Corona-Überblick: Meldungen am Montag

Foto: Freepik
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Biden empfängt Kollegen aus Japan, Australien und Indien

WASHINGTON: US-Präsident Joe Biden empfängt Ende nächster Woche die Regierungschefs aus Japan, Australien und Indien zu einem Gipfeltreffen im Weißen Haus. Die Zusammenkunft unterstreiche die Bedeutung des US-Engagements im Indopazifik-Raum, erklärte das Weiße Haus am Montag. Es gehe darum, «durch neue multilaterale Zusammensetzungen den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts zu begegnen». Bei dem Gipfel sollen demnach auch der Kampf gegen die Corona-Pandemie, die Klimakrise und die Sicherheit eines freiheitlichen Indopazifik-Raums eine Rolle spielen.

Für die USA ist das Vierer-Bündnis nach Ansicht von Beobachtern auch ein Mittel, die Abstimmung mit demokratischen Verbündeten in der Region zu stärken, um Chinas Vormachtsanspruch in Asien zu begegnen.

Das Treffen am Freitag kommender Woche (24.9.) mit Indiens Premierminister Narendra Modi, Japans Ministerpräsident Yoshihide Suga und dem australischen Regierungschef Scott Morrison sei die erste persönliche Zusammenkunft des Quartetts, erklärte das Weiße Haus. Im März hatte es einen virtuellen Gipfel der Gruppe gegeben, die auf Englisch als «Quad» bezeichnet wird. Im März hatten die vier Staaten eine gemeinsame Initiative zur Ausbau der Produktionskapazitäten für Corona-Impfstoffe in Indien angekündigt.


Bei Immunschwäche: Dritte Corona-Impfung ab 20. September

ROM: Italien beginnt am 20. September damit, bestimmten Bevölkerungsgruppen eine dritte Impfdosis gegen das Coronavirus zu verabreichen. Diese zusätzlichen Dosen oder «Booster» sollen zunächst an immungeschwächte Menschen gehen, beschlossen Gesundheitsminister Roberto Speranza und der außerordentliche Kommissar für den Corona-Notfall, Francesco Figliuolo, am Montag. Die Experten der italienischen Arzneimittelbehörde und die spezielle Corona-Kommission der Regierung hatten sich für eine dritte Impfung ausgesprochen.

Mit den Regionen soll nun geklärt werden, wie die Verteilung der dritten Impfdosen organisiert wird. Verimpft werden die mRNA-Vakzine von BioNTech/Pfizer und Moderna. Insgesamt hatten bis Montag in Italien rund 74 Prozent der Menschen ab 12 Jahren den regulären Impfzyklus abgeschlossen.


Teenager ab zwölf sollen Corona-Impfung erhalten

LONDON: In Großbritannien sollen Zwölf- bis 15-Jährige eine Impfung gegen das Coronavirus erhalten. Die obersten medizinischen Regierungsberater der vier Landesteile sprachen sich am Montag dafür aus, den Teenagern das Mittel der Konzerne Biontech und Pfizer zu spritzen. Damit könnten sich insgesamt etwa drei Millionen Jugendliche impfen lassen. Premierminister Boris Johnson hatte deutlich gemacht, dass er der Empfehlung der Mediziner folgen werde. Vermutlich werden die Impfdosen in der Schule oder mit Vermittlung der Schulen verabreicht.

Zunächst wird den Teenagern nur je eine Dosis gespritzt. Ob sie auch - wie Erwachsene - eine zweite Dosis erhalten, soll nun geprüft werden. Dafür seien mehr internationale Daten nötig. Eine Entscheidung wird nicht vor Frühling erwartet. In Deutschland können sich Zwölf- bis 15-Jährige bereits seit Juni impfen lassen und erhalten zwei Dosen im Abstand von einigen Wochen.

Zuvor hatte die britische Impfkommission sich gegen eine flächendeckende Impfung der Zwölf- bis 15-Jährigen ausgesprochen. Eine Infektion bedeute nur geringe Risiken für diese Altersgruppe. Die Regierungsberater betonten nun aber, ihre Entscheidung berücksichtige die Auswirkungen der Pandemie auf die Bildung der Jugendlichen sowie die Risiken für ihre psychische Gesundheit, falls sie häufig in der Schule fehlten. Die hoch ansteckende Delta-Variante mache coronabedingte Fehlzeiten wahrscheinlicher. «Impfungen werden Bildungspausen vermutlich verringern (aber nicht beseitigen)», hieß es weiter.


Mehr Todesfälle als Geburten im ersten Halbjahr

PRAG: In den ersten sechs Monaten des Jahres 2021 sind in Tschechien deutlich mehr Menschen gestorben als geboren wurden. Wie die Statistikbehörde CSU am Montag mitteilte, gab es in diesem Zeitraum rund 76.300 Todesfälle - das waren um 33 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2020. Zugleich wurden rund 55.000 Lebendgeburten verzeichnet.

Ein Grund für die Übersterblichkeit dürfte die Corona-Pandemie sein. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden im ersten Halbjahr 2021 mehr als 18.110 Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gemeldet. Nur aufgrund der Zuwanderung hielt sich die Bevölkerungszahl des Landes über der 10,7-Millionen-Marke. Wichtigstes Herkunftsland war die Ukraine mit mehr als 13.000 Einwanderern, gefolgt von der Slowakei und Belarus.

Die Corona-Lage in Tschechien bleibt derzeit relativ stabil. Nach aktuellen Zahlen steckten sich innerhalb von sieben Tagen 24 Menschen je 100.000 Einwohner an. «Aus meiner persönlichen Sicht gibt es in diesem Moment keinerlei Grund für Panik oder Angstmache», sagte Gesundheitsminister Adam Vojtech. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung ist inzwischen vollständig geimpft.


Keine Maskenpflicht im Freien mehr im Urlaubsland Portugal

LISSABON: Gute Nachricht für Portugal-Fans: Nach genau 318 Tagen müssen die Menschen im beliebten Urlaubsland auf der Straße, in Parks oder auf der Strandpromenade keinen Mund- und Nasenschutz mehr tragen. Am Montag ging die seit Ende Oktober 2020 herrschende Maskenpflicht im Freien im Zuge der guten Entwicklung der Corona-Lage zu Ende. Auf den Straßen der Hauptstadt Lissabon und anderer Städte trugen viele Menschen aber weiterhin Schutzmaske. Sie folgten der Empfehlung von Gesundheitsministerin Graça Freitas, bei größeren Ansammlungen auch im Freien Vorsicht walten zu lassen.

Nach dem Sommer-Höchststand von rund 438 fiel die 14-Tage-Inzidenz in Portugal zuletzt auf 240. Die Einschränkungen werden deshalb immer mehr gelockert. Dabei ist man aber deutlich vorsichtiger als zum Beispiel in Spanien, wo die Infektionszahlen ebenfalls rapide zurückgehen und die Maskenpflicht im Freien schon vor zweieinhalb Monaten aufgehoben wurde. Anders als im Nachbarland muss in Portugal etwa zum Besuch der Innenbereiche vieler Einrichtungen ein Impf- oder ein Genesenen-Nachweis oder ein negativer Test vorgelegt werden.

Nur in wenigen Ländern war die Impfkampagne so erfolgreich wie in Portugal. Rund 80 Prozent aller 10,3 Millionen Bürger sind dort bereits vollständig geimpft. Unter Berufung auf die Regierung von Ministerpräsident António Costa berichtete die Zeitung «Público» am Montag, bis Ende September werde man mit Sicherheit die 85-Prozent-Marke erreichen. 84 Prozent aller Zwölf- bis 17-Jährigen hätten schon den ersten Stich bekommen, hieß es.


Lockdown in Auckland um eine Woche verlängert

AUCKLAND: Die neuseeländische Metropole Auckland bleibt eine weitere Woche im strikten Corona-Lockdown. Diese Entscheidung gab die Regierung von Ministerpräsidentin Jacinda Ardern am Montag bekannt, nachdem in der Millionenstadt 33 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden verzeichnet wurden - die höchste Zahl seit Tagen.

Die Menschen dürfen bis mindestens 21. September nur in Ausnahmefällen ihre Häuser verlassen, etwa zum Einkaufen oder um in der näheren Umgebung Sport zu treiben.

Die Regierung des Inselstaats im Südpazifik hatte am 18. August nach der Entdeckung eines einzigen Corona-Falls einen landesweiten Lockdown verhängt. Im Rest des Landes waren die Beschränkungen bereits in der vergangenen Woche gelockert worden. Hier wurden keine neuen Fälle gemeldet. Einige Regeln gelten aber weiter: So müssen die Bürger in Innenräumen Masken tragen. Zudem dürfen sich in geschlossenen Räumen nur noch maximal 50 Personen versammeln, im Freien bis zu 100 Personen.

Neuseeland gilt weltweit als Vorzeigestaat im Kampf gegen das Virus und verfolgt eine sogenannte Null-Covid-Strategie. Die Menschen leben seit Beginn der Pandemie weitgehend vom Rest der Welt abgeschottet, dadurch aber weitgehend normal weiter - monatelang auch ohne Masken. Bislang wurden weniger als 4000 Infektionen bestätigt, 27 Menschen sind in Verbindung mit Covid-19 gestorben. Allerdings sind bisher nur etwa 34 Prozent der fünf Millionen Einwohner vollständig geimpft.


Drittimpfungen gegen Corona starten

PARIS: Frankreich hat mit den Auffrischimpfungen gegen das Coronavirus begonnen. Seit Montag können sich besonders gefährdete Menschen mit einer dritten Impfung gegen das Virus schützen lassen. Wie Premierminister Jean Castex in Clamart bei Paris sagte, gelte das Angebot derzeit für Menschen in Altersheimen, mit Vorerkrankungen und über 65 Jahren. Betroffene seien demnach mehrere Millionen Menschen. Die 600.000 Bewohnerinnen und Bewohner der Altenheime sollten innerhalb der kommenden fünf Wochen ihre dritte Impfdosis erhalten.

Inzwischen sind in Frankreich knapp 70 Prozent der Bevölkerung vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Der landesweite Inzidenzwert sinkt seit Wochen. Zuletzt steckten sich innerhalb einer Woche etwa 109 Menschen auf 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner an. Auch die Zahl der Krankenhauseinlieferungen ging zuletzt zurück.

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