Corona-Überblick: Meldungen am Montag

Foto: Pixabay/Alexandra Koch
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Japanischer Trinkbrauch bereitet Sorgen

NAHA: Ein Trinkbrauch im südjapanischen Urlaubsparadies Okinawa bereitet den örtlichen Behörden im Kampf gegen das Coronavirus Sorgen. Bei dem Ritual auf der zur Präfektur Okinawa gehörenden Insel Miyako sitzen die Teilnehmer im Kreis. Eine Person hält eine Ansprache zu gegebenem Anlass, füllt dabei ein Glas mit Alkohol - gewöhnlich einheimischer Awamori-Schnaps - und trinkt es aus. Dann geht diese Person herum und schenkt jedem ein, bevor jemand anderes aus der Gruppe in gleicher Weise die nächste Runde abhält.

Unglücklicherweise soll dieser Trink-Brauch jüngst zur Ausbreitung des Coronavirus beigetragen haben, weswegen die Behörden zunächst für Miyako und nun für die ganze Präfektur eine Warnung ausgegeben haben, wie die japanische Nachrichtenagentur Jiji Press am Dienstag meldete. Dabei hatte sich die Corona-Lage auf Okinawa zwischenzeitlich entspannt. Inzwischen nähert sich ganz Japan der Marke von 10.000 offiziell gemeldeten Infektionsfällen und zählt 1690 Tote, womit das Inselreich im Vergleich zu anderen Ländern aber noch gut dasteht.


Wahlkämpfer Trump verspricht Anhängern: Pandemie ist «bald vorbei»

PRESCOTT/TUCSCON: US-Präsident Donald Trump hat seinen Anhängern ein baldiges Ende der Coronavirus-Pandemie in Aussicht gestellt. «Die Pandemie ist bald vorbei», sagte Trump bei einem Wahlkampfauftritt im südwestlichen Bundesstaat Arizona. Die Menschen hätten es satt, dass Medien wie der liberale Sender CNN nur noch über die Pandemie sprächen, sagte Trump unter dem Jubel seiner konservativen Anhänger. «Die Leute haben die Pandemie satt. Wissen Sie das? Sie haben die Pandemie satt», sagte er am Montag (Ortszeit).

Trumps Prognose eines baldigen Endes der Corona-Pandemie steht jedoch im Widerspruch zur Entwicklung im Land. Die Zahl der Neuinfektionen stieg zuletzt wieder auf rund 50.000 pro Tag, Tendenz steigend. In den USA, einem Land mit 330 Millionen Einwohnern, gibt es Daten der Universität Johns Hopkins zufolge bereits 8,2 Millionen bestätigte Corona-Infektionen. Gut 220.000 Menschen starben nach einer Infektion - so viele wie in keinem anderen Land der Welt.

Der Republikaner Trump bewirbt sich am 3. November um eine zweite Amtszeit. Er absolvierte am Montag zwei Auftritte im umkämpften Bundesstaat Arizona auf Flughäfen in den Städten Prescott und Tucson. Trump hatte den Bundesstaat 2016 gewonnen. Jüngste Umfragen sehen dort aber seinen demokratischen Herausforderer Joe Biden in Führung.


Bayerns Innenminister: Debatte um Grenzschließung könnte wiederkommen

BERLIN/MÜNCHEN: Angesichts der zugespitzten Corona-Lage in Europa hält es Bayerns Innenminister Joachim Herrmann für möglich, dass man wieder über Grenzkontrollen sprechen muss. «Die Diskussion um verstärkte Grenzkontrollen könnte wieder aufflammen, falls das Infektionsgeschehen in den Nachbarländern außer Kontrolle gerät», sagte der CSU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Dienstag). «Gleichzeitig haben wir die engen wirtschaftlichen Beziehungen mit intensivem Pendelverkehr von Arbeitnehmern, etwa mit Tschechien und Österreich, im Blick.» In Tschechien war die Zahl der Corona-Neuinfektionen zuletzt sprunghaft gestiegen. Auch in Österreich steigt die Zahl der Neuinfektionen wie praktisch überall in Europa.

Zuletzt hatte Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) vor erneuten Grenzschließungen im Zuge der Corona-Pandemie gewarnt. Man habe im Frühjahr dieses Jahres «schlechte Erfahrungen gemacht mit der zu schnellen Schließung von Grenzen». Zu Beginn der Corona-Pandemie hatte Deutschland Grenzkontrollen wiedereingeführt - an vielen Grenzen zu den Nachbarländern kam es zu Chaos. Erst Mitte Juni wurden die Regeln für eine Einreise wieder gelockert.


Zweiwöchiger Lockdown im britischen Landesteil Wales

CARDIFF: Der britische Landesteil Wales führt wegen der Corona-Pandemie einen zweiwöchigen Lockdown ein. Dies sei notwendig, um die Ausbreitung des Erregers etwas zu bremsen und das Gesundheitswesen vor dem Kollaps zu bewahren, teilte der Regierungschef von Wales, Mark Drakeford, am Montag in Cardiff mit.

Die strengen Kontaktbeschränkungen sollen vom 23. Oktober bis zum 9. November gelten. Wer könne, müsse in dieser Zeit seiner Arbeit zu Hause nachgehen. Freizeitaktivitäten und Tourismus seien dann untersagt. Nur Geschäfte mit lebensnotwendigen Waren dürfen den Angaben zufolge öffnen, Pubs und Restaurants bleiben geschlossen. Auch Treffen verschiedener Haushalte - ob drinnen oder draußen - seien verboten.

Bislang sind Statistiken zufolge mehr als 43.000 Corona-Infizierte in Großbritannien, das fast 67 Millionen Einwohner hat, mit Covid-19 gestorben. Es wird allerdings mit einer hohen Dunkelziffer gerechnet.


Slowenien verhängt nächtliche Ausgangssperre wegen Corona-Pandemie

LJUBLJANA: Wegen der rasch steigenden Anzahl von Infektionen mit dem Corona-Virus führt Slowenien ab diesem Dienstag eine nächtliche Ausgangssperre von 21.00 bis 06.00 Uhr früh ein. Dies gab Innenminister Ales Hojs am Montag in Ljubljana bekannt. Hojs begründete die Maßnahme damit, dass Untersuchungen zufolge der Großteil der Corona-Übertragungen bei privaten Zusammenkünften in den Abend- und Nachtstunden erfolge.

Bereits am Montag hatte das EU-Land einen 30-tägigen Pandemie-Notstand ausgerufen. Dieser hatte zunächst keine unmittelbare Konsequenzen, bildete aber die Grundlage für die nun von der Regierung verhängte nächtliche Ausgangssperre. Auch lokale Behörden können nun eigene Einschränkungen anordnen, um die Ausbreitung der Pandemie zu bremsen. Außerdem sind nunmehr Fahrten zwischen den zwölf Regionen des Landes nicht mehr erlaubt, außer es liegen triftige Gründe wie der Weg zur Arbeit vor.

Seit Beginn der Pandemie im März haben sich nach offiziellen Angaben 13.678 Menschen mit dem Virus Sar-CoV-2 angesteckt, das die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann. 190 von ihnen starben an den Folgen einer Corona-Erkrankung.


Irland führt deutlich härtere Corona-Maßnahmen ein

DUBLIN: Irland verschärft drastisch seine Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Am kommenden Mittwoch tritt die höchste von fünf Stufen in Kraft, wie die irische Regierung am Montag mitteilte. Besucher fremder Haushalte sind dann in Innenräumen nicht mehr gestattet, Pubs und Restaurants dürfen Essen nur als Lieferservice anbieten, die Schulen sollen aber geöffnet bleiben. Die Maßnahmen sollen bis zum 1. Dezember gelten.

Nach Angaben des irischen Gesundheitsministeriums hatten sich zuletzt 1031 Personen innerhalb von 24 Stunden mit dem Corona-Virus infiziert. Insgesamt sind bislang knapp 51.000 Ansteckungen in Irland registriert worden. Das Land hat nur knapp fünf Millionen Einwohner.


Tschechien führt Maskenpflicht im Freien wieder ein

PRAG: Im Kampf gegen massiv steigende Corona-Zahlen führt Tschechien wieder eine Maskenpflicht im Freien ein. Sie gelte von Mittwoch an innerhalb des bebauten Gebiets von Städten und Gemeinden, gab Gesundheitsminister Roman Prymula nach einer Kabinettssitzung am Montag bekannt. Ausnahmen gelten unter anderem, wenn ein Abstand von mehr als zwei Metern eingehalten werden kann, sowie beim Sport. In Innenräumen ist die Mund-Nasen-Bedeckung ohnehin Pflicht - neuerdings auch im Auto, wenn familienfremde Personen mitfahren.

Eine Maskenpflicht im Freien galt bereits einmal von Mitte März bis Mitte Juni während der ersten Phase der Pandemie im Frühjahr. In Tschechien war die Zahl der Corona-Neuinfektionen zuletzt stark angestiegen. Nach den jüngsten Zahlen der EU-Agentur ECDC steckten sich binnen 14 Tagen 858,6 Menschen je 100.000 Einwohner mit dem Virus an - der höchste Wert unter allen EU-Mitgliedstaaten. Seit Beginn der Pandemie starben mehr als 1500 Menschen in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung. Tschechien hat knapp 10,7 Millionen Einwohner.


Frankreichs «Première Dame» Brigitte Macron in Corona-Quarantäne

PARIS: Frankreichs Präsidentengattin Brigitte Macron hatte Kontakt mit einem Corona-Infizierten und wird deshalb nicht an der nationalen Gedenkfeier für den ermordeten Lehrer Samuel Paty an diesem Mittwoch teilnehmen. Das bestätigten Kreise des Amts von Staatschef Emmanuel Macron am Montag.

Laut ergänzenden Informationen der französischen Nachrichtenagentur AFP begibt sich die Frau des Staatspräsidenten für sieben Tage in Isolation. Die «Première Dame» hat demnach keine Symptome. Die frühere Lehrerin sei am vergangenen Donnerstag mit einem Menschen zusammengekommen, der am Montag positiv getestet wurde und Symptome der Covid-19-Krankheit zeige.

Paty war am Freitag in einem Pariser Vorort von einem Terrorverdächtigen getötet und enthauptet worden. Am Mittwoch ist eine nationale Gedenkfeier mit Emmanuel Macron in der Sorbonne-Universität geplant.


WHO: Impfstart wohl Mitte 2021 - «We Are Family»-Kampagne

GENF: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rechnet mit einem Start der Impfungen gegen das Coronavirus zur Jahresmitte 2021. Anfang nächsten Jahres sollten die Daten aus den abschließenden Phase-3-Studien vorliegen, sagte eine WHO-Expertin am Montag in Genf. Danach könnten die Entscheidungen zum Impfstart fallen. Die beteiligten Firmen produzierten vorsorglich bereits Millionen von Dosen. Risikogruppen könnten als erste mit einer Impfung rechnen. Die bisherigen Studienergebnisse seien durchaus ermutigend, was ihre Wirksamkeit speziell bei älteren Menschen angehe, hieß es weiter.

Die WHO startet nach Angaben von WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus eine neue, diesmal durchaus fröhlich-musikalische Kampagne gegen die Pandemie. Dabei werde der Ohrwurm «We Are Family» der US-Gesangsgruppe Sister Sledge im Mittelpunkt stehen. Sie sei darüber sehr bewegt, sagte Kim Sledge. Der Song solle die Menschen in aller Welt zur Solidarität ermuntern. Als Mediziner und Ärztin seien ihr Mann und ihre Tochter an vorderster Front tätig, um die Pandemie zu bekämpfen. Die #WeAreFamily-Video-Kampagne der WHO soll Menschen dazu bewegen, zum Beispiel zusammen mit ihrer Familie das Lied zu singen, aufzunehmen und in den sozialen Medien zu teilen. Der Song von 1979 gilt als der erfolgreichste der Soul- und Funkgruppe.


Schutzmaßnahmen in Corona-Hotspot Bukarest verschärft

BUKAREST: Wegen stark gestiegener Infektionszahlen mit dem Virus Sars-CoV-2 sind in Rumäniens Hauptstadt Bukarest die Schutzvorkehrungen verstärkt worden.

Ab Dienstag dürfen nur noch kleine Kinder ohne Maske die Wohnung verlassen. Den Mund-Nasen-Schutz müssen allen Menschen tragen, die älter sind als 5 Jahre - auch unter freiem Himmel. Schulen, Kindergärten, Universitäten sowie Theater und Kinos werden geschlossen. Innen-Gastronomie soll es nur noch für Hotelgäste geben. Die Maßnahmen verfügte die Präfektur der Hauptstadt, nachdem hier die Infektionsdichte erstmals die kritische Marke von 3 pro 1000 Einwohnern überschritten hatte. Sie lag am Montag bei 3,19. Landesweit lag die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen 14 Tagen bei 238,6.


Corona-Ausgangssperre: Tunesier müssen nachts wieder zu Hause bleiben

TUNIS: Zur Eindämmung des Coronavirus in Tunesien hat die Regierung eine nächtliche landesweite Ausgangssperre verhängt. Sie soll nach Anordnung von Regierungschef Hichem Mechichi ab Dienstag gelten, wie die staatliche Nachrichtenagentur Tap berichtete. Bisher hatten nur Bewohner von Regionen mit besonders vielen nachgewiesenen Corona-Neuinfektionen von 21 Uhr abends bis 5 Uhr morgens und am Wochenende ab 19 Uhr abends zu Hause bleiben müssen. Jetzt soll die bislang nur regional geltende Einschränkung auf das gesamte Land ausgeweitet werden.

Das kleine nordafrikanische Land war Anfang des Jahres im internationalen Vergleich glimpflich durch die erste Corona-Welle gekommen. Die Regierung hatte Mitte März nach vergleichsweise wenigen Fällen eine landesweite Ausgangssperre verhängt und die Grenzen geschlossen, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Mit Lockerung der Maßnahmen stiegen die Corona-Zahlen jedoch stetig.

Mittlerweile wurden in Tunesien mehr als 40.500 Coronavirus-Infektionen gemeldet. Mindestens 629 Menschen sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom vergangenen Freitag in Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gestorben. Nach Angaben der Behörden werden aktuell durchschnittlich 24 Todesfälle pro Tag verzeichnet - also etwa ein Todesfall pro Stunde. Das Land hat rund zwölf Millionen Einwohner.


Corona: Kliniken in Teilen Englands erreichen Kapazitätsgrenze

LONDON: Im britischen Großraum Manchester können einem Medienbericht zufolge die ersten Kliniken keine Covid-19-Patienten mehr aufnehmen. Zwölf Krankenhäuser seien bereits voll, zitierte der «Guardian» aus einem internen Dokument des staatlichen Gesundheitsdienstes National Health Service (NHS). Bürgermeister Andy Burnham forderte am Montag erneut von Premier Boris Johnson mehr finanzielle Unterstützung für die Menschen und Firmen in der Region.

Der Nordwesten Englands gehört zu den besonders stark von der Corona-Krise betroffenen Regionen im Vereinigten Königreich. Auch in Liverpool stießen einige Kliniken bereits an ihre Kapazitätsgrenzen: Dort ist dem «Guardian» zufolge viel Klinikpersonal erkrankt und in Isolation. Britische Kliniken gelten als chronisch unterfinanziert. Schon bei größeren Grippewellen stehen sie oft vor dem Kollaps.

In Großbritannien haben sich nach Angaben vom Sonntag binnen 24 Stunden mehr als 16.000 Menschen mit dem Virus angesteckt. Bislang sind den Statistiken zufolge mehr als 43.000 Menschen gestorben. Doch wird in dem Land mit seinen knapp 67 Millionen Einwohnern mit einer hohen Dunkelziffer gerechnet; es mangelt an Tests.


Mehr als 12.000 Corona-Neuinfektionen an einem Tag

BRÜSSEL: Das von der Corona-Pandemie besonders schwer geplagte Belgien hat an einem einzigen Tag mehr als 12.000 Neuinfektionen verzeichnet. Wie ein Sprecher des Krisenzentrums nach Angaben der Nachrichtenagentur Belga am Montag in Brüssel mitteilte, wurden für den Dienstag voriger Woche (13. Oktober) 12.051 neue Fälle registriert. Zum Vergleich: In Deutschland meldeten die Gesundheitsämter nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) für diesen Tag 5132 Corona-Neuinfektionen. Deutschland hat mehr als siebenmal so viele Einwohner wie Belgien.

Nach Angaben des Krisenzentrums ergibt sich für den Zeitraum 9. bis 15. Oktober in Belgien eine Zahl von durchschnittlich 7876 Neuinfektionen pro Tag. Die Regierung des Elf-Millionen-Einwohner-Landes verfügte am Freitag, dass alle Restaurants und Gaststätten für vier Wochen schließen müssen. Von Mitternacht bis 05.00 Uhr gilt eine Ausgangssperre. Die Maßnahmen traten am Montag in Kraft.

Insgesamt gab es in Belgien nach offiziellen Zahlen seit Beginn der Pandemie 222.253 Coronafälle. An der Spitze liegen die Provinzen Brüssel, Antwerpen und Lüttich (Liège).

Insgesamt 10.413 Menschen sind in Belgien der amerikanischen Johns-Hopkins-Universität zufolge bisher an oder mit Covid-19 gestorben. Das sind mehr als im viel größeren Deutschland (9789 nach RKI-Angaben, Stand Montag) und entspricht mehr als 90 Toten pro 100.000 Einwohner - nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität ist dies einer der höchsten Werte weltweit.


71-Jähriger sorgt mit Pfefferspray für Corona-Abstand

AACHEN: Mit Pfefferspray soll ein 71-jähriger Mann in Deutschland versucht haben, andere Menschen auf Abstand zu halten.

Nach Polizeiangaben von Montag hatte der Mann am Wochenende in Aachen zuerst eine Gruppe von Joggern und anschließend zwei Radfahrer «völlig unvermittelt mit Pfefferspray eingenebelt». Das radelnde Ehepaar (51/49) habe «gerade noch unfallfrei» vom Elektrofahrrad steigen und die Polizei rufen können. Die Jogger seien verschwunden.

Der Streife sagte der 71-Jährige, er habe die anderen aus seiner Sicht nur so auf gebührendem Corona-Abstand halten können. Er bekam eine Anzeige wegen gefährlicher Körperverletzung und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr.


Neuer Höchststand bei Corona-Toten im Iran

TEHERAN: Der Iran hat am Montag so viele Corona-Tote gemeldet wie noch nie zuvor.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums starben binnen 24 Stunden 337 Covid-19-Patienten. Der letzte Höchststand war in dem Land am 14. Oktober mit 279 Corona-Toten an einem Tag erreicht worden. Inzwischen liegt die Gesamtzahl der Corona-Toten seit dem Ausbruch der Pandemie im Iran Ende Februar bei 30.712, die der Infizierten bei 534.631, sagte Ministeriumssprecherin Sima Lari im Staatsfernsehen. Am Montag wurden 4251 Neuinfektionen gemeldet.


Tschechische Armee baut Corona-Hilfskrankenhaus auf

PRAG: Die tschechische Armee hat mit dem Aufbau eines provisorischen Krankenhauses in den Prager Messehallen begonnen. Am Montag traf ein erster Konvoi mit 29 Fahrzeugen und rund 165 Tonnen medizinischen Materials aus dem Sanitätsstützpunkt in Hradec Kralove (Königgrätz) in der Hauptstadt ein. Die ganze Woche über sollen weitere Transporte folgen, wie das Verteidigungsministerium in Prag mitteilte. Das Hilfskrankenhaus mit einer Kapazität von 500 Betten soll als Reserve dienen, falls das Gesundheitssystem mit Covid-19-Patienten überlastet wird. Das Feldkrankenhaus der tschechische Armee verfügt unter anderem über einen Operationssaal, eine Intensivstation, eine Apotheke, ein Labor und Röntgengeräte.

Tschechien kämpft mit einem starken Anstieg der Corona-Neuinfektionen. Am Sonntag kamen 5059 bestätigte Fälle hinzu - so viele wie noch nie an einem Sonntag. Die Gesamtzahl der jemals Infizierten stieg damit auf knapp 174.000. Seit Beginn der Pandemie starben 1422 Menschen in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung.

Unterdessen wurde bekannt, dass Landwirtschaftsminister Miroslav Toman positiv auf das Virus getestet wurde. Außenminister Lubomir Zaoralek, der wie sein 60 Jahre alter Kollege den Sozialdemokraten angehört, begab sich der Agentur CTK zufolge vorsichtshalber in Quarantäne. Toman hatte sich am Mittwoch mit Präsident Milos Zeman getroffen. Dabei seien strenge Hygieneregeln eingehalten worden, betonte ein Sprecher des 76 Jahre alten Staatsoberhaupts.


Polen richtet Corona-Krankenhaus im Nationalstadion ein

WARSCHAU: Polen will im Warschauer Nationalstadion ein provisorisches Krankenhaus für Corona-Patienten einrichten. Das teilte ein Regierungsbeamter am Montag mit. «Wir wollen, dass die ersten 500 Betten bereits vor Ende der Woche für Patienten verfügbar sind», sagte der Kanzleichef des Premierministers, Michal Dworczyk, dem Sender Radio Zet. Das Krankenhaus, das im Konferenzraum des Stadions entstehen soll, werde auch über rund 50 Intensivpflegebetten verfügen, erklärte der Regierungsbeamte. Das Stadion war für die Fußball-Europameisterschaft 2012 gebaut worden.

Das Personal für die provisorische Klinik will die Regierung sowohl aus Warschau als auch von außerhalb rekrutieren. Außerdem soll es durch medizinische Kräfte aus Armee und Feuerwehr ergänzt werden. Er sei überzeugt, dass es genug Personal geben werde, betonte Dworczyk. Vorbereitungen für die Einrichtung von temporären Covid-19-Krankenhäusern laufen auch in anderen Regionen Polens. Mehrere Krankenhäuser klagten bereits über Personalmangel.

Das Land verzeichnete in den vergangenen Wochen einen starken Anstieg an Corona-Neuinfektionen. Am Samstag wurden mehr als 9600, am Sonntag mehr als 8500 Fälle gemeldet. Wenn sich das derzeitige Tempo nicht bremsen lasse, könnte die Zahl der bestätigten Neuinfektionen Anfang nächster Woche auf 15.000 bis 20.000 pro Tag steigen, warnte Gesundheitsminister Adam Niedzielski am Montag. «Deshalb fordere ich Sie alle auf, alle Beschränkungen, die wir in den vergangenen zwei Wochen eingeführt haben, sehr ernst zu nehmen», mahnte der Minister. Zu diesen Einschränkungen gehören unter anderem die Pflicht, in der Öffentlichkeit einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen und begrenzte Personenzahlen in öffentlichen Verkehrsmitteln, in Geschäften und Kirchen sowie eine Sperrstunde für Restaurants ab 21.00 Uhr.


Historiker sieht Corona als «epochale Zäsur»

MÜNCHEN: Der Historiker Andreas Wirsching sieht in der Coronavirus-Pandemie das Ende einer Epoche aufziehen.

«Es spricht vieles dafür, dass das Jahr 2020 als eine epochale Zäsur in die Geschichte eingehen wird», sagte der Direktor des Instituts für Zeitgeschichte der Deutschen Presse-Agentur. «Zwar wissen wir das jetzt noch nicht so genau, aber einiges ist erkennbar, insbesondere was die Globalisierung betrifft.» Wirsching denkt, dass das Zeitalter der Internationalisierung und Globalisierung, das es seit etwa 1970 gebe, starken Veränderungen unterworfen, «wenn nicht beendet», werde.


Grenze zwischen Kanada und USA bleibt in Corona-Krise weitgehend zu

OTTAWA: Aus Sorge vor einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus bleibt die Grenze zwischen den USA und Kanada für mindestens einen weiteren Monat weitgehend geschlossen. Vorerst bis zum 21. November blieben nicht unbedingt notwendige Grenzüberquerungen untersagt, teilte Kanadas Premierminister Justin Trudeau am Montag über den Kurznachrichtendienst Twitter mit.

Trudeau hatte zuvor bereits angedeutet, dass er angesichts steigender Coronavirus-Infektionszahlen in den USA keine Möglichkeit für eine baldige Öffnung der Grenze sehe. «Die USA sind nicht in einer Situation, in der wir mit einem guten Gefühl die Grenzen öffnen könnten», hatte der Premierminister in der kanadischen Radioshow «Smart Start» gesagt.

Die zeitweise Schließung der Landgrenze zwischen den USA und Kanada aufgrund der Coronavirus-Pandemie war im März in Kraft getreten und immer wieder verlängert worden, zuletzt offiziell bis zum 21. Oktober. Ziel ist, den nicht notwendigen Reiseverkehr zwischen den Ländern zu unterbinden und zugleich den Verkehr wichtiger Waren wie medizinischer Ausrüstung und Nahrung zu gewährleisten. Grenzübertritte aus Handels- oder Arbeitsgründen bleiben erlaubt. Es gibt auch weiterhin Flüge zwischen beiden Ländern.

Die Zahl der Coronavirus-Neuinfektionen hatte in den USA zuletzt wieder stark angezogen. Insgesamt haben sich in dem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern seit Beginn der Pandemie mehr als 8 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert, rund 220.000 starben. Auch in Kanada, wo rund 38 Millionen Menschen leben, war die Zahl der Neuinfektionen zuletzt wieder angestiegen. Insgesamt haben sich dort bislang knapp 200.000 Menschen angesteckt.

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