Corona-Überblick: Meldungen am Donnerstag

Foto: Freepik
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Kein Abstandhalten mehr: US-Gesundheitsbehörde lockert Covid-Regeln

WASHINGTON: Angesichts des sinkenden Risikos durch eine Corona-Erkrankung empfiehlt die US-Gesundheitsbehörde CDC nicht mehr, dass Menschen voneinander Abstand halten sollen. Neue Richtlinien der CDC vom Donnerstag führen die 6-Fuß-Regel, nach der Menschen im Alltag idealerweise 1,80 Meter auseinander stehen sollen, um sich nicht gegenseitig anzustecken, nicht mehr auf.

«Im Vergleich zu früheren Zeiten der Pandemie besteht ein deutlich geringeres Risiko für schwere Erkrankungen, Krankenhausaufenthalte und Todesfälle», hieß es. Zudem wurden weitere Vorschriften, zum Beispiel zur Quarantäne, gelockert. CDC-Expertin Greta Massetti sagte: «Diese Leitlinien erkennen an, dass die Pandemie noch nicht vorbei ist, helfen uns aber auch dabei, einen Punkt zu erreichen, an dem Covid-19 unser tägliches Leben nicht mehr ernsthaft stört.»

In den USA infizieren sich derzeit jeden Tag etwa 100.000 Menschen mit Corona - um die 500 sterben. Die Entwicklung der Zahlen ist relativ stabil. Sie sind deutlich niedriger als zu Spitzenzeiten.


Neu Delhi führt Corona-Maskenpflicht wieder ein

NEU DELHI: Angesichts steigender Corona-Zahlen gilt in Indiens Hauptstadt Neu Delhi wieder eine Maskenpflicht. Wer an öffentlichen Orten ohne Maske erwischt wird, muss 500 Rupien (6 Euro) Bußgeld zahlen. Dies teilte die Regierung am Donnerstag mit. In der Millionenmetropole wurden in den vergangenen Tagen oft rund 2000 Fälle pro Tag registriert. Der Anteil der positiv ausgefallenen Corona-Tests sei auf knapp 18 Prozent gestiegen, berichtete «India Today».

In ganz Indien mit seinen mehr als 1,3 Milliarden Einwohnern wurden zuletzt mehr als 16.000 Neuinfektionen an einem Tag gemeldet, wie offizielle Zahlen am Donnerstag zeigten. Das sind weniger als derzeit in ganz Deutschland. Experten haben bislang aber mehrfach Zweifel an der Aussagefähigkeit der indischen Corona-Zahlen geäußert und gesagt, dass sie zu niedrig seien.


Chinas Automarkt kommt stärker auf Touren

PEKING: Der lange dahindümpelnde chinesische Automarkt kommt immer stärker in Schwung. Im Juli setzten die Hersteller 2,42 Millionen Fahrzeuge an die Händler im Land ab und damit knapp 30 Prozent mehr als im Vorjahresmonat, wie der Herstellerverband CAAM (China Association of Automobile Manufacturers) am Donnerstag in Peking mitteilte. Bei Pkw und kleineren Mehrzweckfahrzeugen waren es mit 2,17 Millionen Autos sogar rund 40 Prozent mehr. Den größten Anstieg gab es bei Elektroautos, die sich im Absatz mehr als verdoppelten auf 593.000 Fahrzeuge. Im Export erzielten die Autobauer einen Rekordwert für einen einzelnen Monat.

China ist der größte Automarkt der Welt und als solcher auch für die deutschen Hersteller Volkswagen (inklusive Audi und Porsche), BMW und Mercedes der wichtigste Einzelmarkt. Lange hatte es in der Volksrepublik am früher so starken Wachstum gemangelt, zuletzt lasteten insbesondere der Chipmangel und die regionalen Covid-Lockdowns auf den Produktions- und Verkaufszahlen.

Auch bei der Endnachfrage zieht der Markt inzwischen aber wieder an. Im Juli lieferten die Händler nach bereits bekannten Daten des Branchenverbands PCA (China Passenger Car Association) 1,84 Millionen Autos an die Endkunden aus, das war ein Plus von gut einem Fünftel und der zweite Wachstumsmonat in Folge nach einer langen Durststrecke. Zuletzt hatten Behörden den Markt durch Kaufanreize etwa für emissionsarme Fahrzeuge wieder angekurbelt. Dass die Händler bei den Herstellern im Juli nun ebenfalls deutlich mehr Autos abnahmen, könnte auf eine Verstetigung der Erholung hindeuten.


Mehr Bahn-Reisen in ländlichen Tourismusregionen durch 9-Euro-Ticket

WIESBADEN: Das 9-Euro-Ticket hat Menschen in die Bahn gelockt, aber offenbar nicht zu weniger Reiseverkehr auf der Straße geführt. Das geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten Sonderauswertung des Statistischen Bundesamtes hervor. Demnach lag die Zahl der Reisen im Eisenbahnverkehr ab 30 Kilometern auch im zweiten Monat nach Einführung des Billigtickets deutlich über dem Niveau des Vorkrisenmonats 2019. Im Durchschnitt gab es im Juli erneut 42 Prozent mehr Fahrten mit der Bahn. Die Reisen im Straßenverkehr lagen bundesweit weiterhin ungefähr auf dem Niveau des Vergleichszeitraumes vor der Corona-Krise.

«Diese bundesweiten Ergebnisse deuten auf einen generellen Anstieg der Reisen hin», erläuterte die Behörde. Vor allem in ländlichen Tourismusregionen wurde ein Anstieg des Eisenbahnverkehrs verzeichnet. Hier lagen die Reisen mit der Bahn im Juni und Juli im Schnitt um jeweils 80 Prozent höher als in den Vergleichsmonaten 2019.

Den größten Anteil an der Personenbeförderung macht den Angaben zufolge nach wie vor der Straßenverkehr aus. Eine regionale Verschiebung vom Straßen- zum Schienenverkehr lasse sich aus den Ergebnissen nicht ableiten, erklärte die Behörde. Die auf der Straße registrierten Reisen erfassen sowohl Auto- als auch Busfahrten.

Das Statistische Bundesamt wertete anonymisierte und aggregierte Mobilfunkdaten aus dem Netz des Mobilfunkanbieters Telefónica aus. Eine Zuordnung zu verschiedenen Verkehrsarten ist den Angaben zufolge nur für Reisedistanzen ab 30 Kilometern möglich.


Nordkorea will Coronavirus ausgerottet haben

SEOUL: Drei Monate nach der erstmaligen Bestätigung eines Corona-Ausbruchs im Land hat Nordkorea eigenen Angaben zufolge das Virus besiegt. Machthaber Kim Jong Un habe feierlich den Sieg im Kampf um die Ausrottung des «neuen Coronavirus» erklärt, berichteten die staatlich kontrollierten Medien am Donnerstag. Kim habe die Erklärung am Mittwoch in Pjöngjang bei einem nationalen Treffen zu den Maßnahmen gegen die Epidemie gemacht. Die Kampagne gegen das Virus sei nun abgeschlossen, doch müsse Nordkorea weiter wachsam sein und die Grenzgebiete wirksam überwachen, wurde er zitiert.

Seit fast zwei Wochen meldete das Land keine neuen Krankheits- oder Verdachtsfälle, die im Zusammenhang mit dem Ausbruch stehen. Es war nach wie vor unklar, wie viele Corona-Infektionen es tatsächlich gegeben hat. Das streng abgeschottete Land hatte Mitte Mai zum ersten Mal offiziell Infektionen mit dem Krankheitserreger bestätigt und von einem epidemischen Ernstfall gesprochen. Allerdings sprach es seitdem von «Fieberfällen». Eigenen Angaben zufolge wurden seit Ende April fast 4,8 Millionen solcher Fälle verzeichnet. Es habe 74 Todesopfer gegeben.

Experten gehen davon aus, das Nordkorea über keine ausreichenden Test-Kapazitäten verfügt. Nach eigenen Angaben schickten die Behörden jedoch «mobile anti-epidemische» Teams sofort in diejenigen Regionen, in denen Fieberfälle vorgekommen seien, um dort PCR-Tests und Antikörpertests zur Ursache des Symptoms durchzuführen.

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