Das flüssige Gold aus den Wäldern

Thailändische Honigsammler erinnern an die Zeidler aus dem Frühmittelalter

So eine frische Honigwabe wird auf dem Markt verkauft. Man kann gleich vor Ort hineinbeißen. Fotos: Kuno Paulus
So eine frische Honigwabe wird auf dem Markt verkauft. Man kann gleich vor Ort hineinbeißen. Fotos: Kuno Paulus

THAILAND: In Deutschland kennt man ihn, den Imkerhonig im 500g Glas, ausgezeichnet mit Sorte, Adresse und Haltbarkeitsdatum. In Thailand findet man ihn in der Plas­tiktube als „Thai Honey“ oder in der Whiskyflasche vom Straßenhändler.

Ihre Waben sind große Scheiben und sie hängen in Kolonien an Felswänden, in Bäumen und unter Tempeldächern. In Asien gibt es kaum „richtige“ Imker, wie man sie aus Europa kennt. Hier sind es Honigsammler, die sich in schützende Kleidung hüllen. Sie tragen Mäntel, um ihre Oberkörper zu schützen, und Bauarbeiterhelme, umwi­ckelt mit Moskitonetz. Die wenigsten haben Handschuhe. Sie stören, meinen die Sammler, und tatsächlich werden die Männer kaum gestochen, denn die asiatische Wildbiene lebt und verhält sich ganz anders als unsere europäische Zuchtbiene.

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Hansruedi Bütler 24.05.19 10:30
Erhalt der Wildbienen
Absolut richtig, Thomas. Leider verbrennen bei den alljährlichen "Freudenfeuern" in den Wäldern nicht nur unzählige Bienenvölker; sondern auch Bodenlebewesen wie Schlangen, Skorpione, diverse Nagetiere, Hasen und Kaninchen (wenn noch nicht aufgegessen) und Echsen. Der Schutz und Erhalt der Wildbienen ist sehr wichtig!!! Ideal ist, wenn man die "örtlichen Zeidler" persönlich kennt. Bei uns nennen wir ihn den "Bienenmann". Von ihm wurde auch das Bambus-Leiter-Kunstwerk am hohen Bienen-Baum erstellt und mehrere Jahre benutzt.
Thomas B 24.05.19 00:19
Wildbienen
Lieber Hansruedi, ich danke Ihnen für die interessanten Angaben, das wusste ich nicht. Bis jetzt hatte ich immer ein extrem schlechtes Gewissen Wildbienenhonig zu konsumieren. Ich möchte aber trotzdem noch folgenden Bericht erwähnen: "Atsalek Rattanawannee and Chanpen Chanchao (2011). Bee Diversity in Thailand and the Applications of Bee Products, Changing Diversity in Changing Environment, PhD. Oscar Grillo (Ed.), ISBN: 978-953-307-796-3, InTech, Available from: http://www.intechopen.com/books/changing-diversity-in-changing-environment/beediversity-in-thailand-and-the-applications-of-bee-products", Artikel 7 "Bee Diversity in Thailand and the Applications of Bee Products",Absatz 8 "Conclution", Seite 154. Dort wird erwähnt, dass aufgrund einer Kombination von Abholzung, Jagd, Krankheiten, Pestizide und anderen Faktoren sich die Populationen verringern. Es wird auch erwähnte, dass es sehr wichtig ist die Erhaltung der Bienen und die Bienenhaltung in jedem Land zu fördern. Mein Fazit, ich werde inskünftig Wildbienenhonig essen und geniessen, aber nur wenn ich weiss, dass der Bienenstock nicht zerstört wurde, ansonsten lasse ich die Finger davon und esse lieber Honig aus der Bienenhaltung.
Hansruedi Bütler 23.05.19 15:36
Radio Eriwan antwortet
Lieber Thomas, ein Bienennest wird nie ganz "ausgeraubt", sondern immer nur einen Teil der Honig- oder Brut enthaltenden Waben herausgeschnitten. Im Normalfall bauen die Bienen das Nest wieder auf und der "Raub" kann aufs Neue beginnen. In unserem Wald kenne ich einen Baum, der auf einen waagrecht abstehenden Ast, ca. 5 Meter vom Stamm, ein extrem schwer zugängliches Nest trägt, das mehrere Jahre ausgebeutet wurde. Der hiesige Zeidler erstellte mit Bambuspfeilen und einem Behelfs-Holm ebenfalls aus Bambus, direkt am Baumstamm eine ca. 15 m lange Leiter, die bis zum sich abzweigenden Ast reicht. Zwei weitere Bambuspfeile hat er etwas versetz, eine Körperlänge hinter dem hängenden Nest, vom abstehenden Ast eingeschlagen. Mit seinen Beinen konnte er sich "verkanten" und hängend das Nest berauben. Habe Bilder gemacht, weil man sowas nicht glaubt, wenn man es nicht selbst gesehen hat!
Thomas B 23.05.19 13:48
Wildbienen
Nun die Frage an Radio Eriwan, was passiert mit den Wildbienen, die jetzt weder Honig noch einen Bienenstock haben. Ich nehme an, die Bienen hätten den Honig und den Bienenstock für die Brut und teilweise auch für sich selbst gebraucht. Im alten Ägypten waren die Bienen heilig, das war vor rund 4'500 Jahren, sie wussten warum. Vielleicht wird der Mensch, wenn er dann noch existiert, in 4'500 Jahren die Wildbienen auch schätzen.
Joerg Obermeier 20.05.19 03:24
@ Herr Amiguet: Das kann man einfach testen. Etwas Honig auf eine Zeitung. Tropft es binnen kurzer Zeit durch, ist er gestreckt.