Corona-Überblick: Meldungen am Samstag

Eine Nahaufnahme zeigt die deutsche 'Corona Warn-App' auf einem Smartphone in Köln. Foto: Epa/Sascha Steinbach
Eine Nahaufnahme zeigt die deutsche 'Corona Warn-App' auf einem Smartphone in Köln. Foto: Epa/Sascha Steinbach

Zweiter Corona-Lockdown wird weitgehend befolgt

TEL AVIV: In Israel wird der zweite landesweite Lockdown zur Eindämmung des Coronavirus' weitgehend befolgt. Auf den Straßen in Tel Aviv etwa waren am Samstag nur vereinzelt Autos zu sehen. Auch Menschen waren kaum unterwegs. Nach Medienberichten gab es allerdings am Strand der Küstenstadt einen kleineren Protest. Dem Nachrichtenportal ynet zufolge demonstrierten dort etwa 100 Menschen gegen die neuen Vorschriften wie etwa die Einschränkung der Bewegungsfreiheit. Strandbesuche sind eigentlich untersagt.

Die Restriktionen gelten seit Freitagnachmittag für drei Wochen. Die Menschen dürfen sich nur in Ausnahmefällen - wie etwa dem Weg zur Arbeit oder zu Demonstrationen - weiter als 1000 Meter von ihrem Zuhause entfernen, Fahrten zwischen einzelnen Städten sind verboten.

Netanjahus Regierung hatte bereits im Frühjahr einen Lockdown verhängt, um die Pandemie einzudämmen. Damit erzielte sie Erfolge. Nach Lockerungen stiegen die Zahlen jedoch wieder an. Experten warfen der Regierung vor, Maßnahmen wie Schulschließungen zu früh aufgehoben und das Land unzureichend auf eine zweite Corona-Welle vorbereitet zu haben. Bei vielen Israelis sorgten im Sommer verhängte Maßnahmen für Verwirrung und Frust. Daher blieb offen, inwieweit die Menschen bei dem zweiten Lockdown mitmachen. Die Regierung wiederum hatte immer wieder an die Menschen appelliert, sich an Vorschriften wie das Tragen von Mund-Nase-Bedeckungen und Abstandsregeln zu halten.


Steigende Corona-Zahlen und erneute Alkoholverbote

PARIS: Im Kampf gegen die steigenden Corona-Zahlen verhängen immer mehr Städte und Departements in Frankreich strengere Regeln. Ab Montag sind im Departement Indre-et-Loire in der Mitte des Landes Tanzabende und von Studentengemeinschaften organisierte Abende verboten, ebenso Aperitifs, Umtrunke und Snacks im Stehen. Untersagt werden zudem Essensplatten für mehrere, Bars in geschlossenen Räumen ohne Sitzmöglichkeiten bleiben zu, wie die zuständige Präfektur am Samstag mitteilte. Toulouse, Nizza, Bordeaux und Marseille haben bereits ähnliche Regeln eingeführt.

Die französischen Gesundheitsbehörden meldeten am Samstagabend einen neuen Höchstwert von 13.498 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden. In den vergangenen sieben Tagen kamen 3853 Covid-19-Patienten ins Krankenhaus, davon 593 auf Intensivstationen.


Höchster Tageswert an Corona-Neuinfektionen

KOPENHAGEN: Dänemark hat den höchsten Tageswert an Corona-Neuinfektionen seit Beginn der Pandemie registriert. Wie am Samstag aus Zahlen des dänischen Gesundheitsinstituts SSI hervorging, wurden seit dem Vortag 589 neue Infektionen mit dem Coronavirus bestätigt - das ist der höchste Tageswert, seit das Virus Ende Februar erstmals im nördlichsten deutschen Nachbarland nachgewiesen worden war. Die heutigen Zahlen lassen sich allerdings nur schwer mit denjenigen der ersten Hochphase der Corona-Krise im Frühjahr vergleichen, weil in Dänemark wie in zahlreichen anderen Ländern heute viel mehr auf Corona getestet wird.

Dennoch sind die dänischen Behörden und die Regierung in Kopenhagen besorgt über den Anstieg der vergangenen Wochen, der vor allem mit einigen lokalen Ausbrüchen zusammenhängt. Zuletzt sind die Fallzahlen vor allem in der Hauptstadtregion angestiegen. Die Regierung versucht gegenzusteuern, indem seit Samstag für ganz Dänemark eine Reihe von Beschränkungen gelten: Unter anderem müssen Restaurants und Kneipen landesweit nun bereits um 22.00 Uhr schließen, in den Lokalen muss zudem ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Die maximale Teilnehmerzahl von Versammlungen wurde wieder auf 50 herabgesetzt.

Insgesamt sind seit Beginn der Coronavirus-Pandemie rund 22.000 Corona-Fälle in Dänemark bestätigt worden, 635 infizierte Personen starben bislang. Mehr als 2,15 Millionen Menschen sind im Land bisher auf das Virus getestet worden.


Picknick statt Anstich - Friedlicher Start der Nicht-Wiesn

MÜNCHEN: Zum Starttermin des ausgefallenen Oktoberfests ist es auf der Münchner Theresienwiese ruhig geblieben. Nur vereinzelte Personen in Tracht begingen den Moment, in dem eigentlich das erste Fass angestochen worden wäre auf dem Festgelände - teilweise mit «Ozapft is»-Rufen. Das Oktoberfest wurde wegen der Corona-Pandemie abgesagt, normalerweise hätte es am Samstag um 12.00 Uhr begonnen.

Stattdessen galt nun sogar ein Alkoholverbot auf der Theresienwiese. Dadurch wollte die Stadt wilde Ersatzfeiern verhindern. Die Polizei war nach eigenen Angaben mit 60 Beamten im Einsatz, um das Verbot zu kontrollieren. Bis zum Mittag blieb einem Sprecher zufolge alles ruhig.

Unter anderem picknickte eine Gruppe von Wiesnbedienungen in Tracht mit Cola-Mix und alkoholfreiem Radler unterhalb der Bavaria. Die Wirtshauswiesn, bei der in mehr als 50 Münchner Gaststätten eine Art Ersatzoktoberfest mit den üblichen Hygienemaßnahmen gefeiert werden soll, sahen sie kritisch. «Das ist ein Schmarrn» sagte Nicolai Schmidt, der normalerweise in einem der Festzelte gearbeitet hätte. Nur wenige Meter entfernt lief am Sonntag der Betrieb in der Corona-Teststation auf der Theresienwiese weiter.


Polen verzeichnet Höchstwert bei nachgewiesenen Corona-Neuinfektionen

WARSCHAU: Polen hat so viele neue Corona-Fälle registriert wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Am Samstag verzeichneten die Behörden 1002 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden, wie das Gesundheitsministerium in Warschau mitteilte. Der Schwerpunkt der nachgewiesenen Neuinfektionen lag mit 149 Fällen in Kleinpolen im Süden des Landes, aber auch die Region um Lublin im Osten (122) und Pommern (96) waren stark betroffen. Der bisherige Rekordwert wurde am 21. August erfasst, er betrug 903 Neuinfektionen.

Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums sagte, es gebe keine großen lokalen Epidemieherde. «Die Werte, die wir jetzt sehen, sind ein Ergebnis davon, dass die Menschen zum normalen Alltagsleben und zur Arbeit zurückgekehrt sind Es geht um das, was wir auch auf den Straßen sehen: mehr Menschen, mehr Kontakte.»

In Polen haben sich nach offiziellen Angaben bislang 78.330 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert. 2282 Menschen starben demnach in Zusammenhang mit dem Virus. Polen hat rund 38 Millionen Einwohner.

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