Corona-Überblick: Meldungen am Montag

Foto: Pixabay/Gerd Altmann
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England will Quarantäne für Einreisende aus Risikogebieten verkürzen

LONDON: Einreisende aus Risikogebieten können ab Mitte Dezember in England mit einer kürzeren Quarantäne-Dauer rechnen. Nach fünf Tagen solle es dann möglich sein, auf eigene Kosten einen Corona-Test zu machen und nach negativem Ergebnis die Wohnung wieder zu verlassen, wie Verkehrsminister Grant Shapps am Dienstag ankündigte. Bislang mussten sich alle Einreisenden aus Risikogebieten verpflichtend 14 Tage lang in Quarantäne begeben. Auch Deutschland gilt derzeit für Großbritannien als Risikogebiet.

Die Reisebranche begrüßte die Regelung, beschrieb sie aber als «überfällig». Viele andere Staaten, darunter auch Deutschland, ermöglichen bereits seit längerem, die Quarantäne nach der Einreise durch einen Corona-Test abzukürzen. In Nordrhein-Westfalen hatte zuletzt sogar ein Gericht die Quarantäne-Regeln gekippt und sie als unwirksam zur Bekämpfung der Pandemie bezeichnet.


Stoltenberg erwartet von Biden ähnlichen Druck wie von Trump

BERLIN: Auch der künftige US-Präsident Joe Biden dürfte ähnlich wie der amtierende Präsident Donald Trump nach Einschätzung der Nato von den Europäern eine Erhöhung ihrer Verteidigungsausgaben erwarten. Das sagte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Dienstag). Trump habe «seinen eigenen Stil» gehabt und seine Erwartungen an die Europäer «ziemlich klar» ausgedrückt. «Aber ich bin sicher, dass der gewählte Präsident Biden die gleiche Erwartung an die europäischen Partner äußern wird», betonte Stoltenberg. Allerdings sei er sich sicher, dass die Nato mit Biden einen «starken Unterstützer der Allianz» bekomme, der die Nato sehr gut kenne.

Stoltenberg warnte vor Überlegungen, das Zwei-Prozent-Ziel bei den Verteidigungsausgaben der Nato-Staaten wegen des finanziellen Drucks durch die Corona-Krise in Frage zu stellen. «Die wichtigste Aufgabe der Nato ist zu verhindern, dass die Corona-Gesundheitskrise eine Sicherheitskrise wird. Deshalb müssen wir weiter mehr investieren», sagte er. Die Bedrohungen und Herausforderungen in Sicherheitsfragen seien während der Pandemie nicht weniger geworden.

Gleichzeitig warnte Stoltenberg in der Debatte um eine eigenständige europäische Sicherheitspolitik vor einer Schwächung der Nato und der Spaltung Europas. «Tatsache ist, dass die Europäische Union nicht Europa verteidigen kann.» Die US-Sicherheitsgarantien, die nukleare Abschreckung und die Präsenz von US-Truppen in Europa seien «absolut notwendig für die Verteidigung Europas». Zuvor hatte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron mit der Forderung nach einer «strategischen Autonomie» Europas eine kritische Debatte angestoßen. «Jeder Versuch, die Bindung zwischen Nordamerika und Europa zu schwächen, wird nicht nur die Nato schwächen - sie wird auch Europa spalten», betonte Stoltenberg.


Europarat-Chefin will mehr Schutz für Frauen in zweitem Lockdown

STRAßBURG: Frauen sollen nach Ansicht der Generalsekretärin des Europarats, Marija Pejcinovic Buric, in der Corona-Pandemie besser geschützt werden. «Effiziente Maßnahmen zur Prävention von Gewalt gegen Frauen müssen ein elementarer Teil von neuen Lockdowns sein», sagte sie der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag zum Internationalen Tag für die Beseitigung von Gewalt gegen Frauen am 25. November.

Lockdowns hätten sich als einzigartige Herausforderung für Hilfsangebote erwiesen. Auch wenn viele aktuelle Regelungen weniger strikt als im Frühjahr seien, hätten nationale Hotlines zur Hilfe bei häuslicher Gewalt erneut dramatische Anstiege von Anrufen gemeldet. «Wir müssen sicherstellen, dass die erneuten Bewegungseinschränkungen nicht mehr Leid für Frauen und Kinder verursachen.»


Maas ruft internationale Gemeinschaft zur Hilfe für Afghanistan auf

BERLIN: Unmittelbar vor der internationalen Geberkonferenz für Afghanistan hat Bundesaußenminister Heiko Maas die Welt zu weiterer finanzieller Hilfe für den Krisenstaat aufgerufen. Die aktuelle Corona-Pandemie erschwere die schwierigen Lebensbedingungen vieler Afghanen weiter, Millionen Menschen seien auf humanitäre Hilfe angewiesen, sagte der SPD-Politiker dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Dienstag). «Deshalb darf sich die internationale Gemeinschaft jetzt nicht von Afghanistan abwenden.» In den vergangenen zwei Jahrzehnten sei viel erreicht worden, «dennoch steht weiterhin alles auf dem Spiel», mahnte Maas mit Blick auf die zweitägige UN-Geberkonferenz für das Bürgerkriegsland.

Deutschland werde sich weiter in einem vergleichbaren Umfang wie in den vergangenen Jahren engagieren, bei ziviler Hilfe ebenso wie im politischen Bereich, so der Minister. «Von den Akteuren auf afghanischer Seite erwarten wir ebenso konsequente und kontinuierliche Kraftanstrengungen. Denn auch wenn der Weg schwierig ist: Wir wollen eine Friedenslösung, die die Errungenschaften der vergangenen Jahrzehnte bewahrt», sagte Maas.

Kabul hofft bei der Geberkonferenz auf großzügige Finanzzusagen. Die Regierung will am Dienstag in Genf darlegen, wie sie den Frieden sichern und die Wirtschaft ankurbeln will. Ziel ist, dass Afghanistan in vier Jahren auf eigenen Beinen stehen kann. 2016 waren bei einer Geberkonferenz in Brüssel für vier Jahre gut 15 Milliarden Dollar zusammengekommen. Diplomaten rechnen bei der Konferenz in Genf, die wegen der Pandemie virtuell abgehalten wird, mit deutlich weniger Zusagen.

Das bitterarme Land hat mit Dürren, verheerenden Corona-Folgen und vor allem Konflikten zu kämpfen. Die militant-islamistischen Taliban kämpfen gegen die vom Westen gestützte Regierung. Seit September gibt es Friedensgespräche, aber ein Durchbruch ist nicht in Sicht.


Spaniens König Felipe VI. nach Corona-Kontakt in Quarantäne

MADRID: Spaniens König Felipe VI. hat sich nach einem Corona-Kontakt in eine zehntägige Quarantäne begeben. Das habe der Königspalast am Montagabend mitgeteilt, berichteten spanische Meiden übereinstimmend. Der König habe erfahren, dass eine Person, mit der er am Sonntag engeren Kontakt hatte, positiv auf das Coronavirus getestet worden sei, habe das Königshaus weiter mitgeteilt. Felipe habe für die Zeit der Quarantäne alle Termine abgesagt. Über den Zustand des Staatsoberhauptes wurde zunächst nichts bekannt.

Seine Frau, Königin Letizia, sowie seine beiden Töchter, Prinzessin Leonor und die Infantin Sofía, könnten jedoch weiter ihren normalen Tätigkeiten nachgehen, hieß es. Letizia war bereits im März während der ersten Corona-Welle in Quarantäne, ebenso wie Leonor, die Thronfolgerin, nachdem es in ihrer Schulklasse einen Corona-Fall gegeben hatte.

Spanien ist eines der besonders schwer von der Pandemie betroffenen Länder Westeuropas. Seit März wurden in dem Land mit rund 47 Millionen Einwohnern fast 1,6 Millionen Corona-Infizierte und 43.100 Todesfälle mit Covid-19 gemeldet. Zuletzt gab es jedoch eine leichte Entspannung. Die Zahl der Infektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen fiel inzwischen auf 148, in etwa so wie in Deutschland, wo dieser Wert nach Angaben des Robert Koch-Instituts am Montag bei 143 lag.


Frankreich meldet weniger als 5000 Neuinfektionen pro Tag

PARIS: Erstmals seit Wochen haben die Gesundheitsbehörden Frankreichs weniger als 5000 Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Es seien rund 4450 Neuinfektionen registriert worden, teilten die Behörden am Montagabend mit. Zu Beginn der Woche sind die Zahlen in der Vergangenheit zwar immer niedriger gewesen. Dennoch ist das der niedrigste Wert seit Ende September. Auch die Quote positiver Tests geht in dem Land mit rund 67 Millionen Einwohnern weiter zurück und liegt bei gut 13 Prozent.

Gleichzeitig wurden 500 Corona-Tote innerhalb eines Tages in den Krankenhäusern gemeldet - ein vergleichsweise hoher Wert. Die Corona-Lage verbessert sich allerdings seit einiger Zeit in Frankreich - die Behörden gehen davon aus, dass der Höhepunkt der zweiten Welle überschritten ist. Zeitweise wurden im Herbst um die 60.000 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden gemeldet. Vor einigen Wochen hatte es allerdings eine Datenpanne gegeben, weswegen möglicherweise nicht alle gemeldeten Werte immer korrekt waren.

Frankreich testet zahlreich - in den Apotheken gibt es auch Antigen-Schnelltests ohne Termin. Das Ergebnis gibt es innerhalb von 15 bis 30 Minuten. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron will am Dienstagabend eine TV-Ansprache halten. Es wird erwartet, dass vorsichtige Lockerungen der sehr strengen Ausgangsbeschränkungen angekündigt werden. So gehen Beobachter davon aus, dass der Einzelhandel im Land bald wieder öffnen könnte.

Das Land war von der ersten und zweiten Welle heftig getroffen worden. Seit Beginn der Epidemie sind fast 50.000 Menschen im Zusammenhang mit Corona in Frankreich gestorben.


Bedeutender Wallfahrtsort bleibt wegen Corona geschlossen

MEXIKO-STADT: Millionen Menschen pilgern jedes Jahr im Dezember zur Basilika der Jungfrau von Guadalupe in Mexiko-Stadt - in diesem Jahr bleibt die Kirche wegen der Corona-Pandemie geschlossen. Sie werde vom 10. bis 13. Dezember geschlossen, um zum Wohl des gesamten mexikanischen Volkes eine Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern, hieß es am Montag in einer gemeinsamen Mitteilung der katholischen Kirche und der Regierung der mexikanischen Hauptstadt. Die Entscheidung sei notwendig, auch wenn in einem der schwierigsten Jahre der mexikanischen Geschichte viele Menschen vermutlich das Bedürfnis hätten, bei der Jungfrau Trost zu suchen.

Die jährliche Wallfahrt zur Basilika gilt als eine der größten weltweit. Im vergangenen Jahr wurden mehr als zehn Millionen Pilger gezählt. Der Legende nach erschien die Mutter Jesu zwischen dem 9. und 12. Dezember 1531 fünfmal einem Ureinwohner namens Juan Diego, den Papst Johannes Paul II im Jahr 2002 heilig sprach. Sie beauftragte ihn demnach mit dem Bau einer Kapelle nahe Mexiko-Stadt. Heute gilt die dunkelhäutige Jungfrau von Guadalupe als Schutzpatronin Mexikos.

Viele Gläubige pilgern üblicherweise von ihren Dörfern tagelang in die Hauptstadt, um an den Feierlichkeiten um den 12. Dezember teilzunehmen. Oft tragen sie Marienbilder oder Kruzifixe aus ihren Dorfkirchen vor sich her. Manche Pilger legen die letzten Meter bis zur Basilika auf Knien zurück. In diesem Jahr sind sie nun aufgerufen, Menschenansammlungen zu meiden. Die Feierlichkeiten sollen zum Teil im Fernsehen und Internet übertragen werden.

Mit mehr als einer Million bestätigten Infektionen mit dem Coronavirus und mehr als 100.000 Todesfällen infolge einer Covid-19-Erkrankung gehört Mexiko in der Pandemie zu den am schlimmsten betroffenen Ländern.


England kehrt nach Teil-Lockdown zu Corona-Warnstufen-System zurück

LONDON: England kehrt nach einem vierwöchigen Teil-Lockdown Anfang Dezember wieder zu einem Warnstufen-System mit regionalen Corona-Beschränkungen zurück. «Wir werden zu einem regionalen Ansatz mit verschiedenen Stufen zurückkehren - und dort die strengsten Maßnahmen einführen, wo Covid am präsentesten ist», sagte der britische Premier Boris Johnson am Montag in einer virtuellen Ansprache an das Londoner Parlament. Dabei sollen die Maßnahmen gegenüber den vor dem Teil-Lockdown geltenden Stufen verschärft werden.

Welche Regionen in welche der drei Risikostufen - mittel, hoch oder sehr hoch - eingruppiert würden, soll im Laufe der Woche bekanntgegeben werden. Es müssten allerdings zunächst mehr Regionen in eine höhere Stufe eingeordnet werden, hieß es bereits.

Die Gastronomie darf unter bestimmten Auflagen ab dem 2. Dezember in Regionen mit niedrigeren Stufen wieder öffnen. Gleiches gilt für nicht-essenzielle Geschäfte, Fitnessstudios und Friseure. Bei Sportevents sollen je nach Risikostufe sogar bis zu 4000 Zuschauer zugelassen werden. Bis dahin gilt in England noch ein Teil-Lockdown mit sehr strikten Kontaktbeschränkungen und weitgehend geschlossenen Geschäften. Schulen und Universitäten sind hingegen geöffnet.

Über Weihnachten sollen für wenige Tage auch Treffen mit den Angehörigen mehrerer Haushalte erlaubt sein. Dabei will Johnson, der nur über England verfügen kann, abgestimmte Maßnahmen mit Wales, Schottland und Nordirland vereinbaren. Mit Massentests und Impfungen hofft er, in den kommenden Monaten die Pandemie in den Griff zu bekommen. In den vergangenen sieben Tagen lag die Zahl der Corona-Fälle pro 100.000 Einwohnern in Großbritannien bei 238.


Italien registriert insgesamt mehr als 50.000 Corona-Tote

ROM: In Italien hat die Zahl der Corona-Toten die Schwelle von 50.000 überschritten. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Montag verzeichneten die Behörden binnen 24 Stunden 630 Tote mit Sars-CoV-2. Demnach starben bislang knapp 50.500 Menschen mit dem Virus. Zugleich sank die Zahl der Neuinfektionen binnen eines Tages auf rund 23.000. Da am Wochenende weniger Testkapazitäten zur Verfügung stehen, fällt dieser Wert am Montag oft geringer aus. Verglichen mit dem Montag der Vorwoche (knapp 27.400) lagen die Zahlen allerdings deutlich darunter. Insgesamt wurden bisher etwa 1,432 Millionen Corona-Fälle in Italien registriert.

Neben der Hoffnung auf Impfstoffe hatte in dem Land mit 60 Millionen Einwohner zuletzt auch der Reproduktionswert für Optimismus gesorgt. Nach dem jüngsten Lagebericht des Ministeriums vom Freitag sank der sogenannte R-Wert auf rund 1,2. In den Wochen zuvor hatte die Zahl im Schnitt bei 1,4 und davor bei 1,7 gelegen. Der R-Wert zeigt an, wie viele Menschen ein Infizierter durchschnittlich ansteckt. Sinkt er unter 1, gibt es immer weniger Neuinfektionen, die Epidemie läuft also aus.


WHO-Chef Tedros: Licht am Ende des langen Corona-Tunnels wird heller

GENF: Der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, hält nach den jüngsten Meldungen zur Wirkung der neuen Corona-Impfstoffe ein Ende der Corona-Pandemie für möglich. «Mit den jüngsten positiven Angaben aus den Impftestreihen wird das Licht am Ende dieses langen, dunklen Tunnels heller», sagte Tedros am Montag in Genf. «Es gibt jetzt eine reale Hoffnung, dass Impfstoffe - zusammen mit den bewährten Maßnahmen öffentlicher Gesundheit - helfen werden, die Covid-19-Pandemie zu beenden.»

Covid-19 ist die Krankheit, die durch das Virus ausgelöst werden kann. Zu den Maßnahmen der öffentlichen Gesundheit gehört unter anderem: Abstand bei der Begegnung mit anderen halten, Hände waschen, Infizierte isolieren und mögliche Kontaktpersonen unter Quarantäne stellen.

Tedros appellierte an die wohlhabenden Länder, mehr Geld für die Unterstützung ärmerer Länder bereitzustellen. «Dies ist kein Akt der Wohltätigkeit», sagte Tedros. «Es ist der schnellste und smarteste Weg, um die Covid-19-Pandemie zu beenden und die Weltwirtschaft wieder anzukurbeln.» Das dafür aufgelegte Programm der WHO, der ACT-Accelerator, brauche sofort 4,3 Milliarden Dollar (3,6 Mrd Euro) für die Beschaffung und Auslieferung großer Mengen von Impfstoffen, Tests und Medikamenten. Weitere 23,8 Milliarden Dollar seien im kommenden Jahr nötig.


US-Immunologe Fauci: Weihnachtsmann immun gegen Coronavirus

NEW YORK: Der Weihnachtsmann ist nach augenzwinkernder Einschätzung des renommierten US-Immunologen Anthony Fauci immun gegen das Coronavirus.

Der Weihnachtsmann, der auf Englisch Santa Claus heißt, sei ausgenommen, denn er habe «viel gute angeborene Immunität», witzelte Fauci im Interview der «USA Today». «Santa wird niemanden anstecken.» Der renommierte Immunologe ist ein Mitglied der Corona-Arbeitsgruppe des Weißen Hauses.


Arnheims Bürgermeister verteidigt Böllerverbot in Corona-Krise

ARNHEIM: Mit einem emotionalen Appell hat der Bürgermeister der Grenzstadt Arnheim das Böllerverbot in den Niederlanden angesichts der Corona-Krise verteidigt. Das Krankenhaus sei voll mit Corona-Patienten und selbst für Herzinfarkte, Beinbrüche und Unfallopfer gebe es kaum Betten, schrieb Ahmed Marcouch am Montag auf Facebook. Dieses Jahr gebe es deshalb keinen Platz für Hunderte durch Silvesterfeuerwerk Verletzte, «für abgerissene Finger und verbrannte Augenlider». Es sei wirklich nicht der Moment, um über das Verbot von Böllern und Raketen zu jammern. Die fatale Kombination von Alkohol, Drogen und Böllern müsse in diesem Jahr vermieden werden.

Arnheim liegt unweit von Nordrhein-Westfalen.

Der Bürgermeister rief die Bevölkerung auf, den illegalen Handel mit Böllern, ein wiederkehrendes Problem vor dem Jahreswechsel in den Niederlanden, den Behörden zu melden. «Ich hoffe dass Sie begreifen, dass Sie Menschenleben retten, wenn Sie Kauf und Lagerung von illegalen Böllern bei uns melden.»

Den vierten Abend in Folge hatten Jugendliche am Sonntagabend in einem Stadtteil von Arnheim mit schweren, illegalen Böllern für Verwüstungen gesorgt, Bushaltestellen wurden zerstört und Müllcontainer brannten aus. Die Niederlande haben weiterhin mit vergleichsweise hohen Corona-Infektionszahlen zu kämpfen, mehr als 5200 neue Fälle kamen am Montag hinzu.


EU finanziert Schuldenerleichterung für Krisenländer

BRÜSSEL: Die EU stellt angesichts der katastrophalen Folgen der Corona-Pandemie für Krisen- und Entwicklungsländer 183 Millionen Euro für Schuldenerleichterungen bereit. Nach Angaben der EU-Kommission vom Montag sollen von dem Geld insgesamt 29 Staaten profitieren. Darunter sind zum Beispiel Malawi, Niger, Afghanistan, Haiti, Nepal und Tadschikistan.

Bereitgestellt werden die Mittel laut EU über einen Treuhandfonds des Internationalen Währungsfonds (IWF). Der sogenannte CCRT leistet Schuldenzahlungen gegenüber dem IWF für Länder mit niedrigem Einkommen, die von Naturkatastrophen betroffen sind oder mit den gravierenden Folgen von Gesundheitsnotständen wie Epidemien oder globalen Pandemien zu kämpfen haben. Dadurch können die Staaten Ressourcen, die sie sonst dem Schuldendienst hätten zuweisen müssen, für die Krisenbewältigung nutzen.


Slowakei streitet über Fortsetzung der Corona-Massentests

BRATISLAVA: In der Slowakei hat sich der regierungsinterne Streit über die international beachteten Corona-Massentests verschärft. Deshalb war am Montag völlig offen, ob die von Ministerpräsident Igor Matovic für Anfang Dezember angekündigte nächste Test-Welle landesweit stattfinden wird.

Nachdem der konservative Regierungschef am Sonntag erneut Sanktionen gegen Test-Verweigerer angedroht hatte, stellte der liberale Wirtschaftsminister Richard Sulik am Montag das gesamte bisherige Pandemiekonzept der Regierung in Frage: «Der Kampf gegen das Coronavirus verläuft chaotisch und ignoriert die Meinungen von Experten», sagte Sulik vor Journalisten in Bratislava.

Als überhaupt erster Staat führte die Slowakei am Allerheiligen-Wochenende (31. Oktober und 1. November) Corona-Massentests im ganzen Land durch. Abgesehen von Kindern bis zehn Jahren durfte danach zwei Wochen lang niemand mehr auf die Straße ohne einen negativen Corona-Test nachzuweisen. Auch wegen dieser Sanktionsdrohung stellten sich in der ersten von mehreren Testrunden tatsächlich 3,6 Millionen der 5,5 Millionen Einwohner zum Teil stundenlang in Warteschlangen.

Während sich Matovic rühmte, die Idee werde in Liverpool, Südtirol und Österreich nachgeahmt, kritisierten slowakische Mediziner die zu improvisierte Durchführung. So seien die ohnehin im Vergleich zu PCR-Tests ungenaueren Schnelltests wegen Personalmangels oft unsachgemäß eingesetzt worden. Es habe weder eine nachbereitende Analyse durch Experten gegeben noch eine Verfolgung von Kontakten der positiv Getesteten. Eine Antikorruptionsinitiative verlangte eine Untersuchung der nach ihren Annahmen gesetzeswidrigen Bestellung von Millionen Tests ohne öffentliche Ausschreibung.


Prinz William gratuliert Oxford-Forschern zu Corona-Impfstoff

LONDON/OXFORD: Prinz William hat den Forschern der Universität Oxford zu ihrem mit dem Pharmakonzern Astrazeneca entwickelten Corona-Impfstoff gratuliert. «Ich freue mich so sehr für Sie alle», sagte William am Montag in einer Video-Schalte mit den beteiligten Forschern. «Es war so viel Druck auf allen, daher bin ich begeistert, dass Sie es geschafft haben. Großartig gemacht!» Der Royal hatte die Wissenschaftler im Sommer in ihren Forschungslaboren besucht.

Das von Astrazeneca und der Oxford-Uni entwickelte Mittel soll nach vorläufigen Studiendaten im Mittel einen 70-prozentigen Schutz vor Covid-19 bieten. Bei spezieller Dosierung könnte die Wirksamkeit demnach womöglich noch deutlich höher liegen, dazu sind aber zunächst weitere Analysen nötig. Die sogenannten mRNA-Impfstoffe von Pfizer/Biontech und Moderna haben nach vorläufigen Daten rund 95 Prozent Wirksamkeit, wie die Hersteller mitgeteilt hatten.


«Charlie-Hebdo»-Prozess in Paris erneut unterbrochen

PARIS: Der Prozess um den islamistischen Terroranschlag auf das französische Satiremagazin «Charlie Hebdo» ist wieder unterbrochen worden. Bis kommenden Montag sei der seit Wochen unterbrochene Prozess erneut ausgesetzt, teilte die Anti-Terrorstaatsanwaltschaft am Montag mit. Das habe der Vorsitzende Richter angeordnet. Grund dafür ist, dass ein vor einiger Zeit an Covid-19 erkrankter Hauptbeschuldigter nur per Videokonferenz zugeschaltet werden sollte, weil er aus Gesundheitsgründen weiterhin nicht im Gerichtssaal erscheinen könne, wie französische Medien berichteten.

Der Prozess war am Montagmorgen im Pariser Justizpalast wieder aufgenommen worden - die Verteidigung und die Nebenkläger plädierten aber für eine erneute Unterbrechung. Die Anwältin des erkrankten Hauptbeschuldigten argumentierte, dass ein Angeklagter in der Lage sein müsse, frei mit seiner Verteidigung zu kommunizieren, wie eine Journalistin des Senders France Inter berichtete. Die Anwältin warf der Justiz außerdem vor, dass ihrem Mandanten im Gefängnis keine angemessene Pflege zu teil geworden sei.

Der Prozess war wegen mehrerer Corona-Infektionen seit Anfang des Monats mehrfach unterbrochen worden. Eigentlich sollte er schon seit mehr als einer Woche vorbei sein. Nun wird eine Entscheidung des obersten französischen Verwaltungsgerichts zu der Frage erwartet, ob Videovernehmungen während des Prozesses zugelassen sind - fast alle Verteidiger und Nebenkläger sträuben sich dagegen.

Vor einem besonders zusammengesetzten Gericht für Terrorfälle wird seit Anfang September eine mehrtägige Anschlagsserie aufgerollt, bei der es im Januar 2015 insgesamt 17 Todesopfer gab. Von den Anschlägen war nicht nur die Redaktion von «Charlie Hebdo» betroffen, sondern auch ein koscherer Supermarkt in Paris. Die drei Täter wurden damals von Sicherheitskräften erschossen. Den 14 Angeklagten wird vorgeworfen, bei der Vorbereitung der Anschläge geholfen zu haben. Drei von ihnen sind flüchtig.


WHO warnt vor vorschnellen Corona-Lockerungen über Weihnachten

GENF: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt vor Lockerungen von Corona-Restriktionen über Weihnachten, wenn Behörden das Infektionsgeschehen nicht voll unter Kontrolle haben. «Wenn sich Menschen untereinander anstecken und wenn ein Land nicht die nötige Infrastruktur hat, um Fälle zu verfolgen und Kontakte zu isolieren und in Quarantäne zu schicken, dann wird eine Lockerung zu stärkeren Ansteckungen führen», sagte WHO-Nothilfekoordinator Mike Ryan am Montagabend in Genf.

Regierungen müssten sich im Klaren sein, dass sie nur Risiken abwägen könnten. Eine wissenschaftliche Formel, welche Lockerungen vertretbar oder wie viele Feiertage ohne größere Auflagen sicher seien gebe es nicht. «Es gibt nur ein höheres und niedrigeres Risiko, dass die Situation sich bessert oder verschlimmert», sagte er. Regierungen müssten die Risiken einer stärkeren Ausbreitung des Virus mit den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Risiken der Beibehaltung von Beschränkungen abwägen. Wenn Menschen sich über die Feiertage nicht treffen dürften, entstehe eine große Frustration, eine Corona- Müdigkeit und womöglich Widerstand gegen die Maßnahmen, räumte er ein.


Corona: Roboter sollen beim Desinfizieren von Klinikzimmern helfen

BRÜSSEL: Roboter sollen Europas Kliniken in der Corona-Krise beim Desinfizieren von Patientenzimmern helfen. 200 der Geräte sollen mit EU-Mitteln angeschafft und an Krankenhäuser verteilt werden, wie EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen am Montag mitteilte.

Die Roboter brauchten nur rund 15 Minuten, um ein Patientenzimmer mit Hilfe ultravioletten Lichts zu desinfizieren, ergänzte ein Kommissionssprecher. Sie sollen in den nächsten Wochen geliefert werden - welche Kliniken sie bekommen, werde rasch geklärt. Zur Anschaffung stünden zwölf Millionen Euro zur Verfügung.


Corona-Schutz - Italien macht Eingriffe auf Nerzfarmen möglich

ROM: Das italienische Gesundheitsministerium hat Vorkehrungen für Fälle von Corona-Infektionen auf Nerzfarmen getroffen. Gesundheitsminister Roberto Speranza habe eine Verordnung unterzeichnet, die die Einstellung des Betriebs von Farmen in ganz Italien bis Februar 2021 möglich mache, bis eine neue Bewertung des epidemiologischen Status vorliege, wie das Ministerium am Montag mitteilte.

Demnach können die zuständigen Behörden eine Farm mitsamt ihren Fahrzeugen und ihrer Ausrüstung bei einem Corona-Verdacht beschlagnahmen. Sollte sich der Verdacht auf eine Erkrankung unter den Nerzen bestätigen, würden die Nerze auf dem Hof getötet.

Obwohl es in Italien, verglichen mit anderen europäischen Ländern, weniger Nerzfarmen gibt, folgt das Land damit «dem Prinzip maximaler Vorsicht», wie es in der Mitteilung weiter hieß. Seit Beginn der Pandemie starben in Italien knapp 50.000 Menschen mit Sars-CoV-2. Insgesamt wurden bislang etwas mehr als 1,4 Millionen Corona-Infektionen registriert.

Die Nerze sind auch in anderen Ländern im Fokus. In Frankreich waren laut einer Mitteilung vom Sonntag erstmals auf einer Nerzfarm Corona-Infektionen bei Tieren aufgetreten. Die dänische Regierung hatte Anfang des Monats angekündigt, alle Nerze im Land schnellstmöglich töten zu wollen, weil das Coronavirus bei den Tieren mutiert sei und sich auf den Menschen übertragen habe. Es ging um Millionen von Tieren. Dänemark ist Weltmarktführer bei der Produktion von Nerzfellen.


Kompletter Corona-Lockdown im Westjordanland an kommenden Wochenenden

RAMALLAH: Zur Bekämpfung der hohen Corona-Zahlen im Westjordanland verschärft die Palästinensische Autonomiebehörde ihren Kurs. Ministerpräsident Mohammed Schtaje kündigte am Montag zu Beginn einer Kabinettssitzung in Ramallah an, dass für die kommenden zwei Wochen an Wochenenden ein kompletter Lockdown und an Wochentagen eine nächtliche Ausgangssperre gelten sollen.

Im Westjordanland mit seinen rund vier Millionen Bewohnern meldeten die Behörden am Montag 869 neue Fälle binnen 24 Stunden. Dort starben bislang 576 Menschen in Zusammenhang mit dem Virus. Nachgewiesen wurden bislang insgesamt 57.739 Infektionen.

Auch im Gazastreifen lagen die Zahlen zuletzt sehr hoch. Die Rekordzahl täglicher Neuinfektionen war am Samstag mit 891 Fällen verzeichnet worden. In dem abgeriegelten Gebiet leben etwa zwei Millionen Menschen auf sehr engem Raum unter teilweise miserablen Bedingungen und bei schlechter medizinischer Versorgung. Die in dem Küstengebiet herrschende Hamas versucht ebenfalls, unter anderem mit nächtlichen Ausgangssperren einer weiteren Ausbreitung entgegenzuwirken.

Zum Vergleich: In Deutschland vermeldete das Robert Koch-Institut (RKI) am Montag 10.864 neue Fälle binnen 24 Stunden. An Sonntagen und Montagen sind die Zahlen vergleichsweise gering, weil laut RKI am Wochenende weniger Proben genommen werden und dadurch auch insgesamt weniger getestet wird.


Unicef will zwei Milliarden Corona-Impfdosen in arme Länder schicken

NEW YORK: Im Kampf gegen die Corona-Pandemie will das UN-Kinderhilfswerk Unicef zwei Milliarden Impfdosen in insgesamt 92 einkommensschwächere Länder liefern. Die logistischen Vorbereitungen liefen bereits, teilte Unicef am Montag mit. Auch eine Milliarde Spritzen sollen verschickt werden.

«Während die Arbeit an der Entwicklung von COVID-19-Impfstoffen weitergeht, verstärkt Unicef die Anstrengungen mit Fluggesellschaften, Frachtunternehmen, Schifffahrtslinien und anderen logistischen Vereinigungen, lebensrettende Impfstoffe so schnell und sicher wie möglich zu liefern», sagte die Direktorin der Unicef-Versorgungsabteilung, Etleva Kadilli. Damit solle ausreichende Transportkapazität für diese «historische Mammutaufgabe» gesichert werden. «Es wird erwartet, dass die Beschaffung, Lieferung und Verteilung von Covid-19-Impfstoffen die größte und schnellste jemals unternommene Operation sein wird», erklärte Unicef.

Vorige Woche habe Unicef gemeinsam mit der Panamerikanischen Gesundheitsorganisation (PAHO) und der Internationalen Luftverkehrs-Vereinigung (IATA) bereits mit großen Fluggesellschaften über die Kapazitätsanforderungen gesprochen. Seit Januar habe Unicef im Kampf gegen die Pandemie rund um die Welt schon Materialien wie Masken, Kittel, Sauerstoffgeräte und Tests im Wert von 190 Millionen US-Dollar (rund 160 Mio. Euro) geliefert.


Schulen und Universitäten schließen wegen Corona

ISLAMABAD: Pakistan schließt wegen steigender Corona-Infektionszahlen Schulen und Universitäten. Bis zum 10. Januar sollen sämtliche Bildungseinrichtungen, darunter auch Religionsseminare, geschlossen bleiben, wie Bildungsminister Shafqat Mahmood am Montag mitteilte. Der Unterricht werde bis zum 24. Dezember mit Online-Klassen fortgesetzt. Danach beginnen in dem südasiatischen Land die Winterferien.

Bislang sind in Pakistan mehr als 376.000 Coronavirus-Infektionen und über 7600 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus nachgewiesen worden. Gut 4,8 Millionen Tests wurden in dem Land mit mehr als 220 Millionen Einwohnern durchgeführt. Es wird eine hohe Dunkelziffer bei den Corona-Fällen vermutet.


Mehr als 142.000 neue Corona-Fälle an einem Tag in den USA

BALTIMORE: In den USA erhöht sich die Zahl der Corona-Neuinfektionen weiter rapide. Am Sonntag meldeten die Behörden binnen 24 Stunden 142.732 neue Fälle, wie aus Daten der Universität Johns Hopkins (JHU) in Baltimore vom Montagmorgen (MEZ) hervorging. Am gleichen Tag der Vorwoche waren es noch rund 133.000 gewesen. Der bislang höchste Wert war am Freitag registriert worden, als rund 196.000 Neuinfektionen gemeldet wurden.

Die Zahl der Toten mit einer bestätigten Coronavirus-Infektion belief sich am Sonntag demnach auf 921. In der Woche zuvor waren es am gleichen Tag 616. Erstmals seit Anfang Mai war am Donnerstag mit 2015 neuen Todesfällen wieder die 2000er-Marke überschritten worden. Der höchste Wert an einem Tag wurde am 15. April mit 2609 Toten erreicht.

Insgesamt haben sich in dem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern mehr als 12,2 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Seit Beginn der Pandemie starben mehr als 256.000 Menschen mit dem Erreger Sars-CoV-2 - mehr als in jedem anderen Land der Welt.

Die Johns-Hopkins-Webseite wird regelmäßig aktualisiert und zeigt daher einen höheren Stand als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). In manchen Fällen wurden Zahlen - unter anderem die der Neuinfektionen binnen 24 Stunden - nachträglich korrigiert.


Victoria und New South Wales öffnen Grenze nach 138 Tagen

MELBOURNE/SYDNEY: Die australischen Bundesstaaten Victoria und New South Wales haben nach 138 Tagen ihre wegen der Corona-Pandemie geschlossene Grenze wieder geöffnet. Einwohner der beiden bevölkerungsreichsten Regionen des Landes können jetzt erstmals seit dem 8. Juli wieder quarantänefrei reisen. Die Freude war so groß, dass laut lokaler Medien ein DJ die Autos mit Musik beschallte, als diese am Montag um kurz nach Mitternacht die Grenze zwischen dem Ort Wodonga in Victoria und dem nur wenige Kilometer entfernten Albury in New South Wales passierten.

Auch am Flughafen von Sydney wurde gefeiert, als nach mehr als vier Monaten die erste Maschine aus Melbourne landete. Zwei Dutzend weitere Flugzeuge sollten im Laufe des Tages folgen. Vor der Pandemie war die Verbindung eine der meistgenutzten Flugrouten der Welt.

Victoria mit der Regionalhauptstadt Melbourne war im Sommer von einer zweiten Corona-Welle getroffen worden. Es folgte ein mehrmonatiger strikter Lockdown. 112 Tage lang durften die Bürger kaum noch ihre Häuser verlassen. Seit die Einschränkungen Ende Oktober aufgehoben wurden, gilt der Staat als Corona-frei. Auch in New South Wales mit seiner Hauptstadt Sydney wurde seit 16 Tagen keine Neuinfektion mehr verzeichnet.

In Australien mit seinen 25 Millionen Einwohnern wurden dank extrem strenger Maßnahmen bislang nur rund 27.800 Fälle registriert. Mehr als 900 Menschen sind in Verbindung mit Covid-19 gestorben, die große Mehrheit von ihnen in Victoria.


Psychiater: Home-Schooling verändert Schüler mental

ROM: Angesichts der seit längerem geltenden Regelung, den Unterricht für ältere Schüler nur digital anzubieten, sehen Experten in Italien Auswirkungen dadurch auf die Entwicklung der Kinder. Die Situation, zu Hause zu lernen, habe Auswirkungen auf die mentale Verfassung und persönliche Entwicklung der Schüler, erklärte der Psychiater Massimo Di Giannantonio in Rom.

Die Verwirrung zwischen Realem und Virtuellem nehme für die ohnehin schon von Technik und Medien geprägten Jugendlichen zu. Es werde angenommen, dass sich die Zeit der Reifung, des Selbstständigwerdens und der Entwicklung des Verantwortungsbewusstseins dadurch verlangsamen könnte.

Wegen der andauernden Lernsituation regt sich in vielen italienischen Städten Widerstand seitens der Schüler gegen das sogenannte Home-Schooling. In Rom und Turin setzten sich Dutzende Jugendliche in den vergangenen 14 Tagen vor ihre Schulen, um dafür zu protestieren, wieder Präsenzunterricht in der Schule haben zu dürfen.

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