Corona-Überblick: Meldungen am Mittwoch

Foto: Freepik
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Behörde rät zu fünfter Corona-Impfung für Risikogruppe

PARIS: Die oberste französische Gesundheitsbehörde hat eine weitere Auffrischimpfung gegen das Coronavirus für Risikopatienten und Menschen über 65 Jahren im Herbst empfohlen. Eine entsprechende Impfkampagne solle vorbereitet werden, schrieb die Behörde am Mittwoch. Bei Risikopatienten solle auch das Umfeld eine Auffrischimpfung erhalten. Wer aus dieser Gruppe bisher alle Impfungen erhielt, könnte damit im Herbst bereits die fünfte Impfdosis gegen das Coronavirus bekommen.

Trotz der derzeit stabilen Corona-Lage geht die Behörde davon aus, dass das Virus periodisch wieder stärker im Umlauf sein wird. Am wahrscheinlichsten sei ein Szenario, in dem das Virus aktiv bleibe, aber wegen ausreichender Immunisierung weniger Einfluss habe. Man müsse aber auch für ein schlechteres Szenario gewappnet sein und dann eine groß angelegte Impfkampagne anbieten können.

Die Gesundheitsbehörde kann keine politischen Entscheidungen treffen. In der Regel folgt die Regierung aber ihren Empfehlungen.


Labour-Chef: «Partygate»-Bericht legt Fäulnis in Downing Street offen

LONDON: Der britische Oppositionschef Keir Starmer hat die Abgeordneten der konservativen Regierungspartei aufgerufen, Premierminister Boris Johnson seines Amtes zu entheben. Die Tories müssten nun Verantwortung übernehmen, sagte der Vorsitzende der Labour-Partei am Mittwoch in London, nachdem der «Partygate»-Bericht einer internen Ermittlerin der Führung in der Downing Street ein verheerendes Zeugnis ausgestellt hatte. Es geht um mehrere Partys am Regierungssitz während des pandemiebedingten Lockdowns, bei denen Corona-Regeln gebrochen worden waren.

«Der Bericht legt die Fäulnis offen, die sich unter diesem Premierminister in der Downing Street Nummer 10 ausgebreitet hat», sagte Starmer. Man könne nicht gleichzeitig Gesetze machen und sie brechen. Es sei höchste Zeit für Johnson, seine Sachen zu packen.

Entziehen mindestens 54 konservative Abgeordnete Johnson ihr Vertrauen, kommt es zum fraktionsinternen Misstrauensvotum. Der Premier entschuldigte sich im Parlament bereits für die Regelbrüche, will aber nicht zurücktreten.

Mit Blick auf eine laufende Ermittlung der Polizei im englischen Durham zu einer geselligen Runde um Starmer während des Corona-Lockdowns erneuerte der Labour-Politiker sein Versprechen, sein Amt aufzugeben, sollte die Polizei deswegen eine Strafe verhängen. «Die Öffentlichkeit muss wissen, dass nicht alle Politiker gleich sind», sagte Starmer.


Moskau will Strafen für Verstöße gegen Corona-Verordnungen aufheben

MOSKAU: In der russischen Hauptstadt Moskau haben die Behörden nach der Aufhebung aller Corona-Beschränkungen nun auch erklärt, auf früher erhobene Strafzahlungen verzichten zu wollen. Die Gefahr der Pandemie sei vorüber. «Deshalb habe ich mich entschlossen, eine Covid-Amnestie zu erklären», schrieb Bürgermeister Sergej Sobjanin am Mittwoch in seinem Blog. Die Amnestie soll am 1. Juni in Kraft treten.

Wer wegen eines Verstoßes gegen die Corona-Bestimmungen zu einer Geldstrafe verurteilt worden sei, aber noch nicht bezahlt habe, werde von dieser Zahlung befreit. Wer schon bezahlt habe, könne auf Antrag das Geld zurückbekommen, versicherte Sobjanin. Die Regelung betreffe nur Strafen, die von der Stadtverwaltung verhängt worden seien. Ausgenommen seien zudem Fälle, bei denen Kranke ihre angeordnete häusliche Isolation ignoriert haben.

Offiziellen Angaben nach sind in Russland knapp 380.000 Menschen an Covid-19 gestorben. Inoffizielle Quellen gehen von wesentlich höheren Zahlen aus. Der unabhängige Demographieforscher Alexej Rakscha bezifferte die Zahl der Toten bereits im November 2021 auf mehr als eine Million. Obwohl Russland als erstes Land weltweit einen Impfstoff gegen die Seuche registriert hatte, liegt die Impfquote in der Bevölkerung deutlich unterhalb des europäischen Niveaus.


Johnson übernimmt Verantwortung für «Partygate» - aber kein Rücktritt

LONDON: Der britische Premierminister Boris Johnson hat sich erneut für den Bruch von Corona-Regeln bei Lockdown-Partys in Downing Street entschuldigt. Er übernehme die volle Verantwortung, aber habe aus den Fehlern gelernt, sagte Johnson am Mittwoch im Parlament. Es habe bereits Veränderungen gegeben, was auch die interne Ermittlerin Sue Gray in ihrem «Partygate»-Bericht angemerkt habe. Einen Rücktritt erwähnte der Premier nicht.

Johnson sagte, er habe kurz bei Treffen vorbeigeschaut, um seinen hart arbeitenden Mitarbeitern Dank und Anerkennung auszusprechen. «Einige dieser Zusammenkünfte dauerten länger als notwendig und waren eindeutig ein Regelbruch», räumte der Premier ein. Diese Verstöße seien ihm damals nicht bewusst gewesen. Er sei ebenso überrascht und enttäuscht gewesen wie alle anderen Menschen.

Johnson betonte, die Polizeiermittlungen hätten ergeben, dass sein Verhalten bis auf einen Fall nicht gegen die Regeln verstoßen hätten. Da nun die Ermittlungen abgeschlossen seien, könne das Land nach vorne blicken und den Fall hinter sich lassen.

Die Spitzenbeamtin Gray hatte der Regierung schweres Versagen und Fehlverhalten vorgeworfen und gefordert, dass die Führungsspitze Verantwortung übernehmen müsse.


BBC: Augenzeugen berichten von wöchentlichen Lockdown-Feiern

LONDON: Unmittelbar vor der erwarteten Veröffentlichung des «Partygate»-Untersuchungsberichts haben Augenzeugen von Lockdown-Feiern in der Regierungszentrale schwere Vorwürfe erhoben. In der Londoner Downing Street habe es während des Corona-Lockdowns jeden Freitag Einladungen zu Treffen mit Alkohol gegeben, zitierte die BBC am Mittwoch mehrere anonymisierte Beschäftigte. Leere Flaschen und Reste von Essenslieferungen hätten noch am nächsten Morgen herumgelegen.

Mehrere Medien berichteten, die Spitzenbeamtin Sue Gray werde ihren Bericht noch am Vormittag übergeben. Premierminister Boris Johnson wolle sich dann gegen Mittag im Parlament äußern. Kabinettsmitglied George Eustice zeigte am Mittwoch Verständnis für die Wut in der Bevölkerung über die Regelbrüche in der Downing Street. Er versicherte, Johnson habe das Parlament nicht belogen.

Zuletzt waren Fotos einer Zusammenkunft im Regierungssitz vom 13. November 2020 aufgetaucht. Zu sehen ist, wie Johnson ein Glas erhebt und offenbar den anderen Anwesenden zuprostet. Niemand trägt eine Maske, auf einem Tisch stehen mehrere offene Flaschen. Nach BBC-Angaben standen etwa 30 bis 40 Menschen eng an eng in einem Raum. Johnson selbst habe seinen Mitarbeitern Alkohol eingeschenkt. Zu dem Zeitpunkt waren private Zusammenkünfte untersagt. Wegen der Veranstaltung hatte die Londoner Polizei mehrere Teilnehmer mit Geldstrafen belegt, Johnson aber nicht.

Insgesamt belegte die Polizei Dutzende Beschäftigte mit insgesamt mehr als 120 Strafbescheiden, darunter auch den Premier für eine andere Feier. Wegen der Affäre fordern auch Mitglieder von Johnsons Konservativer Partei seinen Rücktritt. Dies schließt Johnson aus. Er hatte Fehler eingeräumt, aber betont, er habe stets den Eindruck gehabt, dass es sich um Arbeitstreffen handelte.


Zahl der Toten nach Polizei-Einsatz in Rio steigt auf 22

RIO DE JANEIRO: Nach dem Polizei-Einsatz in einem Armenviertel der brasilianischen Metropole Rio de Janeiro hat sich die Zahl der Opfer weiter erhöht. Von mindestens 22 Toten berichteten brasilianische Medien wie das Nachrichtenportal «G1» und die Zeitung «Folha de S. Paulo» am Dienstag (Ortszeit). Zwölf der Toten waren der Polizei zufolge Kriminelle. Zudem wurde demnach eine Bewohnerin von Vila Cruzeiro versehentlich von einer Kugel getroffen und starb. Die neun anderen Toten waren noch nicht identifiziert. Mindestens fünf weitere Menschen wurden verletzt.

Augenzeugen zufolge war es in dem Armenviertel im Norden Rios von den frühen Morgenstunden an zu heftigen Schusswechseln gekommen. Die Polizei wollte laut dem Bericht die Chefs des Verbrechersyndikats Comando Vermelho (Rotes Kommando) festnehmen, die sich dort versteckt haben sollen. 13 Gewehre, vier Pistolen, zwölf Handgranaten und eine große Menge Drogen seien sichergestellt worden. «Diese schlechten Leute wollen die Zukunft der Menschen in Rio de Janeiro zerstören. Wir werden keine Anarchie in unserem Staat zulassen», schrieb Rios Gouverneur Cláudio Castro auf Twitter.

Vor etwa einem Jahr hatten Polizisten beim blutigsten Einsatz in Rios Geschichte in der Favela Jacarezinho mindestens 28 mutmaßliche Mitglieder von Drogenbanden getötet. Mächtige Banden ringen in den Armenvierteln um Kontrolle bei Drogenhandel und Schutzgeldgeschäften.

Die Polizei beschuldigte den Obersten Gerichtshof am Dienstag dafür, dass mehr Kriminelle nach Rio gekommen seien. «Wir haben diese Bewegung vom Zeitpunkt der Entscheidung des STF (,die Polizei-Einsätze in Favelas während der Corona-Pandemie einzuschränken,) an festgestellt», zitierte die «Folha de S. Paulo» Coronel Luiz Henrique Marinho. In keinem anderen Land der Welt kommen so viele Menschen bei Polizeieinsätzen ums Leben wie in Brasilien.

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Tim Beam 26.05.22 17:40
Apokalypse
Aber, aber Peter Joe. Wir sind doch in derselben Sekte. Da werden uns die Apokalypsen Reiter, wie schon in der Bibel erwähnt (Offenbarung des Johannes), zu einem Ufo bringen welches uns am jüngsten Gericht vorbei direkt in den Himmel führt. Wir beide sind doch gerettet!
Peter Joe 26.05.22 09:50
Apokalype
Die ganze Panikmache hat bis jetzt keine Hungersnoete und Massensterben ausgeloest. Alles was wir sehen ist Panik Machen der Medien mit ihren bestochenen Politikern weltweit. Auch das vorantreiben des dritten Reiters, des Krieges laueft nicht besonders gut. Die Waffen von den USA und anderen reichen nicht aus um den Krieg aufrecht zuerhalten. Jetzt muss das Affenpocken Virus auch noch fuer die Apokalype herhalten.