Corona-Überblick: Meldungen am Dienstag

Foto: Pixabay/Gerd Altmann
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Macron will Wintersportorte erst im neuen Jahr öffnen

PARIS: Ungeachtet einer etwas verbesserten Corona-Lage in Frankreich hat sich Präsident Emmanuel Macron gegen eine rasche Öffnung von Wintersportorten ausgesprochen. Es laufe zwar dazu noch eine Abstimmung der Regierung, doch es erscheine ihm unmöglich, eine Öffnung für die Feiertage am Jahresende ins Auge zu fassen. Das sagte der Staatschef am Dienstagabend in einer Fernsehansprache.

Eine Wiedereröffnung im Januar «unter guten Bedingungen» sei vorzuziehen. «Wir werden uns zu diesem Thema mit unseren europäischen Nachbarn abstimmen», fügte der 42-Jährige hinzu. Frankreich hat wichtige Wintersportzentren in den Alpen und in den Pyrenäen.

Vor Macrons Äußerungen hatte Italiens Vorstoß für einen späteren Start der Wintersportsaison in der EU einen Streit unter den Alpenländern ausgelöst. Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte will Skigebiete mindestens bis zum 10. Januar geschlossen halten. Österreich reagierte darauf mit vehementer Ablehnung.


Höchste Zahl an Corona-Toten in der zweiten Welle

MADRID: Die Zahl der Corona-Opfer ist in Spanien stark gestiegen. In den vergangenen 24 Stunden seien 537 weitere Todesfälle durch oder mit Covid-19 registriert worden, teilte das Gesundheitsministerium in Madrid am Dienstagabend mit. Das war der höchste Wert in dem Land während der zweiten Welle. Im Verhältnis zur Bevölkerung lag die Sterblichkeit damit fast vier mal so hoch wie in Deutschland.

Noch vergangene Woche waren pro Tag um die 300 Corona-Toten gezählt worden. Nur während der ersten, in Spanien besonders heftig verlaufenen Infektionswelle im Frühjahr waren noch höhere Tageswerte als jetzt gemeldet worden.

Zugleich ging die Zahl der Neuinfektionen weiter langsam zurück. Insgesamt seien es in den vergangenen 24 Stunden 12.228 gewesen, knapp 1000 weniger als am Dienstag vergangener Woche. Auch die Zahl der Infektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen fiel auf 143, in etwa so wie in Deutschland, wo dieser Wert nach Angaben des Robert Koch-Instituts am Dienstag bei 141,8 lag. Experten waren daher zuversichtlich, dass auch die Todesrate bald wieder sinken werde.

Spanien mit einer Bevölkerung von 47 Millionen ist eines der besonders schwer von der Pandemie betroffenen Länder Westeuropas. Bisher wurden knapp 1,6 Millionen Corona-Infizierte und nun 43.688 Todesfälle mit Covid-19 gemeldet.


Helsinki will wegen Corona-Zahlen Bäder und Büchereien schließen

HELSINKI: Die Stadt Helsinki und ihre Nachbargemeinden Espoo und Vantaa wollen mit weiteren Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus vorgehen. Schwimmbäder, Büchereien, Eislaufbahnen und weitere öffentliche Einrichtungen sollten geschlossen, öffentliche Veranstaltungen untersagt werden. Das kündigte Helsinkis Bürgermeister Jan Vapaavuori nach Angaben des finnischen Senders Yle am Dienstag auf einer Pressekonferenz an. Grundschulen bleiben offen, weiterführende Schulen sollen aber auf Fernunterricht umstellen. Weitere Details zu den neuen Beschränkungen sollen voraussichtlich am Donnerstag bekanntgegeben werden.

«Wir tun im Moment nicht genug, um Infektionen zu vermeiden. Deshalb sind stärkere Schritte notwendig», sagte Vapaavuori laut Yle. Der einzige Weg, um das Virus unter Kontrolle zu halten, sei die Verringerung der Kontakte und Zunahme der sozialen Distanzierung.

Im europäischen Vergleich hat Finnland auf die Bevölkerung gerechnet derzeit die niedrigste Neuinfektionszahl der gesamten EU. Sie liegt bei weniger als einem Viertel des Wertes in Deutschland. Rund um Helsinki haben die Infektionen aber zuletzt zugenommen, weshalb die Hauptstadtregion bereits in den vergangenen Tagen eine Reihe von Beschränkungen erlassen hatte: Die Teilnehmerzahl von öffentlichen Veranstaltungen in Innenräumen ist seit Montag auf maximal 20 Personen begrenzt worden. Bei privaten Veranstaltungen dürfen seitdem nicht mehr als zehn Gäste dabei sein.


Macron lockert Corona-Beschränkungen

PARIS: Angesichts einer verbesserten Corona-Lage hat Frankreichs Präsident Emmanuel Macron erste Lockerungen der strengen Beschränkungen im Land angekündigt. «Der Höhepunkt der zweiten Welle ist vorbei», sagte Macron am Dienstagabend bei einer Ansprache im französischen Fernsehen. Die Bemühungen hätten sich ausgezahlt - man müsse diese aber nun fortsetzen.

Einzelhandelsgeschäfte, die bisher geschlossen waren, könnten von diesem Wochenende an wieder öffnen, sagte der 42-Jährige. Bürger müssen zwar weiter Bescheinigungen ausfüllen, wenn sie auf die Straße gehen und beispielsweise einkaufen wollen. Seit Ende Oktober dürfen die Menschen nur mit triftigem Grund das Haus verlassen. Allerdings seien Spaziergänge und Sport ab dem Wochenende in einem Radius von 20 Kilometern für drei Stunden erlaubt. Bisher ist nur eine Stunde in einem Radius von einem Kilometer gestattet.

Bars und Restaurants sollen aber vorerst geschlossen bleiben - ihre Wiederöffnung ist erst für den 20. Januar vorgesehen. Macron gab einen Ausblick auf die kommenden Wochen. So solle es ab dem 15. Dezember keine Ausgangsbeschränkungen mehr geben - allerdings eine nächtliche Ausgangssperre ab 21 Uhr. Diese sei für Weihnachten und Silvester ausgesetzt. Wenn die Lage es zulasse, könnten auch Kinos und Theater unter bestimmten Bedingungen ab Mitte Dezember wieder öffnen.

Frankreich ist schwer von der Corona-Krise betroffen. Über 50.000 Menschen starben seit Ausbruch der Pandemie. Das Land mit seinen 67 Millionen Einwohnern dürfte nach Einschätzung der Gesundheitsbehörden den Höhepunkt der zweiten Pandemie-Welle überschritten haben. «Es ist uns gelungen, die Zirkulation des Virus zu verlangsamen», betonte der französische Präsident.


Briten dürfen sich Weihnachten treffen - leichte Corona-Lockerungen

LONDON: Ähnlich wie in Deutschland sollen auch die Menschen in Großbritannien trotz Corona gemeinsam Weihnachten feiern dürfen. Über die Feiertage soll es drei Haushalten erlaubt sein, eine «Christmas Bubble» (deutsch: «Weihnachtsblase») zu bilden und sich miteinander zu treffen, wie die britische Regierung am Dienstagabend mitteilte. Das gilt nicht nur für England, sondern auch Schottland, Wales und Nordirland, die normalerweise ihre eigenen Corona-Beschränkungen machen. Vom 23. bis zum 27. Dezember sollen auch gelockerte Reiseregeln zwischen den Regionen gelten. «Familien und Freunde werden nun in ganz Großbritannien die Möglichkeit haben, sich in begrenztem und vorsichtigem Rahmen zu treffen», sagte Staatsminister Michael Gove laut einer Mitteilung.

England kehrt nach einem vierwöchigen Teil-Lockdown Anfang Dezember wieder zu einem Warnstufen-System mit regionalen Corona-Beschränkungen zurück. Die Gastronomie darf unter bestimmten Auflagen ab dem 2. Dezember in Regionen mit niedrigeren Stufen wieder öffnen. Gleiches gilt für nicht-essenzielle Geschäfte, Fitnessstudios und Friseure. Welche Regionen in welche der drei Risikostufen - mittel, hoch oder sehr hoch - eingruppiert würden, soll im Laufe der Woche bekanntgegeben werden.

Mit Massentests und Impfungen hofft Johnson, in den kommenden Monaten die Pandemie in den Griff zu bekommen. In den vergangenen sieben Tagen lag die Zahl der Corona-Fälle pro 100.000 Einwohnern in Großbritannien bei 219.


Anna Schaffelhuber als «Para-Sportlerin des Jahrzehnts» geehrt

BERLIN: Die siebenmalige Paralympics-Siegerin Anna Schaffelhuber ist zu «Deutschlands Para-Sportlerin des Jahrzehnts» gewählt worden. Die 27 Jahre alte ehemalige Monoskifahrerin setzte sich mit 39,08 Prozent der mehr als 10.000 abgegebenen Stimmen vor Andrea Eskau (Radsport und Ski nordisch/20,18 Prozent) und Verena Bentele (Ski nordisch und Biathlon/14,92 Prozent), die erst kürzlich in die Hall of Fame des deutschen Sports aufgenommen wurde, durch.

Ende November 2019 hatte Schaffelhuber ihre Erfolgskarriere im Alter von 26 Jahren beendet: Sieben Gold-, eine Silber- und eine Bronzemedaille bei Paralympics, elf WM-Titel und sechs Gesamtweltcupsiege stehen ebenso in ihrer Vita wie fünf Siege bei der Wahl zur deutschen «Para-Sportlerin des Jahres».

«Ich freue mich wirklich unbändig und möchte mich bei allen Fans, Partnern, Förderern und meiner Mannschaft, die mich jahrelang sehr stark unterstützt hat, ganz herzlich bedanken. Es ist wunderschön, wenn ich zurückblicke», sagte die im Rollstuhl sitzende Schaffelhuber, die wegen der Corona-Pandemie auf eine - wie sonst üblich - feierliche Ehrung bei einem Festakt verzichten muss.

Zuvor hatte Mathias Mester den Sonderpreis «Besondere Leistung 2020» des Deutschen Behindertensportverbandes erhalten. Der kleinwüchsige Speerwerfer wurde für seine Medienaktivitäten ausgezeichnet, mit denen er den Para-Sport in Zeiten der Corona-Krise in der Öffentlichkeit weiter im Fokus hielt.


Corona auch bei Nerzen einer Farm

WARSCHAU: In Polen haben Wissenschaftler erstmals einen Corona-Ausbruch bei Nerzen auf einer Pelztierfarm nachgewiesen. Eine Infektion mit dem Erreger Sars-CoV-2 sei bei acht Tieren eines Zuchtbetriebs in der Wojwodschaft Pommern im Westen des Landes festgestellt worden, teilte die Medizinische Universität in Danzig (Gdansk) am Dienstag mit. Insgesamt seien 91 Nerze untersucht worden.

Derzeit laufen den Angaben zufolge noch genetische Untersuchungen, um festzustellen, woher das Virus stamme. Die bisherigen Ergebnisse verweisen demnach auf die Möglichkeit, dass das Virus vom Menschen auf die Nerze übertragen wurde. In den vergangenen Wochen hat es in mehreren europäischen Ländern Fälle von Corona-Infektionen bei Nerzen gegeben, unter anderem in Dänemark, Schweden, Frankreich und den Niederlanden.


Litauens Parlament wählt Simonyte zur neuen Ministerpräsidentin

VILNIUS: In Litauen hat das Parlament in Vilnius am Dienstag die Konservative Ingrida Simonyte zur neuen Ministerpräsidentin des baltischen EU- und Nato-Landes gewählt. Für die 46-Jährige parteilose Ex-Finanzministerin votierten 62 Abgeordnete bei zehn Gegenstimmen und 41 Enthaltungen. Simonyte war in der Vorwoche von Staatspräsident Gitanas Nauseda als Kandidatin für die Regierungsspitze nominiert worden, nachdem die konservative Vaterlandsunion stärkste Kraft bei der Parlamentswahl im Oktober wurde. Formal muss die Ökonomin nun noch durch Nauseda ernannt werden und sich danach mit ihrem Kabinett und Regierungsprogramm einem weiterem Votum im Parlament stellen.

Simonyte war bei der Wahl als Spitzenkandidatin der Vaterlandsunion angetreten, die eine Mitte-Rechts-Regierung mit zwei liberalen Parteien - der Liberalen Bewegung und der Freiheitspartei - bilden werden. Das Dreierbündnis hält 74 der 141 Parlamentssitze.

Bei der Abstimmung musste die Regierungskoalition ohne die Stimmen der Liberalen Bewegung auskommen, da sich die ganze Fraktion der Partei in Selbstisolation befindet. Mehrere Abgeordnete der Partei - darunter Parlamentspräsidentin Viktorija Cmilyte-Nielsen - hatten sich in der vergangenen Woche mit dem Coronavirus infiziert.

Simonyte hatte die Eindämmung des Coronavirus und dessen Auswirkungen wiederholt als Hauptaufgabe für die neue Regierung bezeichnet. In ihrer Rede im Parlament rief sie dazu die Abgeordneten und alle Litauer zur Zusammenarbeit auf. Litauen mit knapp drei Millionen Einwohnern ist gegenwärtig stark von der Pandemie betroffen.


Investor: Russischer Impfstoff 2021 für halbe Milliarde Menschen

MOSKAU: Russland will im kommenden Jahr für eine halbe Milliarde Menschen seinen Corona-Impfstoff «Sputnik V» international auf den Markt bringen. Die Kosten sollen bei unter 20 Dollar für je zwei Impfdosen liegen, die pro Kopf nötig sind, wie der Russian Direct Investment Fund am Dienstag mitteilte. «Sputnik V» habe eine Wirksamkeit von 91,4 Prozent. Der Impfstoff soll unter anderem in Ungarn produziert werden, auch Indien, Brasilien und China haben sich schon angemeldet.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erwartet demnächst Studienergebnisse zu dem russischen Wirkstoff. Erst danach könne eine Bewertung abgegeben werden, sagte der WHO-Regionaldirektor für Europa, Hans Kluge, bei einer Pressekonferenz am Dienstag. Man sei «sehr, sehr erpicht» auf diese Daten. Ein breites Portfolio an Impfstoff-Kandidaten sei wichtig, da gerade am Anfang die Nachfrage nach Impfungen größer sein werde als das Angebot, sagte Kluge.

Das Moskauer Gamaleja-Forschungszentrum hatte den Corona-Impfstoff entwickelt, der schon im Sommer zur breiten Verwendung in der Bevölkerung freigegeben wurde - gegen internationale Bedenken. Der Impfstoff mit den Namen «Sputnik V» wurde vor Beginn der - inzwischen gestarteten- Phase III klinischer Studien genehmigt. Präsident Wladimir Putin hatte mehrfach betont, der Wirkstoff sei effektiv und ungefährlich. Selbst hat sich der 68-Jährige aber wohl noch nicht impfen lassen.

Die Corona-Lage in Russland ist derweil weiter ernst. Die Behörden meldeten am Dienstag 491 Tote - so viele wie noch nie an einem Tag seit Beginn der Pandemie. Die Zahl der bestätigten Neuinfektionen lag bei mehr als 24.300. Die Situation werde immer komplizierter, sei aber kontrollierbar, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow.


Nur noch acht Personen bei Veranstaltungen erlaubt

STOCKHOLM: Im Kampf gegen stark steigende Corona-Infektionszahlen zieht das ansonsten recht freizügige Schweden die Daumenschrauben an: Seit Dienstag dürfen sich nur noch maximal acht Menschen für öffentliche Zusammenkünfte und Veranstaltungen versammeln. Diese Maßnahme ist eine der strengsten, die die schwedische Regierung bislang in der Corona-Pandemie angeordnet hat. Sie gilt auch für Demonstrationen, wie eine Sprecherin von Innenminister Mikael Damberg auf Anfrage mitteilte.

Bislang lag die Obergrenze für Versammlungen bei 50 Personen. Gelten soll die neue Anordnung vorläufig für vier Wochen - und damit bis unmittelbar vor Weihnachten. Für Beerdigungen gilt eine Obergrenze von 20 Personen. Bereits seit einigen Tagen dürfen Kneipen und andere Lokale nach 22.00 Uhr keinen Alkohol mehr verkaufen.

Schweden war in der Corona-Krise bislang einen vielbeachteten Sonderweg mit vergleichsweise lockeren Maßnahmen und Appellen an die Vernunft der Bürger gegangen. Stark steigende Corona-Zahlen haben in Stockholm aber erneut große Sorgen ausgelöst. Ministerpräsident Stefan Löfven hatte in einer seltenen Rede zur Nation am Sonntag alle Bürger dazu aufgerufen, im Kampf gegen die Pandemie zusammenzustehen und die Hygieneregeln zu beherzigen. «Mehr Menschen stecken sich an. Mehr Intensivbetten werden für Schwerkranke mit Covid-19 benötigt. Mehr Menschen sterben», hatte er gewarnt. Zu viele Menschen hielten sich nicht an die Empfehlungen zur Pandemiebekämpfung.

Das skandinavische Land mit seinen rund 10,3 Millionen Einwohnern hat bislang mehr als 208.000 Infektionsfälle und mehr als 6400 mit dem Coronavirus in Verbindung stehende Todesfälle registriert. Die Zahl der Neuinfektionen in den vergangenen zwei Wochen ist auf die Bevölkerung heruntergerechnet fast doppelt so hoch gewesen wie in Deutschland.


Pandababy in Washingtoner Zoo heißt «Kleines Wunder»

WASHINGTON: Das drei Monate alte Pandababy im Zoo der US-Hauptstadt Washington hat ab sofort einen Namen: Xiao Qi Ji (kleines Wunder). «Sein Name spiegelt die außergewöhnlichen Umstände wider, unter denen er geboren wurde», schrieb der Smithsonian National Zoo am Montag (Ortszeit) mit Blick auf die Corona-Pandemie. Die Geburt von Xiao Qi Ji (ausgesprochen etwa: Schiao Tschi Dschi) habe der Welt «einen dringend benötigten Moment der Freude» beschert. Mitte November standen fünf Tage lang insgesamt vier chinesische Namen auf der Webseite des Zoos zur Auswahl. Insgesamt kamen dabei knapp 135.000 Stimmen zusammen.

Die 22 Jahre alte Pandamama Mei Xiang hatte Ende August nach 2015 ihr zweites Baby zur Welt gebracht. Seine Geburt wurde live auf der Panda-Kamera des Zoos übertragen. Erst Anfang Oktober hatte der Zoo verraten, dass das Junge männlich sei, nachdem Wissenschaftler sein Geschlecht mittels einer Genanalyse bestimmt hatten. Medienberichten zufolge bringt das kleine Fellknäuel mittlerweile mehr als 4,5 Kilogramm auf die Waage und öffnete im vergangenen Monat erstmals seine Augen.

Am Montag schloss der Zoo aufgrund der Corona-Pandemie zum zweiten Mal seine Pforten für die Öffentlichkeit. Die Smithsonian Institution, eine der bedeutendsten Forschungs- und Bildungseinrichtungen des Landes, hatte in der vergangenen Woche die Schließung des Zoos und der sieben Museen in der Region um Washington für unbestimmte Zeit angekündigt.


Italien verzeichnet neuen Höchstwert bei Corona-Toten seit Ende März

ROM: Italien hat einen Höchstwert an Corona-Toten seit dem März dieses Jahres verzeichnet. Innerhalb von 24 Stunden seien etwas mehr als 850 Menschen an oder mit dem Coronavirus gestorben, teilte das Gesundheitsministerium in Rom am Dienstag mit. «Das ist eine Zahl, die wir nicht mehr sehen wollten», sagte ein Experte des Gesundheitsministeriums, Franco Locatelli, am Dienstag auf einer Pressekonferenz. Man müsse sich wieder ins Gedächtnis rufen, dass man noch nicht aus dem Problem raus sei.

Es ist der höchste Wert seit Ende März, als an zwei aufeinander folgenden Tagen 969 und 889 Tote gemeldet wurden. Damit starben bislang insgesamt etwa 51.300 Menschen mit Sars-CoV-2. Dagegen fiel die Zahl der Neuinfektionen mit etwa 23.200 geringer aus, verglichen mit dem Wert sieben Tage zuvor (rund 32.200). Seit Beginn der Pandemie wurden damit rund 1,455 Millionen Corona-Fälle erfasst.

In dem Land mit rund 60 Millionen Einwohnern gelten weiter für den Großteil strenge Ausgangsbeschränkungen. Acht Regionen, darunter Bozen-Südtirol, sind den Roten Zonen zugeordnet. Die Regierung in der autonomen Provinz an der Grenze zu Österreich hat jedoch Lockerungen beginnend ab dem kommenden Montag angekündigt. Die Einigung folgte auf Grundlage des zuletzt durchgeführten Corona-Massentests, wie die Regierung am Dienstag mitteilte. Schüler der ersten Mittelschule sollen wieder zum Präsenzunterricht dürfen. Auch Friseurbesuche sind dann wieder erlaubt.


Wrestler stirbt mit 19 Jahren an Covid-19

WALSALL: In England ist ein gerade einmal 19 Jahre alter Wrestler an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung gestorben. Der aus der englischen Stadt Walsall stammende Cameron Wellington sei am Donnerstag im Beisein seiner Eltern gestorben, wie das regionale News-Portal «Birmingham Live» berichtete. Seine Eltern beschrieben ihn als «fit und gesund» - es habe ihm eine große Karriere bevor gestanden. Mit dem Virus angesteckt hatte sich der 19-Jährige - wie auch seine Mutter - wohl bei seinem Vater.

Wellington wurde mit Atemproblemen ins Krankenhaus eingeliefert - starb trotz verschiedener Behandlungsversuche und einer Operation aber bereits wenige Stunden später. Nach seinem Tod richteten Angehörige eine Spendenseite ein, auf der schnell mehrere Tausend Britische Pfund zusammen kamen, mit denen die Familie bei der Trauerfeier unterstützt werden soll.


Europaparlament kritisiert Grenzschließungen innerhalb der EU

BRÜSSEL: Die Abgeordneten des Europaparlaments haben sich gegen Grenzschließungen innerhalb der Europäischen Union während der Corona-Pandemie ausgesprochen. Anstatt die Grenzen dicht zu machen, sollten Mitgliedstaaten anderen Regelungen treffen, die Sicherheit und Gesundheitsschutz auch beim Grenzübertritt gewährleisteten, hieß es am Dienstag in einer Erklärung. Die übereilten und unkoordinierten Schließungen hätten Menschen in Grenznähe stark getroffen und einen negativen Einfluss auf internationale Geschäfte, die Wissenschaft und die Tourismusbranche gehabt.

Zu Beginn der Corona-Pandemie hatten viele EU-Mitgliedstaaten - darunter Deutschland - Grenzen im Alleingang geschlossen. Auch schon vor der Gesundheitskrise hatten mehrere Länder mittels einer Ausnahmegenehmigung wieder teilweise Grenzkontrollen eingeführt.

Eine schnelle Rückkehr zu einem voll funktionalen Schengenraum ist den Abgeordneten zufolge von entscheidender Bedeutung. Bewegungsfreiheit sei einer der Grundpfeiler einer funktionierenden EU und zeitgleich eine ihrer größten Errungenschaften. Mitgliedstaaten sollten verhindern, dass zeitweise eingeführte Grenzkontrollen quasi permanent würden.


Mehr als 169.000 Corona-Neuinfektionen und knapp 900 Tote in den USA

BALTIMORE: In den USA breitet sich die Corona-Pandemie weiter rasant aus. Am Montag meldeten die Behörden binnen eines Tages 169.190 nachgewiesene Neuinfektionen, wie aus Daten der Universität Johns Hopkins (JHU) in Baltimore vom Dienstagmorgen (MEZ) hervorging. Am gleichen Tag der Vorwoche waren es rund 160.000 gewesen. Am Freitag war mit rund 196.000 Neuinfektionen der bislang höchste Wert registriert worden.

Die Zahl der Toten mit einer bestätigten Coronavirus-Infektion binnen 24 Stunden belief sich am Montag auf 889. In der Woche zuvor waren es am gleichen Tag 758. Erstmals seit Anfang Mai war am Donnerstag mit 2015 neuen Todesfällen wieder die 2000er-Marke überschritten worden. Der höchste Wert an einem Tag wurde am 15. April mit 2609 Toten erreicht.

Insgesamt haben sich in dem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern mehr als 12,4 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Seit Beginn der Pandemie starben mehr als 257.000 Menschen mit dem Erreger Sars-CoV-2 - mehr als in jedem anderen Land der Welt.

Die Johns-Hopkins-Webseite wird regelmäßig aktualisiert und zeigt daher einen höheren Stand als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). In manchen Fällen wurden Zahlen - unter anderem die der Neuinfektionen binnen 24 Stunden - nachträglich korrigiert.


Australiens Ex-Corona-Hotspot Victoria ohne bekannten Infektionsfall

MELBOURNE: Im ehemaligen australischen Corona-Hotspot Victoria gibt es erstmals seit neun Monaten keinen bekannten Infektionsfall. «Das letzte Mal, dass wir keine aktiven Fälle im Bundesstaat verzeichnet haben, war am 29. Februar», twitterte das regionale Gesundheitsministerium am Dienstag. Die Behörden dankten der Bevölkerung dafür, dass sie zu diesem Erfolg beigetragen habe.

Der letzte Corona-Patient war ein um die 90 Jahre alter Mann, der am Montag aus dem Krankenhaus entlassen worden war. In Victoria wurde bereits seit 25 Tagen kein neuer Fall mehr registriert.

Vorausgegangen war ein mehrmonatiger, extrem strikter Lockdown, nachdem der Bundesstaat mit seiner Hauptstadt Melbourne von einer zweiten Welle getroffen worden war. Wochenlang herrschte eine nächtliche Ausgangssperre, zudem durften die Bürger sich nur noch im Umkreis von fünf Kilometern von ihren Wohnungen bewegen. Die letzten Einschränkungen waren Ende Oktober aufgehoben worden.

Seit Beginn der Krise hat Australien, wo etwa 25 Millionen Menschen leben, nur rund 27.800 Corona-Fälle verzeichnet.


Ban Ki Moon: Deutschland hat Schlüsselrolle beim Klimaschutz

BERLIN: Der frühere UN-Generalsekretär Ban Ki Moon fordert von Deutschland national und international Ehrgeiz beim Klimaschutz. «Aufgrund seines wirtschaftlichen Erfolgs, seines Vermächtnisses als Energiewende-Pionier und seines diplomatischen Gewichts kommt Deutschland dabei auf der europäischen und internationalen Bühne eine Schlüsselrolle zu», heißt es laut Manuskript in einer Videobotschaft Bans für die Jahreskonferenz der Deutschen Unternehmensinitiative Energieeffizienz an diesem Dienstag. Er hoffe, dass der letzte Monat der deutschen EU-Ratspräsidentschaft ein Monat «ausdauernder diplomatischer Bemühungen» werde.

Ziel müsse sein, dass Europa wieder zum Vorreiter beim Klimaschutz werde und sich die EU-Mitgliedstaaten geschlossen hinter ein höheres Ziel beim Einsparen von Treibhausgasen für das Jahr 2030 stellen. Die Verhandlungen dazu laufen.

«Setzen Sie gegenüber Ihrer Konkurrenz in Europa, Asien und aller Welt klare Maßstäbe», forderte Ban dem Manuskript zufolge. Banken und Investoren zögen sich bereits aus klimaschädlichen Praktiken zurück. Unternehmen, die Energieeffizienz voranbrächten, verzeichneten das schnellste Wachstum und schafften die meisten neuen Arbeitsplätze.

Um die Folgen der Corona-Krise zu bewältigen, brauche es «grüne, nachhaltige Wiederaufbauprogramme», die den Weg für den Wohlstand von morgen ebneten, sagte Ban demnach weiter. «Covid-19 hat der ganzen Welt aufgezeigt, wie wichtig es ist vorzusorgen, wissenschaftliche Erkenntnisse zu beachten und Reaktionen mit Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft abzustimmen. Jetzt müssen wir mit dem gleichen Ehrgeiz den sich stets verschärfenden Klimanotstand angehen.»


Airline Qantas will Impfpflicht für Flugreisende einführen

SYDNEY: Aus Sorge vor einer weiteren Verbreitung des Coronavirus will Australiens nationale Fluggesellschaft Qantas eine Impfpflicht für ihre Passagiere einführen. Sobald ein Impfstoff verfügbar sei, würden die Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Airline entsprechend angepasst, sagte Qantas-Chef Alan Joyce dem australischen Sender Nine News am Montag. Während man über das weitere Vorgehen bei Inlandsflügen noch nicht entschieden habe, sei die Situation bei Interkontinentalverbindungen klar: «Wir werden von internationalen Reisenden verlangen, dass sie geimpft sind, bevor wir sie an Bord lassen.»

Joyce geht nach eigenen Worten davon aus, dass seine Fluggesellschaft damit nicht alleine steht - sondern weltweit ähnliche Regeln eingeführt werden. «Ich glaube, das wird eine normale Sache sein, nach Gesprächen mit meinen Kollegen von anderen Airlines zu urteilen.»

Qantas wurde 1920 gegründet und ist eine der ältesten ununterbrochen tätigen Fluggesellschaften der Welt. Vor der Corona-Pandemie beförderte das Unternehmen jährlich 50 Millionen Passagiere in alle Welt. Wegen des finanziellen Einbruchs musste Qantas in diesem Jahr 6000 seiner insgesamt 29.000 Stellen kürzen.

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