Corona-Überblick: Meldungen am Donnerstag

Eine Vollzugsbeamtin des Marktaufsichts- und Verwaltungsbüros überprüft die Impfstoffversorgung in Rongan, China. Foto: epa/Tan Kaixing
Eine Vollzugsbeamtin des Marktaufsichts- und Verwaltungsbüros überprüft die Impfstoffversorgung in Rongan, China. Foto: epa/Tan Kaixing

Zahl der Corona-Neuinfektionen steigt auf Rekordhoch

TUNIS: Die Zahl der täglichen Corona-Neuinfektionen ist in Tunesien auf ein Rekordhoch gestiegen. Das Gesundheitsministerium in Tunis meldete am Donnerstag 465 neue Fälle an einem Tag. Drei weitere Menschen seien in Zusammenhang mit dem Virus gestorben. Die Entwicklung hatte Besorgnis insbesondere mit Blick auf die für nächste Woche geplante Rückkehr der Schüler in die Schulen erregt.

Die Zahl der täglichen Neuinfektionen war in den vergangenen Wochen in Tunesien stetig gestiegen. Im März hatte das nordafrikanische Land als Maßnahme gegen eine Ausbreitung des Coronavirus strikte Ausgangssperren verhängt, die Grenzen geschlossen und internationale Flüge ausgesetzt. Mit der Lockerung der Maßnahmen und der Öffnung der Grenzen am 27. Juni nach fast dreimonatiger Schließung stiegen die Zahlen rapide an. Insgesamt registrierten die Behörden bislang 5882 Corona-Fälle und 99 Tote in Verbindung mit Covid-19.

Tunesien leidet unter einer schweren politischen und wirtschaftlichen Krise. Die Corona-Pandemie hat die Lage weiter verschärft. Maßnahmen wie etwa das Tragen von Schutzmasken in der Öffentlichkeit sind mittlerweile wieder Pflicht, eine Rückkehr zu großangelegten Sperrungen soll es aber nicht geben.


Deutsche und Schweden sind wieder willkommen

HELSINKI: Die finnische Regierung hat angekündigt, die coronabedingten Beschränkungen bei der Einreise wieder zu lockern.

Innenministerin Maria Ohisalo sagte am Donnerstagabend: «Ab Samstag nächster Woche ist es möglich, von Schweden und Deutschland nach Finnland zu reisen, ohne in Quarantäne zu müssen.» Man habe sich darauf geeinigt, die Grenze von 8 auf maximal 25 Infizierte pro 100.000 Einwohner in den vergangenen zwei Wochen heraufzusetzen. Einzelheiten sollten am Freitag bei einer Pressekonferenz bekanntgegeben werden.


Dermapharm und Biontech kooperieren bei Corona-Impfstoff

GRÜNWALD: Das Arzneiunternehmen Dermapharm und die Mainzer Biotech-Firma Biontech machen bei der Herstellung eines Covid-19-Impfstoffes gemeinsame Sache. Beide Unternehmen hätten vereinbart, dass ihre Produktionstochtergesellschaften kooperieren, teilte Dermapharm am Donnerstag in Grünwald bei München mit. Die Produktionskapazitäten des SDax-Unternehmens stünden bereits zu Beginn der Impfstoffproduktion den Partnern Biontech und Pfizer zur Verfügung, hieß es weiter.

Das Mainzer Unternehmen und der US-Konzern arbeiten an einem Impfstoff-Kandidaten namens BNT162b2. Im Falle einer raschen Zulassung sollen davon noch dieses Jahr weltweit bis zu 100 Millionen Einheiten produziert werden und dann bis Ende 2021 insgesamt 1,3 Milliarden. Hierfür werde Dermapharm Produktionskapazitäten «für die Formulierung sowie die Abfüllung und Verpackung zur Verfügung stellen und schnellstmöglich erweitern», hieß es in der Mitteilung weiter.

«Wir sind sehr stolz darauf und hochmotiviert, bei der Bekämpfung der Pandemie helfen zu können», sagte Dermapharm-Chef Hans-Georg Feldmeier. Die Zusammenarbeit mit Biontech unterstreiche, wie wichtig es ist, Produktionskapazitäten für Arzneimittel in Deutschland und Europa bereitzuhalten.


Lambrecht: Extremisten nicht überschätzen

BERLIN: Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) hat davor gewarnt, die Bedeutung von Extremisten zu überschätzen. In der Corona-Krise stehe die Mehrheit der Bevölkerung hinter den Maßnahmen der Regierung, sagte sie am Donnerstag im Bundestag. Viele brächten Opfer und steckten zurück. «Danke für diese Solidarität.» Diese solidarische Mehrheit schaffe es nur selten auf die Titelseiten. Von ihr gingen «keine aufwühlenden Bilder um die Welt».

Lambrecht fügte hinzu: «Ich bin es leid, ich bin es wirklich leid, dass eine extremistische Minderheit so viel Aufmerksamkeit auf sich zieht.» Die Ministerin betonte: «In einem ist sich diese solidarische Mehrheit einig: Es gibt keine Toleranz für Hass, Hetze und Menschenfeindlichkeit. Es gibt null Toleranz gegenüber Extremisten.»

Lambrecht sprach in einer Aktuellen Stunde zum Thema Extremismus, die Union und SPD beantragt hatten. Hintergrund ist unter anderem die Demonstration in Berlin gegen die Corona-Maßnahmen Ende August, bei der Demonstranten Absperrungen zum Reichstag durchbrechen konnten. Weiterer Anlass waren die Gewaltausbrüche in Leipzig vergangene Woche. Dort randalierten Vermummte und Linksextremisten an drei Abenden in Folge.


München untersagt Corona-Demo mit 5000 Teilnehmern

MÜNCHEN: Die Stadt München hat eine für Samstag angekündigte Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen mit 5000 angemeldeten Teilnehmern untersagt.

Stattdessen dürfe sie unter strikten Auflagen auf einem deutlich größeren Platz in der Innenstadt stattfinden - allerdings aus Infektionsschutzgründen nur mit 1000 Teilnehmern, wie das Kreisverwaltungsreferat (KVR) am Donnerstag mitteilte. Ein geplanter Demonstrationszug durch die Stadt wurde ebenfalls untersagt.

Es müsse ein Mindestabstand eingehalten werden, hieß es in der Mitteilung des KVR. Außerdem müssen alle Teilnehmer - bis auf die jeweiligen Redner - eine Maske tragen. Schon die Zuwege sollen von der Polizei kontrolliert werden. Nach Angaben eines Sprechers des Münchner Verwaltungsgerichtes wurden Eilanträge gegen die Auflagen angekündigt, die zunächst aber noch nicht bei Gericht eingegangen waren.


Litauen will nur noch zehn statt 14 Tage Corona-Quarantäne

VILNIUS: Litauen will Neuankömmlinge und Heimkehrer aus Risikogebieten nur noch zehn statt 14 Tage in Corona-Quarantäne schicken. Dazu solle am 15. Septemer eine neue Regelung in Kraft treten, kündigte Gesundheitsminister Aurelijus Veryga am Donnerstag im Rundfunk an.

Bislang müssen sich Menschen, die aus Ländern mit hohen Infektionsraten in das baltische EU-Land kommen, für zwei Wochen isolieren. Wer sich nach Ankunft auf Corona testen lässt und ein negatives Ergebnis bekommt, soll künftig vier Tage weniger allein bleiben müssen.

Die endgültige Billigung durch die Regierung steht allerdings noch aus. Litauen mit seinen knapp drei Millionen Einwohnern verzeichnete bislang 3.199 bestätigte Infektionen und 86 Todesfälle in Verbindung mit dem Coronavirus.


Polizei in Kopenhagen will Partys in Parks verhindern

KOPENHAGEN: In der dänischen Hauptstadt Kopenhagen hat die Polizei für das Wochenende ein Versammlungsverbot für mehrere Parks im Ausgehviertel Nørrebro verhängt. Hintergrund sei, dass sich immer junge Leute mit dem Corona-Virus infizierten, teilte eine Polizeisprecherin am Donnerstag mit. In den Sommermonaten hätten sich in Parks viele junge Leute getroffen und Partys gefeiert. «Wir können nicht akzeptieren, dass sich größere Gruppen versammeln, wenn wir alle aufgefordert sind, zusätzliche Anstrengungen zu unternehmen, um Infektionen in Kopenhagen zu reduzieren.»

Von Donnerstag bis Sonntag sind Versammlungen im Nørrebropark, Hørsholmpark und Skatepark zwischen 18 und 6 Uhr nicht mehr erlaubt. Am Montag hatte die Regierung für 18 Kommunen - auch Kopenhagen - Beschränkungen eingeführt. Statt maximal 100 Menschen dürfen sich nur noch 50 versammeln. Restaurants und Kneipen müssen um Mitternacht schließen. Von Dienstag auf Mittwoch waren 251 Neuinfektionen gemeldet worden. 28 Gemeinden in Dänemark sind nach Angaben der Gesundheitsbehörden inzwischen über der kritischen Grenze von 20 Infizierten pro 100.000 Einwohnern.

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