Corona-Überblick: Meldungen am Montag

Foto: Pixabay/Alexandra Koch
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UN-Welternährungsprogramm: 345 Millionen akut hungernde Menschen

ROM: Die Hungerkrise in der Welt spitzt sich nach Angaben der Vereinten Nationen dramatisch zu. Das UN-Welternährungsprogramm (WFP) zählt aktuell 345 Millionen Menschen in 82 Ländern, die akut Hunger leiden. Das sind rund 200 Millionen Menschen mehr als noch vor der Corona-Pandemie und dem Ausbruch des Krieges in der Ukraine, wie die Organisation am Montag mitteilte. Wegen des russischen Angriffs, der Blockade der Häfen am Schwarzen Meer und dem enormen Preisanstieg für Getreide auf dem Weltmarkt können viele arme Länder etwa in Afrika nicht wie geplant mit Nahrungsmitteln wie Weizen versorgt werden.

Die UN-Behörde schlug Alarm: «Die Gefahr ist sehr real, dass der weltweite Bedarf an Essen und Ernährung bald die Kapazitäten des WFP - und jeder anderen Organisation - übersteigt.» Die deutsche Entwicklungsministerin Svenja Schulze (SPD) war am Montag extra nach Rom gereist, um für mehr Hilfen zu werben. Sie kündigte an, dass sie den deutschen Beitrag an das WFP aus dem Vorjahr von 1,2 Milliarden Euro auch in diesem Jahr erreichen und möglichst übertreffen wolle. Zugleich rief sie andere zu mehr finanziellem Engagement auf.


Aufbau der Wiesn-Zelte: Oktoberfest-Gelände ist jetzt schon Baustelle

MÜNCHEN: Rund drei Monate vor dem Start des Oktoberfestes am 17. September haben in München schon die Aufbauarbeiten begonnen. Seit Montag rollen auf der Theresienwiese Gabelstapler und Lastwagen. Als erstes startet der Aufbau der Bierzelte, später folgen die Fahrgeschäfte. Vom 17. September bis zum 3. Oktober soll dann wieder das größte Volksfest der Welt gefeiert werden, nachdem es 2021 und 2020 wegen der Corona-Pandemie abgesagt worden ist.

Auch dieses Jahr hatte sich Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) die Entscheidung nicht leicht gemacht und sich mehrere Male mit Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) beraten. Ende April gab er aber grünes Licht für das wohl größte Volksfest der Welt, das in den Jahren vor Corona jeweils rund sechs Millionen Besucher anlockte.

Wegen der langen Pause beginnt der Aufbau einige Wochen früher als sonst, damit mögliche Schäden rechtzeitig erkannt und behoben werden können. Nur das neue Bräurosl-Zelt steht schon teilweise, da es noch technisch überprüft werden muss.

Neu sind auch die Bierpreise: Eine Maß kostet zwischen 12,60 Euro und 13,80 Euro (Durchschnitt: 13,37 Euro), wie die Stadt kürzlich mitteilte. Das sind durchschnittlich 15,77 Prozent mehr als 2019.


Zuwanderung lässt Bevölkerung wieder leicht steigen

WIESBADEN: Die Zuwanderung hat die Bevölkerung in Deutschland im vergangenen Jahr wieder leicht wachsen lassen. Zum Jahresende 2021 lebten gut 83,2 Millionen Menschen im land und damit 0,1 Prozent oder 82.000 mehr als zum Vorjahresende, wie das Statistische Bundesamt am Montag auf Grundlage der Bevölkerungsfortschreibung mittelte.

Die Entwicklung sei vor allem auf einen Anstieg der Nettozuwanderung zurückzuführen, die im vergangenen Jahr nach vorläufigen Ergebnissen auf 317.000 Personen wuchs, nach 220.000 im Vorjahr. Damit habe die Nettozuwanderung wieder nahezu das Niveau vor Ausbruch der Corona-Pandemie erreicht (2019: 327.000). Zugleich wurden in Europas größter Volkswirtschaft 228.000 mehr Sterbefälle als Geburten gezählt. Der Überschuss der Sterbefälle stieg damit erneut - im Vorjahr waren noch 212.000 mehr Menschen gestorben als geboren worden.

Zum Jahresende 2021 lebten 72,3 Millionen Menschen mit deutscher und 10,9 Millionen mit ausländischer Staatsbürgerschaft in Deutschland. Das waren 308.000 Menschen mit ausländischer Staatsbürgerschaft mehr als im Vorjahr und zugleich 226.000 weniger Menschen mit deutscher Staatsbürgerschaft. Der Ausländeranteil an der Gesamtbevölkerung erhöhte sich somit im Vergleich zum Vorjahr von 12,7 auf 13,1 Prozent.


Greenpeace: Früheres Verbrenner-Aus würde Milliarden sparen

HAMBURG/BRÜSSEL: Ein früherer Verkaufsstopp für Autos und Transporter mit Verbrennungsmotor würde der Umweltorganisation Greenpeace zufolge Milliarden Euro an Energiekosten sparen. Allein in Deutschland wären es 177 Milliarden Euro weniger, wenn ein Verbot bereits 2028 statt 2035 kommen würde, wie die Organisation in Hamburg am Montag mitteilte. Das EU-Parlament hatte sich dafür ausgesprochen, dass ab 2035 keine neuen Verbrenner-Autos mehr verkauft werden sollen. Das Parlament muss sich noch mit den EU-Staaten einigen, die ihre Position kommende Woche festlegen wollen.

EU-weit wird die Einsparung bei einem Aus im Jahr 2028 - wie von Greenpeace gefordert - mit 635 Milliarden Euro angegeben. «Die Ampel schreibt im Koalitionsvertrag unmissverständlich, dass der Ausstieg in Deutschland schneller als in der EU kommen muss. Die Regierung sollte dem Verbrennungsmotor endlich ein festes Enddatum geben», forderte Benjamin Stephan, Verkehrsexperte bei Greenpeace.

Für die Berechnungen wurde den Angaben der Organisation zufolge angenommen, dass sich die Zahl der Autoverkäufe bis 2025 wieder auf dem Niveau vor der Corona-Pandemie befindet, genauso wie die im Schnitt gefahrenen Kilometer. Bei den Energiekosten habe man sich an den Strom- und Treibstoffpreisen von Anfang 2021 orientiert, bevor es zu enormen Steigerungen kam. Für Deutschland bedeute dies 1,72 Euro für Benzin und 1,57 Euro für Diesel sowie 32 Cent pro Kilowattstunde.

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