Corona-Überblick: Meldungen am Montag

Foto: Pixabay/Gerd Altmann
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Nike mit deutlich weniger Gewinn - Covid-Lockdowns in China belasten

BEAVERTON: Nike hat im jüngsten Geschäftsquartal deutlich weniger verdient - besonders die Covid-Lockdowns in China belasteten den Adidas-Rivalen. In den drei Monaten bis Ende Mai sank der Nettogewinn gegenüber dem Vorjahreswert um rund fünf Prozent auf 1,4 Milliarden Dollar (1,3 Mrd Euro), wie der weltgrößte Sportartikelhersteller am Montag nach US-Börsenschluss mitteilte. Der Umsatz fiel um ein Prozent auf 12,2 Milliarden Dollar. Analysten hatten im Schnitt mit einem etwas stärkeren Rückgang gerechnet.

Im wichtigen Auslandsmarkt China, wo sich Nike schon länger schwertut, brachen die Verkäufe jedoch um fast 20 Prozent ein. Hier kam es wegen Corona-Ausbrüchen unter anderem zu Produktionsstörungen durch Werksschließungen. Zudem leidet Nike weiter unter hartnäckigen Lieferkettenproblemen, die den internationalen Handel behindern. Der Lagerbestand stieg kräftig an, viele Waren hängen fest. Auch im Heimatmarkt Nordamerika fiel der Umsatz um fünf Prozent. Nikes Aktie verbuchte nachbörslich dennoch zunächst leichte Kursgewinne.


«Gehört zu Bayern dazu» - Söder verteidigt Empfang mit Trachtlern

ELMAU: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat den Empfang für die G7-Staats- und Regierungschefs mit Trachtlern gegen viel Kritik, Spott und Häme etwa in sozialen Netzwerken verteidigt. «Zu Bayern gehört das einfach dazu: Modernität, aber auch Brauchtum», sagte der CSU-Chef am Montag in München. «Das ist Teil unserer Lebenskultur.» Söder fügte hinzu: «Mag sein, dass dem einen oder anderen das nicht so gefällt - also allen Gästen, die da waren, hat es super gefallen.» Er nannte unter anderem US-Präsident Joe Biden, der ebenfalls auf diese Weise am Münchner Flughafen begrüßt wurde.

Söder verwies auf das Oktoberfest, wo vor Corona jedes Jahr sechs Millionen Menschen gekommen seien - dort habe sich auch niemand an den Menschen in Trachten gestört. «Wenn man nach Bayern kommt, dann gehört das einfach dazu. Bayern ist ein bisschen anders als anderswo. Deshalb kommt man ja auch so gerne zu uns.» Söder dankte ausdrücklich allen Trachtlern, Gebirgsschützen und Kapellen, die die G7-Chefs in den vergangenen Tagen Willkommen geheißen hätten. «Wem es nicht gefällt, der klickt halt einfach was anderes an», empfahl er.


Erste Auslandsreise seit Kriegsbeginn: Putin fliegt nach Zentralasien

MOSKAU: Bei seiner ersten Auslandsreise seit Kriegsbeginn in der Ukraine vor rund vier Monaten reist Russlands Präsident Wladimir Putin an diesem Dienstag nach Tadschikistan in Zentralasien. Es sei ein Arbeitsbesuch beim tadschikischen Präsidenten Emomali Rachmon geplant, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Montag der Nachrichtenagentur Interfax zufolge in Moskau. Zu möglichen Inhalten der Gespräche machte er keine Angaben. Es werde einen formellen Teil geben.

Am Dienstag geht zugleich der G7-Gipfel der führenden demokratischen Wirtschaftsmächte in Bayern zu Ende. Russland war nach der Annexion der ukrainischen Schwarzmeer-Halbinsel Krim im Jahr 2014 aus der damaligen Gruppe der Acht (G8) ausgeschlossen worden.

Für Mittwoch ist die Teilnahme Putins bei einem Gipfel der Anrainerstaaten des Kaspischen Meeres in Turkmenistan geplant. Seit Beginn der Corona-Pandemie vor mehr als zwei Jahren nahm Putin überwiegend per Videoschalte an internationalen Gipfeln teil.

Seine letzte bekannt gewordene Auslandreise führte Putin Anfang Februar nach China, wo er an der Eröffnung der Olympischen Winterspiele teilnahm. Ende Februar begann Russland dann den Angriffskrieg gegen das Nachbarland Ukraine.


30 Millionen Menschen in Sahelzone brauchen lebensrettende Hilfe

DAKAR: Die Vereinten Nationen und ihre humanitären Partner schlagen angesichts einer sich rasant verschärfenden Hungerkrise in der Sahelzone Alarm. Mehr als 30 Millionen Menschen in der Region, hauptsächlich Frauen und Kinder, benötigten dieses Jahr lebensrettende Hilfe und Schutz. Dies sei ein Anstieg von fast zwei Millionen Menschen verglichen mit dem Vorjahr, teilten die Organisationen am Montag mit.

Während die Not so groß wie nie sei, befinde sich die Verfügbarkeit finanzieller Mittel auf einem Tiefstand, sagte die stellvertretende Regionaldirektorin des UN-Welternährungsprogramms für Westafrika, Elvira Pruscini. Aufgrund steigender Kosten, unter anderem wegen des Ukraine-Kriegs, seien Hilfsorganisationen in vielen Sahel-Ländern gezwungen, halbe Rationen an Bedürftige zu verteilen, so Pruscini.

Zwischen Juni und August werden nach Angaben von Action Contre la Faim über 18,6 Millionen Menschen - oder 15 Prozent der Gesamtbevölkerung der Region - von schwerer Ernährungsunsicherheit betroffen sein. «Obwohl die Bedürfnisse ständig steigen, ist es aufgrund zunehmender Kriminalität, Entführungen und zunehmender Gewalt eine ständige Herausforderung, Menschen in Konfliktgebieten zu erreichen», sagt Maureen Magee, Regionaldirektorin für Zentral- und Westafrikades Norwegian Refugee Council (NRC).

Die Sahelzone, die sich von Senegal im Osten bis nach Djibuti im Osten Afrikas zieht, steht vor der schlimmsten Nahrungsmittelkrise seit zehn Jahren. Auch Teile Ostafrikas sind von einer schlimmen Dürre heimgesucht. Insgesamt sind nach UN-Angaben etwa 60 Millionen Menschen betroffen. Hauptgründe für die Rückgänge in der Getreideproduktion auf dem Kontinent sind klimabedingte Dürren und Überschwemmungen, Konflikte, die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie sowie Russlands Getreideblockade aufgrund des Ukraine-Kriegs.


Rekord: Katholische Kirche Deutschlands meldet rund 360.000 Austritte

BONN: Im vergangenen Jahr sind so viele Menschen aus der katholischen Kirche in Deutschland ausgetreten wie noch nie. 359.338 Katholiken kehrten ihrer Kirche allein 2021 den Rücken, wie die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) am Montag in Bonn mitteilte.

Das ist ein neuer Negativ-Rekord. «Für uns ist das die bisher höchste Zahl», sagte DBK-Sprecher Matthias Kopp. Die katholische Kirche zählte noch 21.645 875 Mitglieder - das macht etwa 26 Prozent der Gesamtbevölkerung von rund 83 Millionen Einwohnern aus.

Der DBK-Vorsitzende Georg Bätzing zeigte sich «zutiefst erschüttert über die extrem hohe Zahl von Kirchenaustritten». Die Zahl sei Zeugnis einer «tiefgreifenden Krise, in der wir uns als katholische Kirche in Deutschland befinden», sagte er. «Es ist nichts schönzureden.»

2020 hatten mit 221.390 Menschen noch deutlich weniger Katholiken die Kirche verlassen, 2019 - im Jahr vor Corona - lag die Zahl nach DBK-Angaben bei 272.771.


Wichtigste Mobilfunkmesse MWC bleibt bis mindestens 2030 in Barcelona

BARCELONA: Die wichtigste Mobilfunkmesse MWC wird bis mindestens 2030 weiter in Barcelona stattfinden. Darauf einigten sich der Branchenverband GSMA mit der Stadt Barcelona und den zuständigen lokalen Organisationen, wie die GSMA am Montag mitteilte. Der laufende Vertrag endet 2024. «Die jüngsten globalen Entwicklungen haben den MWC mit großen Herausforderungen konfrontiert, und die Stärke unserer Partner (in Barcelona) war entscheidend dafür, dass wir die Messe wieder ausrichten konnten», schrieb GSMA-Generaldirektor Mats Granryd in der Mitteilung. «Exzellente Nachricht», schrieb Spaniens Wirtschaftsministerin Nadia Calviño auf Twitter.

Zu Beginn der Corona-Pandemie 2020 war die Mobilfunkmesse eine der ersten internationalen Großveranstaltungen, die abgesagt werden musste. Dieses Jahr fand die Messe wieder statt, allerdings «nur» mit 60.000 Besuchern aus 200 Ländern. Vor der Pandemie kamen mehr als 100.000 Brancheninsider und Journalisten zu MWC in Barcelona.

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