Startschuss zum Dialog zur Pflege

«Daheim statt im Heim»

Österreichs Sozialministerin Beate Hartinger-Klein. Foto: epa/Florian Wieser
Österreichs Sozialministerin Beate Hartinger-Klein. Foto: epa/Florian Wieser

MAUERBACH (dpa) - Unter dem Motto «Daheim statt im Heim» will die rechtskonservative Regierung in Österreich die Pflege neu strukturieren. Dazu werde nun ein Pflegedialog mit allen Beteiligten begonnen, erklärte Sozialministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ) am Freitag bei einer Regierungsklausur in Mauerbach.

Unter anderem sollen über die Ausbildung von Pflegekräften diskutiert und mit einer Kampagne das Image des Berufs verbessert werden. «Wir wollen zeigen, dass es etwas Schönes ist, Menschen zu helfen», sagte Hartinger-Klein.

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) machte deutlich, dass aus Sicht der Regierung die Pflege zu Hause Priorität hat. «Wir wollen diejenigen, die pflegen, die pflegenden Angehörigen, bestmöglich unterstützen», sagte Kurz. Auch Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) betonte, dass die Rahmenbedingungen so zu ordnen seien, «dass nach Möglichkeit die Pflege zu Hause so lange wie möglich sichergestellt werden kann».

In Österreich gibt es keine staatliche Pflegeversicherung wie in Deutschland. Eine Einführung soll aber geprüft werden. «Wir werden mit einer Studie internationale Modelle untersuchen und versuchen, für Österreich die passende Lösung zu finden», sagte Hartinger-Klein.

Laut Statistik Austria bezogen im Jahr 2017 rund 460.000 Menschen in Österreich Bundespflegegeld. Laut Hartinger-Klein kostet Bund, Länder und Kommunen die Pflege jährlich mehr als fünf Milliarden Euro.

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