-Koma. Erneut stand das öffentliche Leben komplett still: Einkaufszentren, Restaurants, Schulen und sogar die Strände wurden geschlossen, in immer mehr Provinzen galt eine nächtliche Ausgangssperre. So wurden im August die bisherigen Tageshöchstwerte der Covid-19-Pandemie in Thailand verzeichnet: 23.418 Neuinfektionen am 13. August 2021, 312 Todesfälle in Zusammenhang mit Covid-19 am 18. August und 23.672 Genesungen am 14. August.

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Im Bangkoker Wat Bang Nam Chon hielt das Krematorium der hohen Anzahl an Verbrennungen nicht mehr stand. Foto: The Nation
Im Bangkoker Wat Bang Nam Chon hielt das Krematorium der hohen Anzahl an Verbrennungen nicht mehr stand. Foto: The Nation

Im Wat Bang Nam Chon nahe der Riverside Plaza in Thonburi brach kurz vor dem Beginn der buddhistischen Fastenzeit Khao Phansa das Krematorium der Tempelanlage zusammen. Laut einem Bericht der Tageszeitung „The Nation“ soll das Bauwerk der hohen Anzahl täglicher Verbrennungen seit dem Ausbruch der dritten Covid-19-Welle nicht mehr standgehalten haben.

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Zum Schutz der Korallen in thailändischen Gewässern hat das Department of National Park, Wildlife and Plant Conservation (DNP) eine Verordnung erlassen, die den Gebrauch von Sonnenschutzmittel mit bestimmten Chemikalien verbietet. Nach Angaben der Behörde sind es Sonnenschutzmittel, die Oxybenzon (Benzophenon-3, BP-3), Octinoxat (Ethylhexyl Methoxycinnamat), 4-Methylbenzylid Campher (4MBC) oder Butylparaben enthalten.

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Im August herrschte Endzeitstimmung in Pattaya. Viele Menschen waren auf Essensspenden angewiesen. Foto: Jahner
Im August herrschte Endzeitstimmung in Pattaya. Viele Menschen waren auf Essensspenden angewiesen. Foto: Jahner

Eine 57-jährigen Schweizerin, die am 13. Juli über das „Sandbox“-Modell nach Phuket reiste, wurde am 5. August an einem Wasserfall tot aufgefunden. Der Polizei gelang es innerhalb kürzester Zeit, einen Einheimischen zu überführen, der gestand, die Frau vergewaltigt und getötet zu haben.

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Das Gesundheitsministerium rief die Bevölkerung auf, während der Pandemie auf bestimmte Sex-Praktiken zu verzichten und beim Geschlechtsverkehr Nasen-Mund-Schutz-Masken zu tragen. Das Ministerium sprach sich gegen Küssen, Oralverkehr und Gruppensex aus. Frauen und Männer sollten auf Sauberkeit und Hygiene achten sowie Hände und Körper vor und nach dem Sex mit viel Seife reinigen. Personen, die auf ein Covid-Testergebnis warteten, wurde jeglicher Sex untersagt. Sex mit Fremden könnte eine illegale Zusammenkunft darstellen und nach Artikel 9 des Notstandsdekrets strafrechtlich verfolgt werden, warnte das Ministerium.

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Die Reederei Royal Passenger Liner kündigte den Vertrag über die Nutzung des Hafens Bali Hai und stellte ihren Fährdienst zwischen Pattaya und Hua Hin endgültig ein. Der Fährbetrieb litt seit März letzten Jahres unter dem Ausbleiben ausländischer Touristen und den Beschränkungen durch die Corona-Pandemie. Zudem mussten die Schiffe bei hohem Wellengang im Hafen bleiben.

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Aufgebrachte Bürger stoppten mit ihren Protesten die Umgestaltung des Strandes und der Strandpromenade in Pattaya. Besonders das Fällen des alten Baumbestandes an der Beach Road zog den Zorn der Einwohner auf sich. Im Rahmen der 116 Millionen Baht teuren Umgestaltung des Pattaya Beach – vom Dusit Thani Resort im Norden bis zur Walking Street im Süden – sollen Fitnessbereiche, ein Kinderspielplatz und unterirdische Toiletten geschaffen werden, zudem soll die Beach Road verbreitert werden.

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Mit Nualphan Lamsam wurde vom thailändischen Fußballverband (FAT) eine Frau zur Managerin der Herren-Nationalmannschaft ernannt. Sie versprach, die „War Elephants“ in Südostasien wieder an die Spitze zu führen.

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Thailand hat Kratom mit sofortiger Wirkung legalisiert. Obwohl es nun erlaubt ist, Kratom anzubauen, Blätter zu verkaufen und zu konsumieren, sind der Verkauf und der Konsum von aus den Blättern hergestellten Konzentraten weiterhin illegal.

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Weil die Schulen in der Provinz Nakhon Phanom im thailändischen Nordosten wegen der anhaltenden Covid-19-Gefahr geschlossen blieben, schlüpfte ein Lehrer jeden Morgen in ein Pandabär-Kostüm und brachte seinen Schülern Milch und ein Mittagessen nach Hause. Gegenüber der Presse erklärte Khun Chanchai, dass er sich als Pandabär verkleidet, weil er den Schülern und ihren Eltern in der Corona-Krise ein Lächeln ins Gesicht zaubern will.

SEPTEMBER

Wissenschaftler der Fakultät für Zahnmedizin und der Fakultät für Tropenmedizin der Mahidol-Universität haben ein auf Wasserstoffperoxid basierendes Mundwasser entwickelt, das Coronaviren im Speichel einer infizierten Person abtötet und somit auch die Ausbreitung des Virus reduziert. Bei Tests an Patienten konnte nachgewiesen werden, dass die Mundspülung mehr als 99,9 Prozent der Coronaviren im Speichel abtöten kann.

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Nach Angaben der thailändischen Tourismusbehörde (TAT) sind seit dem Start des „Sandbox“-Modells am 1. Juli 26.400 Ausländer nach Phuket gereist, von denen lediglich 0,3 Prozent bzw. 83 Personen positiv auf Covid-19 getestet wurden. Phukets Gouverneur von Phuket Yuthasak Supasorn sagte gegenüber der Presse, dass das „Sandbox“-Modell im dritten Quartal dieses Jahres eigentlich 100.000 Touristen anziehen sollte, jedoch die Ankunftszahlen im Juli und August darauf schließen lassen, dass dieses Ziel wohl nicht erreicht werden kann.

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Die Einwohner von Koh Phi Phi in der Provinz Krabi im Süden des Landes haben Tausende von Hauskatzen in ihre Obhut genommen, die von ihren Besitzern sorglos auf dem Eiland zurückgelassen wurden, weil sie auf Koh Phi Phi kein Einkommen mehr erzielen konnten und in ihre Heimatprovinzen zurückgekehrt waren.

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In Naklua wurde ein deutscher Auswanderer schwer verletzt, nachdem er sein eigenes Haus in Brand gesetzt und sich anschließend mit einem Messer selbst verwundet hatte. Der Polizei gelang es, die 14-jährige Tochter zu befreien und den Mann festzunehmen.

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Am 12. September entfachte ein Großbrand in einer geschlossenen Diskothek in Pattayas Walking Street. Foto: The Nation
Am 12. September entfachte ein Großbrand in einer geschlossenen Diskothek in Pattayas Walking Street. Foto: The Nation

In einem geschlossenen Nachtclub in Pattayas Walking Street ereignete sich am 12. September in den späten Abendstunden ein Großbrand. Das Feuer brach gegen 21.30 Uhr im „Nashaa Nightclub“ aus, der sich am südlichen Ende der Walking Street befand. Der Club war nach eigenen Angaben der „größte und populärste indische Nachtclub Pattayas“. Die Brandursache wurde bis heute nicht bekanntgegeben.

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In vielen Provinzen im Land haben Beerdigungen nach Aussage des Center for Covid-19 Situation Administration Empfänge, Märkte, Restaurants, Busbahnhöfe und Schulen als Hotspots für Covid-19-Cluster-Infektionen abgelöst. Besonders das traditionelle gemeinsame Essen im Sitzen, bei dem die Nasen-Mund-Schutz-Masken abgenommen werden, haben Beerdigungen zum Hotspots für Covid-19-Infektionen entwickelt, so das CCSA.

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Das Kabinett genehmigte ein neues Konjunktur- und Investitionsförderungspaket, das darauf abzielt, wohlhabende Ausländer und hochqualifizierte Fachkräfte aus dem Ausland anzuziehen, um die Wirtschaft nach der Covid-19-Pandemie anzukurbeln. Es bietet wohlhabenden Ausländern und hochqualifizierten Fachkräften ein 10-Jahres-Langzeitvisum, ebenfalls für Ehepartner und Kinder. Genannt wurden vier Zielgruppen: Wohlhabende Weltbürger, wohlhabende Rentner, digitale Nomaden und hochqualifizierte Facharbeitskräfte.

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Für große Trauer und Anteilnahme in der deutschsprachigen Expat-Community hat die Nachricht über den Tod eines bekannten österreichischen General Manager eines Resorts auf Koh Phi Phi gesorgt. Nachdem der Österreicher vier Tage lang vermisst wurde, leitete die Polizei eine Fahndung nach dem 56-Jährigen ein. Aufnahmen der Überwachungskameras des Resorts zeigten, dass Florian H. während seiner arbeitsfreien Zeit mit einem Rucksack am Strand spazieren ging. Danach fehlte von ihm jede Spur. Mehr als 50 Einheimische, Polizisten und Hotel­angestellte nahmen die Suche nach ihm auf und und entdeckten schließlich die Leiche des Mannes, etwa 200 Meter entfernt von einer lokalen Straße in Moo 8 in Baan Laem Tong, Ao Nang. Nach Angaben der Polizei starb er mindestens drei Tage vor seinem Auffinden. Die Ermittler vermuten, dass er beim Wandern auf einem Felsen ausrutschte, sich dabei den Kopf aufschlug und seiner schweren Verletzung erlag.

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K-Pop-Superstar Lalisa „Lisa“ Manoban hat mit einem Fernsehinterview einen noch nie dagewesenen Run auf Fleischbällchen in ihrer thailändischen Heimatstadt Buriram im thailändischen Nordosten ausgelöst. Die 24-Jährige, die seit 2016 Teil des südkoreanischen Girlgroup-Phänomens „Blackpink“ ist, konnte wegen der Corona-Pandemie bereits seit zwei Jahren nicht mehr in ihre Geburtsstadt reisen. In einem Interview erklärte sie, sie freue sich vor einer möglichen Rückkehr vor allem auf die „Yuen kin“-Fleischbällchen an den Straßenständen vor dem Bahnhof von Buriram. Die Verkäufer des begehrten Street-Food konnten sich nach dem Interview vor lauter Andrang kaum retten.

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In Bangkok wurde ein Linienbus zu einer mobilen Impfstelle umgerüstet. Mit dem Impfbus sollte sichergestellt werden, dass besonders ältere Menschen und andere Risikogruppen gegen Covid-19 geimpft werden.

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Die Nordostprovinz Chaiyaphum litt im Oktober unter den schlimmsten Überschwemmungen seit 50 Jahren. Bis auf die zwei Bezirke Kaeng Khro und Sap Yai wurden alle anderen 14 zu Katastrophengebieten erklärt. Die Anwohner sprachen von der schwers­ten Überschwemmung seit 100 Jahren.

OKTOBER

In Nonthaburi entwickelte sich ein vom Hochwasser überflutetes Flussrestaurant am Chao Phraya zum Hit. Foto: epa/Rungroj Yongrit
In Nonthaburi entwickelte sich ein vom Hochwasser überflutetes Flussrestaurant am Chao Phraya zum Hit. Foto: epa/Rungroj Yongrit

Am 1. Oktober trat für vollständig geimpfte Reisende eine verkürzte Quarantäne von 7 Tagen in Kraft.

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Am 1. Oktober wurde auf Koh Samui das „Samui Plus“-Modell zur Öffnung der Insel für geimpfte ausländische Reisende durch das flexiblere „Sandbox“-Modell ersetzt. Mit dem Wechsel zum „Samui Sandbox“-Modell durften sich die Besucher fortan wie beim Pilotprojekt auf Phuket vierzehn Tage lang frei auf der Insel bewegen, jedoch das Eiland nicht verlassen. Nach 14 Nächten und drei Covid-19-Tests mit negativem Befund wurde ihnen gestattet, Koh Samui verlassen.

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Für Optimismus sorgte die Bekanntgabe des Ministeriums für Öffentliche Gesundheit (MOPH), dass mit „Busarakham“ Thailands größtes Feldkrankenhaus zur Behandlung von Covid-19-Fällen in Bangkoks Nachbarprovinz Nonthaburi geschlossen wurde, nachdem die Zahl der täglichen Neuinfektionen stark zurückgegangen war. In dem Feldkrankenhaus wurden seit seiner Eröffnung am 14. Mai dieses Jahres insgesamt 20.436 Covid-19-Patienten behandelt.

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In Bangkok verhaftete die Polizei einen Amerikaner, der beschuldigt wurde, eine thailändische Masseurin in Khon Kaen im Nordosten des Landes schwer misshandelt und vergewaltigt zu haben. Der Ausländer war geständig und sagte aus, dass er zum Tatzeitpunkt unter Methamphetamin-Einfluss stand. Der 37-jährige soll sich nach der Tat außerdem an einem 13-jährigen thailändischen Mädchen im Bezirk Ban Phai in der nordöstlichen Provinz vergangen haben. Der Fall schockierte das ganze Land.

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Die Polizei in Udon Thani im Nordosten Thailands ermittelte im Oktober in einem brisanten Fall, bei dem ein thailändischer Mann, 53, in das Haus eines Schweizers, 63, eindrang, ihm mit einer Schusswaffe bedrohte und Geld forderte, jedoch von dem Ausländer überwältigt und im Zuge eines Kampfes getötet wurde. Die Ermittlungen ergaben, dass die thailändische Ehefrau des Schweizers ein Liebesverhältnis mit dem Eindringling hatte.

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Ein kreativer Besitzer eines Flussrestaurants in Nonthaburi hatte aus der Not während der Hochwasserkatastrophe eine Tugend gemacht: Er ließ die Holztische und -stühle einfach in den Fluten stehen und offerierte seinen Gästen Schlemmen im Wasserbad. Die Idee entwickelte sich zum absoluten Renner und sorgte dafür, dass das überflutete Lokal stets voll besetzt war.

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Die Behörden in Thailand haben erstmals seit Monaten wieder weniger als 9.000 Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages registriert. Am 20. Oktober wurden in dem Land mit 70 Millionen Einwohnern 8.918 neue Fälle verzeichnet – der niedrigste Wert seit Mitte Juli.

NOVEMBER

Am 1. November wagte Thailand nach eineinhalb Jahren den touristischen Neustart und empfing wieder Urlauber mit vollem Corona-Impfschutz aus 63 Ländern. Auf der Liste der als sicher eingestuften Länder, die nur wenige Stunden vor dem offiziellen Start noch einmal um 17 Nationen erweitert wurde, standen auch Deutschland, Österreich und die Schweiz.

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In Vorbereitung auf die Rückkehr internationaler Touristen in Pattaya hatte die Stadtverwaltung eine Notbeleuchtung in der Walking Street installiert. Denn trotz Thailands Öffnung blieben die bunten Lichter der A-Go-Go-Bars und Nachtclubs per Verordnung der Regierung bis auf Weiteres aus, die sich in dem weltbekannten Rotlicht-Kiez befinden. Die Notbeleuchtung sollte die stockdunkle Ausgehmeile erhellen, falls sich doch mal ein Tourist zu nächtlicher Stunde dorthin verirren sollte.

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Mit dem sogenannten „Thailand-Pass“ hat das thailändische Außenministerium das „Certificate of Entry“ (COE) ersetzt, das Reisende aus Übersee bisher bei einer thailändischen Botschaft oder einem Konsulat in ihrem Herkunftsland für die Einreise beantragen mussten. Der „Thailand Pass“ soll Touristen die Abfertigung bei der Einreise ins Königreich erleichtern. Das webbasierte System zur Datenerfassung der Einreisedokumente ermöglicht Flugreisenden aus dem Ausland, ihre erforderlichen Dokumente schrittweise hochzuladen, um einen QR-Code zu erhalten, der von den Beamten der Einreisekontrolle gescannt wird.

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Die Behörden in Thailand haben erstmals seit Monaten wieder weniger als 7.000 Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages registriert. Am 9. November wurden 6.904 neue Fälle verzeichnet – das war offiziellen Statistiken zufolge der niedrigste Wert seit Anfang Juli.

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Am 12. November gab die Regierung bekannt, dass Thailands Nachtleben bis zum 15. Januar 2022 geschlossen bleibt. Foto: Jahner
Am 12. November gab die Regierung bekannt, dass Thailands Nachtleben bis zum 15. Januar 2022 geschlossen bleibt. Foto: Jahner

Das Center for Covid-19 Situation Administration (CCSA) gab am 12. November bekannt, dass Thailands Nachtleben bis mindestens zum 15. Januar 2022 geschlossen bleibt.

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Sintflutartige Regenfälle haben am 13. November in den frühen Morgenstunden einen Erdrutsch ausgelöst, der zum Einsturz von acht Villen des „Merit Resort Samui“ auf Koh Samui im südlichen Golf von Thailand führte. Der General Manager des Resorts sagte auf einer Pressekonferenz, dass das Resort seit seiner Eröffnung vor 15 Jahren noch nie eine vergleichbare Katastrophe erlitten hätte. Er vermutete, dass Bauarbeiten auf einer nahegelegenen Straße den Erdrutsch ausgelöst haben könnten, die dazu führten, dass das Regenwasser in die falsche Richtung abfloss. Bei dem Unglück gab es keine Todesopfer, aber einige Mitarbeiter erlitten leichte Verletzungen.

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Das Centre for Covid-19 Situation Administration (CCSA) hat die von der Thailändischen Tourismusbehörde (TAT) vorgeschlagenen weiteren Lockerungen der Einreisebestimmungen für ausländische Touristen abgelehnt. Dazu gehörte u.a. der Vorschlag, den teuren und zeitaufwendigen RT-PCR-Test bei der Ankunft durch den schnelleren und billigeren Antigentest (ATK) zu ersetzen, wodurch sich Reisende auch die Buchung eines AQ-Hotels für die erste Nacht sparen könnten, in dem sie bisher nach ihrer Ankunft bis zu 24 Stunden auf das Ergebnis des RT-PCR-Tests warten müssen.

DEZEMBER

Restaurants mit SHA-Siegel in Bangkok dürfen seit dem 1. Dezember wieder bis um 23.00 Uhr Alkohol ausschenken. Bars, Diskotheken, Nachtclubs und Karaoke-Etablissements dürfen nach wie vor nicht öffnen, und die Betreiber müssen mit bis zu einem Jahr Haft und/ oder einer Strafe von 100.000 Baht rechnen, wenn sie sich der Schließungsanordnung widersetzen.

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Premierminister Prayut Chan-o-cha beteuerte am 2. Dezember auf einer Pressekonferenz, dass die Regierung derzeit noch keine weiteren Maßnahmen zur Verhinderung der Ausbreitung der nach Aussage der WHO „besorgniserregenden“ Covid-19-Variante Omikron ins Auge gefasst habe, wie etwa eine landesweite Abriegelung.

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Der Gouverneur der Provinz Chonburi, zu der auch Pattaya gehört, hatte am 3. Dezember eine neue Anordnung veröffentlicht, laut dieser der Alkoholausschank in Gastronomiebetrieben in den „Blauen Zonen“ von Chonburi ab sofort wieder erlaubt ist. Zuvor herrschte in Restaurants in Pattaya ein knapp acht Monate langes Alkoholverbot. Die „Blauen Zonen“ von Chonburi sind Banglamung, Pattaya einschließlich Koh Larn, Si Racha einschließlich Koh Sichang sowie Na-Jomtien und Bang Saray in Sattahip. Nur Restaurants, die sich in den „Blauen Zonen“ befinden und mit dem SHA-Siegel zertifiziert sind, dürfen Alkohol ausschenken. Der Alkoholverkauf ist täglich von 11.00 bis 14.00 Uhr und von 17.00 bis 23.00 Uhr erlaubt. Bars, Nachtclubs, Karaoke-Etablissements und „Massage-Parlours“ müssen weiterhin geschlossen bleiben.

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In Thailand wurde am 6. Dezember der erste bekannte Fall mit der Covid-19-Variante Omikron verzeichnet. Bei dem Fall handelte es sich um einen amerikanischen Staatsbürger, der aus Spanien ins Königreich eingereist war.

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Der Oberste Gerichtshof hat Premchai Kanasutra – CEO von Italian-Thai Development – am 8. Dezember wegen illegaler Wilderei und Jagd im Thung Yai Naresuan Wildlife Sanctuary im Februar 2018 zu zwei Jahren und sechs Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt. Das Gericht ordnete außerdem an, dass der Bau-Tycoon eine Entschädigung in Höhe von zwei Millionen Baht zahlen muss. Das Urteil wurde von der thailändischen Bevölkerung mit großer Spannung erwartet, da es eine große Bedeutung für die Gleichheit vor dem Gesetz hat.

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Gute Nachrichten für Touristen, die den Jahreswechsel in Thailand feiern wollen: Viele Lokale dürfen in der Silvesternacht ausnahmsweise bis 01.00 Uhr öffnen und bis dahin auch Alkohol ausschenken. Wer Events mit mehr als 1.000 Teilnehmern besucht, muss vollständig gegen das Coronavirus geimpft sein oder einen negativen Corona-Schnelltest vorlegen.

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