Corona-Überblick: Meldungen am Dienstag

Foto: Pixabay/Gerd Altmann
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Corona-Krise brockt Starbucks hohen Quartalsverlust ein

SEATTLE: Die weltgrößte Café-Kette Starbucks ist wegen hoher Belastungen durch die Corona-Pandemie in die roten Zahlen geraten. In den drei Monaten bis Ende Juni sorgten Filialschließungen und Verkaufseinbußen für einen Nettoverlust von 678 Millionen Dollar (578 Mio Euro), wie das Unternehmen am Dienstag nach US-Börsenschluss mitteilte. Die Erlöse sanken um 38 Prozent auf 4,2 Milliarden Dollar, der flächenbereinigte Umsatz ging weltweit um 40 Prozent zurück.

Trotz der starken Abstriche schlug sich Starbucks noch erheblich besser als von Analysten erwartet. Zudem betonte Vorstandschef Kevin Johnson, dass sich das Geschäft kontinuierlich erhole und die meisten Filialen rund um den Globus inzwischen wieder geöffnet seien. Die Aktie reagierte nachbörslich zunächst mit deutlichen Kursgewinnen. Das Unternehmen hatte Investoren bereits im Juni vor milliardenschweren Sonderbelastungen in der Corona-Krise gewarnt.


Anleger reduzieren an US-Börsen vor Unternehmensberichten das Risiko

NEW YORK: Vor einem Reigen an bedeutenden Unternehmenszahlen sind die Anleger an den New Yorker Börsen am Dienstag in Deckung gegangen. Vor allem im Späthandel ließ der Dow Jones Industrial Federn, am Ende verlor er 0,77 Prozent auf 26.379,28 Punkte. In den Schlussminuten hatte er wenige Punkte niedriger seinen tiefsten Stand seit zwei Wochen erreicht. Der marktbreite S&P 500 fiel um 0,65 Prozent auf 3218,44 Zähler.

Am Markt hieß es, angesichts der Coronavirus-Sorgen und vor wichtigen Ereignissen, darunter die nächste Zinsentscheidung der Fed am Mittwoch und eine Schar bedeutender Unternehmensberichte, mieden die Anleger vorerst das Risiko. Auch der anhaltende Streit über ein weiteres Konjunkturpaket der USA nahm dem Markt weiter den Schwung. Die Republikaner haben zwar einen Vorschlag für ein weiteres Corona-Hilfspaket vorgestellt. Ein Kompromiss mit den Demokraten gilt aber weiter nicht als absehbar.

Auch im Technologiesektor gingen die Anleger nach ihrem festen Vortag schon wieder aus dem Risiko, bevor in den kommenden Tagen hochkarätige Zahlenvorlagen von Unternehmen wie Facebook, Apple, Amazon oder Alphabet erwartet werden. Der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 büßte 1,33 Prozent ein auf 10.532,50 Punkte.


65 Bootsmigranten positiv auf Coronavirus getestet

VALLETTA: 65 aus Seenot gerettete Migranten sind in Malta positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das gab das Gesundheitsministerium des Landes am Dienstag bekannt. Die Menschen gehören zu einer größeren Gruppe, die am Montag im Mittelmeer aufgenommen und nach Malta gebracht worden war.

Insgesamt waren 94 Bootsflüchtlinge von den maltesischen Militärs an Land gebracht worden, nachdem ihr Boot leck geschlagen war. Der kleinere Teil der Gruppe habe negative Testergebnisse gehabt, einige Auswertungen standen am Dienstag noch aus.

Alle Bootsmigranten in dem kleinen EU-Land werden automatisch unter Quarantäne gestellt und auf das Coronavirus getestet. Die positiven Fälle wurden in der Aufnahmeeinrichtung isoliert. Sie würden beobachtet, hieß es aus dem Gesundheitsministerium in der Hauptstadt Valletta. Die Migrantengruppe wies eine ungewöhnlich hohe Zahl von positiven Tests auf. In dem kleinen Mittelmeerland mit rund 500.000 Einwohnern verzeichneten die Behörden zuvor nur sehr wenige Fälle. Auch in Italien waren zuletzt Migranten aus Nordafrika angekommen, die mit dem Coronavirus infiziert waren. Insgesamt blieb ihre Zahl bisher aber sehr gering.


Technik-Messe CES findet 2021 doch nur online statt

LAS VEGAS: Die Technik-Messe CES in Las Vegas wird im kommenden Jahr entgegen einer ersten Ankündigung der Veranstalter doch nur als Online-Event stattfinden. Angesichts der Corona-Gefahr sei es schlicht unmöglich, zehntausende Menschen sicher an einem Ort zu versammeln, betonte der Chef des US-Branchenverbandes CTA, Gary Shapiro, am Dienstag. Noch Anfang Juni hatte die CTA erklärt, die Messe solle wie geplant an dem Veranstaltungstermin vor Ort vom 6. bis 9. Januar 2021 in Las Vegas abgehalten werden.

Zu der Fachveranstaltung kamen zuletzt jeweils mehr als 170.000 Teilnehmer aus aller Welt. Eine Messe in der üblichen Dimension war mit den Coronavirus-Vorsichtsmaßnahmen kaum vorstellbar. Im Juni hatten die Veranstalter noch angekündigt, die Teilnehmer sollen Masken tragen und die Durchgänge zwischen Ständen in den Messehallen sollen breiter als sonst sein. In diesem Jahr fand die CES wenige Wochen vor Ausbruch der Corona-Krise statt.


Athen erweitert Maskenpflicht nach leicht gestiegenen Corona-Fällen

ATHEN: Griechenland geht weiter sehr aufmerksam mit der Corona-Epidemie um: Nachdem die neuen Corona-Infektionen im Juli etwa 25 pro Tag erreichten, erweitert die Regierung in Athen die Maskenpflicht für Banken, Ministerien, Bäckereien und Fleischmärkte sowie den Einzelhandel und Friseursalons. «Wir haben es bislang gut geschafft. Wir müssen so weitermachen», sagte der für den Zivilschutz zuständige Vizeminister Nikos Chardalias im Staatsfernsehen. Bislang herrschte Maskenpflicht nur in öffentlichen Verkehrsmitteln und Krankenhäusern.

In den vergangenen Wochen sei in Griechenland in der Bevölkerung wegen der im Vergleich zu anderen Staaten Europa geringen Infektionszahlen eine Nachlässigkeit bemerkt worden, sagte der Vizeminister weiter. Die erweiterte Maskenpflicht werde ab Mittwoch gelten, hieß es. Wer das nicht einhält, muss mit einer Geldstrafe von 150 Euro rechnen. Griechenland beklagt bislang 203 Coronavirus-Opfer. Gemessen an der Bevölkerung von gut 10,5 Millionen ist das eine der geringsten Opferzahlen in Europa.


Quartalszahlen: Corona-Krise und 737-Max-Debakel setzen Boeing zu

CHICAGO: Der Airbus-Erzrivale Boeing will am Mittwoch (13.30 Uhr MESZ) Zahlen für das zweite Quartal vorlegen. Die Corona-Pandemie und das Dauerdebakel um den nach zwei Abstürzen mit Flugverboten belegten Krisenjet 737 Max dürften die Bilanz einmal mehr gründlich verhageln.

Während beim Unglücksflieger zuletzt immerhin die Hoffnung auf eine baldige Wiederzulassung stieg, dürfte die Covid-Krise den Luftverkehr und damit auch Boeing noch länger stark belasten. Im ersten Halbjahr stornierten Airlines bereits zahlreiche Aufträge. Angesichts der erneuten Corona-Eskalation in einigen US-Bundesstaaten und anderen Teilen der Welt ist keine rasche Erholung in Sicht.


Aktionen zum Sturz der Regierung geplant

SOFIA: In Bulgarien wollen Aktivisten am Mittwoch ihre Aktionen für einen Rücktritt der Regierung von Ministerpräsident Boiko Borissow verschärfen. Am 21. Tag der Proteste sind eine zentrale Kundgebung in der Hauptstadt Sofia und Blockaden im ganzen Land geplant. Die Demonstranten halten der Regierung aus Bürgerlichen und Nationalisten Korruption vor. Sie stellen soweit nur politische Forderungen.

Auf allabendlichen Protesten in Sofia und anderen Städten forderten Tausende Demonstranten bisher vergeblich Neuwahlen. Das Koalitionskabinett will bis Ende seiner Amtszeit im Frühjahr 2021 weiter regieren. Begründung ist die Corona-Krise und die damit verbundenen Maßnahmen. Vor möglichen Neuwahlen müsste das Parlament aufgelöst werden. Erst am Montag gab die Regierung ein zweites Corona-Hilfspaket bekannt, das teils vom Parlament gebilligt werden muss.

Die Protestler verlangen zudem den Rücktritt des Generalstaatsanwalts mit dem Vorwurf, er handle zugunsten der Regierung. An den Aktionen beteiligen sich Gruppierungen mit unterschiedlichen politischen Ideen: städtische Liberale, Sympathisanten des Russland-freundlichen Staatschefs Rumen Radew und der oppositionellen Sozialisten (Ex-KP), ein Kreis um die frühere Ombudsfrau Maja Manolowa.


Wieder Präsenzmesse in zweitgrößtem katholischen Gotteshaus der Welt

SÃO PAULO: Inmitten der grassierenden Corona-Pandemie hat in dem brasilianischen Wallfahrtsort Aparecida im Bundesstaat São Paulo erstmals seit vier Monaten wieder ein Gottesdienst in der Anwesenheit von Gläubigen stattgefunden. Etwa 100 Gläubige mit Schutzmaske und Sicherheitsabstand nahmen an der Messe in dem zweitgrößten katholischen Gotteshaus der Welt am Morgen teil, wie brasilianische Medien am Dienstag berichteten.

Bis zu 45.000 Gläubige und Pilger haben in der Kathedrale «Nossa Senhora da Conceição Aparecida» Platz, nur der Petersdom im Vatikan ist größer. Zwölf Millionen Pilger suchen sie jährlich auf. Die Stadtverwaltung von Aparecida hatte die Wiederaufnahme der Präsenz-Gottesdienste mit einem Dekret erlaubt, in dem sie auch die Regeln für den Besuch in den Zeiten des Coronavirus aufstellte.

São Paulo, der mit mehr als 40 Millionen Einwohnern bevölkerungsreichste Bundesstaat Brasiliens mit der gleichnamigen Millionen-Metropole, ist auch der Bundesstaat mit den meisten Corona-Infizierten und Todesfällen des Landes: Fast eine halbe Million Menschen haben sich mit dem Virus infiziert, mehr als 21.500 Patienten sind im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 bislang gestorben. Nach den Vereinigten Staaten ist Brasilien derzeit einer der Brennpunkte der Pandemie.


Seehofer gegen neue Grenzkontrollen zu Nachbarländern wegen Corona

BERLIN: Bundesinnenminister Horst Seehofer ist gegen erneute Grenzkontrollen zu deutschen Nachbarländern zur Durchführung von Coronavirus-Tests. Er könne sich das für die deutschen Grenzen nicht vorstellen, sagte der CSU-Politiker am Dienstag in Berlin. «Ich werde das auch sehr nachdrücklich vertreten», sagte er.

Seehofer verwies auf die Erfahrungen mit vorübergehenden Kontrollen zu Frankreich, der Schweiz, Österreich und Dänemark. «Wir hatten weniger Probleme in der technischen Umsetzung dieser Grenzkontrollen, aber wir hatten riesige Probleme politisch.» Befürworter solcher Kontrollen hätten diese nur Tage später dann heftig kritisiert, zudem sei es zu Wartezeiten für Pendler in Grenzregionen gekommen.

Verstärkte Tests auf das Coronavirus seien hingegen zu begrüßen, so Seehofer. Wenn dies rechtlich möglich sei, seien auch die von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) angekündigten Pflichttests für Rückkehrer aus Risikogebieten eine Option. Das werde derzeit noch juristisch geprüft, sein Haus sei dazu in Gesprächen mit dem Gesundheitsministerium und dem Kanzleramt.


US-Notenbank verlängert Programme zum Kauf von Anleihen

WASHINGTON: Angesichts der anhaltenden Coronavirus-Pandemie verlängert die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) die von ihr in der Krise aufgelegten Programme zum Ankauf von Anleihen. Anstatt bis Ende September werden diese nun bis Jahresende weitergeführt, wie die Notenbank am Dienstag erklärte. Dies sorge für Planungssicherheit und stelle sicher, dass die Programme weiter zur Verfügung stünden, um die wirtschaftliche Erholung zu unterstützen, hieß es weiter.

Zentralbankchef Jerome Powell sollte im Anschluss an die zweitägigen Beratungen des Geldmarktausschusses am Mittwoch (20.30 Uhr MESZ) vor die Presse treten und dessen Entscheidungen erläutern. Analysten hatten im Vorfeld der Sitzung angesichts der anhaltenden Pandemie bereits mit einer Verlängerung der Krisenprogramme der Fed gerechnet.

Die Fed hat ihren Leitzins dieses Jahr bereits auf fast Null gesenkt, ihre Anleihenkäufe vervielfacht und weitreichende Kreditprogramme aufgelegt, um die Finanzmärkte und die reale Wirtschaft zu stabilisieren. Experten zufolge sind die seit Ende Februar in kürzester Stoßzeit angekündigten Krisenmaßnahmen der Fed bereits umfassender als jene nach der globalen Finanzkrise 2008/2009.


Corona-Tests an Berliner Flughäfen sollen am Mittwoch starten

BERLIN: An den Berliner Flughäfen sollen sich Reiserückkehrer aus sogenannten Risikogebieten von diesem Mittwoch an auf das Coronavirus testen lassen können. Am Mittwoch öffne am Flughafen Tegel die erste Corona-Teststelle, teilte die Senatskanzlei am Dienstagabend mit. Schönefeld folge dann am Donnerstag. Die Tests in den Terminalgebäuden der Flughäfen Tegel und Schönefeld sollen für die Reisenden kostenlos sein. Derzeit sind sie noch freiwillig. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat angekündigt, dass sie verpflichtend werden sollen.

Das Testangebot an Flughäfen richte sich ausschließlich an Reiserückkehrende, die keine Corona-Symptome zeigten, teilte die Senatskanzlei weiter mit. Einreisende mit Symptomen sollten sich demnach schnellstmöglich telefonisch beim zuständigen Gesundheitsamt melden, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Die Übermittlung der Ergebnisse erfolge bei einem Test am Flughafen binnen 48 Stunden - bis dahin seien Reisende an die Einhaltung der häuslichen Quarantäne gebunden.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hatte die Tests für Rückkehrer aus Risikogebieten am vergangenen Donnerstag für diese Woche in Aussicht gestellt. Die Umsetzung liegt in der Verantwortung der Charité. Die Gesundheitsministerkonferenz von Bund und Ländern hatte sich darauf verständigt, dass Reisende aus solchen Gebieten im Ausland künftig unmittelbar nach Rückkehr auf das Coronavirus getestet werden sollen. Dazu sollen bundesweit an Flughäfen Teststellen entstehen.


Corona-Beschränkungen belasten Pfizer

NEW YORK: Der Pharmariese Pfizer rechnet nach einem teils coronabedingten Umsatz- und Ergebnisrückgang im zweiten Quartal mit schrittweiser Besserung in der zweiten Jahreshälfte. Der Konzern hob daher seine Prognosen für 2020 etwas an. Beim Umsatz erwartet der Viagra-Hersteller nun 48,6 bis 50,6 Milliarden US-Dollar, nach 51,75 Milliarden vor einem Jahr, wie das Unternehmen am Dienstag in New York mitteilte. Beim bereinigte Ergebnis je Aktie erhofft sich das Management im besten Fall nun eine Stagnation, nachdem zuvor ein Rückgang erwartet worden war. Hier peilt Pfizer jetzt 2,85 bis 2,95 Dollar an.

Zwar hatte die Pandemie bei Pfizer für keine dramatischen Störungen in den Lieferketten gesorgt, und auch die Fabriken des Konzerns weltweit liefen weiter auf normalem Niveau. Der Lockdown in vielen Ländern belastete im zweiten Quartal aber vor allem die Vertriebs- und Marketingaktivitäten, insbesondere in den USA. Hinzu kam, dass viele Menschen den Weg ins Krankenhaus und zu Ärzten scheuten, aus Angst sich mit Corona anzustecken. Als Resultat wurden bestimmte Impfungen und Medikamente seltener verschrieben, der Konzernumsatz sank im dreimonatigen Berichtszeitraum im Vergleich zum Vorjahr um elf Prozent auf 11,8 Milliarden Dollar. Unter dem Strich ging der Gewinn um knapp ein Drittel auf 3,4 Milliarden Dollar zurück.


Griechenland öffnet sechs Häfen für Kreuzfahrten

ATHEN: Kreuzfahrtschiffe dürfen vom 1. August an erstmals nach Ausbruch der Corona-Pandemie in sechs wichtigen griechischen Häfen anlegen. Die Häfen seien Piräus, Rhodos, Heraklion, Volos (Mittelgriechenland), Korfu und Katakolon (Olympia), teilte der griechische Tourismusminister Haris Theocharis am Montag mit. «Alle Kreuzfahrtschiffe sind willkommen in Griechenland», betonte Theocharis.

Zudem rief der Minister alle Unternehmen auf, ihre Fahrten bis Ende des Jahres und noch länger auszudehnen, damit so viele Menschen wie möglich sie genießen könnten. In Griechenland endet in der Regel die Saison für Kreuzfahrten Anfang November. Das Land hat verglichen mit seiner Bevölkerung eine der niedrigsten Corona-Infektionsraten in Europa.


Trump retweetet erneut Lob für Malaria-Mittel als Corona-Behandlung

WASHINGTON: US-Präsident Donald Trump hat erneut Behauptungen über die Wirksamkeit des Malaria-Medikaments Hydroxychloroquin als Mittel gegen Covid-19 weiterverbreitet - die später von Facebook und Twitter entfernt wurden. Unter anderem retweetete Trump am Montag ein Video, in dem eine Dr. Stella Immanuel erklärte, erfolgreich 350 Corona-Patienten unter anderem mit Hydroxychloroquin behandelt zu haben. Am Dienstag blieb davon der Hinweis von Twitter übrig, dass der Tweet entfernt wurde.

Trump hatte bereits in den vergangenen Monaten die Malaria-Arznei wiederholt als Mittel zur Behandlung von Covid-19-Kranken angepriesen. Im Juni stoppten Forscher eine internationale Studie zu dem Medikament unter Leitung der Weltgesundheitsorganisation WHO, weil das Mittel die Sterblichkeit von schwer erkrankten Patienten nicht reduziert habe.


Teures Fast Food: Hohe Strafe für hungrige Australier im Lockdown

MELBOURNE: Wegen ihres Hungers auf Burger und Pommes müssen drei Australier nun tief in die Tasche greifen: Die Männer seien von der Polizei erwischt worden, als sie trotz eines strikten Corona-Lockdowns im Bundesstaat Victoria gemeinsam zu einem McDonald's-Restaurant unterwegs waren, berichteten australische Medien am Dienstag. Insgesamt seien sie zu einer Geldbuße in Höhe von fast 5000 australischen Dollar (etwa 3040 Euro) verdonnert worden.

Die Polizei hatte das Trio im Auto angehalten, weil es trotz der strengen Ausgangssperre auf der Straße angetroffen wurde. Dabei kam heraus, dass sich die Freunde unerlaubterweise privat getroffen hatten, obwohl sie an unterschiedlichen Adressen wohnen.

In Victoria mit der Millionenmetropole Melbourne war vor drei Wochen wegen eines Anstiegs der Corona-Infektionen erneut ein Lockdown verhängt worden. Dieser soll zunächst insgesamt sechs Wochen dauern. Die Menschen müssen zu Hause bleiben und dürfen nur in Ausnahmefällen das Haus verlassen - so etwa zum Einkaufen, zur sportlichen Betätigung oder um zur Arbeit zu fahren.


Aufseher: Europas Bankensektor kann Folgen der Corona-Krise abfedern

FRANKFURT/MAIN: Europas Banken sind nach Einschätzung der EZB-Aufseher ausreichend gegen Rückschläge in der Corona-Krise gerüstet. Sollte sich das wirtschaftliche Umfeld noch deutlich verschlechtern, würden die Kapitalpuffer der Institute allerdings «erheblich» zusammenschmelzen, warnte die Europäische Zentralbank (EZB) am Dienstag in Frankfurt. In einem solchen Fall müssten die Behörden bereit sein, weitere Maßnahmen zu ergreifen, «um einen gleichzeitigen Schuldenabbau durch Banken zu verhindern, der die Rezession vertiefen könnte», erklärte der Chef der Bankenaufsicht der Europäischen Zentralbank (EZB), Andrea Enria.

Die Aufseher analysierten anhand von zwei Szenarien, wie die Kapitalpuffer von 86 Instituten im Euroraum reagieren würden, die direkt von der EZB beaufsichtigt werden. In der ersten Berechnung, die die EZB für wahrscheinlicher hält, geht die Notenbank von einem Rückgang der Wirtschaftsleistung im Währungsraum um 8,7 Prozent im laufenden Jahr aus. Im zweiten Fall wird ein tieferer Absturz um 12,6 Prozent unterstellt. In beiden Szenarien erwartet die EZB, dass die Wirtschaft 2021 wieder auf Wachstumskurs gehen wird - wenn auch unterschiedlich schnell.

Je nach Schwere der konjunkturellen Krise würde die Kernkapitalquote (CET1) der Banken von einem Ausgangswert von 14,5 Prozent um 1,9 beziehungsweise 5,7 Prozentpunkte absinken. Im letzteren Fall müssten mehrere Institute Maßnahmen ergreifen, um die Mindestkapitalanforderungen der Aufseher zu erfüllen.


Opel-Chef: Haben Corona-Krise noch nicht überwunden

RÜSSELSHEIM: Opel-Chef Michael Lohscheller sieht die Corona-Krise für die Autobranche und sein Unternehmen noch nicht überwunden. Eine nachhaltige Erholung der zwischenzeitlich eingebrochenen Märkte sei unsicher, erklärte der Manager am Dienstag anlässlich der Vorstellung der Halbjahreszahlen des Mutterkonzerns PSA. Ein zweiter möglicher Lockdown könnte den nächsten empfindlichen Nachfrageeinbruch bringen und zu Unterbrechungen der Lieferketten führen.

Opel hatte gemeinsam mit der britischen Schwestermarke Vauxhall in den ersten sechs Monaten 2020 trotz Corona gut 110 Millionen Euro operativen Gewinn beigetragen. Allerdings wurden in dem Halbjahr nur noch gut 266.000 Autos der beiden Marken verkauft, der Absatzrückgang von 53,1 Prozent fiel deutlich stärker aus als bei den anderen Konzernmarken.

Lohscheller kündigte an, den Umbau des einst von General Motors übernommenen Autobauers zu beschleunigen. Man werde auch schwierige Themen anpacken, wozu auch die mit den Arbeitnehmervertretern stark umstrittene Neuregelung der Opel-Betriebsrenten gehöre. Zudem werde man die strikten CO2-Vorgaben der Europäischen Union erreichen und die Politik nicht um eine Aufweichung der Klimaziele bitten.


Brasilien sagt Oktoberfest in Blumenau wegen Corona ab

FLORIANÓPOLIS: Nach dem Karneval in São Paulo und der Silvesterparty in Rio de Janeiro ist wegen der Corona-Pandemie auch das Oktoberfest im brasilianischen Blumenau abgesagt worden. Es sei das erste Jahr seit 1984 ohne «das größte deutsche Fest» des amerikanischen Doppelkontinents, hieß es in einer Mitteilung der Stadtverwaltung von Blumenau.

Mehrere Hunderttausend Menschen fanden sich in den vergangenen Jahrzehnten regelmäßig auf dem Gelände des Parque Vila Germânica zu deutscher Volksmusik, zünftigem Essen und viel Bier ein. Der 1850 vom deutschen Einwanderer Hermann Otto Blumenau gegründete Ort im südlichen Bundesstaat Santa Catarina hat heute rund 350.000 Einwohner und gilt als eine der «deutschesten Städte» Brasiliens.

Nach jüngsten Daten der Regierung von Santa Catarina haben sich in Blumenau fast 4400 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, mehr als 40 Patienten sind im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 bislang gestorben. Santa Catarina ist einer der brasilianischen Bundesstaaten mit dem höchsten Anstieg der Covid-19-Todesfälle. Nach den Vereinigten Staaten ist Brasilien derzeit einer der Brennpunkte der Pandemie.


UN-Chef sieht Pandemie als Chance für Umgestaltung der Städte

NEW YORK: UN-Generalsekretär António Guterres sieht in der Coronavirus-Pandemie eine Chance für eine Neuerfindung der weltweiten Ballungsräume. «Die Zeit ist gekommen, die städtische Welt zu überdenken und umzugestalten», sagte der Chef der Vereinten Nationen am Dienstag in einer Videobotschaft.

Die Pandemie habe vielerorts für die Schaffung neuer Radwege und Fußgängerzonen gesorgt, mit der die Mobilität und die Luftqualität verbessert worden seien. Eine ökologische Transformation der Metropolen könne klimafreundliches Wachstum und neue Arbeitsplätze bringen. So könne nicht nur dem Coronavirus begegnet werden, sondern auch der Klimakrise und der Verschmutzung von Städten.

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