Corona-Überblick: Meldungen am Montag

Leute tragen Gesichtsmasken an der Columbus Circle Subway Station in New York. Foto: epa/Peter Foley
Leute tragen Gesichtsmasken an der Columbus Circle Subway Station in New York. Foto: epa/Peter Foley

New Yorker U-Bahn fährt nach Corona-Pause wieder rund um die Uhr

NEW YORK: Rund ein Jahr nachdem der New Yorker U-Bahn in der Coronavirus-Pandemie eine nächtliche Putz-Pause verordnet worden war, sollen die Züge ab dem 17. Mai wieder rund um die Uhr fahren. Die Verbesserungen bei der Sauberkeit sollten aber trotzdem aufrecht erhalten bleiben, teilte New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo am Montag mit.

Seit dem vergangenen Mai hatte das U-Bahn-System der Millionenmetropole, das normalerweise als eines der wenigen in der Welt rund um die Uhr läuft, jede Nacht eine mehrstündige Pause eingelegt, damit die Züge desinfiziert werden konnten. Eine solche Maßnahme hatte es zuvor seit der Gründung der New Yorker Verkehrsbetriebsbehörde MTA vor rund 50 Jahren noch nie gegeben. Die Zahl der Fahrgäste war zu Beginn der Pandemie stark gesunken, zuletzt aber wieder angestiegen.

Gouverneur Cuomo verkündigte am Dienstag zudem gemeinsam mit seinen Kollegen aus den Nachbar-Bundesstaaten Connecticut und New Jersey weitere Lockerungen: So dürfen unter anderem Restaurants, Theater, Museen, Friseursalons, Vergnügungsparks und Fitnessstudios in diesen Bundesstaaten ab dem 19. Mai wieder ohne Kapazitätsgrenzen öffnen.

Der Bundesstaat New York - und vor allem die darin gelegene gleichnamige Millionenmetropole - waren im vergangenen Frühjahr zum Epizentrum der Pandemie in den USA geworden. Inzwischen hat sich das Infektionsgeschehen allerdings stabilisiert, die Zahl der Neuinfektionen war zuletzt stetig gesunken und die Impfkampagne kommt rasch voran.


Außenminister der G7-Staaten beraten persönlich in London

LONDON: Die Außenminister der G7-Staaten wollen bei einem persönlichen Treffen am Dienstag in London über aktuelle internationale Konflikte und gemeinsame Herausforderungen beraten. Bei den bis Mittwoch andauernden Beratungen soll es unter anderem um das Verhältnis zu China und Russland, aber auch um die Konflikte in Syrien, der Ukraine, Myanmar und Afghanistan gehen. Wegen der Corona-Pandemie ist es das erste persönliche Treffen der G7-Minister seit zwei Jahren. Bei einem gemeinsamen Abendessen am Montagabend wollten sich die Politiker dem Weißen Haus zufolge bereits über den Iran und Nordkorea austauschen.

Zu den G7-Staaten gehören neben Großbritannien, Deutschland und den USA auch Frankreich, Kanada, Italien und Japan. Das Vereinigte Königreich ist Gastgeber des diesjährigen G7-Gipfels Mitte Juni. Auf Einladung der Briten sind auch die Außenminister von Indien, Australien und Südkorea bei den Beratungen zu Gast. Alle Anwesenden müssen sich täglich auf Corona testen lassen.

Bundesaußenminister Heiko Maas verspricht sich von dem Treffen ein klares Zeichen für Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie. «Überall auf der Welt versuchen autoritäre Staaten, uns gegeneinander auszuspielen, werden Regelbrüche zur Normalität - sei es im Indopazifik, in Lateinamerika oder in Osteuropa», sagte der SPD-Politiker vor seinem Abflug nach London. Es sei wichtig, sich dem geschlossen und glaubwürdig entgegen zu stellen. Maas wollte das Treffen auch für bilaterale Gespräche mit Gipfelteilnehmern nutzen.


Tschechien beschließt weitere Lockerungen der Corona-Beschränkungen

PRAG: Die tschechische Regierung hat weitere Corona-Lockerungsschritte beschlossen. Neben dem Einzelhandel dürfen vom kommenden Montag an unter anderem auch Autohändler und Werkstätten, Solarien, Tattoostudios und Schießstände öffnen. Die Maskenpflicht im Freien gilt vom 10. Mai an nur noch bei Kontakten mit anderen Personen. Freilich ist die Bereitschaft zum Maskentragen draußen bereits stark zurückgegangen. Innerhalb von sieben Tagen steckten sich noch knapp 140 Menschen je 100.000 Einwohner mit dem Virus an.

Gesundheitsminister Petr Arenberger gab am Montag zudem erste Erleichterungen für Geimpfte bekannt. Für Reiserückkehrer, die ein tschechisches Impfzertifikat vorweisen können, entfällt die Quarantäne- und Testpflicht. Inzwischen sind mehr als eine Million Menschen vollständig geimpft. Zugleich warteten Hunderttausende Senioren über 70 Jahren noch immer auf einen Impftermin.

Das Vertrauen in die Regierung ist in Tschechien seit Beginn der Corona-Krise massiv zurückgegangen. Das ergab eine am Montag veröffentlichte Eurobarometer-Umfrage. Demnach gaben 19 Prozent der Befragten an, Vertrauen in das Kabinett unter Ministerpräsident Andrej Babis zu haben. Das war der niedrigste Wert unter allen EU-Staaten. Ein Jahr zuvor waren es noch 40 Prozent gewesen. Anfang Oktober steht in dem Land mit rund 10,7 Millionen Einwohnern eine Parlamentswahl bevor.


Ukrainischer Präsident beklagt mangelnde EU-Hilfe bei Covid-Impfungen

WARSCHAU: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die fehlende Hilfe der EU für sein Land bei der Lieferung von Covid-Impfstoffen beklagt. «Trotz des Abkommens, das wir ausgehandelt haben, hat die Ukraine nichts von der EU erhalten», sagte Selenskyj am Montag in Warschau bei einem Treffen mit seinen Amtskollegen aus Polen, Litauen, Lettland und Estland. «Ich denke, es entspricht nicht den europäischen Werten. Ich denke, es ist sehr unfair», so Selenskyj weiter. In seinem Land seien bislang erst etwa eine Million Menschen geimpft worden. Hingegen erhielten dem Gesundheitsministerium in Kiew zufolge erst rund 750.000 Ukrainer eine erste Impfdosis. 290 sind vollständig geimpft. Die Ukraine hat knapp 42 Millionen Einwohner.

Die EU unterstützt die Ukraine im Rahmen des Covax-Programms, das von der Weltgesundheitsorganisation WHO, der EU-Kommission und Frankreich organisiert wird. Aus diesem Programm erhielt die Ukraine bislang 117.000 Dosen des Präparats von Biontech/Pfizer. Im Februar hatte die EU-Kommission zudem angekündigt, sie wolle Polen beim Weiterverkauf von 1,2 Millionen Dosen Astrazeneca an die Ukraine helfen.

Laut dem Gesundheitsministerium in Kiew hat das Land bislang weitere rund 1,5 Millionen Impfdosen aus China, Indien und Südkorea erhalten. Selenskyj sagte in Warschau, sein Land habe auch mit Großbritannien und den USA Verträge unterschrieben, man erwarte die Lieferung von 20 Millionen Dosen, allerdings erst in der zweiten Hälfte 2021.

Der ukrainische Gesundheitsminister Maxim Stepanow sprach am Montag von mehr als 1500 Corona-Infizierten, die allein am Vortag in ein Krankenhaus gebracht worden seien. Seit dem Ausbruch der Pandemie wurden über zwei Millionen Infektionen festgestellt. Etwa 45.000 Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus. Vakzine aus Russland sind in der Ukraine verboten, weil das Verhältnis zu Moskau nach der russischen Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim zerrüttet ist.


Boris Johnson macht Hoffnung auf baldiges Ende der Abstandsregeln

HARTLEPOOL: Der britische Premier Boris Johnson hat seinen Landsleuten Hoffnung auf ein baldiges Ende der Corona-Abstandsregeln gemacht. «Ich denke, wir haben gute Chancen, dass wir ab 21. Juni auf die Ein-Meter-Plus-Regel verzichten können», sagte Johnson am Montag bei einem Besuch in der nordenglischen Stadt Hartlepool. Das sei jedoch abhängig davon, ob die Infektionslage weiterhin stabil bleibe. Derzeit liegt die Sieben-Tage-Inzidenz in Großbritannien bei rund 23 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern.

Johnsons Weg aus dem Lockdown sieht bei einer positiven Weiterentwicklung der Corona-Zahlen die nächsten Lockerungsstufe in England für den 17. Mai vor. Ab diesem Datum sollen Pubs und Restaurants auch wieder drinnen Gäste bewirten dürfen und Kontaktbeschränkungen gelockert werden. Auch erste Auslandsreisen könnten nach einem monatelangen strikten Reiseverbot wieder erlaubt sein. Für den 21. Juni ist in England die Aufhebung aller Corona-Beschränkungen geplant. Schottland, Wales und Nordirland entscheiden eigenständig über ihre eigenen Corona-Maßnahmen.


Dänemark verzichtet auf Johnson & Johnson-Impfstoff

KOPENHAGEN: Die dänische Regierung hat entschieden, den Corona-Impfstoff des Herstellers Johnson & Johnson aus dem Impfprogramm zu streichen. Das teilte die Gesundheitbehörde am Montag mit. Die Vorteile einer Impfung könnten das Risiko möglicher Nebenwirkungen in Form schwerer Blutgerinnsel nicht ausgleichen, hieß es in einer Mitteilung. Zuvor hatten mehrere Medien über die Entscheidung berichtet.

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hatte im April einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Johnson & Johnson-Präparat und seltenen, aber schweren Fällen von Blutgerinnseln festgestellt. Zuvor war so ein Zusammenhang auch bei der Vergabe des Astrazeneca-Impfstoffs Vaxzevria festgestellt worden. Obwohl die EMA den Einsatz beider Mittel zur Bekämpfung der Corona-Pandemie weiter empfiehlt, entschied sich Dänemark, den Astrazeneca-Wirkstoff aus dem Impfprogramm zu nehmen. Eine politische Mehrheit im Parlament hat sich am Montag dafür ausgesprochen, dass Vaxzevria an Freiwillige verabreicht werden kann.

Dass nun zwei Präparate aus dem Impfprogramm fallen, wird der Gesundheitsbehörde zufolge Auswirkungen auf den Impfkalender haben. Die 25- bis 39-Jährigen müssten damit rechnen, vier Wochen später ihre erste Dosis zu bekommen.


Weiter Impfskepsis in EU - Offene Fragen beim grünen Pass

WIEN: In der Europäischen Union ist die Skepsis gegen eine Corona-Impfung einer Umfrage zufolge nach wie vor verbreitet. 33 Prozent der EU-Bürger wollten sich weder so schnell wie möglich noch in diesem Jahr impfen lassen, sagte der Vertreter der EU-Kommission in Österreich, Martin Selmayr, am Montag in Wien. Damit drohe das Ziel einer Herdenimmunität in diesem Jahr verfehlt zu werden. In Deutschland sei der Anteil der Impfskeptiker etwas geringer als im EU-Durchschnitt, so Selmayr unter Berufung auf eine Umfrage unter 27.000 Bürgern, die im Auftrag der EU im Februar und März erhoben wurde.

Der EU-Spitzenbeamte warb für Verständnis, falls das EU-weit geplante Zertifikat für Mobilität und Zutritt zu Geschäften und Veranstaltungen nicht von Anfang an zu hundert Prozent funktionieren sollte. Auch Israel, das als Vorbild für den grünen Pass gilt, habe wochenlang mit Schwierigkeiten zu kämpfen gehabt. «Der grüne Pass hat in den ersten Wochen nicht auf dem Iphone funktioniert.»

Wichtig sei, dass sich die 27 EU-Mitgliedsländer vor dem Start des Zertifikats in zwei zentralen Fragen einigten. So sei noch umstritten, ob jemand bereits drei Wochen nach dem ersten Stich oder erst nach voller Immunisierung als geimpft gelte. Außerdem müssten sich die Staaten noch einigen, ob ausschließlich von der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) sowie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zugelassene Impfstoffe gelten sollten oder auch chinesische Vakzine und das russische Präparat Sputnik V.

Jedenfalls sei das Zertifikat in den jeweiligen Staaten Grundlage für ein diskriminierungsfreies Bewegen. Geimpfte, genesene oder getestete Menschen müssten die gleichen Rechte haben - egal, ob Tourist oder Einheimischer.


Corona-Impfungen in Tunesien wegen Ärztestreik unterbrochen

TUNIS: Wegen eines Ärztestreiks werden in Tunesien die Impfungen gegen das Coronavirus drei Tage lang ausgesetzt. Etwa 40.000 Menschen seien vom Impfstopp betroffen, teilte das Gesundheitsministerium am Montag mit. Weil Impfstoff knapp ist, gehen die Immunisierungen im Land ohnehin nur langsam voran. Knapp zwei Monate nach Beginn der Impfkampagne haben dem Gesundheitsministerium zufolge rund 300.000 Menschen eine erste Dosis und knapp 100.000 vollen Impfschutz erhalten. Die Regierung will in diesem Jahr etwa die Hälfte der rund 11,5 Millionen Einwohner impfen lassen.

Die Mitarbeiter des Gesundheitswesens fordern wegen der Pandemie unter anderem finanzielle Zuschüsse. Das Gesundheitsministerium forderte Ärzte im Land auf, ihre Arbeit wieder aufzunehmen und die Menschen weiter zu impfen. Tunesien hatte trotz steigender Fallzahlen erst kürzlich die Quarantäne-Regelungen für Pauschalurlauber gekippt. Die ohnehin angeschlagene Wirtschaft im Land leidet schwer unter der Pandemie.

Das nordafrikanische Land registrierte am Sonntag nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) 1600 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden. Es wird allerdings sehr wenig getestet. Seit Ende März nehmen die Infektionszahlen wieder stetig zu. In den meisten öffentlichen Krankenhäusern liegt die Auslastung wegen der vielen Covid-Patienten inzwischen bei mehr als 90 Prozent.


Oktoberfest auch 2021 wegen unabwägbarer Corona-Risiken abgesagt

MÜNCHEN: Das Oktoberfest findet wegen der Corona-Pandemie auch in diesem Jahr nicht statt. Das teilten Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) am Montag mit. Beide hatten zuvor mit den Stadtoberhäuptern anderer Kommunen mit großen Volksfesten über das weitere Vorgehen beraten.

Söder sagte, es gebe nun eine gemeinsame Empfehlung, die Feste nicht stattfinden zu lassen. Zugleich betonte er, dass die letzte Entscheidung bei den jeweiligen Kommunen liege. «Es ist eine Entscheidung, die ich jetzt treffen muss. Es macht keinen Sinn zuzuwarten», sagte Reiter.

Söder und Reiter begründeten die Entscheidungen mit der nicht absehbaren Entwicklung bei den Infektionszahlen. Eine sichere Durchführung mit Hygienemaßnahmen wie Masken sei nicht realistisch. Im Falle einer spätere Absage drohe ein noch größerer wirtschaftlicher Schaden. Zugleich drohe ein dauerhafter Imageschaden an den Marken.


Nachfrage nach Immobilien in Cornwall stark gestiegen

TRURO: Die Nachfrage nach Immobilien im englischen Cornwall ist während der Pandemie stark gestiegen. Die Zahl der Menschen, die nach Inseraten für Häuser oder Wohnungen in der südenglischen Grafschaft suchten, lag in diesem Jahr bisher mehr als 140 Prozent höher als noch zwei Jahre zuvor, wie aus einer Auswertung des Immobilienportals Rightmove für den Sender Sky News hervorgeht. Während in den ersten drei Monaten des Jahres 2019, also vor der Pandemie, sechs Millionen Menschen auf dem Portal nach Eigentumsimmobilien suchten, waren es im ersten Quartal dieses Jahres 15 Millionen. Nirgendwo sonst in Großbritannien fiel dieser Anstieg größer aus. Auch die Preise stiegen der Auswertung zufolge überdurchschnittlich stark - nämlich um 11 Prozent in den vergangenen zwei Jahren. Landesweit lag dieser Anstieg bei 5,1 Prozent.

Die Nachfrage nach Mietobjekten in Cornwall legte ebenfalls um mehr als 100 Prozent zu. Da viele Immobilien als Feriendomizil an Käufer aus anderen Städten und Ländern vom Markt gehen, steht der Mietmarkt in der Region zunehmend unter Druck.

Ein Grund für die hohe Kaufbereitschaft dürfte die vorübergehende Aussetzung der Stempelsteuer - ähnlich der Grunderwerbsteuer - für die ersten 500.000 Pfund (565.000 Euro) bei Immobilienkäufen sein. Mit dieser Maßnahme, die im Frühjahr nochmals um einige Monate verlängert wurde, will die britische Regierung der krisengeplagten Immobilienbranche auf die Beine helfen.


Moderna will bis zu 500 Millionen Impfdosen an Covax liefern

CAMBRIGE/GENF: Der US-Hersteller Moderna will bis zu 500 Millionen Dosen seines Corona-Impfstoffs an die internationale Initiative Covax zur Versorgung ärmerer Länder liefern. Davon sollen 34 Millionen Dosen im vierten Quartal 2021 kommen, weitere 466 Millionen Dosen seien eine Option für 2022, teilte das Unternehmen am Montag in Cambridge im US-Bundesstaat Massachusetts mit. Alle Impfdosen würden zum niedrigsten Preis des gestaffelten Preissystems angeboten.

Das Projekt Covax wird gemeinsam von der Weltgesundheitsorganisation WHO sowie den globalen Impfinitiativen Gavi und Cepi organisiert. Es soll ärmere Länder mit Corona-Impfstoffen versorgen. Bei der Finanzierung sollen reichere Länder helfen. Doch hat Covax Schwierigkeiten mit dem Nachschub. Die WHO hatte zuletzt an reichere Länder appelliert, so schnell wie möglich Impfstoff zu spenden. Dem Impfstoff von Moderna hatte die WHO vergangene Woche eine Notfallzulassung erteilt.


Pfizer spendet Indien Medikamente im Wert von 70 Millionen Dollar

NEU DELHI: Pfizer will Indien angesichts der heftigen Corona-Welle Medikamente im Wert von mehr als 70 Millionen Dollar spenden. Dies bestätigte eine Unternehmenssprecherin der Deutschen Presse-Agentur am Montag. Auch gebe es Gespräche zwischen Pfizer und der indischen Regierung, um den Impfstoff in der größten Demokratie der Welt möglicherweise schneller zulassen zu können.

Bislang haben in Indien rund zehn Prozent der Menschen mindestens eine Impfdose erhalten. Knapp zwei Prozent sind vollständig geimpft. Seit dem Wochenende dürfen sich alle Erwachsenen impfen lassen. Die Impfstoffe sind aber noch sehr knapp.

Die Corona-Zahlen in dem Riesenland steigen seit Wochen schnell an, Krankenhäuser sind nach wie vor überfüllt und Sauerstoff rar. Mindestens 28 Patienten seien in der Nacht auf Montag in den Bundesstaaten Karnataka und Madhya Pradesh gestorben, weil der medizinische Sauerstoff ausgegangen sei, berichtete der Fernsehsender NDTV. In den vergangenen Stunden wurden mehr als 386.000 Neuinfektionen erfasst, wie offizielle Zahlen zeigen. Im gleichen Zeitraum seien 3417 Menschen gestorben.

Insgesamt wurden in dem Land mit der zweithöchsten Bevölkerung weltweit mehr als 19,9 Millionen Infektionen und über 218.000 Tote im Zusammenhang mit der Krankheit gezählt.


Corona-Lage : Nahverkehr eingestellt, Feiertage verlängert

TIFLIS: Wegen steigender Corona-Neuinfektionen in der Südkaukasus-Republik Georgien ist der Nahverkehr in den Städten des Landes weitgehend eingestellt worden. Bis Dienstag nächster Woche sollen die meisten Linienbusse in den Depots bleiben, um so eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern, wie die Behörden in der Hauptstadt Tiflis am Montag mitteilten.

Zudem gilt ein Besuchsverbot auf Friedhöfen für einige Tage. Rund um das orthodoxe Osterfest gehen viele Gläubige an die Gräber ihrer Verstorbenen. Wer sich nicht daran hält, muss bis zu 500 Euro Strafe zahlen.

In Georgien am Schwarzen Meer gab es zu Wochenbeginn laut offizieller Statistik mehr als 500 Neuinfektionen. Mehr als 300.000 der 3,7 Millionen Einwohner haben sich seit Beginn der Pandemie vor einem Jahr infiziert. Zuletzt habe es wieder mehr Erkrankungen gegeben, hieß es. Deshalb seien die Feiertage rund um den 1. Mai um eine Woche verlängert worden.


Zehn-Kilometer-Grenze fällt - Lockerungen beginnen

PARIS: In Frankreich hat am Montag die erste größere Etappe der Corona-Lockerungen begonnen. Die Menschen im Land dürfen sich nun tagsüber wieder ohne triftigen Grund mehr als zehn Kilometer von ihren Wohnungen entfernen. Das heißt, auch Reisen in andere Regionen sind wieder erlaubt. Die nächtliche Ausgangssperre ab 19.00 Uhr bleibt allerdings noch bis Mitte Mai bestehen. Außerdem beginnt in den Mittel- und Oberstufen nun auch wieder der Präsenzunterricht - allerdings nicht für alle in voller Klassenstärke.

Präsident Emmanuel Macron hatte in der vergangenen Woche weitgehende Öffnungen angekündigt. So sollen ab dem 19. Mai Außenbereiche von Restaurants, Geschäfte und Kultureinrichtungen wieder öffnen. Die abendliche Ausgangssperre soll dann erst um 21.00 Uhr beginnen. Im Juni sollen dann weitere Lockerungen folgen. Macron kündigte auch eine Art Notbremse an. Sie soll verschiedene Faktoren wie die Auslastung der Intensivstationen in Betracht ziehen und sieht eine Sieben-Tage-Inzidenz von 400 als Richtwert vor.

An den weitergehenden Öffnungsplänen hatte es auch Kritik gegeben. «Der Zeitplan ist eine Tatsache», sagte der Generaldirektor der öffentlichen Krankenhäuser von Paris, Martin Hirsch, dem Sender Franceinfo am Montag. Es ginge nun nicht darum, ob ihm das passe. «Es ist ein Zeitplan, der für Frankreich beschlossen worden ist, wir werden damit umgehen.» Er warnte jedoch vor dem Risiko einer vierten Welle, wenn sich die Menschen nun nicht mehr an Abstandsregeln hielten. Zwei wichtige Werkzeuge seien die Impfung und Selbsttests.

In Frankreich wurden zuletzt 256 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche gezählt. Dieser Wert ist in den vergangenen Wochen stetig gesunken. Mit Stand Sonntagabend haben knapp 24 Prozent der Gesamtbevölkerung mindestens eine erste Impfung erhalten. Das Land ist von der Covid-19-Pandemie schwer getroffen - rund 105.000 Corona-Tote wurden bisher offiziell gezählt.


Südafrika erhält erste Lieferung des Biontech/Pfizer-Impfstoffs

PRETORIA: Südafrika hat seine erste Lieferung des Corona-Impfstoffs von Biontech/Pfizer erhalten. Das teilte Gesundheitsminister Zweli Mkhize am Montag über den Kurznachrichtendienst Twitter mit. Damit soll Südafrika die für Ende Mai geplante zweite Phase seiner Impfkampagne beginnen können, die unverzichtbare Arbeitskräfte sowie Menschen über 60 Jahre einschließt.

Bislang wurden seit Mitte Februar gut 318.000 Beschäftigte des Gesundheitswesens geimpft. Der Kap-Staat hat 30 Millionen Dosen des Biontech/Pfizer-Impfstoffs bestellt. Bis Ende Juni sollen davon 4,5 Millionen Dosen geliefert werden.

Südafrikas Impfkampagne läuft schleppend und wurde bereits zweimal verzögert. Mitte April legte das Gesundheitsministerium die Einführung des Corona-Impfstoffs von Johnson & Johnson wegen des Risikos von Blutgerinnseln zeitweise auf Eis. Wenige Wochen zuvor mussten die geplanten Impfungen mit dem Astrazeneca-Impfstoff gestoppt werden. Hintergrund sind Ergebnisse einer Studie, nach der Astrazeneca-Präparate nur minimal vor leichten Erkrankungen nach einer Infektion mit der zuerst in Südafrika entdeckten Variante B.1.351 schützen.

Wegen der ansteckenderen Virus-Variante hatte die deutsche Bundesregierung Südafrika Anfang Februar als Corona-Risikogebiet mit besonders gefährlichen Virusmutationen eingestuft. Allerdings sind die Zahlen in Südafrika mittlerweile so gesunken, dass dort seit dem 1. März die niedrigste Stufe des fünfgliedrigen Corona-Alarmsystems herrscht. In dem zahlenmäßig nach offiziellen Angaben am stärksten betroffenen afrikanischen Land wurden seit Beginn der Pandemie fast 1,6 Millionen Infektionen registriert, mehr als 54.400 Menschen starben an den Folgen.


Fitnessstudios und exklusive «Bubbles»: Wales lockert Corona-Regeln

CARDIFF: Dank einer recht entspannten Corona-Infektionslage dürfen sich die Menschen in Wales seit Montag über weitere Freiheiten freuen. Fitnessstudios, Schwimmbäder und Kulturzentren durften nach den Plänen der walisischen Regionalregierung nach monatelangem Lockdown wieder öffnen, auch Fitnesskurse und Aktivitäten für Kinder sind wieder erlaubt.

Private Treffen konnten bislang nur draußen stattfinden - nun dürfen Haushalte sich mit einem weiteren Haushalt zu einer exklusiven «Bubble» (deutsch: «Blase») zusammentun und auch in Innenräumen treffen. Regierungschef Mark Drakeford rief die Menschen trotzdem auf, nicht unvorsichtig zu werden und die gute Lage zu gefährden. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag in Wales zuletzt unter 15 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner.

Die britischen Landesteile legen alle ihre eigenen Corona-Maßnahmen fest. In England ist die nächste Lockerungsstufe für den 17. Mai geplant, sie muss allerdings noch von der Regierung bestätigt werden. Am Montag verkündeten Minister bereits, dass ab diesem Datum bei Beerdigungen in England keine Beschränkung der Teilnehmerzahl mehr gelten soll. Bislang sind nur 30 Anwesende erlaubt.


Wieder quarantänefreies Reisen zwischen Neuseeland und Cookinseln

WELLINGTON: Neuseeland wird seine Grenzen am 17. Mai für quarantänefreie Reisen auf die Cookinseln öffnen. Nach Australien handelt es sich um das zweite Land, das Neuseeländer dann wieder ohne Notwendigkeit einer zweiwöchigen Isolation besuchen dürfen. «Das wird heißen, dass Familien sich wiedersehen können, Handelsvereinbarungen wieder aufgenommen werden und Neuseeländer einen ersehnten Winterurlaub machen und den Tourismussektor der Cook Islands unterstützen können», sagte Ministerpräsidentin Jacinda Ardern am Montag.

Die Cookinseln im Südpazifik haben bislang keinen einzigen Corona-Fall verzeichnet. In Neuseeland, das weltweit für seinen Umgang mit der Pandemie gelobt wird, wurden insgesamt rund 2200 Infektionen bestätigt, 26 Menschen sind in Verbindung mit Covid-19 gestorben. Das Leben ist für die Bürger seit langem schon wieder relativ normal, jedoch waren die Grenzen abgesehen von wenigen Ausnahmen seit März 2020 geschlossen. Bereits im April hatten Neuseeland und das Nachbarland Australien wieder ihre Grenzen für quarantänefreien Reiseverkehr in beide Richtungen geöffnet.

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