Corona-Überblick: Meldungen am Mittwoch

Foto: Pixabay/Christo Anestev
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Musk: Neue Tesla-Werke in Brandenburg und Texas verlieren Milliarden

SAN FRANCISCO: Teslas neue Elektroauto-Fabriken in Grünheide bei Berlin und Austin im US-Bundesstaat Texas verlieren nach Angaben von Konzernchef Elon Musk derzeit «Milliarden an Dollar». Musk bezeichnete die Standorte in einem am Mittwoch veröffentlichten Video-Interview als «gigantische Geldverbrennungsöfen». In dem Gespräch mit dem Fanclub Tesla Owners of Silicon Valley nannte er die beiden vergangenen Jahre mit Blick auf die Lieferkettenprobleme der Autoindustrie einen «absoluten Albtraum». Der Tesla-Chef warnte: «Wir haben es noch nicht hinter uns».

Jetzt gehe es darum, den Betrieb am Laufen zu halten, damit die Beschäftigten weiter bezahlt würden und der Konzern nicht in die Insolvenz gerate. Während hohe Anlaufkosten und Verluste bei neuen Fabriken wie Grünheide und Austin in der Startphase beim Hochfahren der Produktion relativ normal sind, stand Tesla auch mit seinem Werk in Schanghai vor Herausforderungen. «Die Covid-Shutdowns in China waren gelinde gesagt sehr, sehr schwierig», sagte Musk. Das Interview wurde bereits am 31. Mai geführt, der Teil mit den jüngsten Aussagen aber jetzt erst im Internet ausgestrahlt.

Musk hatte jüngst wiederholt vor einem wirtschaftlichen Abschwung gewarnt und Job-Kürzungen bei Tesla angekündigt. Der Elektroautobauer werde in den kommenden Monaten 3 bis 3,5 Prozent seiner Stellen streichen, stellte Musk am Dienstag nach widersprüchlichen Berichten klar. Bei den Angestellten solle etwa jeder zehnte Job wegfallen, die Zahl der Fabrikarbeiter werde dagegen auf lange Sicht wachsen. Zu Jahresbeginn hatte Tesla knapp 100.000 Beschäftigte.


EU unterstützt Lateinamerika und Karibik bei Impfstoffen

BRÜSSEL: Die Europäische Union will die Länder in Lateinamerika und der Karibik bei der Herstellung von Impfstoffen und Medikamenten unterstützen. Durch die Stärkung von Lieferketten, den Aufbau lokaler Produktionsstätten und Transfer von Technologie sollten die Gesundheitssysteme der Region widerstandsfähiger gemacht werden, teilte die EU-Kommission am Mittwoch in Brüssel mit. «Investitionen in Gesundheit sind Investitionen in Wohlstand und Wohlergehen», sagte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.

Lateinamerika und die Karibik hat die Corona-Pandemie besonders hart getroffen: Mit mehr als 2,7 Millionen Toten wurden in der Region 40 Prozent aller Opfer weltweit registriert, obwohl nur acht Prozent der Weltbevölkerung dort leben. Gerade zu Beginn der Pandemie hatten viele der oftmals armen Länder Schwierigkeiten, ausreichend Impfstoff zu beschaffen.


Slowakisches Krankenhaus entfernt falsches Auge - Patient erblindet

BRATISLAVA: Bei einer Augenoperation in einem der größten Krankenhäuser der Slowakei ist einem Patienten irrtümlich das gesunde statt des geschädigten Auges entfernt worden. Wie die Nachrichtenagentur TASR am Mittwoch berichtete, ist der Mann deshalb nun vollkommen blind. Die Ärztin, die die Operation leitete, sei ab sofort nicht mehr in Kontakt mit Patienten, informierte eine Sprecherin der Universitätsklinik Bratislava, zu der das Krankenhaus im Stadtteil Bratislava-Ruzinov gehört.

Dem Opfer des bedauerlichen Fehlers und auch seiner Familie habe das Krankenhaus psychologische Betreuung sowie Unterstützung bei der Bewältigung der Folgen angeboten. Das Amt für Gesundheitsaufsicht leitete nach TASR-Angaben Ermittlungen ein, wie der in der Slowakei bisher beispiellose Fall geschehen konnte.

Der tragische Fehler ereignete sich inmitten von Arbeitskämpfen im slowakischen Gesundheitswesen. Erst vor einer Woche drohte die Ärztegewerkschaft LOZ mit Massenkündigungen. Rund 3000 Mediziner seien bereit zu kündigen, falls sich die schlechte Bezahlung und die immer unerträglicheren Arbeitsbedingungen nicht verbessern sollten.

Das slowakische Gesundheitssystem leidet seit Jahren unter einer Abwanderung von Personal vor allem nach Tschechien und Österreich. Die deshalb noch größer werdende Arbeitsüberlastung der in der Slowakei verbliebenen Mediziner verschärfte sich zuletzt noch zusätzlich durch die Corona-Pandemie. Die Slowakei gehört deshalb zu den Ländern mit der höchsten Corona-Todesrate weltweit.


Check24: Mietwagen diesen Sommer deutlich teurer

MÜNCHEN: Ein Mietwagen ist in vielen Urlaubsländern zu einem teuren Vergnügen geworden. Das Vergleichsportal Check24 hat für Buchungen zwischen Juli und Ende September einen Preisanstieg von durchschnittlich 40 Prozent gegenüber dem Sommer vergangenen Jahres ermittelt. In Spanien seien Mietwagenpreise seit dem Vor-Corona-Jahr 2019 um 231 Prozent gestiegen, von 22 Euro auf nun 73 Euro pro Tag.

«Wer für die Sommerferien noch einen Mietwagen braucht, sollte diesen möglichst bald buchen, denn die Preise steigen je näher das Abholungsdatum rückt», sagte Geschäftsführer Andreas Schiffelholz am Mittwoch in München. Check24 berechnete aus mehr als 100.000 Buchungen sämtlicher für die Sommermonate gebuchter Mietwagen Durchschnittspreise. Demnach war ein Mietauto in Malta und Südafrika schon für unter 40 Euro am Tag zu haben, in der Türkei für 51 und in Griechenland für 69 Euro. In Kroatien dagegen kostet ein Mietauto in den Sommermonaten durchschnittlich 90 Euro, in Großbritannien und den USA sogar rund 100 Euro pro Tag. Am teuersten waren Irland mit 116 und Island mit 138 Euro.

«Die höheren Preise lassen sich vor allem auf Lieferengpässe in der Automobilindustrie zurückführen», sagte Schiffelholz. Während der Coronapandemie hatten die Vermieter ihre Flotten verkleinert - jetzt bekommen sie nicht genug Fahrzeuge, um sie der Nachfrage entsprechend wieder zu vergrößern. Für Neuwagen gibt es vor allem wegen fehlender Halbleiter oft lange Wartezeiten, die Autobauer haben früher übliche Rabatte gestrichen. Deshalb dürften Mietwagen vorerst auch teuer bleiben, sagte Schiffelholz.


Deutsche Gäste kehren in dänische Ferienhäuser zurück

KOPENHAGEN: Nach zwei Jahren mit Corona-Beschränkungen und deutlich weniger Reisenden aus dem Ausland kehren vor allem deutsche Urlauber in die Ferienhäuschen in Dänemark zurück. Wie die dänische Statistikbehörde DST am Mittwoch mitteilte, waren die dänischen Ferienhäuser im Mai 2022 für insgesamt 1,9 Millionen Übernachtungen vermietet - so hoch sei die Übernachtungszahl noch nie in einem Mai gewesen. Die meisten Übernachtungen verzeichneten die beiden an der Nordsee liegenden Gemeinden Ringkøbing-Skjern und Varde.

Deutsche Gäste machten demnach allein 1,2 Millionen der gesamten Übernachtungen aus. Im Gegensatz dazu ging die Zahl dänischer Übernachtungsgäste im Vergleich zum außergewöhnlich hohen Niveau des Vorjahres deutlich zurück. Dieser doppelte Trend scheint sich in den kommenden Monaten fortzusetzen: Die deutschen Buchungen für den Rest des Jahres liegen der Behörde zufolge um 23 Prozent über dem Vorjahresniveau, während sich die dänischen Buchungszahlen fast halbiert haben.

Urlauber aus Deutschland machen traditionell den Großteil der Gäste in den dänischen Sommerhäusern aus. Im Vorjahr hatten coronabedingt jedoch überaus viele Däninnen und Dänen in ihrem eigenen Land Urlaub gemacht.


Dänemark bietet allen über 50 im Herbst vierte Corona-Impfung an

KOPENHAGEN: Die dänische Regierung hat die Bevölkerung auf neue Corona-Auffrischimpfungen eingestimmt. Etwa 2,5 Millionen Bürgerinnen und Bürger bekommen im Herbst eine Einladung für eine vierte Impfung - Pflegeheimbewohner und andere Anfällige ab dem 15. September, alle Menschen im Alter von über 50 Jahren dann ab dem 1. Oktober, wie Ministerpräsidentin Mette Frederiksen am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Kopenhagen ankündigte. Besonders Anfällige wie Alte und Menschen mit Immunschwäche hätten die Möglichkeit, noch vor den Sommerferien eine Booster-Impfung zu erhalten.

Bei der dänischen Corona-Strategie für die kommenden Monate gehe es um vier wesentliche Ziele, sagte Frederiksen: Vor allem sollten Alte und Anfällige vor schweren Erkrankungen geschützt werden. Eine Überbelastung der Krankenhäuser solle vermieden und die Wirtschaft in Gang gehalten werden. Außerdem wolle man dafür sorgen, dass es keine neuen Lockdowns und zu viele Beschränkungen gebe.

Die Neuinfektionszahlen befinden sich in dem nördlichsten deutschen Nachbarland mit seinen knapp sechs Millionen Einwohnern seit längerer Zeit auf einem niedrigen Niveau. In den vergangenen Wochen sind sie aber wieder recht deutlich gestiegen. Hauptgrund dafür ist die Ausbreitung der Omikron-Untervariante BA.5, die nach Angaben des dänischen Gesundheitsministers Magnus Heunicke bereits rund 59 Prozent der analysierten Fälle ausmacht.


Tausende Nacktschwimmer feiern in Tasmanien die Wintersonnenwende

HOBART: Nur mit roten Badekappen bekleidet haben sich Tausende Schwimmer auf der australischen Insel Tasmanien in bitterkaltes Wasser gestürzt, um die Wintersonnenwende zu begehen. Auf der Südhalbkugel ist damit die längste Nacht des Jahres vorbei - traditionell ein Grund für viele Australier, um bei Sonnenaufgang nackt in den River Derwent in Hobart zu springen. In diesem Jahr nahmen Berichten zufolge rund 2000 Menschen teil, die außer roten Badekappen nichts am Leib trugen. Die Außentemperatur lag demnach am frühen Mittwochmorgen bei nur fünf Grad, die Wassertemperatur bei immerhin elf Grad.

«Das jährliche Nacktschwimmen zur Sonnenwende soll denjenigen, die bereit sind, sich während eines tasmanischen Winters draußen auszuziehen, «Erneuerung und Wiederbelebung» bringen», erklärte der australische Sender ABC den kuriosen Brauch. Ein Teilnehmer sprach von «echter Partystimmung». Angesichts der frostigen Temperaturen tauchten die meisten aber nur sehr kurz ins kalte Nass ein und hüllten sich sofort danach wieder in Handtücher.

Das Nacktschwimmen zur Begrüßung der wieder länger werdenden Tage stellt in Tasmanien seit 2013 den Abschluss des zweiwöchigen Winter-Festivals «Dark Mofo» dar. Dabei wäre es damals buchstäblich fast ins Wasser gefallen, nachdem die Polizei gedroht hatte, Teilnehmer wegen öffentlicher Unsittlichkeit festzunehmen. 2020 musste das Event wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden, im vergangenen Jahr fand es nur in reduzierter Form statt.

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