Corona-Überblick: Meldungen am Donnerstag

Die italienischen Studenten nehmen an ihren Abschlussprüfungen in Mailand teil. Foto: epa/Mourad Balti Touati
Die italienischen Studenten nehmen an ihren Abschlussprüfungen in Mailand teil. Foto: epa/Mourad Balti Touati

Italien verschärft Corona-Regeln für Lehrer und in Zügen

ROM: Lehrer, Dozenten und Studenten an Universitäten müssen in Italien künftig entweder geimpft, getestet oder von einer Corona-Erkrankung genesen sein. Ab dem neuen Schuljahr im September müssen sie für den Präsenzunterricht entsprechende Nachweise vorlegen, wie Gesundheitsminister Roberto Speranza am Donnerstagabend sagte. Außerdem gilt der «Grüne Pass», unter dem Begriff die verschiedenen Nachweise zusammengefasst sind, ab September auch in Fernzügen und -bussen, Fähren oder auf Flügen.

Wenn Lehrkräfte keinen Nachweis vorlegen, werden sie nach fünf Tagen vom Dienst suspendiert, beschloss das Kabinett.

In Italien stiegen die Corona-Neuinfektionen zuletzt wieder an, allerdings nur leicht. Ab Freitag sind bereits mehr Nachweise notwendig. Wer dann in einem Restaurant drinnen essen möchte, ins Museum oder in ein Schwimmbad oder eine Therme gehen will, muss getestet, geimpft oder genesen sein. Das gilt auch für Kultur- oder Sportveranstaltungen im Freien oder für Fitnessstudios. Die Regel gilt für Menschen ab zwölf Jahren. Restaurantbetreiber oder Betreiber anderer Unternehmen müssen sich die Nachweise vorzeigen lassen. Bei Verstößen drohen Bußgelder.

Für den Pass reicht in Italien schon eine erste Impfung. Die Corona-Erkrankung darf nicht länger als sechs Monate zurückliegen.


Amazon verschiebt Rückkehr in die Büros wegen Corona-Welle auf Januar

WASHINGTON: Wegen der raschen Zunahme der Neuinfektionen in den USA verschiebt der Internetriese Amazon die geplante Rückkehr seiner Mitarbeiter in die Büros auf Januar. Statt des 7. Septembers gilt nun der 3. Januar 2022 als Termin, ab dem Mitarbeiter beginnen sollen, regelmäßig ins Büro zu kommen, wie das Unternehmen am Donnerstag erklärte. Dies gelte auch für andere Länder, in denen die Rückkehr für September geplant gewesen sei.

Angestellte, die in der Zwischenzeit ins Büro kämen, müssten weiterhin eine Maske tragen oder eine vollständige Corona-Impfung nachweisen, erklärte Amazon weiter. Das Unternehmen beschäftigt mehr als eine Million Mitarbeiter, von denen allerdings wohl nur ein kleinerer Teil klassische Bürojobs hat. Viele Angestellte arbeiten in Logistikzentren und der Auslieferung. Anders als Google oder Facebook hat Amazon bislang keine Impfpflicht für Mitarbeiter verhängt.

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen ist in den USA von rund 10.000 pro Tag im Juni auf inzwischen durchschnittlich fast 90.000 hochgeschnellt. Der dramatische Anstieg trotz der weithin verfügbaren Impfungen wird vor allem auf die besonders ansteckende Delta-Variante des Virus zurückgeführt. Zahlreiche große US-Firmen haben daher bereits die häufig für September geplante Rückkehr ihrer Mitarbeiter zur Arbeit aus dem Büro um einen oder mehrere Monate verschoben.


Corona-Fälle steigen wieder an

LONDON: Nach einem überraschenden Rückgang der Corona-Zahlen in Großbritannien ist die Zahl der Neuinfektionen wieder angestiegen. Am Donnerstag wurden erstmals wieder mehr als 30.000 Neuinfektionen gemeldet, wie aus den offiziellen Zahlen der britischen Regierung hervorgeht. In den vergangenen Tagen hatten die täglichen Fallzahlen darunter gelegen.

Am 19. Juli waren in England fast alle noch geltenden Corona-Beschränkungen aufgehoben worden - auch Nachtclubs öffneten wieder und die Maskenpflicht wurde vielerorts abgeschafft. Dass danach die Fallzahlen für eine Weile zurückgingen, hatte Epidemiologen sowie die Öffentlichkeit überrascht. Danach hatten sie sich bei um die 20.000 Fälle täglich eingependelt, bevor sie nun wieder zunahmen. Ob der aktuelle Anstieg nun die gefürchtete Trendwende einleitet, ist noch nicht erkennbar.


US-Regierung: Noch keine Entscheidung zu Impfpflicht bei Einreise

WASHINGTON: Die US-Regierung hat noch nicht entschieden, ob künftig von fast allen einreisenden Ausländern der Nachweis einer vollständigen Corona-Impfung verlangt werden soll. «Die Vereinigten Staaten werden die aktuellen Einreisebeschränkungen beibehalten», sagte der Corona-Koordinator des Weißen Hauses, Jeffrey Zients, am Donnerstag. Die Gespräche, wie die Regierung künftig wieder «einheitlich und sicher» Einreisen ermöglichen könne, liefen noch. Dafür «könnte» der Nachweis der Impfung zur Voraussetzung werden, «aber das ist zum jetzigen Punkt nicht entschieden», sagte Zients.

Die US-Regierung hat bislang keinen Zeitplan für eine Aufhebung der weitgehenden Reisesperre für Menschen aus Europa und einigen anderen Staaten angekündigt. Zients betonte, angesichts der hochansteckenden Delta-Variante sei dies aktuell kein Thema. Bei den Gesprächen für das neue System gehe es darum, jetzt Vorschriften zu entwickeln, damit die US-Regierung bereit sei, «wenn die richtige Zeit gekommen ist, um zu prüfen, Reisen wieder zu ermöglichen», sagte Zients.

US-Medien hatten am Mittwochabend berichtet, die Regierung wolle ein System einführen, wonach alle ankommenden Ausländer künftig eine vollständige Corona-Impfung nachweisen müssten.


Frankreichs Verfassungsrat billigt neue Corona-Regeln weitgehend

PARIS: Der französische Verfassungsrat hat grünes Licht für eine Impfpflicht für Gesundheitspersonal und die Ausweitung der Nachweispflicht gegeben. Ein entsprechendes Gesetz bestätigte das Gericht in großen Teilen, wie es am Donnerstag mitteilte. Damit steht den strengeren Hygienevorschriften im Großen und Ganzen nichts mehr im Weg. Die Regierung will, dass sie schon ab nächster Woche gelten.

Kritik gab es vom Verfassungsrat aber an einigen Details, etwa einer geplanten Quarantänepflicht von zehn Tagen für positiv Getestete. Dies sei weder notwendig noch verhältnismäßig, urteilte die Instanz. Auch bestimmte berufliche Konsequenzen für Menschen, die etwa in Restaurants oder Museen arbeiten, ließ das Gericht durchfallen. Konkret geht es um Menschen, die an einem Ort arbeiten, an dem künftig ein Nachweis notwendig ist. Auch sie müssen diesen dann erbringen. Tun sie das nicht, kann das Konsequenzen haben. Dem Verfassungsrat zufolge dürfen befristete Verträge bei fehlendem Nachweis aber nicht vorzeitig beendet werden.

Frankreich steckt derzeit in einer vierten Corona-Welle. Innerhalb einer Woche infizierten sich zuletzt landesweit etwa 225 Menschen auf 100.000. Bereits Mitte Juli hatte Staatschef Emmanuel Macron im Kampf gegen das Virus Sars-CoV-2 die strengeren Regeln angekündigt. Wegen teils heftiger Kritik rief Premierminister Jean Castex den Verfassungsrat an. Auch einige Abgeordnete wandten sich an die Instanz.


Impfmüdigkeit - Regierungschef hofft auf Influencer

TEL AVIV: Angesichts einer steigenden Zahl von Corona-Infektionen in Israel setzt Regierungschef Naftali Bennett auf Influencer. Bei einem Treffen am Donnerstag rief er mehrere Dutzend israelischer Internet-Stars auf, sich bei jungen Leuten für eine Impfung stark zu machen. Sie sollten so viele wie möglich im Alter von zwölf und darüber überzeugen, sich impfen zu lassen und Masken zu tragen, sagte er. Sie könnten so dazu beitragen, Leben zu retten: «Es liegt an jedem Einzelnen von euch, 30 bis 40 Menschenleben zu retten», sagte er zu den Jungstars. «Das ist eine Gelegenheit, die ich mit 16, 17 oder 19 nicht hatte.»

Der Begriff «Meinungsmacher» sei nie bedeutsamer gewesen, sagte auch der israelische Facebook-Chef Adi Soffer Teeni. «Wir können es nicht ohne euch schaffen.»

Nach Daten des israelischen Gesundheitsministeriums sind mittlerweile knapp 58 Prozent der Bevökerung von rund 9,3 Millionen Menschen geimpft. Der Anteil der geimpften Teenager und jungen Erwachsenen ist allerdings noch deutlich niedriger als unter den übrigen Altersgruppen.

Zudem ging die Zahl der täglichen Impfungen zuletzt deutlich zurück - am Mittwoch hatten 3445 Menschen ihre erste und 3217 ihre zweite Impfung erhalten. Eine Woche zuvor hatte die Zahl der Erstimpfungen bei 3843 und die der Zweitimpfungen bei 12117 gelegen. Inzwischen hat Israel als erstes Land der Welt mit einer dritten Impfung für über 60-jährige begonnen.


Deutlich weniger Corona-Kontakte in England in Quarantäne

LONDON: In England und Wales sind inzwischen deutlich weniger Menschen von der Corona-App als enge Kontakte von Infizierten benachrichtigt worden. In der Woche bis zum 28. Juli wurden 395.971 Kontakte «gepingt», das waren 43 Prozent weniger als in der Vorwoche, wie aus am Donnerstag veröffentlichten Zahlen des Gesundheitsdiensts NHS hervorgeht. Die App schlägt an, wenn sich Nutzer eine gewisse Zeit in direkter Nähe eines positiv Getesteten aufgehalten haben.

Weil zuvor die Fallzahlen stark gestiegen und zudem fast alle Corona-Regeln aufgehoben worden waren, stieg die Zahl der «Pings» auf einen Rekordstand. Die Folge: Leere Supermarktregale, volle Mülltonnen, ausgefallene Züge. Zahlreiche Menschen löschten die App, um nicht «gepingt» zu werden, Medien sprachen von einer «Pingdemie».

Nach lautstarken Beschwerden aus der Wirtschaft teilte die Regierung zu Wochenbeginn mit, dass die Einstellungen der App geändert wurden. Statt die Kontakte fünf Tage zurückzuverfolgen, werden jetzt nur noch die Begegnungen der vorigen zwei Tage aufgezeichnet. Die Zahl der «Pings» dürfte also weiter abnehmen.


Absatz von Nintendos Switch-Konsole sinkt

TOKIO: Nintendos Spielekonsole Switch ist nach dem Spiele-Boom im Corona-Jahr 2020 nicht mehr so gefragt. Im vergangenen Quartal wurden 4,45 Millionen Switch-Konsolen verkauft - fast 22 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, wie Nintendo am Donnerstag mitteilte.

Als Folge ging auch der Umsatz in dem Ende Juni abgeschlossenen ersten Geschäftsquartal zurück, und zwar um knapp zehn Prozent auf 322,6 Milliarden Yen (knapp 2,5 Mrd Euro). Der Gewinn sank um 13 Prozent auf 92,75 Milliarden Yen (rund 715 Mio Euro).

Mit den Corona-Einschränkungen hatten Videospiele massiv an Popularität gewonnen, jetzt müssen sie verstärkt wieder mit anderen Beschäftigungsmöglichkeiten um die Gunst der Nutzer konkurrieren. Wie stark dieser Effekt die einzelnen Anbieter trifft, ist noch offen.

Die Switch ist zudem bereits seit März 2017 auf dem Markt. Die Rivalen Sony und Microsoft haben seit vergangenem Jahr neuere Modelle ihrer Playstation und Xbox im Angebot - die jedoch wegen der Halbleiter-Engpässe immer noch schwer zu bekommen sind. Nintendo steuert mit einer bereits angekündigten aktualisierten Switch mit besserem Display gegen. Der Konzern profitiert zudem davon, dass es vollwertige Spiele mit populären Figuren wie Super Mario nur auf den hauseigenen Konsolen gibt.


Frankreich will Corona-Auffrischimpfung für Risikogruppe ab Herbst

PARIS: Alte und besonders gefährdete Menschen sollen in Frankreich von September an eine Auffrischimpfung gegen das Coronavirus bekommen können. Staatschef Emmanuel Macron sagte am Donnerstag in einem Video auf Instagram, man bereite dies für den Beginn des neuen Schuljahres vor. Es brauche im Kampf gegen das Coronavirus Auffrischungen. Eine dritte Dosis sei aber nicht sofort für alle notwendig.

Frankreich kämpft zurzeit gegen eine vierte Corona-Welle. Die Zahl der Neuansteckungen pro 100.000 Menschen innerhalb einer Woche lag zuletzt bei 225. In den vergangenen Tagen stieg der Wert aber nicht mehr so schnell wie noch vor wenigen Wochen. In einigen französischen Gebieten gelten wegen der hohen Infektionszahlen mittlerweile wieder strengere Regeln wie eine Maskenpflicht im Freien oder frühere Schließzeiten für Geschäfte. Etwa 54 Prozent der Menschen in Frankreich sind bereits vollständig gegen das Coronavirus geimpft, knapp 65 Prozent erhielten mindestens eine Dosis.

Macron beantwortet derzeit in kurzen Videos auf Instagram und Tiktok Fragen rund um das Coronavirus. Reges Interesse gab es aber zunächst nicht nur für das Thema, sondern auch weil der Präsident unüblicherweise im T-Shirt zu sehen war.


Australischer Bundesstaat Victoria zum sechsten Mal im Lockdown

MELBOURNE: Nur eine Woche nach der Aufhebung des Lockdowns im australischen Bundesstaat Victoria hat die Regionalregierung neue Beschränkungen in der Region verhängt. In dem Bundesstaat an der Ostküste mit der Millionenmetropole Melbourne seien zuvor acht neue Corona-Fälle bestätigt worden, teilten die Gesundheitsbehörden mit. Die Maßnahmen sollen zunächst für eine Woche gelten, kündigte Regional-Premierminister Daniel Andrews an.

Es ist bereits der sechste Lockdown in Victoria seit Beginn der Pandemie. Die Menschen dürfen ab 20.00 Uhr (Ortszeit) sieben Tage lang nur noch in Ausnahmefällen ihre Häuser verlassen. «Ich kann Ihnen gar nicht sagen, wie enttäuscht ich bin, dass ich das schon wieder tun muss», sagte Andrews. «Aber da in der Region nur sehr wenige Menschen ein Mal geimpft sind - ganz zu schweigen von zwei Impfungen - habe ich keine Wahl.» Die landesweite Impfkampagne kommt vor allem wegen weit verbreiteter Skepsis nur sehr schleppend voran.

Der seit Ende Juni geltende Lockdown in der schwer betroffenen Stadt Sydney und Teilen des Bundesstaats New South Wales war zuletzt bis Ende August verlängert worden. Am Mittwoch verhängten die Behörden nun die gleichen Maßnahmen für die zweitgrößte Stadt Newcastle und das Hunter Valley. Sie sollen hier zunächst für eine Woche gelten.

Australien mit seinen 25 Millionen Einwohnern war wegen extrem strikter Regeln lange sehr erfolgreich im Kampf gegen die Pandemie. Wegen der Ausbreitung der Delta-Variante häufen sich nun aber die Lockdowns. Landesweit wurden bis Mittwoch rund 35.000 Fälle bestätigt. 925 Menschen sind in Verbindung mit Covid-19 gestorben.


Rugby League World Cup verschoben - Austragung nun 2022

BERLIN: Nach dem coronabedingten Rückzug von Australien und Neuseeland wird der diesjährige Rugby League World Cup in England verschoben. Statt im Oktober soll das Turnier nun im kommenden Jahr ausgerichtet werden. «Wir teilen mit, dass das Turnier auf 2022 verschoben wird. Wir haben alles in unserer Macht Stehende getan, um das Turnier in diesem Jahr auszurichten, aber es soll nicht sein», teilten die Organisatoren am Donnerstag mit.

Die Australian Rugby League Commission (ARLC) und die New Zealand Rugby League (NZRL) hatten im Juli ihre Teilnahme abgesagt. Als Grund gaben sie jeweils Bedenken um das Wohl und die Sicherheit der Spieler und Offiziellen wegen der Corona-Pandemie an.


USA wollen Impfung zur Voraussetzung für Einreise machen

WASHINGTON: Die US-Regierung will Medienberichten zufolge künftig von fast allen einreisenden Ausländern den Nachweis einer vollständigen Corona-Impfung verlangen. Mit der Einführung dieses Systems sollten dann auch die aktuellen Einreisebeschränkungen für Menschen aus Europa und anderen Staaten aufgehoben werden, wie unter anderem die «New York Times» am Mittwoch (Ortszeit) unter Berufung auf Kreise des Weißen Hauses berichtete. Für die Einführung der Nachweispflicht gibt es demnach noch keinen konkreten Zeitplan.

Auch die praktische Umsetzung des Plans soll noch relativ unklar sein, inklusive der Frage, welche Impfnachweise anerkannt werden sollen. Auch soll den Berichten zufolge noch nicht entschieden sein, ob die US-Behörden nur Impfungen mit Präparaten akzeptieren würden, die auch in den USA zugelassen sind. Eine Alternative wäre es, die Zulassung durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zum Maßstab zu machen. In den USA sind bislang nur die Impfstoffe der Hersteller Moderna, Pfizer/Biontech und Johnson & Johnson zugelassen.

Seit vergangenem Jahr gilt wegen der Pandemie ein weitreichendes US-Einreiseverbot für Personen aus Europa. Ausgenommen sind lediglich US-Bürger und einige andere Personengruppen wie zum Beispiel enge Verwandte von Amerikanern, Diplomaten und Mitarbeiter internationaler Organisationen. Auch Einreisen aus China, Südafrika und Brasilien sind auf Ausnahmen begrenzt. Alle Fluggäste müssen bei der Einreise in die USA einen negativen Corona-Test vorweisen können.

Die Europäische Union hatte die Vereinigten Staaten bereits im Juni auf die Liste jener Drittstaaten gesetzt, für die im Normalfall keine strengen Einreisebeschränkungen mehr gelten sollen. Die EU fordert von Washington daher ebenfalls eine zügige Aufhebung der Beschränkungen. «Wir pochen darauf, dass für Einreisende in beiden Richtungen vergleichbare Regeln gelten», sagte etwa EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen jüngst dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Die epidemiologische Lage in den USA und in der EU sei heute sehr ähnlich. «Wir müssen das Problem so schnell wie möglich lösen und sind mit unseren amerikanischen Freunden im Kontakt», betonte von der Leyen. «Das darf sich nicht noch wochenlang ziehen.»


Großbritannien setzt Deutschland auf «grüne Liste»: keine Quarantäne

LONDON: Die britische Regierung hat Deutschland und mehrere andere europäische Länder in die niedrigste Risikokategorie herabgestuft. Die Änderung werde am Sonntag um 4 Uhr Ortszeit (5 Uhr deutscher Zeit) in Kraft treten, wie die britische Nachrichtenagentur PA am Mittwoch meldete. Einreisende aus Ländern auf der sogenannten grünen Liste können ohne Quarantäne nach Großbritannien einreisen, müssen jedoch einen negativen Test mitbringen und an Tag Zwei nach der Einreise einen PCR-Test machen.

Durch die neue Einstufung entfällt die Pflichtquarantäne auch für Menschen, die noch nicht vollständig geimpft sind. Zuvor konnten seit Anfang der Woche bereits Geimpfte aus der EU und den USA wieder nach Großbritannien einreisen, ohne sich isolieren zu müssen.

Bei der Rückkehr nach Deutschland können jedoch nach aktuellem Stand nur Geimpfte die Quarantäne umgehen, da das Vereinigte Königreich weiterhin als Hochrisikogebiet gilt. Die Inzidenz lag zuletzt bei 275 (Stand: 30. Juli).

Gleichzeitig erhöhte die britische Regierung die Preise für die Hotel-Quarantäne, die Einreisende absolvieren müssen, die aus Ländern auf der sogenannten roten Liste kommen. Auf dieser Liste stehen etwa Länder, in denen gefährliche Varianten kursieren. Mussten Reisende bislang für die elf Tage pro Person 1750 Pfund zahlen, werden es künftig 2285 Pfund (umgerechnet mehr als 2680 Euro) sein.

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