Corona-Überblick: Meldungen am Sonntag

Foto: Pixabay/Jeyaratnam Caniceus
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Öffentlich-rechtliche Sender planen mehr Wissenschaftsjournalismus

LEIPZIG: Inmitten der Corona-Pandemie planen öffentlich-rechtliche Sender im deutschsprachigen Raum mehr Beiträge über Wissenschaft. Die Krise habe deutlich gemacht, dass wissenschaftliche Erkenntnisse konkrete Auswirkungen auf den Alltag haben, heißt es in einem am Dienstag veröffentlichten gemeinsamen Papier von öffentlich-rechtlichen Sendern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Journalistische Qualität bemesse sich auch an der Frage, «wie wissenschaftliche Erkenntnisse konstruktiv-kritisch überprüft, datenjournalistisch kompetent aufbereitet und ausgewogen eingeordnet werden.»

Und weiter: «Um dieser Verantwortung gerecht zu werden, sollten Qualität und Quantität des Wissenschaftsjournalismus ausgebaut und enger mit den tagesaktuellen Informationsangeboten verzahnt werden.»

Ziel des «Leipziger Impulses II» ist es, Gemeinwohlorientierung, der sich die öffentlich-rechtlichen Sender verpflichtet fühlen, zeitgemäß umzusetzen. Die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» berichtete zuerst über das Papier (Dienstagausgabe). Dieses ist unter anderen von WDR, ZDF, Deutschlandradio sowie ORF in Österreich und SRG in der Schweiz unterschrieben. Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) hat ebenfalls unterzeichnet - die Länderanstalt ist federführend bei der Debatte rund um das Papier.

Bereits im Dezember hatten sich die Sender auf einen ersten Teil des «Leipziger Impulses» bei einer Konferenz in der sächsischen Stadt geeinigt. Ganz generell wollen sie für mehr Glaubwürdigkeit und Vertrauen der Bürger ihre Angebote noch stärker aufs Gemeinwohl ausrichten.


Mehr als 10.500 neue Corona-Fälle in 24 Stunden

PARIS: Frankreich hat die Schwelle von 10.000 Corona-Infektionen an einem Tag überschritten. Die Gesundheitsbehörde Santé Publique France erklärte, in den 24 Stunden bis Samstag 14.00 Uhr seien 10.561 Neuinfektionen gemeldet worden. Am Vortag waren es noch 9406 neue Fälle gewesen und Premierminister Jean Castex hatte dazu aufgerufen, wegen der Verschlechterung der Lage die Regeln für Hygiene, Abstand und Masken strikt einzuhalten.

Frankreich war nach Ausbruch der Pandemie eines der am stärksten betroffenen Länder in Europa mit bisher 30.910 Toten. Die Anzahl der Infektionen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 stieg in dem beliebten Urlaubsland in den zurückliegenden Wochen stark. Zuvor war sie einen Gutteil des Sommers relativ niedrig gewesen nach einem 55-tägigen Lockdown, der vom 17. März bis 11. Mai gegolten hatte.

Castex wies die Behörden in Marseille und Bordeaux sowie im Überseegebiet Guadeloupe in der Karibik an, bis Montag neue Maßnahmen zur Eindämmung des Virus vorzulegen.

Die Zeitung «Le Journal du Dimanche» veröffentlichte am Sonntag einen Appell von sechs prominenten Ärzten, Kontakte mit Familien und Freunden so gering wie möglich zu halten und private Treffen zu vermeiden. «Nach und nach verlieren wir den Überblick über die Neuinfektionen», schrieben die sechs - darunter die Spezialistin für Infektionskrankheiten, Anne-Claude Crémieux, und der Professor für öffentliche Gesundheit, Philippe Amouyel. Je kleiner ein Raum sei, je mehr Leute sich darin befänden und je schlechter die Lüftung, umso größer sei das Risiko einer Ansteckung, warnten sie.


Corona: Tausende fordern in Brüssel mehr Geld für Gesundheitswesen

BRÜSSEL: Tausende Ärzte, Krankenschwestern und andere Demonstranten haben am Sonntag in der belgischen Hauptstadt Brüssel mehr Geld für das Gesundheitswesen in der Coronakrise gefordert. Die Polizei zählte 4000 Teilnehmer der Demonstration in der Innenstadt, wie die Nachrichtenagentur Belga meldete. Ziele waren unter anderem eine bessere Personalausstattung und Bezahlung für Gesundheitsberufe.

Auch in Belgien steigen die Infektionszahlen in der Coronakrise wieder. In dem kleinen Land mit nur rund elf Millionen Einwohnern wurden in den vergangenen sieben Tagen offiziell täglich im Durchschnitt 636 neue Fälle registriert, 38 Prozent mehr als in den sieben Tagen davor. Insgesamt verzeichnete Belgien seit Ausbruch der Pandemie 92.478 Ansteckungen, wie die Behörden am Sonntag mitteilten.


Nach 38 Tagen auf Tanker: Migranten gehen in Italien an Land

POZZALLO: Nach 38 Tagen auf einem Frachtschiff im Mittelmeer sind 27 Bootsmigranten in Italien an Land gebracht worden. Die Menschen gingen am Samstagabend im sizilianischen Pozzallo von Bord der «Mare Jonio», wie die italienische Hilfsorganisation Mediterranea Saving Humans mitteilte, die das Schiff betreibt. Sie hatte die Menschen am Freitag vom dänischen Tanker «Maersk Etienne» aufgenommen. Dort saßen die Migranten seit Anfang August fest.

Damit ende die «längste und beschämendste Zeit», die Migranten auf See hätten ausharren müssen, hieß es von der Hilfsorganisation. Die Menschen seien psychisch und physisch in sehr schlechtem Zustand und bräuchten dringend ärztliche Behandlung. Unter ihnen sollen auch ein Kind und eine Schwangere sein. Die Besatzung des Tankers sowie mehrere Hilfsorganisationen hatten immer wieder um Hilfe gebeten.

Sowohl Italien als auch Malta beklagen, dass sie mit den ankommenden Migranten von den EU-Partnern alleine gelassen würden. In Süditalien sind viele Auffanglager überfüllt. Rom setzt auch Quarantäne-Schiffe ein, denn die Migranten müssen wegen der Corona-Pandemie zwei Wochen in Isolation. Die Zahl der Menschen, die in Libyen und Tunesien ablegen und Italien ansteuern, war im Sommer sprunghaft angestiegen.

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