Corona-Überblick: Meldungen am Dienstag

Foto: Pixabay/Gerd Altmann
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Trump droht mit vorzeitiger Veröffentlichung von TV-Interview

WASHINGTON: Zwei Wochen vor der Präsidentschaftswahl in den USA hat Amtsinhaber Donald Trump ein TV-Interview vorzeitig abgebrochen. Das teilte der Fernsehsender CBS am Dienstagabend (Ortszeit) mit. Trump drohte auf Twitter damit, einen Mitschnitt noch vor dem geplanten Ausstrahlungstermin am kommenden Sonntag selbst zu veröffentlichen. Er kritisierte das mit der renommierten Journalistin Lesley Stahl für die CBS-Sendung «60 Minutes» geführte Gespräch als «Fake» und «parteiisch». Vor der Wahl sollte das Interview Teil einer «60 Minutes»-Sonderausgabe über den Republikaner Trump und seinen demokratischen Herausforderer Joe Biden an diesem Sonntag sein.

Trump sprach von einem «furchtbaren Eingriff» in die Wahl am 3. November. Bei einem Wahlkampfauftritt am Dienstagabend in Erie im US-Bundesstaat Pennsylvania schien er CBS zu drohen. «Ihr müsst Euch anschauen, was wir mit «60 Minutes» machen. Ihr werdet einen solchen Kick daraus bekommen», sagte der Präsident vor jubelnden Anhängern. «Lesley Stahl wird nicht glücklich darüber sein.» Bereits zuvor hatte Trump ein kurzes Video auf Twitter veröffentlicht, zu dem er schrieb: «Lesley Stahl von «60 Minutes» ohne Maske im Weißen Haus nach ihrem Interview mit mir. Da kommt noch viel mehr.»

Trump, der zu Monatsbeginn selbst an Covid-19 erkrankte, trägt fast nie einen Mund-Nasen-Schutz. Zudem hat er wiederholt nachweislich falsche Aussagen über Gesichtsmasken und das Coronavirus verbreitet. Medien, die kritisch über ihn berichten, bezeichnet der US-Präsident als «Volksfeinde» und ihre Berichte als «Fake News». Regelmäßig wirft er US-Medien vor, diese würden Biden nicht annähernd so hart angehen wie ihn.


Netflix enttäuscht mit mauem Wachstum - Aktie unter Druck

LOS GATOS: Nach dem coronabedingten Abo-Boom im ersten Halbjahr hat der Kundenandrang beim Online-Videodienst Netflix im dritten Quartal stark nachgelassen. In den drei Monaten bis Ende September kamen unterm Strich lediglich 2,2 Millionen Bezahlabos dazu, wie der Streaming-Marktführer am Dienstag nach US-Börsenschluss mitteilte. Damit verfehlte Netflix seine eigene Prognose und blieb weit unter den Erwartungen der Analysten. Anleger ließen die Aktie nachbörslich in einer ersten Reaktion um rund sechs Prozent fallen.

Hatten Serienhits wie «Tiger King» in Kombination mit der erhöhten Streaming-Nachfrage aufgrund der Corona-Pandemie in den Vorquartalen noch für einen großen Ansturm gesorgt, flaute das Nutzerwachstum nun kräftig ab. Auch gegenüber dem Vorjahreszeitraum, als 6,8 Millionen Kunden hinzukamen, sah es deutlich bescheidener aus. Der Gewinn legte im Jahresvergleich zwar von 665 Millionen auf 790 Millionen Dollar (668 Mio Euro) zu, blieb aber ebenfalls unter den Erwartungen. Der Umsatz stieg derweil um rund 23 Prozent auf 6,4 Milliarden Dollar.


UN: Frauen machen drei Mal so viel Haus- und Pflegearbeit wie Männer

NEW YORK: Frauen erledigen weltweit während der Corona-Pandemie einem UN-Bericht zufolge etwa drei Mal so viel unbezahlte Haus- und Pflegearbeit wie Männer. Demnach arbeiteten Männer im globalen Durchschnitt 1,7 Stunden pro Tag im Haushalt oder pflegten Angehörige, Frauen taten dies aber 4,2 Stunden lang. In Nordafrika und Westasien sei der Unterschied noch größer: Dort würden Frauen sieben Mal mehr unbezahlte Arbeit erledigen als Männer. Dem Bericht zufolge wurde während der Pandemie mehr unbezahlte Arbeit geleistet als vorher.

Zudem hätten im Jahr 2020 nur 47 Prozent der Frauen im arbeitsfähigem Alter einen Job gehabt - gegenüber 74 Prozent der Männer. Dieser Unterschied sei seit 1995 relativ konstant.

Fortschritte zur Gleichberechtigung von Frauen blieben schwer fassbar, sagte UN-Generalsekretär António Guterres. «Kein Land hat die Gleichstellung der Geschlechter erreicht, und die Covid-19-Krise droht, das begrenzt Erreichte zu untergraben.» Auch auf der Entscheider-Ebene sind Frauen dem Bericht zufolge weiterhin klar in der Unterzahl. Manager-Positionen seien nur zu 28 Prozent weiblich besetzt. Von den untersuchten Firmen hätten zudem nur 18 Prozent Frauen als Geschäftsführer.


Maskenpflicht auch im Freien

SOFIA: In Bulgarien ist angesichts stark steigender Corona-Zahlen das Tragen von Schutzmasken auch im Freien ab Donnerstag wieder Pflicht. Ziel sei es, die Zahl der Neuerkrankungen zu reduzieren und das Klinikpersonal zu entlasten, erläuterte Gesundheitsminister Kostadin Angelow am Dienstag. Die bei Kritikern heftig umstrittene Maßnahme soll vorerst bis Ende November gelten. Lokale und Fitnesscenter bleiben geöffnet, sollen aber auf die Einhaltung der Corona-Auflagen kontrolliert werden, sagte der Minister.

Auch in Bulgarien ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen zuletzt massiv gestiegen. In dem südosteuropäischen Land mit 6,9 Millionen Einwohnern wurde am Dienstag mit 1024 neuen Corona-Fällen ein neuer Höchststand verzeichnet. Derzeit sind insgesamt 12.366 Menschen infiziert. Vor einer Woche waren es noch 8099.

Gesundheitsminister Angelow hatte erst am Freitag im Parlament erklärt, dass Bulgarien vorerst auf weitere Corona-Schutzmaßnahmen verzichten werde. Regierungschef Boiko Borissow bekräftigte immer wieder mit Rücksicht auf die Wirtschaft, dass es nun keinen neuen Lockdown wie zu Beginn der Corona-Pandemie geben werde.


First Lady sagt Wahlkampfauftritt an Trumps Seite wegen Husten ab

WASHINGTON: First Lady Melania Trump hat den ersten Wahlkampfauftritt an der Seite von US-Präsident Donald Trump seit fast zwei Monaten abgesagt. Melania Trump leide unter einem «anhaltenden Husten» und werde aus Vorsicht nicht reisen, teilte ihre Sprecherin Stephanie Grisham mit. Ihr gehe es nach ihrer Genesung von Covid-19 aber jeden Tag besser. Melania Trump sollte ihren Ehemann zu dessen Wahlkampfveranstaltung am Dienstagabend (Ortszeit) in Erie im umkämpften Bundesstaat Pennsylvania begleiten.

Melania Trump hatte zuletzt mit einer Ansprache im Rosengarten des Weißen Hauses beim Parteitag der Republikaner am 25. August für die Wiederwahl ihres Ehemannes geworben. Ansonsten hat sie sich im Wahlkampf auffällig zurückgehalten. Andere Trump-Familienmitglieder treten dagegen immer wieder im Wahlkampf auf. Der Republikaner Trump tritt am 3. November gegen seinen demokratischen Herausforderer Joe Biden an. Biden liegt in Umfragen derzeit vorne.

Melania (50) und Donald Trump (74) waren nach Angaben des Weißen Hauses zu Monatsbeginn positiv auf das Coronavirus getestet worden. Auch der 14-jährige Sohn Barron hatte sich infiziert, blieb nach Angaben seiner Mutter aber symptomfrei. Donald Trump wurde drei Nächte lang im Krankenhaus behandelt. Inzwischen ist er aber wieder mit voller Kraft in den Wahlkampf eingestiegen und absolviert teils mehrere Veranstaltungen am Tag. Melania Trump schilderte ihren Krankheitsverlauf in einer Mitteilung aus der vergangenen Woche als «eine Achterbahn der Symptome».


EKD-Chef mahnt in Rom: Gemeinsame Feier des Abendmahls zulassen

ROM: Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, hat ein internationales Gebetstreffen mit Papst Franziskus genutzt, um an den Wunsch nach einem gemeinsamen Abendmahl mit katholischen Gläubigen zu erinnern. Zum dem Friedenstreffen waren hohe Vertreter vieler Weltreligionen nach Rom gereist. Mehrere Redner, darunter der Patriarch von Konstantinopel, Bartholomäus I., gedachten auch der Opfer der Corona-Pandemie weltweit. Der Papst und die anderen Teilnehmer trugen fast durchgängig einen Mund-Nasen-Schutz.

Bedford-Strohm appellierte in seiner Ansprache in der Basilika Santa Maria in Aracoeli, die Trennung der Kirchen zu überwinden. «Während meiner Lebenszeit eines Tages diese Einheit in der gemeinsamen Feier des Abendmahls zu erfahren, ist mein ganz persönlicher Traum», sagte er. Der 83-jährige Papst Franziskus saß dabei. Das katholische Kirchenoberhaupt hat wiederholt für die Überwindung von Spaltungen geworben. Gleichzeitig hat der Vatikan den Bestrebungen deutscher Bischöfe für gemeinsame Abendmahlsfeiern unlängst deutlich widersprochen.

Das interreligiöse Treffen war von der katholischen Gemeinschaft Sant'Egidio in Rom organisiert worden. Es stand unter dem Motto «Niemand rettet sich allein - Friede und Geschwisterlichkeit». Franziskus war dafür trotz der steigenden Corona-Zahlen extra aus dem Vatikan zum Kapitolsplatz in der italienischen Hauptstadt gekommen. Er nahm auch an der Zeremonie mit den Vertretern der Religionen dort teil. Franziskus forderte, dass Politik und Kirchen für mehr Frieden in der Welt sorgen müssten. Zum Abschluss war eine Schweigeminute für die Pandemie-Toten vorgesehen.


Slowakische Regierung will fast das ganze Volk auf Corona testen

BRATISLAVA: Wer sich nicht auf Corona testen lässt, muss in Quarantäne: Die slowakische Regierung hat am Dienstag ein drastisches Vorgehen bei ihren geplanten Corona-Massentests angekündigt. Der Regierungsplan sieht vor, dass an den kommenden drei Wochenenden jeweils von Freitag bis Sonntag alle über zehn Jahre alten Bewohner des Landes einem Antigen-Schnelltest unterzogen werden sollen. Das Vorgehen sorgte für Irritation und Rätselraten in den Medien. Der populistisch-konservative Regierungschef Igor Matovic hatte das Vorhaben am Wochenende überraschend angekündigt, ohne vorher seine Koalitionspartner zu informieren.

Obwohl bereits am kommenden Freitag die erste Phase der Massentests beginnen soll, beantwortete Matovic erst am Dienstag die Frage, ob die Tests freiwillig oder verpflichtend sein sollten: «Die Tests werden mit sehr großer Wahrscheinlichkeit freiwillig sein - aber mit der Einschränkung, dass jeder, der keinen negativen Test vorweisen kann, für die nächsten zehn Tage in Quarantäne gehen muss.»

Abgesehen von rechtlichen Bedenken und Warnungen vor mangelnder Zuverlässigkeit der Schnelltests kritisierten Gesundheitsexperten, dass dafür das Personal fehle. Die Armee will zwar rund 8000 Soldaten zur Unterstützung der Tests bereitstellen, aber Gesundheitsminister Marek Krajci musste einräumen, dass medizinisch geschultes Personal noch gesucht werde. Er hoffe auf Freiwillige und Medizinstudenten, sagte er am Dienstag.


Niederlande melden neue Höchstwerte: Fast 8200 Corona-Neuinfektionen

DEN HAAG: In den Niederlanden sind bei den Gesundheitsbehörden 8182 Corona-Neuinfektionen in 24 Stunden gemeldet worden. Das sind 170 mehr als am Vortag und ein neuer Höchstwert, wie das Institut für Gesundheit und Umwelt RIVM am Dienstag mitteilte. Die Niederlande gehören zu den Ländern in Europa, die von der zweiten Welle der Corona-Pandemie am stärksten betroffen sind. In Deutschland mit fast fünf Mal sovielen Einwohnern waren zuletzt in 24 Stunden rund 6800 Fälle gemeldet worden.

Die Kurve der Neuinfektionen steige aber weniger schnell an, teilte das RIVM mit. In der vergangenen Woche waren insgesamt 55.587 neue Infektionen gemeldet worden, 27 Prozent mehr als in der Vorwoche. In den Wochen zuvor waren Anstiege von rund 60 Prozent pro Woche verzeichnet worden. 6814 Menschen sind nachweislich an dem Virus gestorben. Am 13. Oktober war in den Niederlanden ein Teil-Lockdown verhängt worden und unter anderem alle Gaststätten geschlossen worden.

Auch die Zahl der Patienten in Krankenhäusern und auf Intensivstationen steigt schnell an. Fast jedes dritte Bett auf den Intensivstationen ist mit einem Covid-19-Patienten belegt. Inzwischen werden Patienten bereits auf andere Kliniken verteilt. Auch Krankenhäuser in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen hatten angeboten, Patienten aus den Niederlanden aufzunehmen.


Zweiter Corona-Test von finnischer Regierungschefin ebenfalls negativ

HELSINKI: Auch der zweite Corona-Test der finnischen Regierungschefin Sanna Marin nach ihrer frühzeitigen Abreise vom EU-Gipfel in Brüssel ist negativ ausgefallen. Die Ministerpräsidentin beendet damit ihre freiwillige Quarantäne, wie die finnische Regierung am Dienstag mitteilte.

Marin war am Freitag direkt nach ihrer Rückkehr aus Brüssel auf das Coronavirus getestet worden. Die 34 Jahre alte Finnin hatte den EU-Gipfel zuvor sicherheitshalber vorzeitig verlassen, nachdem ein Corona-Fall in ihrem Umfeld bekanntgeworden war. Sie hatte am Mittwoch dieselbe Veranstaltung wie der Abgeordnete Tom Packalén besucht. Der 51-Jährige teilte am Freitag mit, dass er positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden sei.


Corona-Krise: Fast 8500 neue Infektionen pro Tag

BRÜSSEL: Die Corona-Infektionszahlen in Belgien schnellen weiter in die Höhe und erreichen nun fast 8500 neue Fälle pro Tag - also deutlich mehr als im viel größeren Deutschland. In der Woche bis zum 16. Oktober registrierte das staatliche Gesundheitsinstitut Sciensano im Durchschnitt täglich 8422 neue Ansteckungen. Das bedeutet ein Plus von 69 Prozent im Vergleich zur Woche davor.

Am Dienstag lagen 2774 Patienten mit Covid-19 in den belgischen Kliniken, davon 446 auf Intensivstationen, wie die Nachrichtenagentur Belga meldete. Täglich kommen im Schnitt knapp 267 Patienten neu in die Klinik, 95 Prozent mehr als in den sieben Tagen vorher. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion steigt ebenfalls, wenn auch nicht so stark: Täglich sterben rechnerisch 32 Menschen in Belgien an oder mit dem Virus, 15 Prozent mehr im Vergleich zur Vorwoche.

Belgien hat nur rund 11,5 Millionen Einwohner, im Vergleich zu 83 Millionen in Deutschland. In der Bundesrepublik meldete das Robert Koch-Institut am Dienstagmorgen 6868 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden. Deutschland verzeichnete 9836 Todesfälle seit Anfang der Pandemie - in Belgien sind es bereits 10.443.


EU-Parlament: Ältere Motorräder können noch verkauft werden

BRÜSSEL: Bereits hergestellte Motorräder, die nicht der neuen Euro-5-Abgasnorm entsprechen, dürfen in Europa ein weiteres Jahr zum Verkauf angeboten werden. Einen entsprechenden Vorschlag der EU-Kommission nahm das Europaparlament am Montagabend mit großer Mehrheit an, wie ein Sprecher des Parlaments bestätigte. Ursprünglich wäre vom 1. Januar 2021 an die Euro-5-Norm verbindlich gewesen.

Der CDU-Europaabgeordnete Andreas Schwab begrüßte den Beschluss. «Wir müssen angesichts der Covid-19-Krise flexibel sein. Motorräder direkt aus der Fabrikhalle auf die Mülldeponie zu bringen, weil sie nicht mit den ab 2021 geltenden Schadstoffemissionswerten übereinstimmen, schadet nicht nur den Unternehmen, sondern letztlich auch der Umwelt», sagte der binnenmarktpolitische Sprecher der EVP-Fraktion am Dienstag. Denn wegen der Corona-Pandemie sei der Markt für Motorräder dieses Jahr eingebrochen. Viele der unverkauften Motorräder entsprächen noch der Euro-4-Norm.


Autobauer: Corona-Krisenhilfen für Ladestationen ausgeben

BRÜSSEL: Die europäische Autoindustrie fordert, Corona-Krisenhilfen in den Ausbau des Ladenetzes für Elektroautos und andere alternative Antriebe zu stecken. Die Industrie selbst müsse mehr investieren, doch werde das nicht reichen, sagte der Chef des Herstellerverbands Acea, Michael Manley, am Dienstag.

Acea hoffe deshalb auf Unterstützung aus nationalen Corona-Aufbauplänen für Ladenetze, um die Nachfrage nach Autos, Vans, Lastwagen und Bussen mit alternativen Antrieben anzuschieben. Das werde die Erholung der europäischen Wirtschaft stützen und gleichzeitig auf dem Weg zu den ehrgeizigen Klimazielen helfen.

Wegen der Krise wurden in Europa nach Angaben von Acea mehr als 4 Millionen Fahrzeuge weniger produziert. Das entspreche einem Wert von 122 Milliarden Euro. Prognosen zufolge werde der Autoabsatz 2020 um 25 Prozent zurückgehen. Manley nannte die Covid-Krise das größte einzelne Risiko, vor dem die Autoindustrie je gestanden habe.


«Washington Post»: Wunschdenken leitet Trumps Corona-Politik

WASHINGTON: Die «Washington Post» kommentiert am Dienstag die Corona-Politik von US-Präsident Donald Trump:

«Natürlich haben wir Covid satt. Mehr als acht Millionen Amerikaner haben sich mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt und mindestens 219.000 sind gestorben, mehr als in jedem anderen Land. Einige dieser Todesfälle lassen sich darauf zurückführen, dass Herr Trump Wunschdenken zur Politik gemacht hat. Er widersetzte sich einem nationalen Testplan, einer nationalen Strategie im Gesundheitswesen und ermutigt ständig leichtsinniges Verhalten, während er Umsicht verspottet. Das führt zu mehr Arbeitslosigkeit, mehr Krankheit und einem größeren Elend. (...)

Herr Trumps Fehlverhalten bei der Reaktion auf Covid-19 ist in jeder Hinsicht ein Vergehen, dass eine Entlassung rechtfertigt. Zum Glück haben die Amerikaner die Möglichkeit ihn nun (bei der Wahl) zu feuern.»


Mehr als fünf Millionen bestätigte Corona-Fälle in Europa

STOCKHOLM: In der EU und ihren wichtigsten europäischen Partnerstaaten haben sich mittlerweile mehr als fünf Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt. Bis Dienstag wurden dem Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) insgesamt 5.039 783 Fälle aus dem Europäischen Wirtschaftsraum zuzüglich Großbritannien gemeldet. Das sind rund 130.000 mehr als am Vortag, wie aus einer täglich aktualisierten Übersicht des ECDC hervorgeht.

Die mit Abstand meisten Corona-Fälle haben demnach Spanien (974.449), Frankreich (910.277) und Großbritannien (741.212) verzeichnet. Dahinter folgen Italien (423.578), Deutschland (373.167), die Niederlande (235.954) und Belgien (230.387). In der gesamten Region hat es bislang rund 202.000 Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung gegeben.

Zum EWR zählen neben den 27 EU-Staaten auch Norwegen, Island und Liechtenstein. Das ECDC schließt auch das frühere EU-Mitglied Großbritannien mit ein. Dafür wird die Schweiz mit ihren bislang rund 83.000 bestätigten Corona-Fällen nicht miteingerechnet.

Deutlich höher sind die Corona-Zahlen für Europa beim WHO-Regionalbüro. Das liegt daran, dass die WHO Europa insgesamt 53 Länder zur europäischen Region zählt. Die Zahl der bestätigten Infektionen lag in der WHO-Auswertung am Dienstag bei knapp 8,2 Millionen, die Todeszahl bei fast 260.000.

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