Corona-Überblick: Meldungen am Donnerstag

An einem sonnigen Tag vor der Abriegelung in Istanbul schläft ein Mann in der Nähe des Bosporus (Hintergrund). Foto: epa/Sedat Suna
An einem sonnigen Tag vor der Abriegelung in Istanbul schläft ein Mann in der Nähe des Bosporus (Hintergrund). Foto: epa/Sedat Suna

Maas will Sommerurlaub in der Türkei ermöglichen

BERLIN/ISTANBUL: Bundesaußenminister Heiko Maas will mit der Türkei an Regelungen arbeiten, um deutschen Touristen sicheren Urlaub in beliebten Ferienregionen des Landes zu ermöglichen. «Wir wollen, dass im Sommer so viel Urlaub möglich ist, wie eben verantwortbar ist», sagte der SPD-Politiker am Donnerstag nach einem Gespräch mit seinem türkischen Kollegen Mevlüt Cavusoglu. «Daran werden wir weiter arbeiten auf der Basis dessen, was wir im letzten Jahr schon einmal intensiv miteinander besprochen haben und, wie ich finde, auch sehr erfolgreich umgesetzt haben.»

Die Bundesregierung hatte die Reisewarnung wegen der Corona-Pandemie für die beliebten türkischen Urlaubsregionen am Mittelmeer im August vergangenen Jahres nach langem Drängen der türkischen Regierung aufgehoben. Voraussetzung dafür war ein spezielles Tourismus- und Hygienekonzept. Mitte November wurde die Reisewarnung für die ganze Türkei aber wieder in Kraft gesetzt, weil die Bundesregierung die Transparenz bei den Infektionszahlen nicht mehr als gegeben ansah.

Der türkische Minister warb trotz derzeit hoher Corona-Infektionszahlen eindringlich für Urlaub in der Türkei. Man habe alle Maßnahmen getroffen, «damit unsere Freunde ihren Urlaub sicher verbringen können», sagte Cavusoglu am Donnerstag auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundesaußenminister Heiko Maas in Berlin. So würden Beschäftigte im Tourismussektor mit Priorität geimpft, sagte er. Hotels seien wie auch im vergangenen Jahr in ein Zertifizierungsprogramm für sicheren Tourismus eingebunden. Dies sei auf kleinere Einrichtungen ausgeweitet worden, die regelmäßig überprüft würden.


Bodensee-Schifffahrt plant Saisonstart am 13. Mai

KONSTANZ: Nach mehrmaliger Verschiebung plant die deutsche Bodensee-Schifffahrt ihren Saisonstart am 13. Mai. Wegen der aktuellen Corona-Inzidenzen warte man zwar noch ein paar Tage ab, sagte der Geschäftsführer der Bodensee-Schiffsbetriebe (BSB), Frank Weber, am Donnerstag. «Aber da die Zahlen weiter sinken, sind wir sehr optimistisch, dass es an Christi Himmelfahrt losgeht.»

Da die BSB mit vorerst geringem Interesse rechne, sei zunächst ein reduzierter Notfahrplan geplant, sagte ein Sprecher. Aber die Schiffe sollen die Insel Mainau und die Landesgartenschau in Überlingen ansteuern. Sofern es die Corona-Lage erlaubt, wolle man noch vor Pfingsten mit dem regulären Frühjahrsfahrplan starten, teilte die BSB mit. Dann sei auch wieder mit mehr Passagieren zu rechnen.

Ursprünglich hatten die deutschen Schiffe zusammen mit jenen aus Österreich und der Schweiz zu Ostern ihre Fahrten aufnehmen wollen. Danach war der 19. April für den Start anvisiert worden. Auf schweizerischer und österreichischer Seite gibt es schon Rundfahrten innerhalb der Landesgrenzen, aber keinen Linienbetrieb.


Zweiter deutscher Hilfsflieger kommt an

NEU DELHI: Ein zweites Flugzeug mit deutschen Corona-Hilfslieferungen ist in Neu Delhi angekommen. Dies teilte die Luftwaffe am Donnerstag mit. Sie brachte damit Bauteile einer Sauerstoffgewinnungsanlage nach Indien, das gerade unter einer heftigen zweiten Welle leidet und wo Krankenhäusern angesichts der vielen Kranken immer wieder der medizinische Sauerstoff ausgeht. Die restlichen Teile der deutschen Anlage sollen am Freitag in einem weiteren Transportflieger in Indien ankommen. 13 deutsche Sanitätssoldatinnen und Sanitätssoldaten sollen sie aufbauen und Personal des örtlichen Roten Kreuzes einweisen. Die Anlage macht Außenluft zu medizinischem, hochprozentigem Sauerstoff, der anschließend abgefüllt werden kann. Sie soll bei einem Corona-Krankenhaus in der Hauptstadt stehen.

Seit Tagen erfasst Indien immer wieder weltweite Höchstwerte an Corona-Neuinfektionen. Expertinnen und Experten gehen davon aus, dass die Dunkelziffer noch deutlich über den offiziellen Statistiken liegt. Menschen sterben vor überfüllten Krankenhäusern oder auf dem Weg dorthin und auch die Krematorien sind überfüllt. Lockdowns in mehreren Bundesstaaten haben es bislang nicht geschafft, die Infektionswelle zu brechen.

Insgesamt haben mehr als 40 Länder Indien Unterstützung zugesagt, heißt es von Behördenseite. Die USA wollen Hilfsgüter im Wert von mehr als 100 Millionen Dollar schicken. Auch Indien selbst will nach Angaben der Regierung daran arbeiten, Sauerstoff von den Herstellungsorten schneller dorthin zu bringen, wo er gebraucht wird.


Papst: In Gedanken bei den Corona-Kranken in Indien

ROM: Papst Franziskus hat den Menschen in Indien wegen der dortigen Corona-Lage seine Nähe und Gebete zugesichert.

Seine Gedanken seien bei den Kranken und deren Familien sowie denen, die um ihre Liebsten trauerten, schrieb das Oberhaupt der katholischen Kirche in einer Botschaft an den Erzbischof von Mumbai am Donnerstag. Der 84-Jährige gedenke auch der Ärzte und Bediensteten in den indischen Krankenhäusern. Das Land mit mehr als 1,3 Milliarden Menschen ist stark von der Pandemie betroffen. Es wurden mehr als 412.000 Fälle in den vergangenen 24 Stunden gemeldet, wie Zahlen des Gesundheitsministeriums vom Donnerstag zeigten.


Schweden übersteigt Marke von einer Million Corona-Infektionen

STOCKHOLM: Seit Pandemiebeginn haben sich in Schweden insgesamt mehr als eine Million Menschen nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt. Das skandinavische EU-Land mit seinem viel beachteten Sonderweg kam am Donnerstagnachmittag auf mittlerweile 1.002 121 bestätigte Corona-Fälle, was einem Anstieg um rund 6500 Neuinfektionen im Vergleich zum Vortag entsprach. Auf die Bevölkerung heruntergerechnet hat das Zehn-Millionen-Einwohnerland damit bislang mehr als doppelt so viele Infektionen pro 100.000 Einwohner verzeichnet als Deutschland. Auch die aktuelle Inzidenz liegt bei mehr als dem Doppelten des Wertes der Bundesrepublik.

Schweden ist in der Corona-Krise einen Sonderweg mit vergleichsweise wenigen und milden Beschränkungen sowie stärkeren Appellen an die Vernunft der Bürger gegangen. Aber auch in dem skandinavischen Land wurden bestimmte Corona-Maßnahmen eingeführt, allerdings bei Weitem nicht so weitreichende wie in Deutschland und in anderen EU-Ländern.

Das derzeit recht gut im Corona-Kampf dastehende Dänemark hat am Donnerstag seine höchste Neuinfektionszahl seit knapp vier Monaten gemeldet: Beim nördlichsten deutschen Nachbarn wurden in den vergangenen 24 Stunden 1012 neue Infektionen registriert, was der höchsten Tageszahl seit Mitte Januar entsprach. Allerdings machen derzeit auch deutlich mehr Däninnen und Dänen Corona-Tests - die Vorlage eines negativen Tests ist nämlich für viele Beschäftigungen im Land eine Voraussetzung, etwa für den Besuch im Restaurant, Kino oder Fitnessstudio. Verglichen mit Deutschland und Schweden ist die Sieben-Tages-Inzidenz in Dänemark nach wie vor deutlich niedriger.


Deutsches Parlament billigt Corona-Erleichterungen für Geimpfte

BERLIN: Für vollständig Geimpfte und genesene Menschen sollen in Deutschland zahlreiche Corona-Beschränkungen entfallen. Der Bundestag, das deutsche Parlament, billigte am Donnerstag eine entsprechende Verordnung der Regierung mit großer Mehrheit.

Wenn an diesem Freitag auch der Bundesrat - die Vertretung der 16 deutschen Länder - zustimmt, könnten die Erleichterungen am Wochenende in Kraft treten. Für die Verordnung stimmten die schwarz-rote Koalition aus CDU, CSU und der SPD sowie Grüne und Linke. Die FDP enthielt sich, die AfD votierte dagegen.

Für Geimpfte und Genesene sollen automatisch die Erleichterungen gelten, die bisher Menschen mit negativen Coronatests vorbehalten sind. Vorgesehen ist zudem, dass sich vollständig geimpfte oder genesene Personen unbeschränkt treffen können. Bei Treffen mit anderen Personen sollen sie nicht mitgezählt werden. Also könnten sich zum Beispiel auch in Regionen mit hohen Infektionszahlen zwei nicht geimpfte Menschen mit einer unbegrenzten Zahl geimpften treffen.


Zahl der Alkoholtoten in England und Wales 2020 auf Rekordhoch

NEWPORT: In der Corona-Pandemie ist die Zahl der Alkoholtoten in England und Wales auf ein Rekordhoch gestiegen. 2020 seien 7423 Menschen in den beiden britischen Landesteilen an Alkoholmissbrauch gestorben, ein Plus von fast 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und der höchste Stand seit Beginn der Statistik vor 20 Jahren. Das teilte das britische Statistikamt am Donnerstag in Newport mit. Einen direkten Zusammenhang zur Corona-Krise zogen die Statistiker zwar nicht. Sie wiesen aber auf Daten der Gesundheitsbehörde hin, denen zufolge sich das Trinkverhalten seit Beginn der Pandemie geändert habe.

Zudem liefern die Quartalszahlen Hinweise auf einen coronabedingten Anstieg. So lag die Zahl der Alkoholtoten im ersten Quartal, also zum großen Teil vor Beginn der Pandemie, im Durchschnitt der Vorjahre. In den anderen Quartalen starben dann aber deutlich mehr Menschen an Alkoholmissbrauch als in allen anderen Jahren. Die Quote im vierten Quartal sei die höchste je erfasste gewesen, teilte das Statistikamt weiter mit.

In England und Wales hatten die Behörden wegen der Pandemie mehrere Lockdowns mit weitreichenden Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen angeordnet. Die übrigens Landesteile Schottland und Nordirland geben eigene Statistiken heraus.


EU-Einreisestopp gilt nicht mehr für Israel

BRÜSSEL: Reisende aus Israel können künftig wieder leichter in die Europäische Union einreisen. Aufgrund der verbesserten Corona-Lage gilt für das Land eine Ausnahme der zu Beginn der Corona-Pandemie eingeführten Einreisebeschränkungen, wie der Rat der EU-Staaten am Donnerstag mitteilte. Die Einschränkungen für Reisende aus Israel sollten schrittweise aufgehoben werden.

Auf der Liste jener Staaten, aus denen die Einreise möglich ist, stehen neben Israel sechs weitere Länder: Australien, Neuseeland, Ruanda, Singapur, Südkorea und Thailand. Für alle anderen Staaten gelten drastische Einschränkungen. Die Liste wird regelmäßig überarbeitet.

Auf den Einreisestopp hatten sich alle EU-Staaten außer Irland sowie die Nicht-EU-Staaten Schweiz, Norwegen, Liechtenstein und Island bereits zu Beginn der Corona-Pandemie verständigt. Demnach sind alle nicht zwingend notwendigen Reisen in die EU verboten. Rechtlich bindend ist der Einreisestopp allerdings nicht. Zudem gelten Ausnahmen etwa für EU-Bürger und ihre Familien.

Anfang der Woche hatte die EU-Kommission außerdem vorgeschlagen, ein Kriterium für die Einschränkungen deutlich zu lockern. So soll der Grenzwert für die Zahl der Neuinfektionen innerhalb von 14 Tagen je 100.000 Einwohner von 25 auf 100 angehoben werden. Die EU-Staaten beraten derzeit über den Vorschlag. Sollten sie ihm folgen, dürfte die Ausnahmeliste bald deutlich länger werden. Außerdem schlug die EU-Kommission vor, vollständig Geimpfte künftig von dem Einreisestopp auszunehmen.


Debatte um Patente: China will Zugang zu Impfstoffen verbessern

PEKING: In der Debatte über eine mögliche Aussetzung der Patente von Corona-Impfstoffen hat sich China allgemein für einen besseren Zugang zu Vakzinen ausgesprochen. «Wir schauen konstruktiven und positiven Diskussionen im Rahmen der Welthandelsorganisation (WTO) für wirksame und ausgewogene Ergebnisse entgegen», sagte der Sprecher des Außenministeriums, Wang Wenbin, am Donnerstag lediglich auf Fragen von Journalisten, ob China eine von den USA vorgeschlagene Aussetzung der Patente unterstützen würde.

Alle Länder hätten eine Verantwortung, gegen die Pandemie zu kämpfen. Auch sollten alle gleich sein, wenn es um Zugang zu Impfstoffen gehe, sagte der Sprecher. China unterstütze die internationale Kooperation bei Vakzinen gegen Covid-19. «Wir werden Impfstoffe weiterhin zu einem öffentlichen Gut machen und dazu beitragen, dass sie in Entwicklungsländern zunehmend bezahlbar und zugänglich sind.»

China, wo im Dezember 2019 erstmals Infektionen mit dem Coronavirus entdeckt worden waren, hat nach offiziellen Angaben schon mehr als 100 Millionen Dosen Impfstoff ins Ausland geliefert. Rund 80 Länder und drei internationale Organisationen bekommen demnach Unterstützung aus China. Es ist unklar, was geschenkt und was günstig oder zu Marktpreisen ins Ausland geliefert wird.


412.000 Neuinfektionen in Indien - Internationale Hilfe läuft an

NEU DELHI: In Indien ist ein weltweiter Höchststand bei den Corona-Neuinfektionen erfasst worden. Es wurden mehr als 412.000 Fälle in den vergangenen 24 Stunden gemeldet, wie Zahlen des Gesundheitsministeriums vom Donnerstag zeigten. Demnach starben 3980 Menschen in Verbindung mit dem Coronavirus. Die Dunkelziffer dürfte deutlich höher liegen - auch weil es in Teilen des Landes schwer ist, getestet zu werden und besonders in ländlichen Regionen viele zu Hause sterben und nicht immer in der Statistik auftauchen.

Nach Kritik an der Geschwindigkeit und Transparenz der Verteilung der internationalen Hilfe im Land, bat der deutsche Botschafter Walter J. Lindner um Geduld. Gegenüber der Zeitung «The Hindu» sagte er: «Wenn man ankommende internationale Hilfe hat, gibt es immer eine Zeitverzögerung bevor man Resultate sieht. Man muss Freigaben erhalten, dann muss man die Geräte manchmal auspacken und wiederverpacken, um sie zu nutzen. Das dauert ein paar Tage.»

Nach Angaben indischer Behörden haben mehr als 40 Länder Hilfslieferungen unter anderem in Form von Beatmungsgeräten und Sauerstoffkonzentratoren versprochen. Deutschland schickt eine große Sauerstoffgewinnungsanlage sowie 120 Beatmungsgeräte.

In absoluten Zahlen ist Indien mit seinen mehr als 1,3 Milliarden Einwohnerinnen und Einwohnern mit insgesamt mehr als 21 Millionen erfassten Corona-Infektionen hinter den USA am stärksten von der Pandemie betroffen. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) machten vergangene Woche die in Indien erfassten Corona-Fälle fast die Hälfte alle weltweit gemeldeten Corona-Fälle aus.


Weitere Corona-Lockerungen - Kinos und Theater wieder auf

KOPENHAGEN: Die Däninnen und Dänen können jetzt wieder ins Kino und Theater gehen oder ihre Homeoffice-Kilos im Fitnessstudio abtrainieren. All diese Einrichtungen durften am Donnerstag gemäß dem dänischen Plan zur schrittweisen Abkehr von den geltenden Corona-Maßnahmen erstmals seit Monaten wieder öffnen. Alle Schüler bis zur achten Klasse sowie die Abschlussklassen kehren nun komplett zum Präsenzunterricht zurück.

Als Voraussetzung für einen Besuch im Kino, Theater oder Fitnessstudio gilt, dass man per App in seinem Corona-Pass einen maximal 72 Stunden alten negativen Test, eine Impfung oder eine überstandene Infektion vorweisen kann. In den bereits vor zwei Wochen geöffneten Restaurants und Kneipen fällt darüber hinaus die Vorgabe weg, dass die Gäste bis zu 30 Minuten vorher einen Tisch bestellen müssen. Die Versammlungsgrenze in geschlossenen Räumen wurde nun zudem auf 25 Teilnehmer angehoben, draußen liegt sie jetzt bei 75.

Die dänische Regierung und eine breite Mehrheit im Parlament in Kopenhagen hatten sich im März auf einen umfassenden Öffnungsplan geeinigt, mit dem die Beschränkungen des öffentlichen Lebens nach und nach zurückgefahren werden sollen. Trotz der bisherigen Öffnungsschritte sind die Neuinfektionszahlen relativ stabil geblieben, die Sieben-Tage-Inzidenz liegt seit Wochen unter 100.


«Corriere della Sera»: Covid-Katastrophe verändert Patentrecht

ROM: Zur Unterstützung der US-Regierung für die Aussetzung von Patenten bei Corona-Impfstoffen schreibt die italienische Zeitung «Corriere della Sera» aus Mailand am Donnerstag:

«Die Vereinigten Staaten verzichten auf den Patentschutz für Covid-Impfstoffe. Das ist ein Wendepunkt von enormer Bedeutung, der es Ländern mit großen Schwierigkeiten wie Indien und Brasilien ermöglichen könnte, das Impfserum bei sich zu Hause herzustellen. (...) Der internationale Druck begann bereits im Oktober 2020 am Sitz der Welthandelsorganisation WTO. Indien und Südafrika hatten die Länder, die die Fläschchen produzieren, allen voran die USA, gebeten, auf den Patentschutz zu verzichten. Aber erst Donald Trump und dann Joe Biden traten für die Verteidigung der Unternehmensrechte ein. In den vergangenen Wochen haben jedoch die indische und die brasilianische Katastrophe das Szenario verändert.»


Starkes Jahr für Nintendo dank Switch-Konsole

TOKIO: Der Erfolg der Spielekonsole Switch in der Corona-Pandemie hat Nintendo ein starkes Jahr beschert. Die Verkäufe der Switch stiegen im Ende März abgeschlossenen Geschäftsjahr um 37 Prozent auf fast 29 Millionen Geräte, wie der japanische Spiele-Spezialist am Donnerstag mitteilte.

Damit hat Nintendo inzwischen rund 84,5 Millionen Switch-Konsolen im Markt - was auch eine gute Basis für den Verkauf von mehr Spielen ist. Das populärste Spiel im vergangenen Jahr war die Insel-Simulation «Animal Crossing: New Horizons», die fast 21 Millionen Mal erworben wurde.

In der Corona-Krise verbrachten Menschen mehr Zeit mit Videospielen, was bei allen Anbietern das Geschäft beflügelte. Nintendo steigerte den Umsatz im vergangenen Geschäftsjahr um gut ein Drittel auf 1,76 Billionen Yen (rund 13,4 Mrd Euro). Der Gewinn sprang um 85 Prozent auf 480 Milliarden Yen (3,6 Mrd Euro).

Zugleich rechnet Nintendo nicht damit, im angebrochenen Geschäftsjahr wieder an diese Zahlen heranzukommen. Beim Umsatz erwartet das Unternehmen einen Rückgang von neun Prozent auf 1,6 Billionen Yen und beim Gewinn ein Minus von 29 Prozent auf 340 Milliarden Yen. Zugleich baut Nintendo darauf, dass die Nachfrage nach der Switch hoch bleibt und plant mit 25,5 Millionen verkauften Geräten. Der Spiele-Absatz dürfte aber der Prognose zufolge - trotz wachsender Geräte-Basis - um fast 18 Prozent sinken.


Von der Leyen: EU offen für Debatte über Impfstoff-Patente

BRÜSSEL: EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen zeigt sich offen für eine Debatte über den US-Vorstoß zur Aussetzung von Corona-Impfstoffpatenten. «Die Europäische Union ist bereit, jeden Vorschlag zu diskutieren, der diese Krise wirksam und pragmatisch angeht», sagte von der Leyen am Donnerstag. Man müsse sehen, wie der US-Vorschlag diesem Ziel dienen könne. «Kurzfristig rufen wir jedoch alle Länder mit Impfstoffproduktion auf, Exporte zu erlauben und alles zu vermeiden, was Lieferketten stören könnte.»

Von der Leyen betonte in ihrer online übertragenen Rede für eine Konferenz in Italien: «Um es klar zu sagen, Europa ist die einzige demokratische Region der Welt, die Exporte im großen Maßstab erlaubt.» Bisher seien mehr als 200 Millionen Dosen Corona-Impfstoff in den Rest der Welt geliefert worden. Das sei fast so viel, wie hier in der EU verabreicht worden sei. Die EU sei die Apotheke der Welt.

Die US-Handelsbeauftragte Katherine Tai hatte am Mittwoch Unterstützung für die Aussetzung von Impfstoffpatenten signalisiert, die viele Länder seit langem fordern. Die USA stünden hinter dem Schutz geistigen Eigentums, die Pandemie sei aber eine globale Krise, die außerordentliche Schritte erfordere, erklärte Tai. Das Ziel sei, «so viele sichere und wirksame Impfungen so schnell wie möglich zu so vielen Menschen wie möglich zu bringen». In Genf streiten Mitglieder der Welthandelsorganisation (WTO) seit Wochen über das Thema. Am Donnerstag standen weitere Beratungen an.


Beck's-Brauer AB Inbev startet besser ins Jahr als erwartet

LÖWEN: Eine anziehende Biernachfrage und der stärkere Fokus auf Premium-Marken haben dem Brauer Anheuser-Busch Inbev zum Jahresstart Rückenwind beschert. Unter dem Strich stand im ersten Quartal ein auf die Aktionäre entfallender Gewinn von 595 Millionen Dollar, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Vor einem Jahr hatte der Geschäftseinbruch infolge der Beschränkungen zu Beginn der Corona-Krise für einen Milliardenverlust gesorgt. Der Umsatz habe sich zuletzt sogar besser entwickelt als vor der Krise, teilte der Mutterkonzern von Marken wie Budweiser, Beck's, Stella Artois und Corona Extra mit.

Der Umsatz stieg im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fast zwölf Prozent auf 12,3 Milliarden Dollar (10,2 Mrd Euro). Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) legte um acht Prozent auf 4,3 Milliarden Dollar zu und damit deutlicher als von Experten erwartet. Für 2021 peilt der scheidende Konzernchef Carlos Brito ein Wachstum des operativen Ergebnisses um acht bis zwölf Prozent an. Brito wird den Brauer nach 32 Jahren verlassen und sein Amt Anfang Juli an Michel Doukeris übergeben.


Moderna: Impfauffrischung wirkt ersten Daten zufolge gegen Varianten

CAMBRIDGE: Eine Auffrischungsdosis des Corona-Impfstoffs von Moderna wirkt ersten Daten des US-Unternehmens zufolge gut gegen Coronavirus-Varianten. Das Unternehmen veröffentlichte am Mittwoch Daten aus einer laufenden Studie zu zwei verschiedenen sogenannten Booster-Dosen - einerseits mit dem bereits in vielen Ländern der Welt zugelassenen Impfstoff und andererseits mit einer auf Basis der zuerst in Südafrika identifizierten Virus-Variante entwickelten Booster-Dosis.

Beide hätten die Entwicklung von Antikörpern gegen diese Virus-Variante und die zuerst in Brasilien entdeckte Virus-Variante bewirkt - die neu entwickelte Booster-Variante in Hinblick auf die Südafrika-Variante noch deutlicher. Zudem seien beide Booster-Dosen gut vertragen worden. Weitere Daten zu der Studie will das Unternehmen demnächst veröffentlichen.

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