Corona-Überblick: Meldungen am Samstag

Eine Nahaufnahme zeigt die deutsche 'Corona Warn-App' auf einem Smartphone in Köln. Foto: Epa/Sascha Steinbach
Eine Nahaufnahme zeigt die deutsche 'Corona Warn-App' auf einem Smartphone in Köln. Foto: Epa/Sascha Steinbach

Erster Fall der Omikron-Virusvariante in Tschechien aufgetaucht

LIBEREC: In Tschechien ist erstmals die neu entdeckte Corona-Variante Omikron nachgewiesen worden. Nach einer sogenannten Genomsequenzierung stehe dies «mit rund 90-prozentiger Sicherheit» fest, sagte ein Sprecher des Krankenhauses im nordböhmischen Liberec (Reichenberg) am Samstagabend im öffentlich-rechtlichen Fernsehsender CT. Eine weitere Probe sei zur näheren Analyse an das nationale Referenzlabor in Prag geschickt worden.

Nach Aussage des geschäftsführenden tschechischen Ministerpräsidenten Andrej Babis handelt es sich bei der Patientin um eine Frau, die mit dem Flugzeug aus Namibia zurückgekehrt war - mit Umstieg in Südafrika und Dubai. Sie befinde sich in Isolierung, alle Kontakte würden nachverfolgt. Die Frau habe einen leichten Krankheitsverlauf und sei geimpft gewesen.

Die Variante B.1.1.529 wurde von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als «besorgniserregend» eingestuft. Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC spricht von ernsthaften Sorgen, dass die Variante die Wirksamkeit der Corona-Impfstoffe erheblich verringern und das Risiko von Reinfektionen erhöhen könnte. Welche genauen Auswirkungen die neue Variante hat, steht indes noch nicht fest.


Fauci: Omikron könnte sein - aber noch kein Fall gemeldet

WASHINGTON: Der US-Immunologe Anthony Fauci hält es für möglich, dass die als besorgniserregend eingestufte Omikron-Variante bereits in den USA ist. «Es würde mich nicht überraschen, wenn es so ist», sagte er am Samstag im US-Fernsehen. Allerdings seien bisher noch keine entsprechenden Fälle gemeldet worden. Es sei letztlich fast unvermeidlich, dass sich die Variante auf der ganzen Welt ausbreite. Reiseeinschränkungen könnten lediglich Zeit verschaffen, um mehr über die Variante zu erfahren, so der Präsidenten-Berater.

Auch die US-Regierung schränkt wegen der neuen Variante des Coronavirus Einreisen aus den Staaten des südlichen Afrikas ein. Betroffen sind laut Weißem Haus ab Montag Einreisen aus Südafrika, Simbabwe, Namibia, Botsuana, Lesotho, Eswatini, Mosambik und Malawi. Von den Beschränkungen ausgenommen seien einreisende amerikanische Staatsbürger, Menschen mit unbefristeter Aufenthaltsgenehmigung und andere Ausnahmefälle.


Impfallianz: Omikron ist Zeichen für ungerechte Vakzin-Verteilung

GENF: Die neue Corona-Variante Omikron unterstreicht aus Sicht der globalen Impfallianz Gavi den Mangel an Impfdosen in vielen Teilen der Welt. Solange große Teile der Weltbevölkerung ungeimpft blieben, könne das Virus mutieren und sich so die Pandemie verlängern, sagte Gavi-Chef Seth Berkley am Samstag in Genf. «Wir werden die Entstehung von Varianten nur verhindern können, wenn wir alle Menschen auf der Welt schützen, und nicht nur die Reichen», fügte er hinzu.

Omikron wurde im November in Südafrika entdeckt. Dort liegt die Rate der vollständig geimpften Erwachsenen noch unter 36 Prozent. In Deutschland liegt sie bei 79 Prozent, im EU-Schnitt bei 77 Prozent.

Als Partnerschaft zwischen öffentlichen und privaten Spendern versucht Gavi, Menschen in ärmeren Ländern vor vermeidbaren Krankheiten zu schützen. Gavi ist auch federführend bei der internationalen Covax-Initiative zur Vermittlung von Covid-Impfstoff. Covax hatte auf 2 Milliarden Dosen für diese Jahr gehofft, doch bislang konnte nur ein Viertel davon an bedürftige Länder geliefert werden.

Omikron wurde von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als «besorgniserregend» eingestuft. Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC spricht von ernsthaften Sorgen, dass die Variante die Wirksamkeit der Corona-Impfstoffe erheblich verringern und das Risiko von Reinfektionen erhöhen könnte.


Tschechiens Präsident Zeman aus Krankenhaus entlassen

PRAG: Der tschechische Präsident Milos Zeman ist aus dem Krankenhaus entlassen worden. Das berichtete die Agentur CTK am Samstag. Der 77-Jährige war nach Angaben des Militärkrankenhauses in Prag wegen eines positiven Corona-Tests mit Antikörpern behandelt worden, zeigte aber keine Krankheitssymptome. Zuvor war Zeman bereits anderthalb Monate lang wegen Komplikationen einer seiner chronischen Erkrankungen in der Klinik gewesen.

Es wird erwartet, dass der Sieger der Parlamentswahl vom Oktober, der Liberalkonservative Petr Fiala, nun wie geplant am Sonntag zum Ministerpräsidenten ernannt werden kann. Der Vorsitzende der Demokratischen Bürgerpartei (ODS) soll in Schloss Lany bei Prag die Ernennungsurkunde entgegennehmen. Wie die Zeremonie ablaufen soll, ist noch unklar, da Zeman sich eigentlich für 14 Tage in Corona-Quarantäne begeben muss.

Die bisherige Regierung unter Multimilliardär Andrej Babis führt in jedem Fall bis zur Ernennung des gesamten neuen Kabinetts kommissarisch die Geschäfte weiter. Mit der Amtsübergabe wird frühestens Mitte Dezember gerechnet. Zeman ist der erste Präsident Tschechiens, der nach einer Verfassungsänderung zweimal direkt vom Volk gewählt wurde. Er steht seit 2013 an der Spitze.


Impfung ist auch bei Varianten wie Omikron besser als keine

BERLIN: Auch wenn die Wirksamkeit der verfügbaren Impfstoffe bei der neuen Corona-Variante Omikron nach bisher bekannten Daten geringer sein könnte: Die Impfung bleibt auch in diesem Fall die beste Option, wie Experten betonen. «Alle Menschen, die sich impfen lassen, fangen nicht bei null an, wenn sie sich mit einer neuen Variante infiziert haben», betonte Lothar Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), am Samstag in Berlin bei einem virtuellen Bürgerdialog. Sie hätten auf jeden Fall schon einen gewissen Impfschutz, das sei entscheidend zu wissen.

Zwar gebe es bei Omikron viele Veränderungen an Stellen, an denen gerade die besten Antikörper binden können, sagte Leif Erik Sander, Immunologe an der Charité Berlin. «Aber unser Körper bildet eine Unmenge an verschiedenen Antikörpern.» Hinzu kämen spezielle Zellen der Immunabwehr, die in der Regel ganz andere Stellen erkennen als die Antikörper. «Also wir haben immer ein Netz und einen doppelten Boden.» Gerade bei der zellulären Immunität sei er sehr optimistisch, dass sie auch bei Omikron greife - und das sei die, die den Körper schütze, wenn das Virus in die Lunge eindringe und dort zu schwerem Lungenversagen führen könnte. «Darum sind wir optimistisch, dass wir mit so einer neuen Variante nicht bei null anfangen.»

Das Level an Immunität könne durch die Booster-Impfungen generell noch einmal sehr stark angehoben werden - was auch gegen Varianten helfe, führte der Infektionsimmunologe weiter aus. «Die Booster bleiben wichtig, gerade auch bei den Varianten.» Für eine genaue Einschätzung speziell zu Omikron fehlten bislang noch Daten - noch sei daher auch unklar, ob eine Anpassung der Impfstoffe nötig werde.


Zwei Fälle der Omikron-Variante in Großbritannien entdeckt

LONDON: In Großbritannien sind zwei Corona-Fälle mit der als besorgniserregend eingestuften Omikron-Variante entdeckt worden. In den englischen Städten Nottingham und Brentwood sei jeweils ein Fall festgestellt worden, teilte der britische Gesundheitsminister Sajid Javid am Samstag mit. Beide Fälle sollen miteinander in Verbindung stehen und auf Reisen in den Süden Afrikas zurückzuführen sein.

Die betroffenen Personen und ihre Haushalte befänden sich in Quarantäne, außerdem werde man in den Gegenden verstärkt testen, kündigte Javid an.

Die zuerst in Südafrika und Botsuana nachgewiesene Variante B.1.1.529 wurde am Freitag von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als «besorgniserregend» eingestuft. Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC spricht von ernsthaften Sorgen, dass die Variante die Wirksamkeit der Corona-Impfstoffe erheblich verringern und das Risiko von Reinfektionen erhöhen könnte. Welche genauen Auswirkungen die neue Variante hat, steht allerdings noch nicht fest.

Großbritannien setzt nun weitere afrikanische Länder - darunter Malawi, Mozambik und Angola - auf die sogenannte rote Liste. Damit wird für Rückkehrer eine zehntägige Hotel-Quarantäne Pflicht.


Omikron: Impfstoff-Experte geht nicht von Neustart der Pandemie aus

OXFORD: Der Entwickler des Astrazeneca-Impfstoffs gegen Corona, Andrew Pollard, geht nicht von einem dramatischen Neuanfang der Pandemie durch die neue Variante Omikron aus. «Es ist sehr unwahrscheinlich, dass es in einer geimpften Bevölkerung einen Neustart der Pandemie wie im letzten Jahr geben wird», sagte der Immunologe von der Universität Oxford am Samstag in einem BBC-Interview. Man müsse einige Wochen warten, um sichere Ergebnisse zu haben, es gebe jedoch Anlass zur Hoffnung, dass die Impfstoffe gegen schwere Erkrankungen weiterhin wirken würden. Im vergangenen Jahr war in Großbritannien kurz vor Weihnachten die erste deutlich ansteckende Alpha-Variante aufgetaucht, die eine schwere Welle auslöste. Damals gingen die Corona-Impfungen gerade erst los.

Die nun im Süden Afrikas entdeckte Omikron-Variante vereint Mutationen, die bereits bei früher als besorgniserregend eingestuften Varianten aufgetreten waren. «Trotz dieser Mutationen haben die Impfstoffe schwere Erkrankungen verhindert, während wir uns von Alpha, Beta und Gamma bis hin zu Delta bewegt haben», sagte Pollard, der mit anderen Oxford-Forschern und dem Pharmakonzern Astrazeneca den Impfstoff entwickelt hat. Außerdem zeigte sich der Wissenschaftler zuversichtlich, dass die Impfstoffe zeitnah auf die neue Variante hin angepasst werden könnten.

Die zunächst in Botsuana und Südafrika nachgewiesene Omikron-Variante (B.1.1.529) wurde von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mittlerweile als «besorgniserregend» eingestuft. Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC spricht von ernsthaften Sorgen, dass die Variante die Wirksamkeit der Corona-Impfstoffe erheblich verringern und das Risiko von Reinfektionen erhöhen könnte.


Kanzlerkandidat Scholz kündigt wegen Corona konsequentes Handeln an

FRANKFURT: SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz hat in der sich dramatisch zuspitzenden Corona-Pandemie konsequentes Handeln angekündigt. Man werde alles tun, was getan werden muss, sagte Scholz am Samstag in Frankfurt beim Bundeskongress der Jusos und sprach von «wieder neuen dramatischen Herausforderungen». Es gebe nichts, was nicht in Betracht genommen werde. Ehrgeiziges Ziel sei, dass jetzt alle Betreffenden eine Booster-Impfung zur Auffrischung bekommen. Er habe ja bereits angekündigt, dass ein Krisenstab eingesetzt werden soll. Es gebe derzeit eine enge Zusammenarbeit der künftigen und der jetzigen Regierung, sagte Scholz am Rande des Bundeskongresses.

In den vergangenen Tagen wurden immer wieder Höchstwerte bei den Neuinfektionen gemeldet, Krankenhäuser stoßen an Kapazitätsgrenzen auf ihren Intensivstationen. Corona-Intensivpatienten müssen verlegt werden. Hierbei hilft seit Freitag auch die Luftwaffe. Sorge bereitet zudem die zuerst im südlichen Afrika nachgewiesene Omikron-Variante (B.1.1.529), die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als «besorgniserregend» eingestuft wird. Diese neue Variante ist nach Angaben des hessischen Sozialministers Kai Klose(Grüne) «mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit» in Deutschland angekommen.


Mutmaßliche Corona-Impfzertifikat-Betrüger in Italien enttarnt

MAILAND: Eine Bande in Italien soll Internetnutzer betrogen haben, die sich für gefälschte Corona-Impfzertifikate interessiert haben - jetzt sind Ermittler den mutmaßlichen Betrügern auf die Schliche gekommen. Eine Einheit gegen Internet-Kriminalität der Finanzpolizei machte die italienischen Staatsbürger in den Regionen Venetien, Ligurien, Apulien und auf der Insel Sizilien aus, wie die Guardia di Finanza am Samstag mitteilte. Sie seien Administratoren eines Kanals im Messenger-Dienst Telegram gewesen. Hier seien Nutzern gefälschte Corona-Impf-Zertifikate für 100 Euro angeboten worden. Die Bezahlung sollte in Kryptowährungen erfolgen.

Erhalten hätten die Kunden jedoch nichts, erklärte ein Polizeioberst auf Nachfrage. Bei ihren Untersuchungen entlarvten die Polizisten das Netzwerk der kriminellen Bande und fanden zahlreiche Fotos von Personalausweisen und Gesundheitskarten sowie Chatverläufe. Ob die mutmaßlichen Täter festgenommen würden, sei noch unklar, da die Ermittlungen noch liefen. Unterstützung erhielten die Verdächtigen laut Mitteilung mutmaßlich von Mitarbeitern im Gesundheitsbereich.


Niederlande fordern Reisende aus südlichem Afrika zu Corona-Tests auf

DEN HAAG: Die niederländische Gesundheitsbehörde hat alle seit dem vergangenen Montag aus dem südlichen Afrika eingereisten Personen aufgefordert, sich umgehend auf das Coronavirus testen zu lassen. Die Aufforderung erging am Samstag, nachdem am Vortag auf dem Amsterdamer Flughafen Schiphol bei 61 von rund 600 Passagieren aus Südafrika eine Corona-Infektion festgestellt worden war. Ob es sich dabei um die neue Omikron-Variante (B.1.1.529) handelte, war zunächst noch unklar.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Omikron-Variante als «besorgniserregend» eingestuft. Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC spricht von ernsthaften Sorgen, dass die Variante die Wirksamkeit der Corona-Impfstoffe erheblich verringern und das Risiko von Reinfektionen erhöhen könnte.

Die in Amsterdam getesteten Reisenden waren mit Maschinen der Fluggesellschaft KLM aus Kapstadt und Johannesburg gekommen. Für alle positiv getesteten Reisenden gelte eine Quarantäne-Pflicht, erklärte Gesundheitsminister Hugo de Jonge. Zudem haben die Niederlande Nicht-EU-Bürgern die Einreise aus Ländern des südlichen Afrika untersagt. Dies gilt für Botsuana, Lesotho, Mosambik, Namibia, Simbabwe, Südafrika und Swasiland, wie die niederländische Nachrichtenagentur ANP berichtete. Niederländer dürfen bislang noch ins südliche Afrika fliegen, müssen sich aber nach der Rückkehr in Quarantäne begeben. KLM fliegt zunächst weiter nach Südafrika.


Hongkongs Omikron-Infizierte weisen ungewöhnlich starke Viruslast auf

HONGKONG: Die zwei bestätigten Omikron-Infizierten in Hongkong weisen offenbar eine sehr schnell ansteigende Viruslast auf. Die PCR-Tests der zwei Männer, die wenige Tage zuvor noch negativ ausfielen, enthielten einen Ct-Wert von 18 und 19. «Das ist wahnsinnig hoch, insbesondere wenn man bedenkt, dass die zwei bei den letzten PCR-Tests noch negativ waren», schreibt der Epidemiologe Eric Feigl-Ding, der lange Zeit an der Universität Harvard forschte. Es sehe so aus, als ob die Variante dem Impfschutz tatsächlich entgehen könnte, so Feigl-Ding weiter.

Laut Angaben der Hongkonger Regierung wurde die Omikron-Variante des Coronavirus von einem Reisenden aus Südafrika eingeschleppt, der sich seit seiner Ankunft am 11. November in einem Quarantäne-Hotel befand. Am 13. November wurde er dann positiv getestet.

Es wird davon ausgegangen, dass der Mann trotz strenger Isolation einen 62-Jährigen im gegenüberliegenden Zimmer des Quarantäne-Hotels angesteckt hat. Dieser wurde am 18. November während seines vierten PCR-Tests positiv getestet. In beiden Fällen wurde bei einer späteren Genomsequenzierung deutlich, dass sie sich mit der Omikron-Variante des Coronavirus infiziert hatten.

Einer Stellungnahme der Hongkonger Regierung zufolge soll der Einreisende aus Südafrika möglicherweise keinen ausreichenden Mundschutz getragen haben, als er seine Hoteltür beim Entgegennehmen von Essensbestellungen geöffnet habe. Dies sei womöglich der Grund für die Infektion trotz Quarantäne-Isolation.


Brasilien will Flugverkehr aus dem Süden Afrikas einschränken

BRASÍLIA: Wegen der zunächst im südlichen Afrika aufgetretenen Corona-Variante Omikron will die brasilianische Regierung die Einreise auf dem Luftweg aus der Region einschränken. «Brasilien wird die Luftgrenzen zu sechs afrikanischen Ländern - Südafrika, Botsuana, Eswatini, Lesotho, Namibia und Simbabwe - wegen einer neuen Variante des Coronavirus' schließen», schrieb Stabschef Ciro Nogueira nach einer Entscheidung von «Casa Civil», vergleichbar mit dem Kanzleramt, und verschiedenen Ministerien auf Twitter am Freitagabend (Ortszeit).

Die Entscheidung soll ab Montag gelten. Die Gesundheitsüberwachungsbehörde Anvisa hatte die Einschränkungen zuvor empfohlen. Zuvor hatten bereits mehrere Staaten in Europa und Nordamerika solche Beschränkungen oder das Aussetzen von Flügen angekündigt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stufte die neue Corona-Variante Omikron (B.1.1.529), die zunächst in Botsuana und Südafrika identifiziert worden war, am Freitag als «besorgniserregend» ein.

Einen Impfnachweis für die Einreise nach Brasilien, wie ihn die Anvisa vertritt, lehnte die Regierung von Präsident Jair Bolsonaro zunächst ab. Ein solcher Nachweis ist vielerorts in dem größten Land in Lateinamerika Voraussetzung für die Teilnahme an Veranstaltungen oder den Zutritt zu öffentlichen Orten.


Montgomery befürchtet sehr gefährliche Coronavirus-Varianten

BERLIN: Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, warnt vor der Entstehung gefährlicher Varianten des Coronavirus. «Meine große Sorge ist, dass es zu einer Variante kommen könnte, die so infektiös ist wie Delta und so gefährlich wie Ebola», sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstag).

Die neue südafrikanische Variante B.1.1.529 sei ein gutes Beispiel dafür, dass man dem Virus keine Chance zur Mutation geben dürfe. Um weitere Varianten zu verhindern, werde es nötig sein, die Welt noch jahrelang zu impfen, sagte Montgomery.

Eine Ebola-Infektion führt meist zu hohem Fieber und inneren Blutungen und endet sehr oft tödlich. Ohne Medikamente sterben rund 50 Prozent der Kranken, wobei der Anteil je nach Virusart auch deutlich darunter oder darüber liegen kann. Der bislang folgenschwerste Ebola-Ausbruch war 2014/2015 in Westafrika, damals kamen mehr als 11.000 Menschen ums Leben.


EU-Gesundheitsbehörde sorgt sich um Omicron-Folgen für Impfschutz

STOCKHOLM: Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC sorgt sich um mögliche Auswirkungen der zunächst im südlichen Afrika aufgetretenen Corona-Variante Omicron auf den Impfschutz. B.1.1.529 sei die am stärksten abweichende Variante, die bislang während der Pandemie in umfassenden Zahlen entdeckt worden sei, teilte die in Stockholm ansässige Behörde am späten Freitagabend in einer Einschätzung zur Bedrohungslage durch die neue Virus-Variante mit. Dies wecke ernsthafte Sorgen, dass sie die Wirksamkeit der Corona-Impfstoffe erheblich verringern und das Risiko von Reinfektionen erhöhen könnte.

Laut ECDC verfügt die Omicron genannte Variante B.1.1.529 verglichen mit dem Ursprungsvirus über eine große Anzahl Genmutationen. Es gebe zwar noch größere Unsicherheiten hinsichtlich der Übertragbarkeit, der Wirksamkeit der Impfstoffe und des Wiederansteckungsrisikos. Dennoch hält die Behörde die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Einschleppung und Verbreitung der Variante im Europäischen Wirtschaftsraum für hoch.

Wegen dieser Unsicherheiten sei ein vorsorglicher Ansatz wichtig, schrieb das ECDC. Es werde dringend zur verstärkten Umsetzung von nicht-pharmazeutischen Interventionen (NPI) geraten. Zu solchen Maßnahmen zählen zum Beispiel Abstand halten und das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes. Reisen von und in betroffene Gebiete sollten vermieden werden. «Zu diesem Zeitpunkt müssen wir basierend auf unseren Erfahrungen mit vorherigen Varianten proaktiv sein und vorsorglich Maßnahmen umsetzen, um Zeit zu gewinnen, bis wir mehr Erkenntnisse gewinnen», erklärte die ECDC-Direktorin Andrea Ammon.

Die zunächst in Botsuana und Südafrika aufgetauchte Variante löst international Besorgnis aus. Bis Freitag wurde sie auch in Belgien, Hongkong und Israel nachgewiesen. Das ECDC stufte ebenso wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Omicron als «besorgniserregend» ein. Diese Einstufung ist laut WHO-Definition ein Signal, dass eine Variante ansteckender ist oder zu schwereren Krankheitsverläufen führt.

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