Corona-Überblick: Meldungen am Mittwoch

Der Alltag in Dänemark inmitten einer Coronavirus-Pandemie. Foto: epa/Philip Davali
Der Alltag in Dänemark inmitten einer Coronavirus-Pandemie. Foto: epa/Philip Davali

Corona-Lockdown wird bis 7. Februar verlängert

KOPENHAGEN: Die im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie geltenden Beschränkungen des öffentlichen Lebens in Dänemark werden um drei Wochen verlängert. Das gab Gesundheitsminister Magnus Heunicke am Mittwochabend auf einer Pressekonferenz in Kopenhagen bekannt. Bei der Verlängerung der Maßnahmen bis zum 7. Februar gehe es vor allem darum, eine zunächst in England aufgetretene und sich auch in Dänemark verbreitende Mutation des Coronavirus an der weiteren Ausbreitung zu hindern, sagte er. Es sei ein Wettlauf mit der Zeit.

Die Verlängerung der Corona-Maßnahmen bedeutet, dass Geschäfte, Einkaufszentren, Restaurants und andere Lokale sowie Kultur- und Freizeiteinrichtungen wie Kinos und Museen nach wie vor geschlossen bleiben müssen. Supermärkte, Lebensmittelgeschäfte und Apotheken bleiben offen. Zugleich werden Schüler der in Dänemark bis zur neunten Klasse gehenden Folkeskole weiter aus der Distanz unterrichtet.

Die maximal erlaubte Teilnehmerzahl für Zusammenkünfte ist auf fünf Personen herabgesetzt worden, auch der Reiseverkehr in und aus dem Ausland wurde von der dänischen Regierung stark eingeschränkt. All diese Maßnahmen wären ohne Verlängerung am Sonntag ausgelaufen.

Dänemark hat bei den jüngsten Zahlen der EU-Gesundheitsbehörde ECDC auf die Bevölkerung gerechnet zuletzt fast doppelt so viele Neuinfektionen gehabt wie Deutschland; die Zahl ist aber rückläufig. Besonders die britische Corona-Variante B.1.1.7 bereitet den Dänen große Sorgen - sie ist mittlerweile bei 208 Menschen im Land nachgewiesen worden, wie Heunicke sagte. Die Variante sei nicht gefährlicher, jedoch ansteckender.


Türkei lässt Sinovac-Impfstoff zu

ISTANBUL: Die Türkei hat dem Corona-Impfstoff des chinesischen Pharmakonzerns Sinovac eine Notfallzulassung erteilt. Tests hätten ergeben, dass der Impfstoff «ausreichend sicher» sei, sagte Gesundheitsminister Fahrettin Koca am Mittwoch in Ankara. Anschließend ließ sich Koca in einem Krankenhaus mit dem Impfstoff CoronaVac impfen. Am Donnerstag soll mit der Impfung von Beschäftigten im Gesundheitswesen begonnen werden.

Die Türkei hatte Ende Dezember drei Millionen Dosen des chinesischen Impfstoffs erhalten. Das Land mit etwa 83 Millionen Einwohnern hat seit März rund 2,3 Millionen Infektionen mit dem Coronavirus und rund 23.000 Todesfälle registriert. Am Dienstag meldete das Gesundheitsministerium 9809 neue Fälle und 171 Todesopfer binnen 24 Stunden. Die Ärztevereinigung wirft der Regierung mangelnde Transparenz vor.


Vatikan hat mit Corona-Impfungen begonnen

ROM: Der Vatikan hat am Mittwoch mit Corona-Impfungen begonnen. Wann der 84 Jahre alte Papst Franziskus geimpft werden soll, ist allerdings noch offen. Das katholische Kirchenoberhaupt hatte vor kurzem selbst erzählt, dass er für die Immunisierung angemeldet sei. Der Leiter des vatikanischen Presseamtes, Matteo Bruni, machte zunächst keine Angaben dazu. Im Vatikan lebt auch der 93-jährige emeritierte Papst Benedikt.

In dem katholischen Kirchenstaat werden laut einem Bericht der Medienplattform «Vatican News» zunächst die Mitarbeiter der Gesundheitsdienste und das Sicherheitspersonal geimpft sowie ältere Menschen und Personal, das viel Kontakt mit der Öffentlichkeit hat. Auch weitere Mitarbeiter sowie Familienangehörige könnten die Spritzen bekommen.

In den vergangenen Monaten gab es mehrfach Corona-Ausbrüche im Vatikan, unter anderen bei den Wachsoldaten der Schweizer Garde.


Großbritannien meldet Tagesrekord: 1564 Corona-Tote

LONDON: Großbritannien hat am Mittwoch so viele Tote durch Corona an einem Tag gemeldet wie noch nie. 1564 Menschen seien mit oder an dem Virus gestorben, teilten die Behörden mit. Allerdings sind in der Zahl auch Todesfälle aus dem vergangenen Jahr enthalten, die bisher nicht in den Statistiken auftauchten. Der bisherige Tagesrekord lag bei 1325 Toten am 8. Januar.

Insgesamt sind damit auf der britischen Insel mindestens 84.767 Menschen mit oder an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Erfasst werden allerdings nur Fälle, die innerhalb von 28 Tagen nach einem positiven Test auftreten. Schätzungen gehen von tatsächlich mehr als 100.000 Corona-Toten aus.

Zudem meldete die Regierung am Mittwoch 47.525 Neuinfektionen. Damit lag die Zahl den dritten Tag in Folge unter 50.000. Die Sieben-Tage-Inzidenz je 100.000 Einwohner betrug 614,8. Die Situation ist landesweit stark angespannt, Kliniken arbeiten an der Kapazitätsgrenze.

Premierminister Boris Johnson sagte in einem Parlamentsausschuss, dass sich 32.000 Corona-Patienten in stationärer Behandlung befänden. Das seien 70 Prozent mehr als im April vergangenen Jahres, dem ersten Höhepunkt der Pandemie. Großbritannien hofft vor allem auf Corona-Impfungen. Bisher wurden landesweit 2,64 Millionen Menschen geimpft.


Italien will Corona-Notstand verlängern - bis Ende April

ROM: Italiens Regierung will den Corona-Notstand bis zum 30. April verlängern. Das kündigte Gesundheitsminister Roberto Speranza am Mittwoch vor dem Parlament in Rom an. «Die Epidemie ist erneut in einer expansiven Phase», sagte er. Bislang war der Ausnahmezustand bis Ende Januar befristet. Rom hatte den Corona-Notstand erstmals Ende Januar 2020 ausgerufen. Seither wurde er mehrmals verlängert.

Die Maßnahme gibt der Regierung besondere Rechte. Der Staat kann Einsatzkräfte besser koordinieren und bürokratische Hürden vermeiden. Die rechte Opposition kritisiert das Vorgehen seit langem. Aus ihrer Sicht wird durch die Machtfülle der Regierung das Parlament geschwächt.

Außerdem kündigte Speranza neue, zum Teil verschärfte Regeln zum Corona-Schutz an. Die Bewegungsfreiheit zwischen 20 Regionen und die persönlichen Kontakte der Bürger sollen stark eingeschränkt bleiben. Das Land soll weiter in verschiedene Corona-Risikozonen mit unterschiedlich strengen Regeln eingeteilt sein. Für die seit Monaten geschlossenen Museen gibt es einen kleinen Lichtblick: Sie können in Regionen mit niedrigem Ansteckungsrisiko wieder öffnen.

Die Behörden in Italien registrierten am Dienstag rund 14.000 Neuinfektionen mit dem Virus innerhalb von 24 Stunden. In dem 60-Millionen-Einwohner-Land starben seit Februar 2020 offiziell etwa 80.000 Menschen im Zusammenhang mit Corona.


Corona-Mutation erstmals nachgewiesen

BUDAPEST: In Ungarn sind erstmals Infektionen mit der womöglich ansteckenderen Coronavirus-Variante B.1.1.7 nachgewiesen worden.

Die aus England stammende Mutante sei bei drei Patienten festgestellt worden, sagte Cecilia Müller, die Oberste Amtsäztin des Landes, am Mittwoch in Budapest. Angaben dazu, wie die Variante ins Land gelangt sein könnte, machte sie keine. Es sei aber unvermeidlich gewesen, dass sie früher oder später auch in Ungarn auftauchen würde.


Spanischer Richter ordnet Impfung 84-Jähriger an

MADRID: In Spanien hat ein Richter einem Zeitungsbericht zufolge erstmals die Corona-Impfung einer entmündigten Bewohnerin eines Altenheims angeordnet. Die Tochter der 84-Jährigen habe als Vormund argumentiert, angesichts möglicher Risiken einer Impfung sei es besser abzuwarten, schrieb die Zeitung «El País» (Mittwoch). Auf Antrag des Altenheims habe Richter Javier Fraga aus Santiago de Compostela im Nordwesten des Landes jedoch entschieden, dass die 84-Jährige geimpft werde müsse. Eine Impfpflicht gibt es in Spanien nicht.

Der Richter habe eingeräumt, dass eine Impfung ein Risiko darstellen könne. Dieses sei jedoch viel kleiner als die Gefahr, in hohem Alter an Covid-19 zu erkranken. Der Zeitung zufolge wurde auch ein Gerichtsmediziner für die Entscheidung hinzugezogen. Die Familie kann dem Bericht zufolge noch Rechtsmittel einlegen. Die Impfung war demnach ursprünglich gleich für den Morgen nach der Gerichtsentscheidung geplant, verzögerte sich aber.


In tschechischen Grenzregionen werden Corona-Intensivbetten knapp

PRAG: In den tschechischen Grenzregionen zu Deutschland bleibt die Lage in den Krankenhäusern äußerst angespannt. In der Verwaltungsregion Karlsbad (Karlovy Vary) war am Mittwoch nach Angaben des Gesundheitsministeriums nur noch ein einziges Bett für Covid-19-Intensivpatienten frei. In der Region um Liberec (Reichenberg) an der Grenze zu Sachsen waren noch zwei Betten verfügbar. Schwierig ist auch die Lage im Krankenhaus der Grenzstadt Cheb (Eger). Nachdem dort ein Arzt Alarm geschlagen hatte, wurde ein Teil der Patienten in andere Einrichtungen verlegt.

Innenminister Jan Hamacek hält Behandlungen im Ausland jedoch derzeit nicht für erforderlich. Zu Hilfsangeboten aus Deutschland sagte der Sozialdemokrat, es sei einfacher, Patienten innerhalb Tschechiens zu verlegen. In anderen Regionen gebe es noch Kapazitäten. Für das gesamte Land verzeichneten die Behörden am Mittwoch 10.725 neue Corona-Fälle binnen 24 Stunden. Seit Pandemiebeginn starben 13.656 Infizierte. Tschechien hat rund 10,7 Millionen Einwohner.

Derweil rief der Bundesvorsitzende der Sudetendeutschen Landsmannschaft, Bernd Posselt, die Bundesregierung auf, tschechischen Corona-Kranken mit der Unterbringung in deutschen Krankenhäusern zu helfen. Die Lage sei insbesondere in den Grenzgebieten dramatisch. Die Sudetendeutschen wurden nach dem Zweiten Weltkrieg aus der damaligen Tschechoslowakei vertrieben.


Höhere Sterblichkeit in Corona-Jahr 2020

STOCKHOLM: In Schweden sind im Corona-Jahr 2020 Tausende Menschen mehr gestorben als im Durchschnitt der Vorjahre. Wie aus vorläufigen Zahlen der schwedischen Statistikbehörde SCB hervorgeht, gab es im abgelaufenen Jahr in dem skandinavischen EU-Land mit seinem vielbeachteten Corona-Sonderweg insgesamt 97.164 Sterbefälle - das waren 6202 mehr als durchschnittlich in den Jahren 2015 bis 2019. Deutlich mehr Tote als in den Vergleichsmonaten der Vorjahre verzeichneten die Statistiker demnach in der ersten Hochphase der Corona-Krise im April und Mai. Insgesamt sind in Schweden 2020 rund 9300 Menschen in Verbindung mit einer Corona-Infektion gestorben.

Mitte Dezember hatten die Statistiker darauf hingewiesen, dass im November so viele Menschen in Schweden gestorben sind wie in keinem November seit 1918. Die endgültigen Jahreszahlen sollen am 22. Februar veröffentlicht werden. Auch die entsprechenden deutschen Zahlen hat das Statistische Bundesamt noch nicht bekanntgegeben.


Johnson will Briten rund um die Uhr impfen lassen

LONDON: Angesichts hoher Corona-Zahlen soll in Großbritannien demnächst rund um die Uhr geimpft werden. Premierminister Boris Johnson kündigte am Mittwoch im Parlament an, der Betrieb von 24-Stunden-Impfzentren solle «so bald wie möglich» aufgenommen werden. Derzeit halte ein Mangel an Impfstoff jedoch eine noch raschere Impfkampagne zurück. Großbritannien ist im Vergleich zu anderen europäischen Ländern von der Corona-Pandemie besonders stark betroffen.

Die Zahl der Einweisungen in Krankenhäuser ist höher als zum Höhepunkt der ersten Welle im Frühjahr. In Teilen des Landes stehen die Kliniken kurz vor dem Kollaps. Verantwortlich wird dafür auch eine neue Virus-Mutation gemacht, die sich nach Ansicht von Experten erheblich schneller ausbreitet als die bisher vorherrschende Variante. Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz - die Zahl der Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche - liegt landesweit bei knapp 600. In der Hauptstadt London beträgt der Wert sogar mehr als 1000.

Kritik kam von Oppositionsführer Keir Starmer. Der Labour-Chef warf dem konservativen Premierminister vor, zu lange mit einer Verschärfung der Lockdown-Maßnahmen zu warten. «Kann der Premierminister uns sagen, warum um alles in der Welt die Einschränkungen lockerer sind als vergangenen März, wenn die Zahl der Krankenhauseinweisungen und die Zahl der Toten viel höher sind?» Johnson antwortete, das Land durchlaufe gerade die «härteste Zeit». Mit den Impfungen sei aber ein Ausweg vorgezeichnet.

Die britische Regierung will bis Mitte Februar die am stärksten gefährdeten 15 Millionen Menschen mit einer ersten Impfdosis versorgen. Eine zweite Dosis soll erst nach bis zu zwölf Wochen verabreicht werden. Bislang wurden mehr als 2,4 Millionen Menschen geimpft. Mehr als 400.000 erhielten bereits die von den Herstellern für den besten Schutz empfohlene zweite Impfung.


Deutscher Gesundheitsminister verteidigt Impfstrategie

BERLIN: Der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn hat zur Gemeinsamkeit bei den Impfungen gegen das Coronavirus aufgerufen und das Vorgehen der Bundesregierung erneut gegen Kritik verteidigt.

«Diese größte Impfaktion unserer Geschichte ist eine Gemeinschaftsaufgabe», sagte der CDU-Politiker am Mittwoch im Bundestag in Berlin. «Kein Land, keine Partei, keine Regierung kann allein dieses Virus besiegen, es geht nur gemeinsam.»

Dies könne auch nur gelingen, wenn über das Jahr hinweg die allermeisten Bürger bereit seien, sich impfen zu lassen. Spahn bekannte sich erneut klar zum gemeinsamen europäischen Vorgehen.

Die Corona-Impfungen in Deutschland kurz nach Weihnachten begonnen. Zuletzt war auch vom Koalitionspartner SPD Kritik an zu geringen Impfstoff-Bestellungen laut geworden. Vor Ort gibt es teils Ärger wegen der Organisation von Impfterminen. Einsetzbar sind inzwischen zwei zugelassene Impfstoffe.


Dänisches Parlament schränkt wegen Corona vorübergehend Arbeit ein

KOPENHAGEN: Das dänische Parlament schränkt wegen der Corona-Lage seine Arbeit ein. Das Folketinget in Kopenhagen habe beschlossen, eine Reihe von Gesetzesvorschlägen vorerst nicht zu behandeln, teilte der Parlamentsvorsitzende Henrik Dam Kristensen nach Angaben der Nachrichtenagentur Ritzau am Mittwoch mit. Ursprünglich sollten im Januar und Februar 28 bereits eingebrachte Gesetzesentwürfe besprochen werden. Zwölf davon werden nun aufgeschoben.

In Dänemark gilt vorläufig bis zum 17. Januar eine weite Reihe an strengen Corona-Maßnahmen. Unter anderem sind Geschäfte, Restaurants und Cafés allesamt dicht. Es wird nicht damit gerechnet, dass es im Anschluss größere Lockerungen geben wird.

Verglichen mit Deutschland hatte Dänemark zuletzt auf die Bevölkerung heruntergerechnet fast doppelt so viele Neuinfektionen. Die Zahl der Todesfälle pro 100.000 Einwohner war dagegen nur etwa halb so hoch wie in der Bundesrepublik. Die Dänen sorgen sich derzeit vor allem vor einer zunächst in England aufgetretenen Corona-Mutation, die sich mutmaßlich schneller verbreitet. In Dänemark ist diese Virus-Variante bislang bei mehr als 130 Menschen nachgewiesen worden.


Supermodel Naomi Campbell wirbt für Tourismus

NAIROBI: Wegen der Corona-Pandemie reisen derzeit kaum Touristen in das für Safaris und Strandurlaube berühmte Kenia - doch Naomi Campbell soll das ändern. Das britische Supermodel wurde am Dienstag zur neuen internationalen Botschafterin für den Tourismus in dem ostafrikanischen Land ernannt. «Wir heißen die aufregenden Neuigkeiten willkommen, dass Naomi Campbell sich für den Tourismus einsetzen und international für die «Magical Kenya»-Marke reisen wird», teilte Kenias Tourismusminister Najib Balala mit.

Die 50-jährige Campbell besuchte zusammen mit Balala den Golfkurs des Resorts Vipingo Ridge an der kenianischen Küste. Dieser ist nach eigenen Angaben Afrikas erster und einziger Golfkurs, der von dem Verband professioneller Golfer PGA akkreditiert wurde.

Allerdings führte die Verkündung bei vielen Menschen in den Sozialen Medien für Unmut. «Kein EINZIGER Kenianer hätte diese Rolle erfüllen können? Habt ihr überhaupt kenianische «Tourismus»-Botschafter?», sagte eine Twitter-Nutzerin. Ein anderer kritisierte, die Ernennung einer Britin als Tourismus-Botschafterin für Kenia zeuge von einer «kolonialen Mentalität» und fügte hinzu: «Dies zeigt, dass ihr kein Vertrauen in Kenianer habt, ihr Land zu bewerben.» Viele Twitter-Nutzer schlugen statt Campbell die kenianische Schauspielerin Lupita Nyong'o («12 Years a Slave») als Tourismus-Botschafterin vor.

Das ostafrikanische Kenia zieht weltweit Touristen vor allem wegen der vielen wilden Tiere, die sich in Naturschutzgebieten wie der Masai Mara tummeln, an. Auch die weißen, mit Palmen versehenen Strände sind sehr beliebt. Allerdings hat der Tourismus schwer unter der Corona-Pandemie gelitten - und somit auch viele Schutzgebiete, die von den Einnahmen durch Touristen angewiesen sind.


Boliviens Ex-Präsident Evo Morales mit Coronavirus infiziert

La Paz (dpa)- Der ehemalige bolivianische Präsident Evo Morales ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Dies bestätigte ein Sprecher des 61-jährigen Morales der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch. «Der Ex-Präsident befindet sich unter ärztlicher Aufsicht und hält sich an die Vorschrift der Isolation.» Er habe leichte Symptome wie etwas Husten und seine Situation sei stabil.

Morales bedankte sich auf Twitter bei denjenigen, die sich um sein Wohlergehen sorgen. «Dank Gott, Mutter Erde und so viele Zeichen der Solidarität aus unserem Volk, mir geht's sehr gut», schrieb er. In einem Interview mit einem argentinischen Journalisten hatte Morales nach einem Krankenhausbesuch in der tropischen Region Cochabamba zunächst geleugnet, sich mit Covid-19 infiziert zu haben.

Der frühere Staatschef Boliviens steht nach seiner Rückkehr aus dem Exil in Argentinien im November der linken Partei MAS vor, die Wahlkampf für die Regionalwahl in dem südamerikanischen Land im März betreibt. Eine Verschiebung der Wahl lehnt die MAS ab. Morales nahm laut Medienberichten inmitten der Corona-Pandemie an zahlreichen öffentlichen Veranstaltungen teil, oftmals mit Menschenansammlungen und selten mit Maske.

In Bolivien, einem Staat mit etwa elf Millionen Einwohnern, haben sich fast 177.000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, rund 9500 Infizierte sind gestorben. Zuletzt verzeichnete das Andenland mit mehr als 2000 die meisten Neuinfektion innerhalb von 24 Stunden seit März.


Tschechien hat keine Kenntnis von neuer Virus-Variante

PRAG: Das Gesundheitsministerium in Prag hat keine Informationen über die Existenz einer möglichen «tschechischen Variante» des Coronavirus. Auch die neue, ansteckendere Mutation aus Großbritannien sei bisher nicht in Tschechien festgestellt worden, teilte die Sprecherin des Gesundheitsministeriums in Prag, Barbora Peterova, am Mittwoch auf Anfrage mit. Das nationale Referenzlabor führe derzeit eine größere Anzahl Sequenzierungen durch, um neue Varianten zu entdecken.

Anfang der Woche hatte der polnische Gesundheitsminister Adam Niedzielski nach Angaben der Agentur PAP davon gesprochen, dass in seinem Land eine «tschechische Variante» des Coronavirus festgestellt worden sei. Einzelheiten nannte er nicht. Im Nachbarland wurde die Aussage von Wissenschaftlern und Behörden mit Verwunderung aufgenommen.

Ende Dezember war die britische Mutation des Coronavirus bei einem Mann aus dem Landkreis Viersen in Nordrhein-Westfalen nachgewiesen worden, der inzwischen wieder genesen ist. Er soll sich nach früheren Angaben der Kreisverwaltung bei einem Kollegen aus Tschechien angesteckt haben.


Erstmals mehr als 4300 Corona-Tote an einem Tag in den USA

BALTIMORE: In den USA hat die Zahl der an einem Tag erfassten Toten mit einer bestätigten Corona-Infektion einen neuen Höchststand erreicht. Am Dienstag meldeten die Behörden 4327 Tote, wie aus Daten der Johns-Hopkins-Universität (JHU) in Baltimore vom Mittwochmorgen (MEZ) hervorging. Der bisherige Höchstwert war mit 4194 Toten am 7. Januar registriert worden. Die Zahl der Neuinfektionen war am selben Tag mit 215.805 vergleichsweise niedrig. Der bisherige Tagesrekord wurde am 2. Januar mit 302.506 neuen Fällen verzeichnet.

In dem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern haben sich bislang rund 22,8 Millionen Menschen mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert, mehr als 380.000 Menschen starben an den Folgen. In absoluten Zahlen gemessen sind das mehr als in jedem anderen Land der Welt.

Die Johns-Hopkins-Webseite wird regelmäßig aktualisiert und zeigt daher einen höheren Stand als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). In manchen Fällen werden die Zahlen - unter anderem die der Neuinfektionen binnen 24 Stunden, aber auch die der Toten - nachträglich aktualisiert.


Zoom holt sich 1,75 Milliarden Dollar über Aktienplatzierung

SAN JOSE: Der Videokonferenzdienst Zoom hat sich über ein Aktienangebot frisches Geld besorgt. Es seien 5,15 Millionen Aktien zu 340 US-Dollar das Stück im Zuge einer Kapitalerhöhung platziert und damit 1,75 Milliarden US-Dollar eingespielt worden, teilte Zoom in der Nacht zu Mittwoch in San Jose mit. Der Ausgabepreis lag knapp fünf Prozent unter dem Schlusskurs von Dienstag. In den nächsten 30 Tagen kann Zoom noch einmal gut 735.000 Aktien losschlagen, falls die Konsortialbank diese Option nutzt.

Der Zeitpunkt war aber nicht besonders günstig für Zoom: Der Kurs lag gestern bei Bekanntgabe der Pläne um rund 40 Prozent unter dem Höchststand von Mitte Oktober. Trotz der Verluste seit dem Rekordhoch zog der Aktienkurs in den vergangenen zwölf Monaten um fast 400 Prozent an. Das Unternehmen wurde zuletzt mit rund 100 Milliarden Dollar bewertet und damit zehnmal höher als beim Börsengang im Frühjahr 2019.

Das Zoom-Papier gehört damit am Finanzmarkt zu den Profiteuren der Corona-Krise. Zoom hat in der Corona-Krise ein beispielloses Wachstum erlebt. Der ursprünglich für den Einsatz in Unternehmen gedachte Dienst wird auch breit von Verbrauchern und Bildungseinrichtungen zum Beispiel für private Kommunikation und Kurse genutzt.


Weiterer Abschiebeflug aus Deutschland in Afghanistan gelandet

KABUL: In Afghanistan ist erneut ein Flugzeug aus Deutschland mit 26 abgeschobenen Männern an Bord eingetroffen. Die Maschine landete am Mittwochmorgen in der Hauptstadt Kabul, wie Beamte am Flughafen der Deutschen Presse-Agentur sagten. Nach einer Unterbrechung wegen der Corona-Pandemie war im Dezember erstmals seit März 2020 ein Abschiebeflug eingetroffen.

Der jüngste Abschiebeflug startete in Düsseldorf, wie die Bundespolizei in Sankt Augustin bestätigte. Es war die 35. Sammelabschiebung seit dem ersten derartigen Flug im Dezember 2016. Damit haben Bund und Länder bisher 963 Männer nach Afghanistan zurückgebracht.

Abschiebungen in das Krisenland sind umstritten. Trotz der Aufnahme von Friedensgesprächen geht der Bürgerkrieg mit den militant-islamistischen Taliban weiter. In den vergangenen zehn Jahren wurden dabei mehr als 100.000 Zivilisten getötet oder verletzt. Die Wirtschaft und das ohnehin schon schwache Gesundheitssystem Afghanistans werden durch die Corona-Pandemie zusätzlich stark belastet.

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