Corona-Überblick: Meldungen am Samstag

Foto: Pixabay/Gerd Altmann
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Schweiz setzt Großbritannien und andere Länder auf Corona-Risikoliste

BERN: Großbritannien und mehrere andere Länder gelten wegen steigender Coronainfektionszahlen nun in der Schweiz als Risikogebiete. Betroffen sind von der neuen Einstufung unter anderem auch Portugal, Belgien, die Niederlande, Dänemark und Teile Österreichs, wie das Bundesamt für Gesundheit am Freitag mitteilte.

Ab Montag müssen sich Reisende aus diesen Ländern in der Schweiz in eine zehntägige Quarantäne begeben, die anders als in Deutschland auch nicht mit einem negativen Corona-Test abgekürzt werden kann. Auf der Liste stehen inzwischen rund 60 Länder. Teils sind nur bestimmte Regionen in Ländern erfasst. Gut 10.000 Menschen waren nach der Rückkehr aus Risikogebieten am Freitag in Quarantäne.

Als Risikogebiete gelten in der Schweiz Länder und Regionen, die in den vergangenen 14 Tagen mehr als 60 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner verzeichneten.

Dieser Grenzwert wird auch von einigen Kantonen überschritten, darunter Waadt und Genf in der Westschweiz. Innerhalb des Landes gibt es aber keine Reisebeschränkungen.

Mehr Infos: Informationen für Reisende


Festnahmen und Verletzte bei Demo gegen Corona-Maßnahmen in London

LONDON: Bei Demonstrationen gegen die Corona-Politik sind am Samstag in London 16 Menschen festgenommen worden. Neun Polizisten wurden bei den Protesten von Hunderten Impfgegnern und Gegnern der Corona-Maßnahmen nach Polizeiangaben verletzt. Zwei von ihnen mussten mit Kopfverletzungen im Krankenhaus behandelt werden.

Die Polizei trieb Protestler auf dem Trafalgar Square auseinander, es kam zu Zusammenstößen. Auch eine Protestgruppe im Hyde Park wurde von der Polizei aufgelöst. Nach Angaben der Polizei hielten die Demonstranten die Abstände nicht ein. Auf Schildern war etwa zu lesen «No to mandatory vaccines» («Nein zur Impfpflicht») oder «Covid-1984» in Anlehnung an George Orwells düsteren Roman «1984».

Großbritannien gab die Zahl der neu registrierten Coronavirus-Infektionen am Samstag mit 6042 an. Insgesamt sind in dem Land seit März 430.000 Infektionen nachgewiesen worden. Die offizielle Zahl der Todesopfer liegt bei fast 42.000, in absoluten Zahlen die höchste in Europa.


Erstmals mehr als 1000 Corona-Neuinfektionen

TUNIS: Erstmals seit Beginn der Pandemie hat Tunesien mehr als 1000 Corona-Neuinfektionen innerhalb eines einzigen Tages registriert. Binnen 24 Stunden seien 1087 neue Corona-Infektionen gemeldet worden, teilte das Gesundheitsministerium am Samstag in Tunis mit. 11 Menschen seien gestorben. Das Ministerium warnte vor einer «gefährlichen Situation» im Oktober. Insgesamt registrierten die Behörden in dem nordafrikanischen Land bislang mehr als 14.000 Corona-Fälle und 191 Tote in Verbindung mit Covid-19.

Das Tragen von Schutzmasken in der Öffentlichkeit ist mittlerweile wieder Pflicht. Gesundheitsminister Fausi Mehdi kündigte an, jeder positiv Getestete müsse sich zur Quarantäne in ein Hotel begeben. Für den Anstieg sollen insbesondere auch größere Hochzeitsfeiern verantwortlich sein. Mehdi sagte, auch die Rückkehr zu strikteren Ausgangsregelungen sei denkbar. Im März hatte Tunesien schon einmal strikte Ausgangssperren verhängt, die Grenzen geschlossen und internationale Flüge ausgesetzt.

Ministerpräsident Hichem Mechichi sagte der Nachrichtenagentur TAP zufolge am Samstag: «Wir werden uns bemühen, die Kurve abzuflachen, um das Wiederaufleben des Coronavirus einzudämmen.» Eine Rückkehr zur allgemeinen Abriegelung komme aber nicht in Frage. Tunesien leidet unter einer schweren politischen und wirtschaftlichen Krise. Die Corona-Pandemie hat die Lage verschärft.


Iran will zeitweilige Ausgangssperren verhängen

TEHERAN: Der Iran plant wegen eines weiteren Anstiegs der Corona-Neuinfektionen zeitweilige Ausgangssperren. Bei hohen Fallzahlen sollten in betroffenen Provinzen einwöchige Lockdowns verhängt werden, gab Präsident Hassan Ruhani in einem Treffen des nationalen Corona-Krisenstabs am Samstag bekannt. Zudem solle es bei Verstößen gegen die Maskenpflicht künftig höhere Strafen geben, hieß es auf der Webseite des Präsidenten.

Iranische Gesundheitsexperten fürchten, dass ein weiterer Anstieg der Fallzahlen zu kritischen Engpässen bei der Versorgung infizierter Patienten führen könnte. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums gab es zuletzt bis zu 200 Tote sowie 3500 Neuinfektionen täglich. Insgesamt starben in dem Land mit etwa 82 Millionen Einwohnern bereits mehr als 25.000 Menschen an den Folgen einer Corona-Infektion. Annähernd 440.000 haben sich infiziert.


Litauen führt wieder Quarantänepflicht für Deutsche ein

VILNIUS: Für Reisende aus Deutschland gilt in Litauen ab Montag wieder eine Quarantänepflicht. Bei Ankunft in dem baltischen Staat müssen sich Neuankömmlinge und Rückkehrer in eine zweiwöchige Quarantäne begeben. Dies geht aus einer vom Gesundheitsministerium in Vilnius am Freitagabend veröffentlichten Liste von Ländern mit hohen Corona-Ansteckungsraten hervor. Die Quarantänepflicht wird demnach auch für Estland, Polen, Island und San Marino eingeführt. Grund dafür ist die hohe Zahl an Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den betroffenen Ländern. Es besteht zudem eine Registrierungspflicht - alle Reisende müssen bei Ankunft in Litauen ihre Daten hinterlegen.

Die Liste mit Ländern, für die Quarantänepflicht gilt, wird einmal wöchentlich aktualisiert. Dabei gilt in Litauen ein Grenzwert von 25 Corona-Neuinfektionen in dem jeweiligen Land pro 100.000 Einwohner in den vergangenen 14 Tagen. In den beiden anderen Baltenstaaten Estland und Lettland liegt der Grenzwert bei 16 Fällen - auch dort müssen sich Reisende aus Deutschland in eine 14-tägige Quarantäne begeben.

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