Corona-Überblick: Kurzmeldungen am Sonntag

Corona-Überblick: Kurzmeldungen am Sonntag

Mittlerweile 18 Corona-Fälle nach Restaurantbesuch in Ostfriesland

MOORMERLAND: Die Zahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen nach einem Restaurantbesuch in Ostfriesland ist auf 18 gestiegen. Im Laufe des Sonntags kamen sieben bestätigte Fälle hinzu, wie der Landkreis Leer am Abend mitteilte. Unter den Infizierten seien 14 Menschen, die am 15. Mai bei der Wiedereröffnung des Restaurants in geschlossener Gesellschaft dabei waren. Vier weitere Menschen hätten sich in der Folge angesteckt. Insgesamt sei für 118 Menschen häusliche Quarantäne angeordnet worden.

Eine Befragung der Gäste, die am 15. Mai im Restaurant waren, habe zudem «Indizien geliefert, dass an dem Abend möglicherweise gegen Corona-Auflagen verstoßen wurde», hieß es vom Landkreis. Diesen Hinweisen werde in einem Ordnungswidrigkeiten-Verfahren nachgegangen, einschließlich einer Anhörung des Betreibers.

Der Inhaber des betroffenen Restaurants in Moormerland hatte am Samstag gesagt, er wisse nicht, ob sich das Virus am 15. Mai beim Eröffnungsabend seines Lokals verbreitet habe. Es sei auch möglich, dass sich die Menschen vor oder nach dem Abend infiziert hätten.


Chiles Präsident Piñera sieht Gesundheitssystem «sehr nah am Limit»

SANTIAGO DE CHILE: Angesichts der starken Zunahme von Coronavirus-Infektionen geraten die Krankenhäuser in Chile an ihre Grenzen. «Wir sind sehr nah am Limit, weil wir einen großen Anstieg hatten», sagte Präsident Sebastián Piñera der chilenischen Zeitung «La Tercera» zufolge bei der Einweihung einer provisorischen Klinik in Santiago de Chile am Sonntag. Die Zahl Corona-Infizierten in dem südamerikanischen Land stieg in den vergangenen Tagen stark und liegt nach Angaben des Gesundheitsministeriums mittlerweile bei knapp 70 000, 718 Patienten starben im Zusammenhang mit dem Virus. Der Großraum Santiago, in dem etwa acht Millionen Menschen - gut 40 Prozent der Gesamtbevölkerung Chiles - leben, steht unter Quarantäne.

Auch in anderen Ländern in Lateinamerika stiegen die Infektionszahlen und die Zahlen der Todesopfer deutlich. Brasilien, das neue Epizentrum, meldete am Wochenende mehr als 363.000 Infektionen und mehr als 22.600 Tote. Mexiko berichtete am Samstag von einen Anstieg der Infektionen im Vergleich zum Vortag um 3329 - ein neuer Negativ-Rekord für diesen Zeitraum. Zu den inzwischen 68.620 bestätigten Fällen kommen fast 30.000 Verdachtsfälle. Die Zahl der Toten stieg auf 7394. Kolumbien (21.175) überschritt die Marke von 20.000 bestätigten Fällen, 727 Patienten sind bislang gestorben.

Vielerorts ist mit der Gesundheits- eine soziale Krise verbunden. In Kolumbien hängen Notleidende rote Fahnen aus dem Fenster, in Guatemala und El Salvador weiße Fahnen. In Chile kündigte die Regierung zwar die Verteilung von Lebensmittelpaketen an, allerdings verzögerte sich die Auslieferung. Bei Protesten gegen die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise kam es in Santiago zuletzt zu Krawallen und Gewalt, ein Polizist wurde angeschossen.


Japanische Bauern bieten in Corona-Krise Studenten Jobs an

FUKUSHIMA: In Japan bieten Bauern Studenten, die wegen der Corona-Krise ihre Teilzeitjobs verloren haben, vorübergehend Arbeit auf Obstplantagen an. Wie örtliche Medien am Montag berichteten, haben Bauern in der Provinz Fukushima zu diesem Zweck ein Programm gestartet, das Bauern und Studenten zusammenbringt. Das Projekt der Agrargenossenschaft JA Fukushima Mirai helfe nicht nur den Studierenden, ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Auch die örtlichen Landwirte brauchten in der Obst-Hochsaison dringend helfende Hände.

Um Studenten für die Erntearbeit zu gewinnen, bieten die Bauern nicht nur einen Stundenlohn an, sondern haben auch einen Bus-Pendelverkehr zwischen dem nächstgelegenen Bahnhof und den Plantagen eingerichtet. Das 2011 von einem Tsunami und einem Atomunfall heimgesuchte Fukushima ist unter anderem für Pfirsiche berühmt. Nach großflächigen Dekontaminierungsarbeiten wegen des Atomunfalls gelten Lebensmittel aus Fukushima, die auf den Markt kommen, längst wieder als sicher.


Japaner setzen im Notstand etwas «Corona-Fett» an

TOKIO: Die Corona-Krise hat auch die allgemein eher schlanken Japaner das eine oder andere Pfund zulegen lassen. In einer Online-Umfrage gab mehr als ein Drittel der Frauen und Männer in Japan an, während des landesweiten Corona-Notstands zu Hause zugenommen zu haben, wie die japanische Nachrichtenagentur Jiji Press am Montag berichtete. Unter den von der Tokioter Online-Fitness-Firma «30.f» befragten 600 Frauen und Männer im Alter zwischen 20 und 49 Jahren berichteten 42,7 Prozent der Frauen, «Corona-Fett» zugelegt zu haben. Bei den Männern waren es 30,4 Prozent. Demnach legten die Frauen durchschnittlich 2,6 Kilogramm und die Männer 3,3 Kilo zu.

Doch die Zeit des Notstands, in der die Japaner aufgefordert waren, möglichst zu Hause zu bleiben, geht zu Ende: Am Montag wurde erwartet, dass als letzte Regionen des Landes auch im Großraum Tokio sowie der nördlichsten Provinz Hokkaido der Notstand aufgehoben wird.


US-Regierung verbietet wegen Coronavirus Einreisen aus Brasilien

WASHINGTON: Angesichts der rasant steigenden Zahl von Corona-Infektionen in Brasilien hat die US-Regierung weitgehende Einreisebeschränkungen für Menschen aus dem südamerikanischen Land erlassen. Brasilianer und Ausländer, die sich in den zwei Wochen vor einer geplanten Einreise in dem Land aufgehalten haben, dürfen nicht mehr in die USA kommen, wie das Weiße Haus am Sonntag erklärte. Die Regelung gilt ab Freitag und ist zeitlich nicht begrenzt. Ausgenommen davon sind unter anderem US-Bürger, deren Familienangehörige, Menschen mit dauerhafter Aufenthaltsgenehmigung und Diplomaten.

«Die Maßnahme wird dabei helfen, sicherzustellen, dass Ausländer, die in Brasilien waren, keine Quelle neuer Infektionen in unserem Land werden», erklärte die Sprecherin von Präsident Donald Trump, Kayleigh McEnany. Der Handel sei von den neuen Beschränkungen nicht betroffen, hieß es weiter. Wegen der Ausbreitung des Coronavirus hatte Trump bereits einen Einreisestopp für Ausländer aus China, dem europäischen Schengenraum, Großbritannien und Irland verhängt. Auch Reisen über die amerikanische Grenze zu Kanada im Norden und Mexiko im Süden sind wegen der Pandemie vorübergehend eingeschränkt.

In Brasilien gab es Daten der US-Universität Johns Hopkins zufolge bis Sonntag (Ortszeit) rund 350 000 bestätigte Coronavirus-Infektionen und 22 000 Todesfälle. Das einwohnerstärkste Land Lateinamerikas hat damit in absoluten Zahlen weltweit inzwischen die zweitmeisten Infektionen registriert - mehr gibt es nur in den USA mit gut 1,6 Millionen bekannten Infektionen und knapp 100 000 Todesfällen.


«Wahrheitsverdreher»: Johnson-Kritik von offiziellem Beamten-Account

LONDON: Eine ungewöhnlich kritische Bemerkung über Premierminister Boris Johnson vom offiziellen Account der britischen Berufsbeamten (Civil Service) hat am Sonntag in sozialen Medien für Aufsehen gesorgt. Darin hieß es: «Arrogant und beleidigend. Können Sie sich vorstellen, wie es ist, mit diesen Wahrheitsverdrehern zusammenzuarbeiten?»

Wer die Nachricht geschrieben hatte, war zunächst unklar. Sie bezog sich offenbar auf eine Pressekonferenz, bei der Johnson seinen umstrittenen Berater Dominic Cummings gegen Vorwürfe verteidigte, die Lockdown-Regeln des Landes verletzt zu haben. Medien hatten zuvor berichtet, dass Cummings Ende März mit seiner an Covid-19 erkrankten Frau und seinem Sohn quer durchs Land zu seinen Eltern gefahren war, um dort in Selbstisolation zu gehen. Von allen Seiten hagelte es daraufhin Rücktrittsforderungen. Doch Johnson hielt an Cummings fest.

Stattdessen kündigte die Regierung an, dem kritischen Tweet nachzugehen. «Ein nicht autorisierter Tweet wurde heute Abend von einem Regierungskanal gesendet. Die Nachricht wurde entfernt und wir untersuchen die Angelegenheit.» Doch damit handelte sie sich noch mehr Spott ein. Harry-Potter-Autorin J.K. Rowling antwortete darauf: «Wenn Sie rausgefunden haben, wer es war, lassen Sie es uns wissen, ich will denen ein Jahresgehalt geben.» Ex-Fußballstar und BBC-Moderator Gary Lineker twitterte: «Eine nicht autorisierte Reise wurde von einem Regierungsberater unternommen. Der Berater wird nicht entfernt und wir untersuchen die Angelegenheit nicht.»


Corona in Südafrika: Präsident kündigt Lockerung von Alkoholverbot an

JOHANNESBURG: Nach einem wochenlangen Alkoholverbot im Rahmen der Corona-Restriktionen in Südafrika will Präsident Cyril Ramaphosa diese Regelung nun lockern. Anfang Juni würden die landesweiten Corona-Restriktionen von der bestehenden Stufe vier auf das Niveau drei zurückgestuft, sagte Ramaphosa am Sonntagabend in einer Rede an die Nation. Damit werde der Alkohol für den Konsum zu Hause wieder erlaubt. Allerdings werde der Verkauf nur unter strengen Auflagen zu bestimmten Zeiten erlaubt sein. Weitere Details dazu sollten zu einem späteren Zeitpunkt verkündet werden, sagte er. Der Verkauf von Tabakwaren bleibe wegen der Gesundheitsrisiken weiterhin verboten.

Südafrika hatte Ende März im Kampf gegen das Coronavirus eine landesweite Ausgangssperre verhängt. Sie galt als eine der strengsten weltweit - verboten waren selbst Jogging- oder Gassigeh-Runden. In dem Land wurden laut Ramaphosa bislang mehr als 22.500 Fälle von Covid-19 bestätigt.


Tschechien öffnet Restaurants, Cafés, Hotels und Schwimmbäder

PRAG: In Tschechien tritt am Montag die nächste große Lockerungswelle bei den Corona-Maßnahmen in Kraft. Restaurants, Bars und Cafés dürfen ihre Innenräume öffnen. Auch Hotels und Pensionen sowie Hallen- und Freibäder öffnen wieder ihre Tore. Burgen und Schlösser heißen Besucher willkommen. Grünes Licht bekommen Sportveranstaltungen mit insgesamt bis zu 300 Teilnehmern und Zuschauern. In allen Fällen gelten besondere Hygieneregeln.

Im östlichen Bezirk Karvina bleiben einige Maßnahmen wie ein Besuchsverbot in Krankenhäusern länger als im Rest des Landes bestehen. Das gab Gesundheitsminister Adam Vojtech am Sonntag bekannt. Grund sei ein großer Infektionsherd in dem Steinkohlebergwerk Darkov. Unter den dort arbeitenden Bergleuten und ihren Familienangehörigen wurden bisher 212 Personen positiv auf das Coronavirus getestet.

Für ausländische Touristen gilt derzeit noch ein Einreisestopp nach Tschechien. Ein festes Datum für die Wiedereröffnung der Grenze zu Deutschland steht noch nicht fest, dies könnte aber nach früheren Aussagen der Regierung bereits Mitte Juni geschehen. In Tschechien waren bis Sonntagabend 8932 bestätigte Coronavirus-Infektionen gemeldet. 315 Menschen starben.


Deutsche Wirtschaft schrumpft - Bundesamt veröffentlicht Detail-Daten

WIESBADEN: Deutschland ist im Zuge der Corona-Krise in eine Rezession gestürzt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) schrumpfte nach vorläufigen Daten des Statistischen Bundesamtes im ersten Vierteljahr gegenüber dem Vorquartal um 2,2 Prozent.

Details zur Entwicklung in Europas größter Volkswirtschaft gibt die Behörde am Montag (08.00 Uhr) bekannt. Im März hatte sich die Pandemie in Europa ausgebreitet. Ausgangsbeschränkungen, geschlossene Grenzen und Geschäfte brachten das Wirtschaftsleben in großen Teilen zum Erliegen.

Der Einbruch zum Jahresanfang war nach den vorläufigen Daten des Bundesamtes der stärkste Rückgang im Quartalsvergleich seit der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise 2009 und der zweitstärkste seit der deutschen Wiedervereinigung. Bereits im Schlussquartal 2019 war die Wirtschaftsleistung nach jüngster Berechnung der Statistiker gegenüber dem Vorquartal um 0,1 Prozent zurückgegangen. Sinkt die Wirtschaftsleistung zwei Quartale in Folge, sprechen Ökonomen von einer «technischen Rezession».


Reporter in Simbabwe wegen Verstoßes gegen Corona-Regeln festgenommen

HARARE: In Simbabwe sind zwei Journalisten wegen mutmaßlicher Verstöße gegen Corona-Regelungen festgenommen worden. Die Polizei werfe ihnen vor, die Abstandsregeln nicht eingehalten zu haben. Zudem hätten sie sich einer Anordnung eines Polizisten widersetzt, sagte Polizeisprecher Paul Nyathi am Sonntag. Die beiden wurden am Samstag vor Gericht angeklagt und sind nun bis zu ihrer Kautions-Anhörung am Dienstag in Haft.

Die Journalisten wurden am Freitag in Harare festgenommen. Sie wollten drei Oppositionelle - Opfer mutmaßlicher Entführungen - in einem Krankenhaus interviewen, wie es in der Anklage hieß. Nach Absprache mit der Klinik und im Rahmen der Corona-Einschränkungen habe die Polizei den Journalisten den Zutritt verweigert. Dennoch hätten sie am Tag darauf unrechtmäßig das Krankenhaus betreten und die Abstandsregel untereinander und zu den Opfern «nicht eingehalten». Der Anwalt der Angeklagten, Paidamoyo Saurombe, sagte, die Journalisten hätten von dem Krankenhaus und den Opfern Erlaubnis bekommen, die Klinik zu betreten und ihre Fragen zu stellen.

Menschenrechtler zufolge ist die Regierung Simbabwes bereits öfters im Rahmen der Corona-Einschränkungen gegen Medien vorgegangen. Journalisten, die über Covid-19 berichteten, seien eingeschüchtert oder festgenommen worden, teilte Amnesty International jüngst mit.


Papst segnet nach Corona-Pause wieder Pilger auf dem Petersplatz

ROM: Erstmals seit der Aufhebung der Corona-Beschränkungen in Italien hat der Papst seinen Sonntagssegen wieder vor Pilgern erteilt, die auf dem Petersplatz standen. Der Platz vor dem Petersdom war seit März gesperrt gewesen und erst am Montag wieder geöffnet worden.

Der 83-jährige Franziskus hatte zunächst sein Mittagsgebet in der Bibliothek des Apostolischen Palastes gesprochen. Es wurde unter anderem zu den Menschen draußen übertragen. Danach trat das katholische Kirchenoberhaupt ans Fenster des Palastes und segnete die Gläubigen aus großer Entfernung.

Auf dem Platz waren nur recht wenige Menschen zugelassen. Sie mussten zum Schutz vor Ansteckung mit dem Virus größeren Abstand voneinander halten. In Italien waren am 18. Mai viele Beschränkungen gefallen, die beim Lockdown vom 10. März verhängt worden waren. Auch Gottesdienste sind wieder erlaubt.


Greta Thunberg kritisiert brasilianischen Umweltminister Salles

BRASÍLIA: Greta Thunberg hat Kritik an den Äußerungen des brasilianischen Umweltministers Ricardo Salles zu Lockerungen von Bestimmungen für das Amazonas-Gebiet in der Covid-10-Pandemie geübt. «Stellt euch vor, was gesagt wurde, als die Kamera aus war. Unsere gemeinsame Zukunft ist nur ein Spiel für sie», schrieb die schwedische Klima-Aktivistin auf Twitter und verlinkte einen Bericht über ein am Freitag freigegebenes Video einer Kabinettssitzung. «Rettet Amazonien.»

Salles zufolge sollte die Regierung es ausnutzen, dass die Aufmerksamkeit der Gesellschaft auf das Coronavirus gerichtet ist, um Umweltvorschriften für Amazonien zu lockern, ohne einen Aufschrei zu erzeugen. «Wir haben in diesem Moment die Gelegenheit, alle Regelungen zu ändern und die Vorschriften zu vereinfachen», sagte Salles. Die Aufnahme ist eigentlich Teil eines Verfahrens gegen den rechten Präsidenten Jair Bolsonaro wegen politischer Einflussnahme auf die Bundespolizei.

Das Video scheint die Vorwürfe gegen den darin Schimpfwörter schleudernden Bolsonaro zu verfestigen. Aber es zeigte auch schockierende Aussagen anderer Minister wie des für Bildung zuständigen Abraham Weintraub, der die Richter des Obersten Gerichts als «Penner» bezeichnete, die hinter Gitter gehörten, oder Salles. Tatsächlich ist die Abholzung in Amazonien in den ersten vier Monaten des Jahres nach den Daten des Nationalen Institut für Weltraumforschung Inpe im Jahresvergleich um 55 Prozent gestiegen.


Wegen Corona: Fest zum Ende des Fastenmonats Ramadan ohne Besuche

RIAD/KAIRO: Nach entbehrungsreichen Wochen ist für Millionen Muslime weltweit der Fastenmonat Ramadan zu Ende gegangen. Am Sonntag begann das mehrtägige so genannte Zuckerfest, das in diesem Jahr jedoch im Schatten der Corona-Pandemie steht. Sonst kommen zu dieser Zeit Muslime in Moscheen und mit ihren Familien zusammen, um gemeinsam zu beten und zu feiern. Doch um eine Ausbreitung von Corona zu verhindern, haben viele Länder strikte Ausgangsbeschränkungen erlassen, so dass die Gläubigen dort zu Hause bleiben müssen.

Während des Ramadans, der Ende April begonnen hatte, durften gläubige Muslime zwischen Sonnenaufgang und -untergang nichts essen und trinken. Das Fasten gehört zu den sogenannten fünf Säulen des Islams. Das Ende des Fastenmonats richtet sich nach dem Mond. Wie der Ramadan beginnt das Eid al-Fitr genannte Fest mit der Sichtung des Neumonds. Vor allem Kinder bekommen dann Geschenke und Süßigkeiten.

Die Moscheen sind jedoch in den allermeisten Ländern seit Wochen geschlossen - und bleiben es auch während des Eid al-Fitr. Vor allem die Länder am Persischen Golf hatten in vergangenen Tagen hohe Zahlen neuer Corona-Fälle gemeldet. So registrierte Saudi-Arabien in dieser Woche täglich weit mehr als 2000 neue Infizierungen. Insgesamt haben sich in dem Königreich mehr als 70.000 Menschen angesteckt.


Auf Corona-Streife: Polizeipferde beim Salsa-Kurs

DEN HAAG: Eine Salsa-Lehrerin in Den Haag hat in der Corona-Krise ungewöhnliche Schüler bekommen: Zwei Polizisten hoch zu Ross.

Die Beamten hatten auf ihrer Streife durch den Zuiderpark in der niederländischen Stadt eine Tanz-Gruppe entdeckt. Da Sport wegen der Corona-Krise zur Zeit nur draußen gestattet ist, hatte die Tanzlehrerin kurzerhand ihren Salsa-Kurs in den Park verlegt. Die Polizisten schrieben auch kein Knöllchen, sondern nutzten die Gelegenheit und machten kurzerhand mit, wie ein Video des niederländischen Fernsehens am Sonntag zeigt. Elegant folgen die Pferde den Bewegungen der anderen Tänzer - eins, zwei, Wiegeschritt und Drehung. «Das war echt toll», sagte Tanzlehrerin Fieke dem Sender. «Die Beamten waren begeistert, und es war toll, dass sie mitgemacht haben.».


Corona-Todesfälle in Russland erreichen neuen Höchststand

MOSKAU: In Russland ist die Zahl der Corona-Todesfälle innerhalb eines Tages auf einen neuen Höchststand gestiegen. 153 infizierte Menschen starben seit Samstag, wie die Behörden in Moskau am Sonntag mitteilten. Damit gibt es mittlerweile 3541 Tote im Zusammenhang mit Sars-CoV-2. Landesweit haben sich mehr als 344 400 Menschen infiziert - 113 300 gelten als genesen.

Die Zahl der registrierten Menschen, die mit oder an dem Virus gestorben sind, ist in Russland vergleichsweise niedrig ist. Zuletzt gab es Berichte in mehreren Medien, dass viele Todesfälle nicht in der Statistik auftauchten. Die Regierung dementierte das vehement.

Vize-Regierungschefin Tatjana Golikowa sagte am Freitag: «Die Zahl der Toten dürfte im Mai ernsthaft steigen.» Sie verwies darauf, dass Russland erst später als viele europäische Länder schwer von der Pandemie getroffen wurde. Das Virus war zuerst in China ausgebrochen. Russland hatte sich auch wegen seiner langen Grenze zum Nachbarland China vergleichsweise rasch abgeschottet.

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