Corona-Überblick: Meldungen am Donnerstag

Eine Vollzugsbeamtin des Marktaufsichts- und Verwaltungsbüros überprüft die Impfstoffversorgung in Rongan, China. Foto: epa/Tan Kaixing
Eine Vollzugsbeamtin des Marktaufsichts- und Verwaltungsbüros überprüft die Impfstoffversorgung in Rongan, China. Foto: epa/Tan Kaixing

Regierung fordert strengere Corona-Regeln in Lyon und Nizza

PARIS: Die französische Regierung hat weitere Regionen im Land aufgefordert, strengere Maßnahmen im Kampf gegen Corona zu verhängen. Für die Städte Lyon und Nizza sollten die Behörden bis Samstag Vorschläge machen, sagte Frankreichs Gesundheitsminister Olivier Véran am Donnerstag in Paris. In Städten wie Paris, Lille, Toulouse, Rennes und Dijon seien die kritischen Schwellenwerte noch nicht erreicht. «Wir werden die Entwicklung der Epidemie in diesen Städten sehr aufmerksam verfolgen», sagte Véran.

Marseille, Bordeaux und das französische Überseegebiet Guadeloupe hatten nach Aufforderung der Regierung die Maßnahmen zuletzt schon verschärft. Véran betonte nun, dass es auf Guadeloupe und in Marseille durchaus noch schärfere Regeln geben könnte. Gerade in der südfranzösischen Hafenstadt hatten Krankenhäuser zuletzt beklagt, dass es an medizinischem Personal fehle und sie Situation sich zuspitze.

Véran erklärte mit Blick auf einen Bericht des Rates für öffentliche Gesundheit, dass bei Kleinkindern ein geringes Risiko bestehe, schwere Formen von Covid-19 zu entwickeln - sie seien außerdem in der Übertragungskette nicht sehr aktiv. Daher sollten die Gesundheitsregeln in Kindergärten und Kinderkrippen bald gelockert werden. Das Personal in Krippen müsse allerdings künftig dauerhaft eine Maske tragen.


New York verschiebt wegen Corona-Krise erneut Schulstart

NEW YORK: Die Millionenmetropole New York hat wegen der Corona-Krise den eigentlich für kommende Woche geplanten Beginn des neuen Schuljahres für die meisten Schüler erneut verschoben. Nur Vorschüler, deren Eltern sie für eine Mischung aus Online- und Vor-Ort-Unterricht angemeldet hatten, sollen ab der kommenden Woche wieder tageweise zur Schule gehen, teilte Bürgermeister Bill de Blasio am Donnerstag mit. Grundschüler sind dann ab dem 29. September dran, die Älteren ab dem 1. Oktober. Auch zusätzliche Lehrkräfte sollen eingestellt werden.

Ursprünglich war der Schulstart für den 10. September angesetzt, musste dann aber bereits auf den 21. verschoben werden, um den Lehrern mehr Zeit zur Vorbereitung zu geben.

Mit mehr als einer Million Schülern ist der Schulbezirk New Yorks der größte der USA - und einer der wenigen Großräume des Landes, in denen ein zumindest teilweise regulärer Unterricht geplant ist. Viele andere Schulbehörden haben bereits angekündigt, weiter online zu lehren.


Netanjahu: Weitere Verschärfung der Corona-Beschränkungen möglich

TEL AVIV: Kurz vor Beginn eines zweiten Corona-Lockdowns in Israel hat Ministerpräsident Benjamin Netanjahu eine mögliche weitere Verschärfung der vorgesehenen Einschränkungen angekündigt. Netanjahu sagte am Donnerstagabend, angesichts der immer weiter steigenden Infektionszahlen könnte dies notwendig sein. «Ich denke, dass wir angesichts der Infektionslage möglicherweise keine andere Wahl haben werden, als die Beschränkungen zu verschärfen», sagte Netanjahu.

Am Freitagnachmittag beginnt in Israel ein Corona-Lockdown, der mindestens drei Wochen andauern soll. Die Maßnahme soll die Zahl der Corona-Fälle in dem Land eindämmen - die täglichen Neuinfektionen waren zuletzt wiederholt auf Rekordwerte gestiegen. Experten hatten im Sommer unter anderem kritisiert, Lockerungen seien verfrüht vorgenommen worden. Die Opposition in dem Mittelmeerstaat kritisiert den Kurs der Regierung scharf. Die Krise hat der Wirtschaft des Landes bereits schwer zugesetzt.

Während des Lockdowns sollen Schulen und Kindergärten geschlossen bleiben. Auch Hotels, Einkaufszentren sowie Freizeiteinrichtungen müssen schließen. Restaurants dürfen nur noch außer Haus verkaufen. Lebensmitteleinkäufe und Arztbesuche sind weiter erlaubt. Nach bisherigen Anweisungen dürfen die Menschen sich dann nur noch in Ausnahmefällen weiter als 500 Meter von ihrem Zuhause entfernen. Ein parlamentarischer Ausschuss teilte allerdings am Donnerstag nach Medienberichten mit, die Entfernung könnte auf einen Kilometer ausgeweitet werden.


Brooklyn Museum versteigert Werke wegen Corona-Krise

NEW YORK: Das New Yorker Brooklyn Museum hat in der Corona-Krise zahlreiche Werke zur Auktion freigegeben, um die Instandhaltung der restlichen Sammlung gewährleisten zu können. «Das ist etwas, was für uns sehr schwer ist», sagte Direktorin Anne Pasternak am Donnerstag der «New York Times». «Aber es ist das Beste für unsere Institution und die Langlebigkeit und Pflege unserer Sammlungen.» Zu den zwölf Werken, die im Oktober beim Auktionshaus Christie's versteigert werden sollen, gehören Stücke von Lucas Cranach dem Älteren und Gustave Courbet.

Zuvor hatte der US-Verband der Museumsdirektoren aufgrund der Corona-Krise eine Regelung für zwei Jahre ausgesetzt, nach der Werke aus dem Bestand nur zum Ankauf neuer Werke verkauft werden dürfen.

Die Corona-Krise trifft die Kulturbranche der Millionenmetropole New York, die im Frühjahr eines der weltweiten Zentren der Pandemie war, seit Monaten hart. Das 1887 eröffnete Brooklyn Museum, das zweitgrößte Ausstellungshaus der Stadt, öffnete am vergangenen Wochenende nach rund sechsmonatiger Pause seine Türen wieder für Besucher. Es beherbergt sowohl naturwissenschaftliche und ethnologische Sammlungen als auch Kunst des 19., 20. und 21. Jahrhunderts.


Wegen Corona: Serbien führt Registrierung von Urlaubsrückkehrern ein

BELGRAD: Das serbische Gesundheitsministerium führt eine elektronische Registrierungspflicht für Bürger ein, die aus einem als Corona-Risikogebiet eingestuften Land zurückkehren. Konkret bedeutet das, dass Serben, die aus Kroatien, Bosnien-Herzegowina oder Montenegro in ihre Heimat zurückkehren, einen Fragebogen ausfüllen müssen, der auf der Webseite des Gesundheitsministeriums zugänglich ist.

Der Fragebogen diene dazu, dass das Gesundheitssystem rasch reagieren kann, wenn Reiserückkehrer Symptome aufweisen, die auf eine Corona-Infektion hindeuten, berichteten serbische Medien am Donnerstag. Die Maßnahme tritt an diesem Freitag um 18.00 Uhr (MESZ) in Kraft. Weiterhin bestehen für Rückkehrer keine einschränkenden Auflagen wie Quarantäne oder Vorlage eines negativen Corona-Tests.

Vor allem Montenegro wird von den Serben als Urlaubsziel geschätzt. In Kroatien und Bosnien haben viele von ihnen Angehörige. Alle diese Länder gehörten früher zu Jugoslawien.


Zweiter Corona-Lockdown startet

TEL AVIV: Die Menschen in Israel müssen sich von Freitag an erneut mit starken Einschränkungen in der Corona-Krise arrangieren. Ein von der Regierung verhängter Lockdown startet am frühen Nachmittag und soll mindestens drei Wochen andauern. Die Maßnahme soll die Zahl der Corona-Fälle in dem Land eindämmen - die täglichen Neuinfektionen waren zuletzt wiederholt auf Rekordwerte gestiegen. Experten hatten im Sommer unter anderem kritisiert, Lockerungen seien verfrüht vorgenommen worden. Die Opposition in dem Mittelmeerstaat kritisiert den Kurs der Regierung scharf. Die Krise hat der Wirtschaft des Landes bereits schwer zugesetzt.

Während des Lockdowns sollen Schulen und Kindergärten geschlossen bleiben. Auch Hotels, Einkaufszentren sowie Freizeiteinrichtungen müssen schließen. Restaurants dürfen nur noch außer Haus verkaufen. Lebensmitteleinkäufe und Arztbesuche sind weiter erlaubt. Die Menschen dürfen sich aber nur noch in Ausnahmefällen weiter als 500 Meter von ihrem Zuhause entfernen.


Katholische Bischöfe Europas tagen wegen Corona online

PRAG: Der Rat der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) hat seine für den 25. bis 27. September geplante Vollversammlung in Prag abgesagt. Das teilte die Bischofskonferenz der römisch-katholischen Kirche in Tschechien als Gastgeber am Donnerstag mit. Grund seien der Anstieg der Coronavirus-Fälle in der tschechischen Hauptstadt in den vergangenen Tagen sowie die Reisewarnungen verschiedener Länder. Auch Deutschland hatte die Moldau-Metropole vor einer Woche zum Corona-Risikogebiet erklärt.

Die Beratungen der Vorsitzenden der katholischen Bischofskonferenzen in Europa sollen nun online erfolgen. Die bisher letzte Vollversammlung fand vor einem Jahr im spanischen Santiago de Compostela statt. Der Rat der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) besteht seit 1971 und will die Zusammenarbeit der katholischen Bischöfe in Europa fördern.


Dänemark rät auch von Reisen nach Österreich und in die Schweiz ab

KOPENHAGEN: Den Dänen wird von nun an auch von Reisen nach Österreich und in die Schweiz sowie nach Portugal, Ungarn und in die Niederlande abgeraten. Grund dafür sind die in den fünf Ländern gestiegenen Corona-Infektionszahlen, wie das dänische Außenministerium am Donnerstag mitteilte. Damit empfiehlt es seinen Bürgern mittlerweile, von nicht-notwendigen Reisen in eine ganze Reihe von Ländern des Schengenraums abzusehen. Das liegt zum einen an den Fallzahlen des jeweiligen Staates, zum anderen auch an den dortigen Einreisebeschränkungen. Für Reisen zwischen Dänemark und Deutschland gibt es derzeit keine Beschränkungen.

Dänemark aktualisiert seine Reiserichtlinien jeden Donnerstag. Von nicht-notwendigen Reisen raten die dänischen Behörden ab, wenn es in dem jeweiligen Land mehr als 30 wöchentliche Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner gegeben hat. Damit die Maßnahme rückgängig gemacht wird, muss dieser Wert auf unter 20 fallen. Wenn man aus einem der betroffenen Länder nach Dänemark zurückkehrt, wird man aufgefordert, für 14 Tage zu Hause zu bleiben. Ins Land gelassen wird nur, wer dafür einen triftigen Einreisegrund hat.

Dänemark hatte im März zu Beginn der Corona-Krise strikte Maßnahmen ergriffen und die Ausbreitung des Coronavirus damit vergleichsweise schnell unter Kontrolle bekommen. Seit einiger Zeit mehrt sich die Zahl der Neuinfektionen wieder, zuletzt stiegen die Werte vor allem in der Region um die Hauptstadt Kopenhagen.


Süßigkeitenrutsche zu Halloween: Vater gibt Corona Saures

CINCINNATI: Um trotz Corona an Halloween Süßigkeiten an Kinder verteilen zu können, ist ein Vater im US-Bundesstaat Ohio auf eine kreative Lösung gekommen. Gemeinsam mit seiner sechsjährigen Tochter befestigte Andrew Beattie eine 1,83 Meter lange Pappröhre, die dank Dekoration einer Zuckerstange ähnelt, an dem Treppengeländer vor seinem Haus in der Stadt Cincinnati. «Das ist etwas, das den Kindern Spaß macht und sie nicht daran denken lässt, dass ich das mache, um eine Erkrankung zu verhindern», sagte Beattie dem Sender CNN.

Mithilfe orangefarbener Sprühfarbe und schwarzen Klebebands verwandelte er nach eigenen Angaben die Pappröhre binnen 20 Minuten in eine Süßigkeitenrutsche. Kabelbinder und bunte Lichter sorgten dann sowohl für den richtigen Halt als auch für gute Sicht am Treppengeländer. Ein am unteren Ende platziertes Schild in Gespenstform mit der Aufschrift «Eimer hier hinstellen» dient den Kindern beim sogenannten «Trick-or-Treating» als Anleitung. Als zusätzliche Vorsichtsmaßnahme will Beattie beim Verteilen der Süßigkeiten eine Maske tragen und seine Handschuhe häufig wechseln.

Beattie hofft, dass seine Konstruktion Gemeinden dabei hilft, trotz der Corona-Pandemie auf sichere Weise Halloween zu feiern. «Unser Land braucht das jetzt», sagte er der Zeitung «USA Today». Mit dem Spruch «Süßes oder Saures» ziehen Verkleidete in der Nacht vom 31. Oktober jeden Jahres von Tür zu Tür. Wer nichts Süßes anbieten kann, dem drohen Streiche.


Gericht kippt Corona-Testpflicht für Einreise nach Sardinien

CAGLIARI: Für die Einreise auf die italienische Ferieninsel Sardinien ist vorerst doch kein negativer Corona-Test mehr nötig. Wenige Tage nach der Einführung einer Corona-Testpflicht für die Insel hat ein Gericht diese vorsorglich wieder gekippt. Das zuständige Verwaltungsgericht in Cagliari entschied am Donnerstag laut Nachrichtenagentur Ansa, einem Einspruch der italienischen Regierung stattzugeben. Diese hatte durch die Testpflicht die Reisefreiheit eingeschränkt gesehen und war deshalb dagegen vorgegangen. Die nächste Anhörung ist für den 7. Oktober geplant.

Am vergangenen Wochenende hatt der Präsident der Region Sardinien, Christian Solinas, eine entsprechende Verordnung unterzeichnet. Seit Montag waren ankommenden Passagiere in Sardinien «aufgerufen», einen negativen Corona-Test vorzuweisen, der nicht älter als 48 Stunden ist. Alternativ konnten Einreisende auch online erklären, vor kurzem einen Corona-Test mit negativem Ergebnis durchgeführt zu haben, oder sich übergangsweise nach ihrer Ankunft vor Ort testen lassen.

Die gleichzeitig eingeführte Maskenpflicht im Freien kann dagegen laut Gericht weiter umgesetzt werden. Sie gilt rund um die Uhr, wenn der Abstand von einem Meter nicht eingehalten werden kann. Mit der neuen Verordnung hatte die beliebte Ferieninsel im Mittelmeer auf die zuletzt steigenden Corona-Zahlen reagiert. Während Sardinien im Juli kaum neue Infektionen verzeichnete, stiegen im August mit der Ankunft Tausender Touristen auch die Fallzahlen. Zuletzt meldete Sardinien 27 neue Fälle innerhalb von 24 Stunden und aktuell 1480 Infizierte.


Freizeit-Monitor: Internet für Deutsche wichtiger als Fernsehen

HAMBURG: Nach dem Feierabend ziehen die Deutschen laut einer repräsentativen Umfrage das Internet dem Fernseher vor. «Erstmals in diesem Jahr konnte das Internet den Spitzenplatz erobern und das Fernsehen recht deutlich hinter sich lassen», sagte der Leiter der Hamburger BAT-Stiftung für Zukunftsfragen, Prof. Ulrich Reinhardt, am Donnerstag. Laut dem neuen «Freizeit-Monitor» der Stiftung gaben 96 Prozent der Befragten an, mindestens einmal pro Woche das World Wide Web für Informationen, Spiele und Unterhaltung zu nutzen. Nur 86 Prozent sitzen dagegen wenigstens einmal alle sieben Tage vor dem Fernseher.

In diesem Jahr habe die Corona-Pandemie das soziale Miteinander und die Aktivitäten in der Familie intensiviert, hieß es. Die Bürger unternehmen demnach mehr Tagesausflüge, gehen öfter campen und beschäftigen sich häufiger mit Karten- und Gesellschaftsspielen. Doch auch zu weniger beliebten Aktivitäten ringen sich offenbar viele durch: Die Hälfte der Befragten (50 Prozent) behauptete von sich, sie erledigten in Coronazeiten lange aufgeschobene Dinge - von der Steuererklärung bis zur Durchsicht ihrer Versicherungsunterlagen.


Erstmals mehr als 2000 neue Corona-Fälle

PRAG: In Tschechien ist erstmals die Schwelle von 2000 Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages überschritten worden. Am Mittwoch kamen 2139 Fälle hinzu, wie am Donnerstag aus den Daten des Gesundheitsministeriums hervorging. Die Gesamtzahl der jemals Infizierten stieg damit auf rund 41.000. In Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung starben nachweislich 482 Menschen.

Die Zahl der täglichen Neuinfektionen liegt damit aktuell fast genauso so hoch wie in Deutschland, obwohl Tschechien nur knapp 10,7 Millionen Einwohner hat. Die deutsche Bundesregierung hatte ihre Reiseverwarnung für Prag am Mittwochabend auf die angrenzende Mittelböhmische Region ausgeweitet. Der Speckgürtel um die Hauptstadt hat knapp 1,4 Millionen Einwohner.

Das Gesundheitsministerium in Prag verschärfte die Regeln für Gaststätten, Bars, Cafés und Nachtklubs: Sie dürfen künftig nur noch so viele Menschen einlassen, wie sie Sitzplätze haben. Zudem gilt von Freitag an eine Maskenpflicht im Unterricht - ausgenommen davon sind Erstklässler.

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