Corona-Überblick: Meldungen am Mittwoch

Foto: Pixabay/Christo Anestev
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Finnischer Zoll kontrolliert verstärkt Russland-Reisende

HELSINKI: Der finnische Zoll kontrolliert verstärkt an der Grenze zu Russland. Die Beamten überprüften zwischen dem 22. und 27. Juli mehr als 2500 Menschen an den Grenzübergängen Vaalimaa, Nuijamaa, Imatra und Niirala, die nach Russland ausreisten. Davon seien etwa 100 Fälle mit Blick auf geltende Sanktionen weiterverfolgt worden, teilte die Behörde am Mittwoch mit. Die Reisenden hatten demnach verschiedene Luxusgüter bei sich sowie Güter, die Russlands industrielle und militärische Fähigkeiten fördern könnten. Rund 20 Fälle würden derzeit näher untersucht.

Russland habe seine Corona-Beschränkungen für den Grenzverkehr Mitte Juli aufgehoben, weshalb man die Durchsetzung von Sanktionen im Personenverkehr habe verstärken müssen, erklärte der Vollzugsdirektor Mikko Grönberg. Waren, die den wegen des Ukraine-Kriegs verhängten Sanktionen unterliegen, dürften nicht ausgeführt werden.

Die Zahl der Reisenden an der Grenze zwischen Russland und Finnland ist nach Angaben des Zolls nach der Aufhebung der russischen Beschränkungen wieder gestiegen. Allerdings seien die Zahlen deutlich geringer als in der Vergangenheit: In der vergangenen Woche seien rund 30.000 Passagiere nach Russland gereist - in derselben Woche des Jahres 2018 seien es über 80.000 gewesen.

Finnland hat die längste Grenze aller EU-Länder zu Russland, sie ist rund 1340 Kilometer lang. Im Zuge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine hatte sich das nordische Land wie sein Nachbar Schweden dazu entschlossen, Antrag auf den Beitritt in die Nato zu stellen. Derzeit wird in Helsinki auch diskutiert, ob die Ausstellung von Touristenvisa für russische Staatsbürger beschränkt werden sollte.


Bauteile-Knappheit hält Nintendo zurück

TOKIO: Nintendo ist im vergangenen Quartal von Engpässen bei Chips und anderen Bauteilen gebremst worden. Der Absatz der Spielekonsole Switch fiel im Jahresvergleich um 23 Prozent auf 3,43 Millionen Geräte. Das hatte auch Folgen für die Erlöse, auch wenn der Rückgang zum Teil von schwachen Yen abgefedert wurde. Der Umsatz sank im Ende Juni abgeschlossenen ersten Geschäftsquartal um 4,7 Prozent auf knapp 307,5 Milliarden Yen (rund 2,27 Mrd Euro), wie der japanische Videospiele-Spezialist am Mittwoch mitteilte.

Unterm Strich verdiente Nintendo dank Wechselkurs-Gewinnen deutlich mehr als im Vorjahr. Der günstige Kurs trug bei der Umrechnung von Auslandsgewinnen in japanische Währung 51,7 Milliarden Yen zur Bilanz bei. Der Konzerngewinn stieg im Jahresvergleich um 28,3 Prozent auf knapp 119 Milliarden Yen (gut 877 Mio Euro).

Nach dem Boom zu Beginn der Corona-Pandemie machte sich zuletzt auch eine allgemeine Abschwächung im Geschäft der Videospiele-Industrie bemerkbar. Für das vergangene Quartal meldete Konkurrent Sony Rückgänge in seinem Playstation-Geschäft, auch große Spiele-Anbieter kämpften mit Gegenwind.


Hohe Kosten und China-Lockdown belasten Siemens Healthineers

ERLANGEN: Höhere Kosten in der Beschaffung und der Logistik sowie die Lockdowns in China haben zu einem Gewinnrückgang bei dem Medizintechnikkonzern Siemens Healthineers im dritten Quartal geführt. Dazu lieferte das bislang florierende Geschäft mit Antigen-Schnelltests zur Erkennung von Covid-19 erwartungsgemäß geringere Beiträge, wie das Unternehmen am Mittwoch in Erlangen mitteilte. Das bereinigte operative Ergebnis sank in den Monaten April bis Juni um knapp ein Fünftel auf 765 Millionen Euro. Nach Steuern verblieben 364 Millionen Euro und damit acht Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

Der Umsatz stieg um 3,7 Prozent auf knapp 5,2 Milliarden Euro. Auf vergleichbarer Basis, also bereinigt um Zu- und Verkäufe sowie Währungseffekte, sanken die Erlöse um 5,7 Prozent. Dies lag an den geringeren Verkäufen von Schnelltests, die im vergangenen Jahr noch geboomt hatten. Die Jahresprognose bekräftigte Siemens Healthineers.

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