Corona-Überblick: Meldungen am Montag

Foto: Pixabay/Gerd Altmann
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Biden erneut positiv auf Coronavirus getestet

WASHINGTON: US-Präsident Joe Biden ist auch am Montag positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Präsidentenarzt Kevin O'Connor schrieb in einem vom Weißen Haus veröffentlichten Dokument, Biden gehe es weiterhin gut. Wie erwartet, sei sein Antigen-Test erneut positiv ausgefallen. Biden bleibe daher in der Isolation im Weißen Haus. Der Präsident war am Donnerstag vorvergangener Woche positiv getestet worden. Am Mittwoch vergangener Woche hatte er seine Corona-Isolation beendet, nachdem er negativ getestet worden war. Dann fielen Tests am Samstag und Sonntag wieder positiv aus. O'Connor hatte von einem «Rückfall» gesprochen, der bei Patienten, die mit dem Covid-Medikament Paxlovid behandelt wurden, bereits in seltenen Fällen beobachtet worden sei.


BGH verkündet Entscheidung zu kostenfreiem Storno bei Pauschalreisen

KARLSRUHE: Der Bundesgerichtshof (BGH) äußert sich am Dienstag (9.00 Uhr) zu der Frage, in welchen Fällen Pauschalurlauber ohne Stornokosten von einer Reisebuchung zurücktreten können. Der Kläger war bei Ausbruch der Corona-Pandemie von einer teuren Japan-Reise abgesprungen, die wenig später sowieso abgesagt werden musste. Von einem Münchner Reiseveranstalter will er knapp 1540 Euro Stornogebühren zurück, die er zunächst vertragsgemäß gezahlt hatte.

Ein Recht auf kostenlosen Rücktritt gibt es laut Gesetz nur, wenn «unvermeidbare, außergewöhnliche Umstände» die Reise «erheblich beeinträchtigen». Ob es dabei allein auf den Zeitpunkt des Rücktritts oder auch auf die weitere Entwicklung ankommt, ist umstritten.

In der Karlsruher Verhandlung Ende Juni hatte sich abgezeichnet, dass die Richterinnen und Richter auch die nachträgliche Entwicklung für relevant halten. Es ist aber offen, ob sie direkt ein Urteil sprechen oder die Frage möglicherweise zunächst dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) vorlegen. Denn für Pauschalreisen gibt es in einer EU-Richtlinie einheitliche Regeln. (Az. X ZR 53/21)


UN-Chef warnt vor größter nuklearer Gefahr seit dem Kalten Krieg

NEW YORK: Angesichts zahlreicher Krisen weltweit hat UN-Generalsekretär António Guterres vor dem steigenden Risiko atomarer Vernichtung gewarnt. Die Welt befinde sich in einer «Zeit nuklearer Gefahr, wie es sie seit dem Höhepunkt des Kalten Krieges nicht mehr gegeben hat», sagte Guterres am Montag zum Start der Überprüfungskonferenz zum Atomwaffensperrvertrag (NVV) in New York. «Die Menschheit läuft Gefahr, die Lehren zu vergessen, die in den schrecklichen Feuern von Hiroshima und Nagasaki geschmiedet wurden». Die Welt sei nur ein Missverständnis oder eine Fehlkalkulation von der nuklearen Vernichtung entfernt.

Ziel des Vertrags über die Nichtverbreitung von Kernwaffen von 1970 ist es, die Streuung von Atomwaffen zu verhindern, nukleare Abrüstung voranzutreiben und die friedlichen Nutzung von Kernenergie zu fördern. 191 Staaten sind dem Abkommen beigetreten - darunter auch die USA, China, Russland, Frankreich und Großbritannien. Alle fünf Jahre ist eine Überprüfung darüber vorgesehen, inwieweit die Ziele des Atomwaffensperrvertrags erfüllt wurden. Die zehnte Überprüfungskonferenz sollte bereits 2020 stattfinden, wurde wegen der Corona-Pandemie aber verschoben. Zum Start am Montag sollten auch Außenministerinnen und Außenminister sprechen. Die Konferenz geht bis zum 26. August.

Guterres sagte am Montag weiter, dass die geopolitischen Spannungen einen neuen Höchststand erreicht hätten - und verwies auf den Krieg Russlands gegen die Ukraine, Konflikte in Nahost, auf der koreanischen Halbinsel sowie Krisen mit «nuklearen Untertönen». «Konkurrenz übertrumpft Kooperation und Kollaboration. Misstrauen hat den Dialog ersetzt. Uneinigkeit hat Abrüstung ersetzt.» Die Beseitigung von Atomwaffen sei die einzige Garantie, dass diese niemals eingesetzt würden. Auf dieses Ziel müsse unermüdlich hingearbeitet werden, damit die Menschheit vom Abgrund wegtrete.

Gleichzeitig betonte Guterres, dass die friedliche Nutzung von Nukleartechnologien - auch für medizinische Zwecke - gefördert werden müsse. «Wenn sie für friedliche Zwecke eingesetzt wird, kann diese Technologie ein großer Vorteil für die Menschheit sein.»


Erster Affenpockentodesfall in Indien bestätigt

NEU DELHI: In Indien ist erstmals ein Todesfall eines mit Affenpocken erkrankten Patienten bestätigt worden. Der junge Mann habe keine anderen Gesundheitsprobleme gehabt, teilte die Gesundheitsministerin des betroffenen Bundesstaates Kerala, Veena George, am Montag mit. Er sei vor gut zwei Wochen (19. Juli) in den Vereinigten Arabischen Emiraten positiv auf das Virus getestet worden. Kurz darauf ist er ihren Angaben zufolge in seine Heimat Indien zurückgekehrt, wo er etwas später Fieber bekam, ins Krankenhaus musste und zuletzt an einem Beatmungsgerät gewesen ist. Er sei am vergangenen Samstag gestorben. Indische Tests hätten seine Erkrankung mit Affenpocken bestätigt. Kontaktpersonen von ihm würden beobachtet.

In den vergangen Tagen waren auch erstmals in Europa Todesfälle nach einer Affenpocken-Infektion bekannt geworden. Die beiden Männer starben am Freitag und Samstag in Spanien, wie Gesundheitsbehörden des Landes mitteilten. Ein weiterer Todesfall wurde am Wochenende in Brasilien bestätigt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte zuvor beim aktuellen Affenpocken-Ausbruch fünf Tote registriert - alle in Afrika.


Forscher stellen neuen Höhlen-Tiefenrekord auf

HOBART: Ein Eliteteam australischer Höhlenforscher hat auf der Insel Tasmanien eine kürzlich entdeckte Höhle mit einem bereits bekannten Höhlensystem verbunden - und damit einen neuen Tiefenrekord für Down Under aufgestellt. Die neunköpfige Gruppe sei am Sonntag mehr als 14 Stunden damit beschäftigt gewesen, die Verbindung zwischen der auf den Namen «Delta Variant» getauften Höhle und dem System Niggly/Growling Swallet herzustellen, hieß es am Montag in einer Mitteilung der «Southern Tasmanian Caverneers». Nun gebe es eine durchgehende Verbindung bis in eine Tiefe von 401 Meter. Es handele sich damit um die bislang tiefste bekannte Höhle auf dem fünften Kontinent.

Die Höhe einer Höhle werde dabei vom höchsten Eingangspunkt bis zur tiefsten bekannten Stelle gemessen. Teammitglied Ciara Smart sprach von einer «bedeutsamen Errungenschaft für die Höhlenforschergemeinschaft», die zu einem besseren wissenschaftlichen Verständnis der Weitläufigkeit der Karstsysteme Australiens beitrage.

Die Gruppe hatte sich sechs Monate lang auf ihren Versuch, die Höhlen zu verbinden, vorbereitet. In dieser Zeit wurden unter anderem zahlreiche Seile angebracht und Seitengänge erkundet. Projektorganisator Stephen Fordyce taufte die von ihm entdeckte Höhle mit Blick auf die Corona-Pandemie auf den Namen «Delta Variant», um zukünftige Höhlenforscher an zeitgenössische Ereignisse zu erinnern.

Die Höhle sei «sehr herausfordernd», betonte Fordyce. Unter anderem sei der Wasserstand teilweise sehr hoch gewesen. Das Team habe die 14 Stunden mit «Abseilen, Krabbeln, Quetschen und Klettern» an schlammigen Seilen zugebracht. Die längste durchgehende Abseilstelle sei 163 Meter hoch gewesen. «Das ist die Höhe eines 53-stöckigen Gebäudes.»


Johnson-Nachfolge: Prominente Unterstützung für Favoritin Truss

LONDON: Im Kampf um die Nachfolge des britischen Premierministers Boris Johnson hat Favoritin Liz Truss weitere prominente Unterstützung erhalten. Die Außenministerin werde «die veraltete wirtschaftliche Orthodoxie aufheben und unsere Wirtschaft auf konservative Weise führen», schrieb Finanzminister Nadhim Zahawi in einem Beitrag für die Zeitung «Telegraph» (Montag). «Liz versteht, dass der Status quo in Krisenzeiten keine Option ist.» Zahawi hatte selbst für das Amt des Premierministers kandidiert, war aber schon im ersten Wahlgang der konservativen Parlamentsfraktion ausgeschieden.

Damit wächst die Unterstützung für Truss weiter. Zuvor hatte sich bereits der populäre Verteidigungsminister Ben Wallace für seine Kabinettskollegin ausgesprochen. Die 47-Jährige liegt in Umfragen deutlich in Führung vor ihrem Kontrahenten, Zahawis Vorgänger Rishi Sunak. Seit Montag erhalten die Mitglieder der Konservativen Partei ihre Wahlunterlagen. Sie haben nun bis zum 2. September Zeit, ihre Stimme abzugeben.

In einem Versuch, seinen Rückstand aufzuholen, kündigte Sunak an, die Einkommensteuer bis zum Ende der 2020er Jahre deutlich von derzeit 20 auf dann 16 Prozent zu kürzen. Die Steuerpolitik ist eines der wichtigsten Themen in dem Wahlkampf. Viele Konservative werfen Sunak vor, dass in seiner Amtszeit die Steuerlast auf den höchsten Stand seit 70 Jahren gestiegen sei. Der 42-Jährige verweist darauf, dass die Maßnahmen im Kampf gegen die Folgen der Corona-Pandemie nötig gewesen seien.

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