Covid-19-Massentests in Corona-Hotspots

Foto: epa/Narong Sangnak
Foto: epa/Narong Sangnak

PHUKET: Die Gesundheitsbehörden auf Phuket haben eine Massentestkampagne in mehreren Gemeinden der Insel gestartet, von denen vermutet wird, für die hohe Zahl lokaler Covid-19-Neuinfektionen verantwortlich zu sein.

Kusak Kukiattikun, Phukets leitender Gesundheitsbeamter, informierte in einer Pressemitteilung, dass am Sonntag neun Covid-19-Schnelleinsatzteams entsendet wurden, um in den Zielgemeinden durch den Einsatz von Antigentest-Kits infizierte Personen ausfindig zu machen. Während der dreitägigen Massentests könne die Zahl der täglichen Neuinfektionen deutlich steigen, fügte Khun Kusak hinzu.

Er führte fort, dass die Zahl der neuen Fälle in den letzten Tagen auf weit über 200 pro Tag angestiegen sei. Dies hat bei den Behörden die Alarmglocken läuten lassen, die eine Verschlechterung der Situation befürchten. „Seit Juli hat die Zahl der Neuinfektionen aufgrund der Delta-Variante weiter zugenommen“, so Khun Kusak. „Doch als Touristenziel können wir die Menschen nicht einfach von ihrem Besuch abhalten“, erklärte der Gesundheitsbeamte. Er fügte hinzu, dass sich unter den Infizierten auch viele Wanderarbeiter befinden würden, weshalb die Massentests unausweichlich seien, um die Krankenhäuser der Insel nicht weiter zu belasten und das „Sandbox“-Modell nicht ernsthaft zu gefährden.

Seit dem Start des Pilotprogramms zur Wiedereröffnung Phukets für ausländische Touristen am 1. Juli dieses Jahres haben 30.000 Ausländer die Inselprovinz besucht. Darunter lediglich 96 Personen, die während ihres Aufenthaltes positiv auf Covid-19 gestestet wurden, informierte zwischenzeitlich Thailands stellvertretender Staatssekretär des Gesundheitsministeriums Yongyot Thammawut.

Am Sonntag wurden auf Phuket 242 neue Covid-19-Infektionen verzeichnet, bei einem Fall handelt es sich um einen „Sandbox“-Besucher.

Das Covid-19-Massentestprogramm ziele laut Khun Yongyot auf etwa 25.000 Personen ab. Ihm sei mitgeteilt worden, dass der Ausbruch voraussichtlich in zwei Wochen eingedämmt sein werde, fügte er hinzu.

„Die Covid-19-Impfungen, insbesondere bei Wanderarbeitern, werden ebenfalls beschleunigt, um den Ausbruch einzudämmen und das Vertrauen in die Sicherheit Thailands für ausländische Touristen wiederherzustellen“, sagte er.

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Michael Meier 22.09.21 16:10
@ J.O.
Alles ist und bleibt planlos. Militärs können nicht Merkeln .
Joerg Obermeier 22.09.21 13:43
Inzidenzen
Ist ja nicht immer ganz einfach in diesem Land an Zahlen zu kommen, die das Ganze halbwegs übersichtlich und vergleichbar machen. Im Thaiger stehen heute mal ganz interessante Zahlen. Demnach gab es beispielsweise in den letzten 7 Tagen 1.676 Neu-Infektionen. Das entspricht bei knapp 420.000 Einwohnern eine Inzidenz von rund 399 pro 100.000. Die Krankenhausbettenauslastung bei über 85%.

Muss man sich schon gönnen, so einen "Sandbox-Urlaub" auf Phuket. No risk, no fun, oder was?
Joerg Obermeier 21.09.21 09:00
@ Hans-Jürgen Thomas Kirchner 21.09.21 04:20
Das soll eine rein rhetorische Frage sein, oder?
Hans-Jürgen Thomas Kirchner 21.09.21 04:20
Zur Erinnerung
Lediglich 0,3 % der eingereisten Ausländer waren nach dem PCR-Test positiv.
Wo kommen dann die ganzen täglichen Positiven her?
Nur mal so in den Raum gestellt.
Joerg Obermeier 20.09.21 16:40
@ Ingo Kerp 20.09.21 14:40
Wenn man Phuket genauso wie andere Provinzen beurteilen würde, dann wäre diese Insel schon längst eine dunkelrote Zone. Dass derzeit nur durchschnittlich irgendwas um die 12.000 Sandbox-Besucher teilgenommen haben mag unter anderem auch der Jahreszeit geschuldet sein. Aber welcher geimpfter Qualitäts- oder anders ausgedrückt 08/15 Tourist aus Europa tut sich für einen Urlaub diesen Hindernislauf mit strikten Zeitvorgaben an, um nach Phuket eine Fernreise anzutreten? Beispielsweise offiziell nach Botschafts- und Konsulatsangaben auf deren Webseiten sind Kreuzimpfungen nicht zugelassen. Konsulate geben anscheinend dann doch wieder gegenteilige Auskünfte. Dazu noch die Unsicherheit, ob morgen noch das gilt was heute richtig war? Hätte man sich nämlich auf Phuket an die roten Linien gehalten, die sie sich vorher selbst gegeben haben, wäre das Sandbox-Projekt auch schon längst gestorben. Wer weiß schon, ob sie es plötzlich nicht doch tun? Solche Späße, wie zuerst zu versprechen nach den 2 Wochen könnte das Königreich frei bereist werden und dann alle Verbindungen zu kappen, war vielleicht auch nicht sehr hilfreich Vertrauen herzustellen.

Für die vielen kleinen Gewerbetreibenden, Hotels, etc. auf Phuket hoffe ich, dass sich diese Zahlen zur "Hochsaison" soweit bessern werden, dass es am Ende nicht heißen muss "außer Spesen, nichts gewesen".
Ingo Kerp 20.09.21 14:40
In 2,5 Monaten kamen 30.000 Ausländer nach Phuket, die, wie man inzwischen weiß, nicht alle reine Urlauber sind/waren. Egal, es sind 30.000 Menschen, die sehnsüchtig auch als zahlende Kunden erwartet wurden, auch wenn die tatsächliche Zahl (erwartungsgemäß) weit hinter der zuvor prognostizierten lag. Jetzt geht die Angst um, das die Infektionen eine Hoehe erreicht haben, die Phuket normalerweise als dunkelrote Zone ausweisen sollte. Also wird jetzt getestet auf Teufel komm raus, um das Vertrauen bei den Ausländern zu erhalten oder wieder herzustellen. Die danken es inzwischen mit mehr als mageren Ankünften.
Dieter Dassel 20.09.21 14:35
Wer testet mit, wie man ja mittlerweile weiss, nicht funktionierenden Test kits, der findet!
Ab dann heisst es jede Menge Infizierte, die natürlich putz munter sind.
Wer nicht wusste, dass er ,,krank" ist, der erfährt es dann.
Eine Impfung lässt sich dann besser vermitteln.

Marcus Baehler 20.09.21 12:50
Sehenden Auges!
Hätte (ich weiss, wieder mal der Konjuktiv) man den vielen, vielen Stimmen zumindest ein wenig Beachtung geschenkt, dann wäre es nie soweit kommen können!
Hätten die strengen Sandbox-Regeln nicht nur für die einfliegenden Touristen und Rückkehrer gegolten, sondern ab dem 1. July schlicht für alle neu/wieder auf Landweg in Phuket Einreisenden (ausser der lokalen zu 70% vollständig geimpften Bevölkerung Phukets), dann wäre es wohl nicht soweit gekommen. Warnungen gab es mehr als genügend, aber leider sind die massgeblichen Leute und Ministerien nicht nur Beratungsresistent, sonder gar Beratungsimmun!
PS: Alle vollständig geimpft und mindestens ein PCR-Test max. 72 Std vor Anreise.
Joerg Obermeier 20.09.21 12:10
Muss man verstehen
Wenn man das mal vergleicht, Prachuap Khiri Khan hat laut Google 504.063 Einwohner. Tägliche Neuinfektionen werden regelmäßig mit 60-70 angegeben = tiefrote Zone mit den entsprechenden Einschränkungen. Phuket laut Google 416.582 Einwohner hat regelmäßig weit über 200 täglichen Neuinfektionen = Gelbe Zone.
Dieter Goller 20.09.21 11:50
@Norbert Schettler
Da sind noch weitere Saetze, die stutzig machen sollten. Wenn der Beamte z.B. davon spricht, dass die Massnahmen erforderlich seien um das Sandbox-Modell nicht ernsthaft zu gefaehrden, laesst dies auch den Schluss zu, dass die Zahlen der letzten Wochen - die alle deutlich ueber den zuvor festgelgten Grenzwerten lagen - bisher einfach billigend in Kauf genommen wurden.
Aber anscheinend laesst sich die desastroese Lage nicht laenger schoenreden, so dass diese Massentests unabdingbar wurden.
Der von Herrn Schettler angemerkte Satz koennte im Klartext in etwa so lauten: da waehrend der Testphase ein sprunghafter Anstieg der positiven Ergebnisse zu erwarten ist, waere etwas "faul" an der Sache, falls dies nicht so kaeme. Aber so etwas verbietet sich natuerlich laut zu aeussern.
Norbert Schettler 20.09.21 11:00
Ein Satz
fällt mir sofort ins Auge.
"Während der dreitägigen Massentest könne die Zahl der täglchen Neuinfektionen deutlich steigen".
Jeder mache sich darüber seine Gedanken.