Bis zu 80 Millionen Kleinkinder von Impfausfällen betroffen

Foto: Pixabay/David Mark
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GENF: Bis zu 80 Millionen Kinder unter einem Jahr sind nach UN-Angaben durch coronabedingte Impfausfälle betroffen. Wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO), das Kinderhilfswerk Unicef und die Impfallianz Gavi am Freitag gemeinsam mitteilten, werden in mindestens 68 Ländern Routine-Impfprogramme derzeit durch die Corona-Krise behindert. Die Ausfälle seien sowohl in armen als auch reichen Ländern zu beobachten.

«Immunisierungen sind eine der kraftvollsten und wichtigsten Präventionsmittel gegen Krankheiten in der Geschichte der öffentlichen Gesundheit», sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus laut der Mitteilung. Die Unterbrechungen durch die Corona-Pandemie könnten Fortschritte von Jahrzehnten zurückdrehen, etwa im Kampf gegen die Masern.

Die Gründe für die Unterbrechungen der Impfkampagnen seien unterschiedlich. Eltern würden aufgrund von Ausgangsbeschränkungen und der Angst vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus nur zurückhaltend das Haus verlassen. Zudem sei auch der Zugang zu Gesundheitseinrichtungen teilweise nur eingeschränkt möglich, die Anreise zu solchen Einrichtungen erschwert. Schwierigkeiten bei der Lieferung von Impfstoffen verschärften die Situation noch zusätzlich.

«Wir dürfen nicht zulassen, dass unser Kampf gegen eine Krankheit auf Kosten des langfristigen Fortschritts im Kampf gegen andere Krankheiten geht», sagte Unicef-Chefin Henrietta Fore. Besonders betroffen sind nach Angaben der drei Organisationen Impfkampagnen gegen die Masern und gegen Polio. Impfungen gegen die Masern seien in 27 Ländern ausgesetzt worden, Polio-Impfungen sogar in 38 Staaten.

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Peter Götsch 23.05.20 13:41
Jetzt Beginnen die Kollateralschäden
Man muss kein Experte sein oder ein Verschwörungstheoretiker - Nun beginnen weltweit die Kollateralschäden durch diese nicht zu ende gedachten Massnahmen des weltweiten Lockdowns entstanden sind. Ja zu Anfang der Krise mussten die Regierungen ja Reagieren, aber sie sind leider in eine "Schock starre" gefallen, nicht zuletzt wegen dem Druck der durch Massnahmen andere Regierungen ergriffen wurden und sich so aufschaukelte. Der Fokus war und ist leider immer noch zu eng auf den Schutz der "eigenen" Bevölkerung gesetzt und endet an den geschlossenen Landesgrenzen. Wenn man schon von einer globalen Kriese spricht müssten auch alle Aspekte beachtet werden. Mit Vernunft hätte man einer solchen Kriese begegnen sollen, nicht mit Panik und Hysterie.