Corona-Überblick: Kurzmeldungen am Montag

Corona-Überblick: Kurzmeldungen am Montag

São Paulo schafft «Mega-Feiertag» als Anti-Corona-Maßnahme

SÃO PAULO: Wegen der Covid-19-Pandemie hat die Stadt São Paulo mehrere Feiertage aus anderen Monaten auf diese Woche vorgezogen. Dies entschied der Stadtrat in einer außerordentlichen Sitzung am Montag. Damit schuf eine der größten Städte in Lateinamerika, die auch eine der vom Coronavirus am meisten betroffenen Städte ist, einen «Mega-Feiertag» von diesem Mittwoch an bis Montag. Erfahrungsgemäß gelingt es an Wochenenden und Feiertagen mehr Bewohnern, sich an die Einschränkungen des öffentlichen Lebens zu halten. São Paulo, der mit mehr als 40 Millionen Einwohnern bevölkerungsreichste Bundesstaat Brasiliens, meldete - wie etwa auch Mexiko - zuletzt mehr Corona-Tote als China.

Insgesamt sind in Brasilien bislang 16.792 Menschen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben. 254.220 Menschen haben sich mit dem Coronavirus infiziert. Nach den Daten der in den USA beheimateten Johns-Hopkins-Universität liegt das Land mit kontinentalen Ausmaßen damit bei der Zahl der Todesopfer weiter auf Platz sechs, bei der Zahl der Infizierten rückt es auf Platz drei der am schwersten betroffenen Länder vor Großbritannien und hinter die USA und Russland. Auch in anderen Ländern Lateinamerikas steigen die Infektionszahlen mit dem neuen Coronavirus und auch die Zahlen der Todesopfer deutlich.


Gegen Spende in Corona-Krise: Antennen-Farbe in New York aussuchen

NEW YORK: Wer schon immer mal die Farben der Antennen von New Yorker Wolkenkratzern kontrollieren wollte, der kann das jetzt gegen eine Spende in der Corona-Pandemie machen - mit dem Handy von überall aus. Die App «Spireworks» war bislang nur mit persönlicher Einladung zugänglich, in der Corona-Krise aber haben die Entwickler sie für alle geöffnet - gegen eine Spende an die Benefiz-Organisation GlobalGiving.

Mit der App können die Farben der Antennen der Wolkenkratzer «One Bryant Park» und «151 West 42nd Street» mitten in Manhattan kontrolliert werden. Wer sich anmeldet, muss in einer virtuellen Schlange warten und kann dann, wenn er dran ist, für einen kurzen Zeitraum aussuchen, in welchen Farben die Antennen leuchten. Wer die Hochhäuser von seinem Standort aus nicht sehen kann, kann sie neuerdings auf der «Spireworks»-Webseite im Livestream beobachten. Entwickelt wurde die App schon vor einigen Jahren von der Durst Organization, die die Hochhäuser verwaltet.


Brasilien hat mehr Corona-Infizierte als Großbritannien

BRASÍLIA: Brasilien hat Großbritannien bei der Zahl der Corona-Infizierten überholt. Dies ist aus den jüngsten Daten des Gesundheitsministeriums in Brasília vom Montag ersichtlich. Demnach haben sich in dem mit 210 Millionen Einwohnern größten Land in Lateinamerika 254.220 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 244.995 in Großbritannien. 16.792 Menschen sind in Brasilien im Zusammenhang mit dem Virus bislang gestorben.

Nach den Daten der in den USA beheimateten Johns-Hopkins-Universität liegt das Land mit kontinentalen Ausmaßen damit bei der Zahl der Todesopfer weiter auf Platz sechs, bei der Zahl der Infizierten rückt es auf Platz drei der am schwersten betroffenen Länder vor Großbritannien und hinter die USA und Russland. Die Dunkelziffer der Infizierten dürfte unter anderem aufgrund fehlender Tests und noch nicht ausgewerteter Laborergebnisse noch weit höher liegen.

Der strukturschwache Norden und der Nordosten Brasiliens sind nach einer Erhebung des Portals «G1» am meisten betroffen. Die fünf Städte mit der höchsten Infektionsrate und auch mit der höchsten Mortalitätsrate liegen allesamt im Bundesstaat Amazonas. Auch in anderen Ländern Lateinamerikas steigen die Infektionszahlen mit dem neuen Coronavirus und auch die Zahlen der Todesopfer deutlich.


«Macht das nicht»: Harry Styles' neues Kuschelvideo elektrisiert Fans

NEW YORK: Der britische Popstar Harry Styles hat sein neues Video zum Song «Watermelon Sugar» veröffentlicht - und elektrisiert seine Fans mit dem körperbetonten Bildern in der Corona-Krise anscheinend besonders. Schon kurz nach Veröffentlichung gehörte das Video, in dem sich der 26-Jährige meist eng umschlungen zwischen jungen Frauen am Strand räkelt, in Sozialen Netzwerken zu den am meisten geteilten.

Dabei entspricht das laut Magazin «Rolling Stone» im Januar in Kalifornien gedrehte «Watermelon Sugar» so gar nicht den momentan in den USA geltenden Abstandsregeln. «MACHT DAS NICHT ZUHAUSE. Haltet Abstand zueinander», schrieb der ehemalige «One Direction»-Sänger deswegen auf Twitter. Seine Botschaft mit dem Videolink wurde allein in den ersten zwei Stunden nach Veröffentlichung über 130 000 Mal geteilt.


Ugandische Aktivistin Stella Nyanzi erneut festgenommen

KAMPALA: Eine ugandische Aktivistin, die wegen eines Gedichts über Langzeitpräsident Yoweri Museveni im vergangenen Jahr zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden war, ist erneut festgenommen worden. Stella Nyanzi hatte am Montag an einem Protest gegen die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie teilgenommen, wie die Polizei mitteilte. Sie wurde zusammen mit vier anderen Demonstranten gefasst, sagte Polizeisprecher Luke Oweyisigire der Deutschen Presse-Agentur. Ihre werde Anstiftung zur Gewalt vorgeworfen. Ein Gericht werde sie nun vernehmen. Museveni hatte im März Ausgangsbeschränkungen wegen der Coronavirus-Pandemie verhängt.

Nyanzi hatte sich zuvor in einem 2018 auf Facebook geposteten Gedicht abfällig über Museveni geäußert und ihn als «Diktator» bezeichnet. Im August vergangenen Jahres wurde sie zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt. Im Februar wurde Nyanzi freigelassen. Museveni (75) ist in dem ostafrikanischen Land seit 1986 an der Macht.

Uganda hat bisher 248 bestätigte Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus registriert. Todesfälle infolge der Lungenkrankheit Covid-19 wurden offiziellen Angaben zufolge bisher nicht gemeldet.


Euphorie an New Yorker Börse wegen Impfstoffkandidaten

NEW YORK: Positive Nachrichten zu einem Impfstoffkandidaten gegen die Lungenkrankheit Covid-19 haben am Montag die US-Börsen beflügelt. Hinzu kam Optimismus über zunehmenden Lockerungen in einigen US-Bundesstaaten, und auch die fortgesetzte Erholung am Ölmarkt stützte. Der Dow Jones Industrial sprang wieder über die Marke von 24.000 Punkten, um die herum er seit Anfang April pendelt.

Anleger reagierten zudem erleichtert auf Aussagen des US-Notenbank-Präsidenten Jerome Powell, der bereits im Sommer eine Konjunkturerholung erwartet und nicht mit einer Depression wie in den 1930er Jahren rechnet. Außerdem werde darauf gesetzt, dass die Fed weiter stützend eingreife, falls dies nötig sein sollte, sagten Händler.

Der US-Leitindex Dow beendete den Handel mit plus 3,85 Prozent auf 24.597,37 Punkte und machte damit seine Verluste aus der vergangenen Woche mehr als wett. Der S&P 500 rückte zum Wochenstart um 3,15 Prozent auf 2953,91 Zähler vor. Damit schloss der den breiten Markt umfassende Index auf dem höchsten Stand seit dem 6. März, als der Corona-Crash in vollem Gange war. Der technologielastige Nasdaq 100 stieg am Montag um 1,96 Prozent auf 9331,93 Punkte.


US-Anleihen: Kursverluste im Handelsverlauf kräftig ausgeweitet

NEW YORK: Die Kurse von US-Staatsanleihen haben am Montag ihre Verluste im Handelsverlauf kräftig ausgeweitet. Händler verwiesen vor allem auf die Gewinne an den Aktienmärkten. Nach positiven Nachrichten zu einem Impfstoffkandidaten gegen die Lungenkrankheit Covid-19 herrschte dort eine nahezu euphorische Stimmung. Auch die anziehenden Ölpreise unterstützten die Zuversicht der Anleger.

Zweijährige Anleihen büßten 2/32 Punkte auf 99 29/32 Punkte ein und rentierten mit 0,181 Prozent. Fünfjährige Anleihen gaben um 10/32 Punkte auf 100 Punkte nach. Sie rentierten mit 0,373 Prozent. Richtungweisende zehnjährige Staatsanleihen verloren 28/32 Punkte auf 98 29/32 Punkte und rentierten mit 0,736 Prozent. Longbonds mit einer Laufzeit von 30 Jahren gaben um 2 26/32 Punkte auf 95 7/32 Punkte nach. Ihr Rendite stieg auf 1,444 Prozent.


Sánchez lobt deutsch-französischen Vorschlag zum Wiederaufbau

MADRID: Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez hat den von Deutschland und Frankreich vorgeschlagenen Plan zum Wiederaufbau von Europas Wirtschaft nach der Corona-Krise positiv beurteilt. Es sei «ein erster Schritt in eine gute Richtung», schrieb der sozialistische Politiker am Montagabend auf Twitter. Sánchez sprach von einer «Initiative, die auf einer Linie mit unseren Forderungen ist und bei der wir weiter vorwärtskommen müssen.»

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident Emmanuel Macron hatten am Montag ein Programm zur wirtschaftlichen Erholung der EU im Umfang von 500 Milliarden Euro vorgeschlagen. Das Geld soll demnach im Namen der EU am Kapitalmarkt aufgenommen werden und im Rahmen des mehrjährigen EU-Finanzrahmens als Hilfen an Krisenstaaten gehen. Der Plan muss allerdings von allen 27 EU-Staaten einstimmig beschlossen werden.

Mit mehr als 27.500 Toten und über 230.000 Infektionen ist Spanien eines der von der Pandemie weltweit am schwersten betroffenen Länder. Das spanische Bruttoinlandsprodukt wird dieses Jahr nach Schätzung der Regierung um etwa 9,2 Prozent schrumpfen. Erwartet wird zudem ein Anstieg der Arbeitslosenrate von 13,8 Prozent Ende 2019 auf rund 19 Prozent in diesem Jahr.


Krawalle bei Corona-Protesten in Chile

SANTIAGO DE CHILE: Bei Protesten wegen der wirtschaftlichen Härten in der Corona-Krise haben sich Demonstranten und Polizisten in einem Vorort von Santiago de Chile heftige Auseinandersetzungen geliefert. Bewohner von El Bosque im Süden der chilenischen Hauptstadt errichteten am Montag Barrikaden und warfen Steine auf Polizisten, wie der Radiosender Cooperativa berichtete. Die Beamten setzten Wasserwerfer und Tränengas ein.

Die Ortschaft steht wegen der grassierenden Corona-Pandemie seit rund einem Monat unter Quarantäne. Viele Bewohner können deshalb ihrer Arbeit nicht nachgehen. «Wir sehen, dass die medizinische Pandemie auch zu einer sozialen Pandemie führt», sagte Bürgermeister Sadi Melo. «Seit vier Wochen stehen wir hier unter Quarantäne, die Leute haben kein Geld, und Lebensmittel und Hunger sind ein Thema.» Er rief die Regierung dazu auf, Nahrungsmittel in der Gemeinde zu verteilen.

In Chile haben sich bislang 46.059 Menschen nachweislich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert, 478 Patienten sind im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Wegen des starken Anstiegs der Infektionen hatte die Regierung des südamerikanischen Landes zuletzt den gesamten Ballungsraum um die Hauptstadt Santiago de Chile unter Quarantäne gestellt.


Hornbach rechnet trotz Corona-Krise mit starkem ersten Quartal

NEUSTADT AN DER WEINSTRAßE: Der Baumarktkonzern Hornbach rechnet trotz der coronabedingten vorübergehenden Schließung vieler Filialen mit einem insgesamt guten ersten Geschäftsquartal. Umsatz und Ertrag dürften in dem bis 31. Mai laufenden ersten Geschäftsjahresviertel «signifikant über den Vorjahreswerten liegen», teilte das Unternehmen am Montagabend mit. Die durch die Schließung bedingten Einbußen seien dank der hohen Umsätze in den geöffneten beziehungsweise wiedereröffneten Baumärkten, Onlineshops und Baustoffhandelsniederlassungen «mehr und mehr überkompensiert» worden.

Allerdings sieht der Vorstand für die restlichen neun Monate des Geschäftsjahres 2020/21 wegen der schwer abschätzbaren Auswirkungen der Corona-Krise erhebliche konjunkturelle Risiken. Dies werde sich voraussichtlich im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres negativ auf die Umsatz- und Ertragsentwicklung der Hornbach-Gruppe auswirken. Daher hält es der Vorstand für wahrscheinlich, dass die Konzernumsätze im Geschäftsjahr 2020/21 in etwa das Niveau des vorangegangenen Geschäftsjahres (4,7 Mrd Euro) erreichen werden. Das um nicht-operative Ergebniseffekte bereinigte Konzernbetriebsergebnis (Ebit) dürfte zugleich leicht unter dem Vorjahreswert liegen.

Nachbörslich wurde ein positives Gesamtfazit gezogen: Der Aktienkurs von Hornbach Holding sprang auf der Handelsplattform Tradegate in einer ersten Reaktion um rund fünf Prozent nach oben. Die Zahlen des ersten Geschäftsquartals 2020/21 sollen am 26. Juni 2020 bekannt gegeben werden.


J.C. Penney will fast 30 Prozent der Geschäfte schließen

PLANO: Die US-Warenhauskette J.C. Penney will in ihrem Insolvenzverfahren fast 30 Prozent der Läden aufgeben. Von den zuletzt noch 846 Geschäften sollen noch rund 604 übrigbleiben, wie aus einem Sanierungsplan des Traditionsunternehmens hervorgeht. Dabei handelt es sich vor allem um schlecht besuchte Standorte: Der Umsatz im Ladennetz werde durch die Schließungen um 19 Prozent auf 7,5 Milliarden Dollar sinken, hieß es. J.C. Penney machte keine Angaben dazu, wie viele der rund 85.000 Arbeitsplätze übrigbleiben sollen.

Das 118 Jahre alte Unternehmen hatte am Freitag Insolvenz angemeldet und will sich mit der Aufgabe von Läden neu aufstellen sowie nach einem Käufer suchen. Nach den Insolvenzanträgen der Ladenketten Neiman Marcus und J. Crew ist J.C. Penney das bisher größte Corona-Opfer im US-Einzelhandel.


Grüne loben deutsch-französische Initiative zum Wiederaufbau

BRÜSSEL: Die Grünen im Europaparlament haben den deutsch-französischen Plan zur wirtschaftlichen Erholung als positives Signal gewertet. «Auf diese gemeinsame Initiative haben wir lange gewartet», erklärte der Finanzexperte Sven Giegold am Montagabend. Gleichwohl sei der Umfang von 500 Milliarden Euro zu klein. Das EU-Parlament hatte zuletzt Investitionen im Umfang von 2000 Milliarden Euro gegen die Corona-Krise gefordert.

Der stellvertretende FDP-Bundestagsfraktionschef Christian Dürr äußerte sich indes kritisch. «Die EU hat ein Verschuldungsverbot und daran muss sie sich halten», warnte er. Auch der AfD-Europapolitiker Gunnar Beck kritisierte die Kreditaufnahme für den EU-Haushalt als rechtswidrig: «Es ist erstaunlich, wie sorg- und bedenkenlos Frau Merkel EU-Recht biegt, beugt und bricht.»

Aus Sicht von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ist ihr Vorschlag jedoch vom EU-Recht gedeckt. Sie hatten einen gemeinsamen Plan für ein Wiederaufbauprogramm präsentiert. Danach soll das Geld im Namen der EU am Kapitalmarkt aufgenommen werden und im Kontext des mehrjährigen EU-Finanzrahmens als Hilfen an Krisenstaaten fließen.


Kurz gegen Zuschüsse zum Wiederaufbau der Wirtschaft in der EU

WIEN: Der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz hat sich kritisch zu dem von Deutschland und Frankreich vorgeschlagenen Wiederaufbauplan für die europäische Wirtschaft geäußert. Österreich halte an seiner Position fest, dass von der EU rückzahlbare Kredite und keine Zuschüsse an Krisenstaaten vergeben werden sollten, sagte Kurz am Montag in Wien. «Wir werden uns weiterhin solidarisch zeigen und Länder, die am stärksten von der Coronakrise betroffen sind, unterstützen, jedoch muss dies über Kredite erfolgen und nicht über Zuschüsse», hieß es auf Anfrage der Nachrichtenagentur APA aus dem Bundeskanzleramt.

Dazu habe er sich auch mit den Regierungschefs Dänemarks, der Niederlande und Schwedens ausgetauscht, schrieb der konservative Politiker auf Twitter. «Unsere Position bleibt unverändert», so Kurz weiter.

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident Emmanuel Macron hatten am Montag ein Programm zur wirtschaftlichen Erholung der EU im Umfang von 500 Milliarden Euro vorgeschlagen. Dies könnte vor allem von der Pandemie stark betroffenen Staaten wie Italien und Spanien Luft verschaffen. Der Plan muss allerdings von allen 27 EU-Staaten einstimmig beschlossen werden. Die Milliardensumme soll demnach im Namen der EU am Kapitalmarkt aufgenommen werden und im Rahmen des mehrjährigen EU-Finanzrahmens als Hilfen an Krisenstaaten gehen.


Frankreich muss Versammlungsverbot in Gotteshäusern aufheben

PARIS: Frankreichs Staatsrat hat die Regierung angewiesen, das absolute Versammlungsverbot in Gotteshäusern aufzuheben. Stattdessen müsse die Regierung Maßnahmen erlassen, die dem Kampf gegen das Coronavirus angemessen seien und Gottesdienste ermöglichen, teilte der Staatsrat als oberstes Verwaltungsgericht am Montag mit. Religionsfreiheit sei ein Grundrecht - dazu zähle auch, kollektiv an Zeremonien in Gotteshäusern teilzunehmen. Sie müsse jedoch mit dem Gesundheitsschutz in Einklang gebracht werden.

Trotz Lockerungen sind in Frankreich Gottesdienste noch mindestens bis zum 2. Juni verboten. Ausgenommen sind etwa Beerdigungen. Mit Blick auf die Tatsache, dass in Frankreich Treffen von bis zu zehn Menschen seit Beginn der Lockerungen erlaubt sind, sei ein absolutes Versammlungsverbot in Gotteshäusern nicht verhältnismäßig, hieß es. Der Staatsrat forderte den Premierminister auf, innerhalb von acht Tagen, Regeln zu erlassen, die Zusammenkünfte in religiösen Einrichtungen wieder ermöglichen. Das Verbot sei eine schwerwiegende Verletzung der Religionsfreiheit.


Thyssenkrupp wieder auf Partnersuche beim Stahl

ESSEN: Der Thyssenkrupp-Konzern ist wieder auf Partnersuche für seinen Stahlbereich. «Gespräche finden mit Kenntnis des Aufsichtsrats bereits statt», teilte das Unternehmen am Montag nach einer Aufsichtsratssitzung mit. Durch die Corona-Krise nehme die Notwendigkeit einer Konsolidierung der Stahlindustrie weiter zu, da sich die bestehenden Überkapazitäten in Europa strukturell ausweiten würden. «Deshalb wird Thyssenkrupp für den Stahl auch mögliche Konsolidierungslösungen prüfen und hält sich alle Optionen offen», hieß es in der Mitteilung weiter.

Im vergangenen Jahr war eine bereits beschlossene Fusion der Stahlbereiche von Thyssenkrupp und der europäischen Sparte des indischen Tata-Konzerns am Veto der EU-Kommission gescheitert. Danach hatte der Konzern ein Umbauprogramm für seine Stahlsparte aufgelegt, das den Abbau von 3000 der rund 28.000 Stellen ohne betriebsbedingte Kündigungen vorsieht. Ziel sei es, die Stahlproduktion mit ihren Wertschöpfungsketten und den damit verbundenen Arbeitsplätzen langfristig in Deutschland zu erhalten, bekräftigte das Unternehmen am Montag.


Corona-Überblick: Kurzmeldungen am Montag

Faire Verteilung von Corona-Impfstoff auf WHO-Tagesordnung

GENF: Im Zuge der Suche nach einem Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus fordern Dutzende Staaten eine bezahlbare Lösung für alle Länder der Welt sowie eine faire Verteilung von Wirkstoffen. Das ist am Dienstag Thema bei der Jahrestagung der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Den 194 Mitgliedsländern liegt bei ihrem virtuellen Treffen eine entsprechende Resolution vor, die auch die Europäische Union unterstützt. Darin werden Patent-Regeln gefordert, die die Produktion eines Impfstoffs in aller Welt ermöglichen. Noch existiert kein solcher Impfstoff. Mehr als 100 mögliche Wirkstoffe werden derzeit getestet. Ob einer davon noch in diesem Jahr auf den Markt gebracht werden kann, gilt als fraglich.


Corona-Krisenhilfen Thema für EU-Wirtschafts- und Finanzminister

BRÜSSEL: Der gemeinsame Kampf gegen die Corona-Wirtschaftskrise beschäftigt am Dienstag (ab 11.00 Uhr) erneut die EU-Wirtschafts- und Finanzminister. Bei ihrer Videokonferenz soll es noch einmal um das Kurzarbeiterpogramm «Sure» im Umfang von 100 Milliarden Euro und um ein Unternehmens-Kreditprogramm der Europäischen Investitionsbank für Investitionen im Umfang von 200 Milliarden Euro gehen.

Beides gehört zu einem 540-Milliarden-Euro-Hilfsprogramm, das von den EU-Staaten bereits grundsätzlich vereinbart ist. Doch sind bei beiden Programmen noch Einzelheiten zu klären. Das dritte Element - Kreditlinien im Umfang von bis zu 240 Milliarden Euro aus dem Eurorettungsschirm ESM - ist seit Freitag bereits voll verfügbar.

Thema der Videokonferenz der Minister ist auch der Kampf gegen Geldwäsche. Die EU-Kommission hatte Anfang Mai dazu einen Aktionsplan vorgelegt, über den nun beraten wird.


Zahl der aktuellen Corona-Fälle in Italien fällt weiter

ROM: In Italien sinkt die Zahl der aktuell Corona-Infizierten und der Todesopfer durch die Lungenkrankheit stetig weiter. Wie der Zivilschutz in Rom am Montag mitteilte, registrierten die Behörden in den vergangenen 24 Stunden 99 Corona-Tote. Das war der niedrigste Wert seit dem sogenannten Lockdown in der ersten Märzhälfte. Auf dem Höhepunkt der Viruswelle hatte der Zivilschutz am 27. März fast 1000 Tote an einem Tag gemeldet. Insgesamt wurden in Italien seit Februar 32 007 Corona-Todesopfer gezählt. Experten vermuten jedoch, dass die Zahl noch höher liegt. Denn viele mögliche Opfer, die zum Beispiel zu Hause starben, seien nicht getestet worden, heißt es.

Insgesamt geht der Zivilschutz von 66 553 Menschen aus, die nachweislich derzeit das Virus in sich tragen. Auch dieser Wert fällt seit längerem. Die Zahl der Corona-Ansteckungen insgesamt wird mit 225 886 angegeben. Italien wurde in Europa früh und hart von der Covid-19-Krankheit getroffen. Am 10. März begannen sehr strenge Beschränkungen des öffentlichen Lebens, die jetzt immer weiter gelockert werden.


Merkel dringt auf Angleichung der Anti-Corona-Regeln in der EU

BERLIN: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat eine Angleichung der Regeln zur Bekämpfung der Corona-Pandemie innerhalb der Europäischen Union angemahnt, um den freien Reiseverkehr wieder zu ermöglichen. Sie regte am Montag nach einem Gespräch mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron an, sich dabei an der deutschen Obergrenze für Neuinfektionen zu orientieren. Danach sollen aufgehobene Lockerungen rückgängig gemacht werden, wenn die Grenze von 50 Neuerkrankungen binnen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner überschritten wird. «So muss es auch in anderen Ländern sein, dann kann man sich gut aufeinander verlassen», betonte Merkel. «Wir müssen den Mut haben - das wird jetzt das Wichtige sein - nicht einfach auf Teufel komm raus (.) alle Regionen gleichermaßen zu behandeln»

Merkel stellte die Urlauber darauf sein, dass sie in ihrem Urlaub mit gewissen Einschränkungen rechnen müssen. «Es wird keine normale Tourismussaison sein können, es wird eine Tourismussaison im Zeichen der Pandemie sein. Das ist die Wahrheit. Aber wir wollen so viel wie möglich natürlich ermöglichen, was verantwortbar ist.»

Außenminister Heiko Maas hatte sich zuvor mit seinen Kollegen aus zehn der beliebtesten Urlaubsländer der Deutschen darauf verständigt, auf eine Öffnung der Grenzen für Touristen noch vor Sommerbeginn hinzuarbeiten. Bei einer Videokonferenz ging es am Montag darum, wie dafür Grenzkontrollen und Quarantäneregelungen aufgehoben werden können und die notwendige Hygiene an den Urlaubsorten gewährleistet werden kann. Maas kündigte nach dem Treffen an, die noch bis zum 14. Juni weltweit geltende Reisewarnung zunächst nur für die Europäische Union aufheben und durch individuelle Reisehinweise für die einzelnen Länder ersetzen zu wollen. Darin soll dann auf die unterschiedlichen Risiken aufmerksam gemacht werden.


Spanien: Wegen Corona verschobene Wahlen finden am 12. Juli statt

MADRID: Im Corona-Hotspot Spanien werden die wegen der Pandemie im Frühjahr im Baskenland und in Galicien verschobenen Regionalwahlen am 12. Juli nachgeholt. Das gaben die Regierungen der beiden sogenannten Autonomen Gemeinschaften am Montag bekannt. Die Abstimmungen sollten ursprünglich am 5. April stattfinden. Sie waren aber Mitte März wenige Tage nach Ausbruch der Corona-Krise in Spanien auf unbestimmte Zeit verschoben worden.

Der baskische Regionalpräsident Íñigo Urkullu und sein Amtskollege aus Galicien, Alberto Núñez Feijóo, betonten beide auf Pressekonferenzen, sie hätten ihre Entscheidungen nach Beratungen mit Experten und mit Politikern der Opposition getroffen. Beide versicherten, es gebe Garantien dafür, dass die Wahlen unter guten und sicheren sanitären Bedingungen werden stattfinden können.

Mit mehr als 27.500 Toten und über 230.000 Infektionen ist Spanien eines der von der Pandemie weltweit am schwersten betroffenen Länder. Die Zahlen werden aber seit Wochen besser. So sank die Zahl der pro Tag mit Covid-19 gestorbenen Menschen am Sonntag auf 87 und damit erstmals seit zwei Monaten unter die Marke von 100. Am Montag meldete das spanische Gesundheitsministerium noch 59 Todesopfer binnen 24 Stunden.


Brasilien heuert wegen Corona-Pandemie wieder kubanische Ärzte an

BRASÍLIA: Angesichts der sich zuspitzenden Corona-Krise nimmt Brasilien 150 kubanische Mediziner auf. Das Gesundheitsministerium veröffentlichte am Montag einen entsprechenden Erlass für das Nachfolge-Programm von «Mehr Ärzte». Kuba hatte das Programm zur medizinischen Zusammenarbeit mit Brasilien im November 2018 nach verbalen Angriffen des rechtspopulistischen brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro beendet. Das ursprüngliche Programm war 2013 unter der Regierung der damaligen Präsidentin Dilma Rousseff gestartet.

Die Bolsonaro-Regierung rief später ein eigenes Programm ins Leben, mit dem die medizinische Versorgung auch in entlegenen Gebieten des Landes gewährleistet werden sollte, wo viele der kubanischen Ärzte im Einsatz gewesen waren. Im März machte die Regierung eine Ausschreibung, um die brasilianischen Ärzte in der Pandemie zu unterstützen. Mehr als 7000 Kandidaten haben sich laut einem Bericht der Agência Brasil darauf gemeldet. Weitere Aufrufe sollen folgen.

Brasilien, das größte und mit 210 Millionen Einwohnern bevölkerungsreichste Land Lateinamerikas, registrierte zuletzt 241.080 Corona-Infizierte, die vierthöchste Zahl weltweit. Mindestens 16.118 Menschen sind im Zusammenhang mit dem Virus bisher gestorben. Allein der Bundesstaat São Paulo verzeichnet inzwischen mehr Todesfälle als China. Brasiliens Gesundheitssystem ist an seine Grenzen geraten.


Corona-Krise: «Graceland»-Villa von Elvis Presley öffnet wieder

MEMPHIS: Die «Graceland»-Villa von Elvis Presley (1935-1977) öffnet im Zuge der Lockerungen der Corona-Beschränkungen ab Donnerstag wieder für Besucher. Das Anwesen in Memphis im US-Bundesstaat Tennessee, in das der Musiker in den 50er Jahren gezogen war, war Mitte März aus Sorge vor einer weiteren Verbreitung des neuartigen Coronavirus für Besucher geschlossen worden. Anfang Mai waren in Tennessee erste Lockerungen der Beschränkungen erlaubt worden.

Die Führungen würden vorerst nur mit einem Viertel der Menschen, die normalerweise daran teilnehmen dürften, durchgeführt, teilten die Betreiber mit. Zudem gebe es strenge Hygiene-Regeln. Das Anwesen, in dessen Garten Presley auch begraben ist, ist seit den 80er Jahren als Museum zugänglich. Rund eine halbe Million Menschen aus der ganzen Welt besuchen «Graceland» normalerweise pro Jahr.


Merkel: Europa braucht mehr globale Champions

BERLIN/PARIS: Bei der Bewältigung der Corona-Krise sollten die EU-Staaten nach den Worten von Kanzlerin Angela Merkel gezielt eigene Unternehmen auf dem globalen Markt stärken. Die Europäische Union fördere bereits heute strategische Projekte etwa in der Produktion von Computer-Chips oder Batteriezellen, sagte die CDU-Politikerin am Montag in Berlin. «Diese Bestrebungen wird man jetzt bestärken.»

Andere Länder hätten sich sehr um die Entwicklung «globaler Champions» bemüht, sagte Merkel. Das werde nun auch die EU in den Investitionen zur Krisenbewältigung tun.

Deutschland und Frankreich werben für die Einrichtung eines zeitlich befristeten europäischen Fonds über 500 Milliarden Euro, der die am stärksten betroffenen Staaten unterstützen soll.


Medien: Uber streicht 3000 weitere Jobs

SAN FRANCISCO: Der Fahrdienst-Vermittler Uber baut in der Corona-Krise nach Medienberichten zum zweiten Mal binnen weniger Wochen tausende Arbeitsplätze ab. Nun sollen 3000 Jobs wegfallen, wie aus einer E-Mail des Uber-Chefs Dara Khosrowshahi hervorgehe, die dem «Wall Street Journal» und dem US-Sender CNBC vorlag.

Erst Anfang des Monats hatte Uber angekündigt, 3700 seiner damals rund 27.000 Stellen abzubauen und rund eine Milliarde Dollar kosten einsparen zu wollen. «Das aktuelle Geschäft kann nicht annähernd unsere Kosten ausgleichen», zitierte das «Wall Street Journal» aus Khosrowshahis E-Mail. Uber schrieb schon lange Verluste.

Bei Uber drückte die Corona-Krise deutlich auf das Kerngeschäft mit Fahrdiensten, während es ein deutliches Plus bei der Essenszustellung im Teildienst Uber Eats gibt. Das oft als Taxi-Schreck bezeichnete Unternehmen setzt deshalb laut Medienberichten zur milliardenschweren Übernahme des Essenslieferdienstes Grubhub an.


Macron nennt 500-Millarden-Euro-Plan für Europa «bedeutende Etappe»

PARIS: Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron hat das gemeinsam mit Berlin vorgeschlagene Programm von 500 Milliarden Euro zur wirtschaftlichen Erholung Europas gelobt.

«Das ist eine bedeutende Etappe», sagte Macron am Montag in Paris. Es sollten dabei Branchen und Regionen unterstützt werden, die am schwersten betroffen seien. Berlin und Paris würden den übrigen EU-Partnern erstmals eine gemeinsame Schuldenaufnahme auf den Finanzmärkten vorschlagen. Macron hatte sich in der Corona-Krise mehrfach für eine verstärkte Haushalts-Solidarität innerhalb der EU ausgesprochen.


Scholz: Werden unserer Verantwortung in Europa gerecht

BERLIN/PARIS: Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) hat den deutsch-französischen Vorschlag für einen Wiederaufbauplan nach der Corona-Krise als «starkes und überzeugendes Signal europäischer Solidarität» gewertet. Europa stehe durch die Corona-Pandemie vor der größten Bewährungsprobe seiner Geschichte, erklärte der Finanzminister am Montag. «Es ist eine sehr gute Nachricht, dass wir alle unserer Verantwortung gerecht werden.»

Deutschland und Frankreich wollen, dass die EU ein Programm im Umfang von 500 Milliarden Euro zur wirtschaftlichen Erholung nach der Corona-Krise auf die Beine stellt. Die Milliardensumme soll im Namen der EU am Kapitalmarkt aufgenommen werden und im Rahmen des mehrjährigen EU-Finanzrahmens an Krisenstaaten gehen. Zurückgezahlt würde das Geld nicht von den Staaten, die die Hilfe in Anspruch nehmen, sondern von allen Mitgliedsstaaten zusammen nach einem noch festzulegenden Schlüssel.

Ein solches Programm müssten alle 27 EU-Staaten einstimmig billigen. Die Erweiterung des Haushaltsrahmens muss zudem in allen EU-Staaten ratifiziert werden, in Deutschland vom Bundestag.


Merkel wirbt für «einmalige Kraftanstrengung» für Europa

BERLIN/PARIS: Der deutsch-französische Vorstoß für einen europäischen Wiederaufbaufonds nach der Corona-Krise soll nach den Worten von Kanzlerin Angela Merkel den Zusammenhalt in der EU sichern. «Ziel ist, dass Europa gestärkt, zusammenhaltend und solidarisch aus dieser Krise kommt», sagte Merkel am Montag in Berlin. Da das Coronavirus sich in den europäischen Ländern unterschiedlich stark auswirke, sei der Zusammenhalt in der Union gefährdet.

Merkel warb daher für eine «außergewöhnliche, einmalige Kraftanstrengung», zu der Deutschland und Frankreich bereit seien. Zeitlich befristet solle ein europäischer Fonds über 500 Milliarden Euro bereitgestellt werden, um die am stärksten betroffenen Staaten zu unterstützen.

Ein solches Programm müssten alle 27 EU-Staaten einstimmig billigen. Die Erweiterung des Haushaltsrahmens muss zudem in allen EU-Staaten ratifiziert werden, in Deutschland vom Bundestag.


Berlin und Paris für Wiederaufbauplan in Höhe von 500 Milliarden Euro

BERLIN/PARIS: Deutschland und Frankreich schlagen gemeinsam ein europäisches Programm im Umfang von 500 Milliarden Euro zur wirtschaftlichen Erholung nach der Corona-Krise vor.

Dies geht aus einer deutsch-französischen Erklärung hervor, die der Deutschen Presse-Agentur am Montag vorlag.


Ticketvorverkauf für Oberammergauer Passion 2022 startet im Oktober

OBERAMMERGAU: Nach der Verschiebung der Oberammergauer Passionsspiele wegen der Corona-Krise soll am 5. Oktober der Ticketvorverkauf für die neuen Termine 2022 starten. Für dieses Jahr wäre die Passion fast ausverkauft gewesen, 435.000 Karten waren bereits gebucht. Rund 300 000 Karten seien rückabgewickelt, sagte Spielleiter Christian Stückl der Deutschen Presse-Agentur. Sehr viele nutzten die Chance, gleich neu zu reservieren. «Wir bekommen die Resonanz von vielen: Dann kommen wir eben 2022», sagte Stückl.

Just für den vergangenen Samstag wäre ursprünglich die Premiere geplant gewesen. Im März hatte Stückl die Passion wegen der Corona-Pandemie verschoben. Die Oberammergauer wollen ihr berühmtes Laienspiel vom Leben Sterben und von der Auferstehung Jesu nun vom 14. Mai bis 2. Oktober 2022 auf die Bühne bringen. Zu rund 100 Vorstellungen werden 450 000 Besucher aus aller Welt erwartet.

Die Passion entstand selbst aus einer Epidemie heraus: Als die Pest tobte, gelobten die Oberammergauer 1633, alle zehn Jahre das Spiel vom Leiden, Sterben und der Auferstehung Christi aufzuführen, wenn niemand mehr an der Pest sterben sollte - was laut Legende geschah.


Schulen fast überall in der EU wieder geöffnet - aber nicht für alle

BRÜSSEL: Kinder und Jugendliche in 22 der 27 EU-Staaten gehen nach der ersten Welle der Corona-Pandemie inzwischen wieder zur Schule. Dies teilte die kroatische Bildungsministerin Blazenka Divjak am Montag nach einer Videokonferenz mit den übrigen EU-Staaten mit. Allerdings habe noch kein Land alle Schulen für alle Schüler geöffnet, sondern jeweils nur für ausgewählte Gruppen und unter strengen Auflagen. Negative Folgen wie zusätzliche Ansteckungen seien noch nicht registriert worden.

Rund 20 Staaten hätten sich zudem entschlossen, die üblichen Abschlussprüfungen anzusetzen, wenn auch teils unter erleichterten Bedingungen, sagte Divjak weiter. Einige Länder hätten die Prüfungen gestrichen oder verschoben. Grundsätzlich seien sich die Minister einig gewesen, dass die Umstellung auf digitales Lernen gut geklappt habe. Dennoch werde jetzt geprüft, was verbessert werden könne, vor allem für ärmere Familien. In einigen Staaten würden Sommerkurse angeboten, um versäumten Stoff nachzuholen, sagte die kroatische Ministerin. Kroatien hat derzeit den Vorsitz der EU-Länder.


Reisen in Europa: Italiens Außenminister gegen Einzelabsprachen

ROM: Der italienische Außenminister Luigi Di Maio hat sich bei einer Videokonferenz mehrerer europäischer Länder gegen Sonderabsprachen für Reiseerleichterungen zwischen einzelnen Regierungen gewandt. Das berichtete die Nachrichtenagentur Ansa am Montag. Bilaterale Abkommen über bestimmte offene Korridore für Touristen würden dem Geist der Europäischen Union widersprechen, habe er argumentiert.

Der deutsche Außenminister Heiko Maas (SPD) hatte mit Kollegen aus beliebten Urlaubsländern beraten, wie die Reisebeschränkungen wegen der Corona-Pandemie gelockert werden könnten. Ziel des Treffens war ein koordiniertes Vorgehen bei der Öffnung der Grenzen für Touristen. In Deutschland gilt vorerst bis zum 14. Juni eine weltweite Reisewarnung für Urlauber. Maas kündigte nach dem Treffen an, die noch geltende Reisewarnung zunächst nur für die Europäische Union aufheben und durch individuelle Reisehinweise für die einzelnen Länder ersetzen zu wollen. Darin soll dann auf die unterschiedlichen Risiken aufmerksam gemacht werden.

Italien will die Einreise für Ausländer ab dem 3. Juni wieder erlauben. Manche italienische Regionen fordern sogar eine noch frühere Öffnung des Landes. Der Tourismus ist für Italien eine wichtige Einnahmequelle.


Polen öffnet in Corona-Krise Restaurants und Schönheitssalons

WARSCHAU: Im Nachbarland Polen haben nach wochenlangen Beschränkungen in der Corona-Krise wieder Restaurants und Schönheitssalons geöffnet. Dabei gelten seit Montag aber strenge Sicherheitsmaßnahmen. In Gasthäusern und Cafés gilt ein Mindestabstand von zwei Metern zwischen den Tischen. Pro Kunde sind vier Quadratmeter vorgesehen. Termine beim Friseur und im Kosmetikstudio sind nur mit Voranmeldung möglich. Im EU-Land Polen gibt es mit Stand Montag rund 18.800 Corona-Fälle, 929 Menschen sind bislang gestorben.

Sporthallen sind ebenfalls mit Einschränkungen wieder geöffnet. In einer nächsten Phase sollen je nach Entwicklung auch Schulen zumindest teilweise geöffnet werden. Zudem werde eine Lockerung bei der Maskenpflicht angepeilt, sagte Gesundheitsminister Lukasz Szumowski am Montag. Darüber werde wahrscheinlich in den kommenden 14 Tagen entschieden, hieß es.

Mitte März hatte die nationalkonservative Regierung in Warschau beschlossen, die EU-Binnengrenzen für Ausländer zu schließen. Ausnahmen gelten für Menschen mit Daueraufenthaltsgenehmigung, für Lastwagenfahrer und Diplomaten. Am Wochenende wurde die Regelung für medizinisches Personal gelockert, das in die Nachbarländer pendelt.


Tschechische Fluglinie lehnt Staatsbeteiligung ab

PRAG: Die tschechische Fluggesellschaft Smartwings lehnt eine Beteiligung des Staates an dem Unternehmen ab. Man habe nie einen entsprechenden Wunsch geäußert, teilte eine Sprecherin am Montag in Prag mit. Zu der Gruppe zählt neben dem Billigflieger Smartwings auch Czech Airlines. Die Firma sprach sich stattdessen für einen staatlich garantierten Kredit aus. Man fordere nur das, was andere Staaten ihren Fluglinien auch anbieten würden, hieß es.

Industrieminister Karel Havlicek hatte am Wochenende einen Einstieg des tschechischen Staates bei der Fluggesellschaft oder sogar eine komplette Übernahme ins Spiel gebracht. Die Coronavirus-Pandemie hatte den weltweiten Luftverkehr nahezu zum Erliegen gebracht. Czech Airlines nahm am Montag nach mehr als zwei Monaten den Linienbetrieb wieder auf. Die ersten Verbindungen führen nach Paris, Frankfurt am Main und Amsterdam. Für ausländische Touristen gilt derzeit noch ein Einreisestopp nach Tschechien.



Österreich: Viele Kinder können nach Corona-Pause wieder zur Schule

WIEN: Ein Großteil der österreichischen Kinder und Jugendlichen kann nach der Corona-Pause wieder zur Schule gehen. Seit Montag werden die 6- bis 14-Jährigen wieder unterrichtet. Für rund 700.000 Schüler endet damit in dieser Woche das coronabedingte Homeschooling - durch die Aufteilung mancher Klassen ist der erste Schultag aber für einige erst am Donnerstag.

Bei der Wiederaufnahme des Unterrichts für diese Jahrgänge handelt es sich um den zweiten Schritt beim Neustart der österreichischen Schulen. Bereits seit 14 Tagen werden Schüler unterrichtet, die kurz vor einem Abschluss stehen, etwa Abiturienten. Ab dem 3. Juni startet die Schule dann auch wieder für Jugendliche über 14 Jahre.

Für den Neustart der Schulen hat das österreichische Bildungsministerium ein Hygienehandbuch geschrieben. In der Schule muss grundsätzlich ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden, der erst am Platz in der Klasse abgenommen werden darf. Zudem werden die Klassen ab 19 Schülern in zwei Gruppen aufgeteilt. Die erste Gruppe darf dann von Montag bis Mittwoch in die Schule, die zweite Gruppe am Donnerstag und Freitag. In der Woche darauf werden die Tage getauscht. Schularbeiten gibt es keine mehr, auch Turn- und Nachmittagsunterricht entfallen vorerst.


Ansturm auf Friseure - Bergamos Bürgermeister stutzt Mähne

BERGAMO: Wildwuchs auf dem Kopf - nach zweieinhalb Monaten öffnen in Italien auch wieder Friseure. Der Bürgermeister des Corona-Hotspots Bergamo nutzte als einer der ersten die Gelegenheit, seine Haare wieder in Ordnung zu bringen. «Jetzt beginnt wirklich die Phase 2», schrieb Giorgio Gori am Montag auf Facebook über Fotos, die ihn beim Friseur zeigten. Phase 2 steht für die Lockerungen der Ausgangssperren in Italien.

Bergamo ist eine der am meisten von der Lungenkrankheit Covid-19 betroffenen italienischen Regionen. Auf dem Höhepunkt der Krise, mussten die vielen Leichen mit Militärwagen aus der Stadt gebracht werden, was international als Alarmsignal galt.

Seit Montag dürfen auch hier wieder Läden, Bars und eben Friseure öffnen. Viele Menschen scheinen die Bilder der Toten bereits vergessen zu haben. Bürgermeister Gori kritisierte die Menschen, die Abstandsregeln nicht befolgten und keine Atemschutzmasken trügen. «Reichen Hunderte Tote in unserer Stadt nicht? Wollen wir in einem Monat wieder in Schwierigkeiten stecken.»


Kroatiens Parlament löst sich selbst auf - Weg frei für Neuwahlen

ZAGREB: Das kroatische Parlament hat sich am Montag selbst aufgelöst und damit fünf Monate vor Ablauf seines Mandats den Weg für Neuwahlen frei gemacht. 105 Abgeordnete folgten dem Vorschlag der Fraktionen der konservativen Regierungskoalition, acht stimmten dagegen, vier enthielten sich der Stimme. Auch die Opposition votierte mehrheitlich für die Parlamentsauflösung.

Es liegt nun an Präsident Zoran Milanovic, den Wahltermin festzusetzen. Laut Verfassung muss die Wahl 30 bis 60 Tage nach der Parlamentsauflösung stattfinden. Kroatien hat die Corona-Pandemie relativ gut überstanden. Bis zum Montag haben sich 2228 Menschen nachweislich mit dem Erreger Sars-CoV-2 angesteckt, der die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann. Bislang wurden 95 Tote gemeldet.

Kroatiens Wirtschaft ist stark vom Fremdenverkehr abhängig. Wegen der Corona-Pandemie werden empfindliche Einbußen befürchtet. Die Regierungspartei HDZ hofft, bei einem frühen Wahltermin von ihrer Präsenz während der Corona-Krise zu profitieren. Meinungsumfragen lassen ein offenes Rennen zwischen Konservativen und oppositionellen Sozialdemokraten erwarten.


Fliegen in Corona-Zeiten: Abstand halten in russischen Flugzeugen

MOSKAU: In russischen Flugzeugen sollen zum Schutz vor dem Coronavirus künftig nicht mehr alle Sitzplätze belegt werden. Das empfahl die Verbraucherschutzbehörde Rospotrebnadsor am Montag in Moskau. Demnach sollte jeder zweite Sitz frei bleiben, damit die Passagiere Abstand halten könnten. Das sei möglich, wenn Flugreisende nicht direkt nebeneinander oder voreinander säßen. Passagiere und Besatzungsmitglieder sollten außerdem Mundschutz und Handschuhe tragen. Die Schutzmaske sollte alle drei Stunden gewechselt werden. Besatzungsmitglieder mit Fieber sollten nicht fliegen.

Wegen der Corona-Pandemie ruht in Russland der internationale Flugverkehr weitgehend. Es gibt gelegentlich noch einzelne Verbindungen ins Ausland, um etwa gestrandete Touristen in die Heimat zurückzufliegen. Ziele innerhalb des Landes werden aber nach wie vor angeflogen. Die russische Regierung will die Airlines finanziell unterstützen, weil das Passagieraufkommen stark eingebrochen ist.

Der Dachverband internationaler Fluggesellschaften (IATA) befürwortet ebenfalls eine Maskenpflicht an Bord, nicht aber, dass beispielsweise der mittlere Sitzplatz frei bleiben muss. Unternehmen befürchten, dass Fliegen dann nicht mehr wirtschaftlich sei. In Russland war die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Menschen zuletzt dramatisch gestiegen - auf landesweit nunmehr 290.700. Die Zahl der Todesfälle ist aber nach offiziellen Angaben mit 2722 vergleichsweise gering.


Pariser Polizei darf Corona-Regeln nicht mehr mit Drohnen überwachen

PARIS: Die Pariser Polizei muss im Kampf gegen Corona die Überwachung der Menschen mit Drohnen vorerst einstellen. Der Einsatz verstoße gegen Datenschutzrichtlinien und müsse «unverzüglich» beendet werden, teilte der Staatsrat als oberstes Verwaltungsgericht am Montag mit. Der Staatsrat störte sich daran, dass die Drohnen theoretisch die Identifizierung von Personen ermöglichen - der Einsatz von Drohnen an sich sei aber legitim. Der Staatsrat wurde von der Französischen Liga für Menschenrechte und der Bürgerrechtsorganisation Quadrature du Net angerufen.

Die Polizei in Paris setzt die Drohnen ein, um verbotene Versammlungen mit zu vielen Menschen ausfindig zu machen. Behörden in ganz Frankreich haben Drohnen eingesetzt, um die Einhaltung der Ausgangssperre zu überwachen. Die Drohnen könnten mit technischen Vorrichtungen ausgestattet werden, die es unmöglich machen würden, Personen zu identifizieren, so der Staatsrat. Alternativ brauche es für ihre Verwendung ein entsprechendes Dekret der französischen Datenschutzbehörde CNIL.


Human Rights Watch: Tausende Ägypter unrechtmäßig in U-Haft

KAIRO: Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch wirft Ägypten vor, Gefangene während der Corona-Pandemie unverhältnismäßig lange in Untersuchungshaft zu halten. Die Behörden hätten die Pandemie genutzt, um Anhörungen über eine Verlängerung der Untersuchungshaft zu verhindern, teilte Human Rights Watch (HRW) am Montag mit. Dabei gehe es um Hunderte, sehr wahrscheinlich sogar Tausende Häftlinge. Es handele sich um einen «neuen Tiefpunkt für das Justizsystem des Landes», erklärte ein HRW-Sprecher.

Menschenrechtler werfen Ägypten immer wieder willkürliche Festnahmen und schlechte Haftbedingungen vor. «Jeder in Untersuchungshaft hat Anspruch auf ein Verfahren innerhalb einer angemessenen Frist oder auf Freilassung», erklärte HRW. Weil die Gerichte wegen der Corona-Pandemie jedoch seit Mitte März teilweise geschlossen seien, würden alle Untersuchungshaften praktisch automatisch verlängert. Häftlinge würden zudem von der Außenwelt isoliert. Besuche in den Gefängnissen seien verboten, ebenso Telefonanrufe oder Briefe.

In Ägyptens Gefängnissen sitzen Menschenrechtlern zufolge auch Tausende politische Häftlinge. Unter Präsident Abdel Fattah al-Sisi geht die autoritäre Führung vor allem gegen die islamistische Muslimbruderschaft hart vor. Auch regierungskritische Medien und Aktivisten geraten immer wieder ins Visier der Sicherheitskräfte. So war die Chefredakteurin der unabhängigen Nachrichtenseite Mada Masr, Lina Attalah, am Wochenende vorübergehend festgenommen worden.


Bulgarien will Grenzöffnung für Touristen in Südosteuropa erörtern

SOFIA: Bulgariens Regierungschef Boiko Borissow und seine Kollegen aus Rumänien, Serbien und Griechenland wollen über die angestrebten Grenzöffnung zwischen ihren Ländern sprechen. Bei einer Videokonferenz am Dienstag sollen Details zu Urlaubsreisen abgestimmt werden, sagte die bulgarische Tourismusministerin Nikolina Angelkowa im Staatsfernsehen in Sofia. «Dieser Sommer wird sehr schwierig und sehr anders sein», warnte sie mit Blick auf die Badesaison an der bulgarischen Schwarzmeerküste.

Für Bulgarien sei es außerordentlich wichtig, dass Urlauber aus den Nachbarländern schon von Juni an auf der Straße kommen könnten, sagte die Ministerin. Die Fluggesellschaften arbeiteten noch an ihren Plänen zur Wiederaufnahme des Betriebs. Für Feriengäste etwa aus West- und Mitteleuropa ist Bulgarien auf Flüge angewiesen. Deswegen setzt das Balkanland in der Corona-Krise erst einmal auf Urlauber aus der Balkanregion sowie auf heimische Touristen. Für diese soll es Gutscheine für den Urlaub im eigenen Land geben.

Als Krisenhilfe für die Gastronomie plant die Regierung, von 1. Juli an den Mehrwertsteuersatz für das Gewerbe von nun 20 Prozent auf 9 Prozent zu senken. Damit soll der Satz mit den seit langem für die Hotellerie geltenden 9 Prozent gleichgestellt werden. Der Tourismus erwirtschaftet gut 12 Prozent des Bruttoinlandsprodukts Bulgariens.


Corona-Pandemie: Kletterverbot für Japans heiligen Berg Fuji

TOKIO: Der heilige Berg Fuji ist eines der beliebtesten Touristenziele in Japan - wegen der Corona-Pandemie haben die Behörden am Montag nun aber ein Kletterverbot verhängt. Es ist das erste Mal seit 1960, dass alle vier Routen auf den Berg gesperrt werden. Die Klettersaison sollte eigentlich am 10. Juli beginnen.

Der Berg ist mit 3776 Metern der höchsten Japans. Normalerweise steigen während der nur zwei Monate dauernden Klettersaison im Sommer täglich Tausende im Gänsemarsch an den Hängen des Vulkans hoch. Seit dem Jahr 2013 ist der Fuji oder auch Fuji-san, der im Westen wegen einer falschen Lesung des Schriftzeichens für Berg auch unter dem Namen «Fujiyama» bekannt ist, ein Teil des Weltkulturerbes.


Turn-Präsident Hölzl fordert: «Müssen im Herbst in die Gänge kommen»

DÜSSELDORF: Der Deutsche Turner-Bund (DTB) leidet als zweitgrößter deutscher Sportfachverband laut Turn-Präsident Alfons Hölzl besonders unter der Corona-Krise. Bis einschließlich Juli mussten bereits mehr als 100 Veranstaltungen verschoben oder abgesagt werden. «Wir müssen spätestens im Herbst, ab September, wieder in die Gänge kommen, sonst haben wir ein wirkliches wirtschaftliches Problem», warnte der DTB-Chef in einem Interview des Magazins «Sponsors» (Montag).

Der DTB finanziert sich hauptsächlich über die Beiträge seiner Landesverbände, in denen mehr als fünf Millionen Mitglieder organisiert sind. «Wir haben die Krise bislang gut gemeistert. Bisher haben wir den Eindruck, dass wir auf Landesebene gut durch die Krise kommen», sagte Hölzl. Der 51 Jahre alte Jurist aus Niederbayern warnte aber vor einer Verschärfung der finanziellen Situation: «Wenn wir im vergangenen Jahr die WM nicht in Stuttgart ausgetragen hätten, hätten wir schon jetzt massive Probleme.»

Der gesamte wirtschaftliche Schaden dürfte bald die Millionen-Grenze überschreiten. Und bei den Lockerungen ist der DTB mit tausenden Vereinen auf die Politik angewiesen. Insbesondere die Suche nach Sponsoren werde laut Hölzl durch die Pandemie und die Beschränkungen erschwert. Die Absage der im Juni geplanten Finals Rhein-Ruhr 2020 mit mehreren deutschen Meisterschaften und die Verschiebung der Olympischen Spiele in Tokio ins Jahr 2021 wirke sich negativ aus. «Wir sind nicht so sichtbar wie sonst», betone Hölzl.


Forschungsschiffe brechen Richtung Arktis auf

BREMERHAVEN: Die deutschen Forschungsschiffe «Sonne» und «Maria S.

Merian» sind am Montag von Bremerhaven aus Richtung Arktis aufgebrochen. An Bord sind rund 100 Wissenschaftler, die das derzeitige Personal des Eisbrechers «Polarstern» ablösen sollen. Das neue Team hatte die letzten zwei Wochen wegen der Corona-Pandemie in Bremerhaven in Quarantäne verbracht. Die «Polarstern», die vorigen September von Norwegen aus aufgebrochen war, driftet während der «Mosaic»-Expedition ein Jahr lang durch die Arktis. Für den Austausch der Mannschaft unterbricht sie ihre Drift für drei Wochen. Ursprünglich war der Wechsel mit Flugzeugen vorgesehen gewesen, wegen der Corona-Pandemie sei dies aber nicht möglich, teilte das Alfred-Wegener-Institut (AWI) mit. .


Corona-Krise: Frankreich will Kauf von nachhaltigen Autos fördern

PARIS: Frankreichs Regierung möchte im Zuge der wirtschaftlichen Erholung nach der Corona-Krise den Kauf nachhaltiger Autos fördern. Die Krise müsse zu einem Hebel gemacht werden, um einen ökologischen Übergang zu beschleunigen und die Franzosen zu ermutigen, Fahrzeuge zu kaufen, die für sie heute noch zu teuer seien, sagte Wirtschaftsminister Bruno Le Maire am Montag dem Radiosender Franceinfo. Er kündigte an, dass die französische Regierung innerhalb der nächsten 15 Tage einen Plan für die Unterstützung der Automobilbranche vorlegen werde. Die Umstellung auf nachhaltigere Modelle müsse angekurbelt werden, sagte Le Maire.

Er stellte zudem Unterstützung für den Luftfahrtsektor in Aussicht. Vor dem 1. Juli werde ein Plan vorgelegt, der der Branche mit «Hunderttausenden Arbeitsplätzen in der Region Toulouse und anderswo» unter die Arme greifen solle. Im südwestfranzösischen Toulouse hat der Luftfahrt- und Rüstungskonzern Airbus seine Schaltzentrale. Der Konzern ist wegen der Corona-Krise in die roten Zahlen gerutscht.

Frankreich hatte bereits öffentliche Hilfe für die Autoindustrie angekündigt. Der Hersteller Renault sollte demnach mit einer Garantie für Kredite bis fünf Milliarden Euro unterstützt werden. Autohersteller sollen nach Vorstellung der französischen Regierung im Gegenzug für öffentliche Hilfen verlagerte Produktion wieder ins Land zurückholen, wie Le Maire bereits in der vergangenen Woche betonte.


Maschinenbauer exportieren in Corona-Krise deutlich weniger

FRANKFURT/MAIN: Die Corona-Krise bremst das Exportgeschäft deutscher Maschinenbauer. Die Ausfuhren sanken im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 6,6 Prozent auf 41,9 Milliarden Euro, wie der Branchenverband VDMA am Montag in Frankfurt mitteilte. Ein deutliches Minus von 11 Prozent gab es im März, als sich die Pandemie in Europa ausbreitete. «In den ersten beiden Monaten dieses Jahres dürften sich die Auswirkungen der Corona-Krise mit Ausnahme der Ausfuhren nach China kaum in den Exportzahlen niedergeschlagen haben. Das hat sich im März schlagartig geändert», erläuterte VDMA-Konjunkturexperte Olaf Wortmann.

In den ersten drei Monaten lagen die Ausfuhren in die Mitgliedstaaten der Europäischen Union um 8,5 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Das Geschäft mit den vom Coronavirus stark gebeutelten Ländern wie Frankreich (minus 14,8 Prozent), Italien (minus 16,1 Prozent) und Spanien (minus 13,9 Prozent) brach ein. Knapp 15 Prozent der deutschen Maschinenexporte gehen den Angaben zufolge in diese drei Länder.

Sehr unterschiedlich entwickelte sich das Geschäft in China und den USA - den beiden wichtigsten Einzelmärkten für Maschinen «Made in Germany». Die Exporte in die USA stiegen im ersten Quartal noch leicht um 0,5 Prozent. «Hier spielt sicher eine Rolle, dass Präsident Donald Trump erst am 13. März den nationalen Notstand ausgerufen hat», erläuterte Wortmann. Die Ausfuhren nach China, wo das Virus zuerst festgestellt worden war, sanken hingegen um 8,9 Prozent. Inzwischen sieht die exportorientierte deutsche Schlüsselindustrie Entspannungstendenzen bei den Exporten nach China. Im Gegenzug habe sich das positive Bild in den USA deutlich eingetrübt.


Transgender-Frauen in Bangladesch kämpfen gegen Diskriminierung

DHAKA: Transgender-Frauen und intersexuelle Menschen werden im muslimisch-geprägten Bangladesch oft diskriminiert, weil sie nicht in die klassischen Rollenbilder von Frau und Mann passen. In Corona-Zeiten versucht eine Gruppe von ihnen, das Stigma zu bekämpfen - indem sie Menschen in Not helfen. Sie verteilen in der Hauptstadt Dhaka Essen an Bedürftige, liefern Pakete an Menschen, die wegen der Ausgangssperre zu Hause bleiben oder bringen Kranke ins Krankenhaus.

Eine Helferin ist die 28 Jahre alte Moonmoon. Sie hat trotz Schutzkleidung, Einwegmaske und -handschuhen Angst vor dem Virus - aber versucht nicht daran zu denken. «Sterben müssen wir alle - aber wir können für einen Sinn sterben, an den sich die Menschen erinnern.»

Transgender-Frauen und intersexuelle Menschen heißen in Südasien Hijra. Sie leben am Rande der Gesellschaft - obwohl sie inzwischen offiziell von Bangladesch als drittes Geschlecht angesehen werden.


Russische Behörden: Ausbreitung des Coronavirus leicht verlangsamt

MOSKAU: In Russland hat sich die bislang rasante Ausbreitung des Coronavirus nach offiziellen Angaben leicht verlangsamt. Zum ersten Mal seit Monatsbeginn gebe es weniger als 9000 neue Corona-Infektionen an einem Tag, teilten die Behörden am Montag in Moskau mit. Insgesamt haben sich demnach rund 290.700 Menschen in Russland angesteckt, 2722 sind bislang nach offizieller Darstellung gestorben.

Die Lage habe sich in den vergangenen Tagen in den meisten Regionen eingependelt, sagte Russlands oberste Amtsärztin, Anna Popowa, bei einer Lagebesprechung mit Kremlchef Wladimir Putin. In Dagestan im Kaukasus gebe es aber viele neue Fälle mit schweren Verlauf, sagte Putin. «Trotz der relativen Stabilisierung bleibt die Gefahr für das ganze Land. In Dagestan ist die Situation jetzt schwierig», sagte er. Die Krankenhäuser seien an der Belastungsgrenze und bräuchten mehr Unterstützung. Er ordnete das Verteidigungsministerium an, dort ein neues Krankenhaus zu bauen.sführung dementierte das vehement und geht nun gegen solche Berichte vor.

Für das Land gelten seit mehreren Wochen strenge Ausgangsbeschränkungen, die aber kein rigides Kontaktverbot bedeuten. Nach mehrwöchigem Zwangsurlaub in einigen Bereichen wie der Baubranche läuft nun das Arbeitsleben langsam wieder an. Der größte russische Autobauer Avtovaz nahm am Montag wieder seinen Betrieb auf.


Eurosport zeigt French-Open-Klassiker - Fans können wählen

PARIS: Der TV-Sender Eurosport überträgt vom 25. Mai bis zum 7. Juni zwei Wochen lang Spiele der French Open - allerdings nur aus dem Archiv. Das zweite Grand-Slam-Turnier der Tennis-Saison war wegen der Coronavirus-Pandemie abgesagt und auf Ende September verschoben worden. Nun können Fans auswählen, welche Klassiker in der Geschichte der traditionellen Sandplatz-Veranstaltung in Paris zum Zeitpunkt des ursprünglichen Termins gezeigt werden sollen. Wie der Sender am Montag mitteilte, werde jeder Tag einem bestimmten Thema rund um die French Open gewidmet. Dabei stehen immer fünf Top-Spiele zur Auswahl.

Bei der #YouSayWePlay-Initiative können Zuschauer im Internet abstimmen, welche Matches sie sehen wollen. Thementage sind unter anderem «Die größten Überraschungen», «Hart umkämpfte Matches» oder «Best of Rafael Nadal» und «Best of Serena Williams». Vom 25. bis 31. Mai werden von 19.00 Uhr bis 22.00 Uhr bis zu zwei Spiele, vom 1. bis 7. Juni von 14.00 Uhr bis 19.00 Uhr bis zu drei Spiele pro Tag gezeigt.

Die French Open sollen nun vom 27. September bis 11. Oktober stattfinden. Noch ist aber unklar, wann die Tennis-Tour ihren derzeit unterbrochenen Spielbetrieb wieder aufnimmt.


Endlich wieder zum Friseur: Belgien lockert Corona-Beschränkungen

BRÜSSEL: Nach rund zweimonatigem «Wildwuchs» in der Corona-Krise dürfen Belgierinnen und Belgier seit Montag wieder zum Friseur. Mit dem Wochenbeginn startet das Königreich in die nächste Phase der Corona-Lockerungen. So dürfen die Menschen von nun an auch wieder ins Museum oder in den Zoo - Tickets müssen vorher aber online oder per Telefon gekauft werden. Auch Nagel- und Tattoostudios öffnen unter bestimmten Hygieneauflagen wieder, ebenso Märkte mit bis zu 50 Ständen. Schulen nehmen den Unterricht nach und nach wieder auf.

Sportmannschaften dürfen im Freien wieder mit bis zu 20 Personen trainieren. Zu Hochzeiten und Begräbnissen sind bis zu 30 Personen zugelassen. Es handelt sich in Belgien um Phase zwei der Lockerung von Beschränkungen, die zur Eindämmung der Pandemie erlassen worden waren. Start der Phase drei ist für den 8. Juni vorgesehen.


Merkel und Macron stellen Initiative für Corona-Wiederaufbau vor

PARIS/BERLIN: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron wollen kurzfristig eine gemeinsame Initiative für eine europäische Antwort auf die Corona-Krise vorstellen. Wie der Élyséepalast am Montag in Paris mitteilte, sei um 15.30 Uhr eine Videokonferenz der beiden Top-Politiker geplant. Gegen 17.00 Uhr werde eine gemeinsame Pressekonferenz folgen. Auch eine deutsch-französische Erklärung werde vorbereitet.

Wie Diplomaten berichteten, sprechen Berlin und Paris auf Spitzenebene schon länger über den geplanten europäischen Fonds zur wirtschaftlichen Erholung nach der Corona-Krise. Nach französischer Vorstellung soll ein europäischer Wiederaufbaufonds einen Umfang von mindestens einer Billion Euro haben. Ein Teil der Mittel solle als Zuschüsse an die EU-Staaten gehen, der Rest als Kredit, hatte Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire gesagt. Die EU-Kommission werde ihren Vorschlag noch in diesem Monat vorlegen, hieß es.

Wie das Präsidialamt in Paris weiter mitteilte, wird die neue deutsch-französische Initiative die Bereiche Gesundheit, Wirtschaft, Umweltschutz, Internet und Industriepolitik umfassen.


Söder schlägt finanzielle Förderung für Urlaub in Deutschland vor

MÜNCHEN: Angesichts der Corona-Krise schlägt die CSU eine finanzielle Förderung von Urlaub in Deutschland in diesem Jahr vor. Mit finanziellen Anreizen in den Sommermonaten könnte man «ein Stück Entlastung für die Branche, aber auch Freude für die Menschen bringen», sagte CSU-Chef Markus Söder am Montag vor einer Videoschalte des CSU-Vorstands in München. Denkbar seien entweder Urlaubsgutscheine oder eine steuerliche Absetzbarkeit - er sei da relativ offen. Söder plädierte aber für eine Förderung «vor allem für diejenigen, die nicht so viel Geld haben und sich so etwas nicht so leisten können». Und viele Menschen könnten sich nur wenig leisten.

Söder zeigte sich skeptisch, was Urlaubsmöglichkeiten in europäischen Nachbarländern angeht, und grenzte sich dabei von Außenminister Heiko Maas (SPD) ab. Er sei da sehr zurückhaltend. «Ich glaube nicht wie Heiko Maas, dass es so leicht ist, dass wir heute schon Pläne vorgeben können, dass wir in einem Monat schon wieder in Italien oder in Spanien sind oder in Frankreich», sagte Söder. «Keines dieser Länder hat im Moment das entsprechend angekündigt. Insofern sollten wir nicht vorpreschen.» Man bewege sich weiter auf sehr dünnem Eis.

Maas wollte am Montagmittag mit seinen Kollegen aus beliebten Urlaubsländern der Deutschen beraten, wie die Reisebeschränkungen wegen der Corona-Pandemie nach und nach gelockert werden können. Zu der Videokonferenz sind Spanien, Italien, Österreich, Griechenland, Kroatien, Portugal, Malta, Slowenien, Zypern und Bulgarien geladen.


Archäologische Stätten in Griechenland wieder geöffnet

ATHEN: Nach knapp zwei Monaten Corona-Pause sind die griechischen archäologischen Stätten am Montag wieder geöffnet worden. Dies gilt zunächst nur für Orte im Freien wie die Akropolis von Athen. Die griechische Staatspräsidentin Ekaterini Sakellaropoulou ging am Morgen als erste zum Wahrzeichen der griechischen Hauptstadt. Sie rief alle Besucher auf, «die hygienischen Vorschriften einzuhalten», wie das Staatsfernsehen berichtete.

Zudem sind seit Montag wieder Reisen in alle Landesteilen sowie zur Insel Kreta erlaubt. Grünes Licht für Ausflüge auch zu den kleineren Inseln soll stufenweise im Juni gegeben werden, teilte die Regierung mit. Die Museen in Griechenland sollen nach Angaben des Kulturministeriums am 15. Juni geöffnet werden.

Athen plant die noch geltende 14-tägige Quarantäne für Reisende aus Ländern mit niedriger Ausbreitung des Coronavirus aufzuheben. Ab dem 1. Juli soll nach den Worten des griechischen Regierungschefs Kyriakos Mitsotakis der Tourismus in Griechenland wieder in vollem Umfang, aber unter hygienischen Auflagen neu starten. Athen hatte bereits im Februar Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus getroffen. Das Land weist eine der niedrigsten Sterberaten in Zusammenhang mit dem Coronavirus auf.


Petersdom wieder offen - Papst würdigt Johannes Paul II. zum 100.

Rom (dpa) - Papst Franziskus hat den Petersdom nach der wochenlangen Corona-Sperre mit einer Messe zum 100. Geburtstag für Johannes Paul II. eröffnet. Franziskus würdigte den polnischen Papst vor dessen Grab als «Mann Gottes» und der Gerechtigkeit, der dem Volk immer nahe gewesen sei. Karol Wojtyla war von 1978 bis zu seinem Tod 2005 Oberhaupt der katholischen Kirche gewesen - so lange wie kaum ein Papst vor ihm. Er wäre diesen Montag 100 Jahre alt geworden.

Johannes Paul «war allen nahe, den Großen und den Kleinen», sagte Franziskus. «Er wollte soziale Gerechtigkeit, Gerechtigkeit unter den Völkern. Eine Gerechtigkeit, die Kriege vertreibt.» Bei der Messe waren etwa 30 Geistliche dabei. Für Aufsehen sorgte, dass nur wenige Teilnehmer mit Mundschutz gesichtet wurden.

Der Petersplatz und der Petersdom in Rom waren seit dem 10. März wegen der Corona-Pandemie in Italien gesperrt. Am Montag öffnete die Basilika wieder für Besucher. Auch Gottesdienst sind in Italien nun wieder erlaubt - allerdings gelten strikte Abstands- und Hygieneregeln. Italien ist eines der Länder, die am schlimmsten von der Lungenkrankheit Covid-19 betroffen sind.


«Svenska Dagbladet»: Schwammige Corona-Strategie schreckt Europa ab

STOCKHOLM: Die konservative schwedische Tageszeitung «Svenska Dagbladet» (Stockholm) meint am Montag zur Debatte über die Öffnung der in der Corona-Krise geschlossenen Grenzen in Europa:

«Es könnte sein, dass Dänemark seine Grenze nach Deutschland öffnet, bevor Richtung Schweden geöffnet wird, wenn wir nicht glaubwürdig zeigen können, dass wir dieselbe Kontrolle über die Krankheit haben. Aber unsere Todeszahlen sorgen für Schlagzeilen in aller Welt und geben Grund dafür, die Grenze geschlossen zu halten. Die schwedische Corona-Strategie ist so undeutlich und schwammig, dass unsere Außenministerin ihre Verhandlungen damit beginnen musste, der Umwelt zu erklären, dass wir eben nicht auf Herdenimmunität setzen und die Ausbreitung genauso unten halten wollen wie andere Länder. Selbst wenn wir den Gedanken akzeptieren, dass es sich um ein Kommunikationsproblem handelt - dass die Welt unsere Strategie einfach missverstanden hat -, ist das an sich ein großer Fehlschlag.

Auf kurze Sicht ist es der Regierung gelungen, große Eingriffe in die individuelle Freiheit zu vermeiden. Aber das ist kein Gewinn, wenn sich zeigt, dass unser Ruf so zerfetzt wurde und unsere Todeszahlen so hoch sind, dass wir ausgesperrt werden, wenn der Rest Europas wieder öffnet.»


Arnold Schwarzenegger gibt Highschool-Schülern Rat: Habt eine Vision

LOS ANGELES: Schauspieler Arnold Schwarzenegger (72) hat Highschool-Schülern in den USA zu ihrem Abschluss einen Rat mit auf den Weg gegeben. «Ihr braucht eine Vision», sagte der ehemalige Gouverneur von Kalifornien in einem Video auf Instagram zu den Schülern, die wegen der Coronavirus-Pandemie ihre Abschlussfeier nur per Videoschalte abhalten konnten.

«Dieses Virus wird nicht das letzte Hindernis sein, dem ihr euch stellen müsst. Aber es kann euch auf die kommenden vorbereiten. Das ist es, was das Leben ausmacht: Hindernisse überwinden.» Als Beispiel nannte er seine Herzoperation von rund zwei Jahren. «Genau vier Monate vor dem Drehbeginn für Terminator 6.» Dabei sei es zu schweren Komplikationen gekommen.

«Stellt euch vor, an einem Tag trainiere ich sehr hart für Terminator 6 und am nächsten Tag sagen mir die Ärzte, sie mussten mein Leben retten.» Danach habe er alles daran gesetzt, wieder fit zu werden. «Ich hatte immer eine klare Vision von mir am Set von Terminator 6.» Der Film lief 2019 in den US-Kinos an.


Spaniens riesiger Abschluss-Applaus für medizinisches Personal

MADRID: Angesichts sinkender Corona-Zahlen in Spanien haben sich am Sonntagabend noch einmal Hunderttausende mit einem landesweiten Abschlussapplaus beim medizinischen Personal und anderen Berufsgruppen bedankt. In einigen Stadtteilen Madrids klatschten und musizierten die Menschen 25 Minuten, fast fünf mal so lang wie an früheren Abenden. Anschließend gab es in Madrid auch noch eine sogenannte Cacerolada, bei der die Menschen aus Protest auf Kochtöpfe schlagen. Der Unmut richtete sich gegen die strengen Maßnahmen der Regierung zur Eindämmung der Corona-Pandemie.

«Für ein würdiges Ende und damit die Beifallsaktionen nicht nach und nach langsam ausläuft, wollen wir an diesem Sonntag um 20.00 Uhr von den Balkonen aus die beste und längste Ehrung allen darbieten, die im medizinischen Bereich und in anderen Sektoren unermüdlich uns geschützt und die Pandemie gebremst haben», stand in einem zuvor im Internet verbreiteten Aufruf.

Mit mehr als 27.500 Toten und über 230.000 Infektionsfällen ist Spanien eines der von der Pandemie weltweit am schwersten betroffenen Länder. Die Zahlen werden aber seit Wochen besser. So sank die Zahl der pro Tag mit Covid-19 gestorbenen Menschen bis Sonntag auf 87 und damit erstmals seit zwei Monaten unter die Marke von 100. Das medizinische Personal, Ärzte, Krankenschwestern und -pfleger sowie Sanitäter, zahlten einen hohen Preis für ihren Einsatz: 35 von ihnen starben mit Covid-19, etwa 50.000 infizierten sich mit dem Virus Sars-CoV-2.


Südkorea sieht Stabilisierung bei Virus-Ausbruch unter Clubbesuchern

SEOUL: Nach der Häufung von Corona-Infektionen unter Clubgästen in einem Stadtteil in Seoul sehen Südkoreas Gesundheitsbehörden erste Anzeichen für eine Entspannung. Die Zahl der Neuinfektionen habe sich auf niedrigem Niveau stabilisiert, sagte Gesundheitsminister Park Neung Hoo am Sonntag. «Sollte sich der Trend fortsetzen, könnten die Folgen der Cluster-Infektionen in Itaewon nach unserer Einschätzung unter Kontrolle gebracht werden.» Allerdings warnte Park vor Unachtsamkeit. Das Risiko unbemerkter Übertragungen bestehe nach wie vor.

Das beliebte Vergnügungsviertel Itaewon in der Hauptstadt Seoul ist zuletzt in den Mittelpunkt des Kampfs gegen Covid-19 in Südkorea gerückt, nachdem dort ein infizierter Mann in der Nacht zum 2. Mai mehrere Clubs und Bars mit Tausenden von Gästen besucht hatte. Das hatte die Furcht vor einer neuen Infektionswelle ausgelöst. Am Freitag und Samstag standen jedoch nur noch weniger als zehn bestätigte Neuinfektionen mit dem Itaewon-Ausbruch im Zusammenhang.

Insgesamt wurden bisher 168 Clubgänger oder Kontaktpersonen positiv auf Sars-Cov-2 getestet. Um die Infektionsketten zu durchbrechen, setzen die Behörden auf intensives Testen. Bisher wurden in Verbindung mit der Häufung in Itaewon mehr als 60.000 Menschen getestet. So wurden alle, die sich zwischen dem 24. April und dem 6. Mai in der Gegend um die Clubs aufhielten, dringend aufgerufen, sich testen zu lassen. Am Samstag sei die Zahl der Neuansteckungen im ganzen Land einschließlich importierter Fälle um 13 gestiegen, teilten die Gesundheitsbehörden am Sonntag mit. Die Gesamtzahl der Corona-Infektionen kletterte demnach auf 11.050.


380 Festnahmen - Warschauer Polizei verteidigt Einsatz gegen Protest

WARSCHAU: Die Warschauer Polizei hat ihr rigoroses Vorgehen gegen Demonstranten vom Samstag verteidigt. Ein sogenannter «Unternehmerprotest» gegen coronabedingte Einschränkungen des Wirtschaftslebens sei von Anfang an gesetzwidrig gewesen, erklärte ein Polizeisprecher dem Fernsehsender TVN24 am Sonntag. Insgesamt seien 380 Personen vorübergehend festgenommen worden, weil sie nicht nur gegen das während der Corona-Pandemie geltende Versammlungsverbot verstoßen, sondern sich obendrein aggressiv gegenüber Polizisten verhalten hätten.

Teilnehmer der Proteste vom Samstag hatten der Polizei unangemessene Gewalt und den unnötigen Einsatz von Tränengas vorgeworfen. Trotz eines Verbots hatten unabhängige Unternehmer am Samstag eine Demonstration organisiert, um eine schnellere Lockerung des Wirtschaftslebens zu verlangen. Dies nützten verschiedene andere Gruppen für eigene Protestkundgebungen gegen die Regierung und ihre Corona-Maßnahmen. TV-Bilder zeigten Hunderte vorwiegend jüngere Menschen, von denen viele polnische Fahnen schwenkten und Slogans wie «Für ein freies Polen!» riefen.

Der Senator Jacek Bury von der oppositionellen Bürgerkoalition twitterte, auch er sei gewaltsam festgenommen worden. Dieser Darstellung wiederum widersprach die Polizei ebenfalls auf Twitter: Der Politiker habe sich gemeinsam mit einem festgenommenen Demonstranten in ein Polizeiauto gesetzt und sich geweigert, dieses zu verlassen.


Umfrage zur Reaktion auf Pandemie: Stimmung kippt

LONDON: Einer Umfrage zufolge sind inzwischen mehr Briten davon überzeugt, dass ihre Regierung schlecht mit der Coronavirus-Pandemie umgeht als umgekehrt. Das ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Opinium, die am Sonntag veröffentlicht wurde. Demnach zeigten sich 42 Prozent der Befragten unzufrieden mit der Reaktion der konservativen Regierung von Premierminister Boris Johnson auf den Coronavirus-Ausbruch. Nur 39 Prozent stehen hinter den Entscheidungen in der Downing Street. Befragt wurden rund 2000 Erwachsene in Großbritannien am 13. und 14. Mai. Es ist Opinium zufolge das erste Mal, dass sich in der öffentlichen Meinung das Blatt gegen die Regierung wendet.

Johnson äußerte indessen in einem Gastbeitrag für die «Mail on Sunday» Verständnis für den Frust seiner Landsleute über die Regierungspläne für eine Lockerung der Ausgangsbeschränkungen. Er rief zur Geduld auf. «Wir versuchen etwas, was noch nie gemacht wurde - das Land aus einem kompletten Lockdown herauszuführen auf eine Weise, die sicher ist und nicht unsere harte Arbeit aufs Spiel setzt», schrieb Johnson, der selbst erkrankt war.

Vergangene Woche hatte der Premier eine teilweise Aufhebung der Beschränkungen angekündigt. Seit vergangenem Mittwoch dürfen die Menschen in England wieder unbegrenzt ihre Häuser verlassen und auch für Tagesausflüge innerhalb des größten britischen Landesteils umherreisen. Der Slogan «Bleiben Sie zuhause» («Stay Home») wurde geändert zu «Bleiben Sie wachsam» («Stay Alert»). Doch viele Menschen empfinden die neuen Vorgaben als unklar. Zudem zogen die Regionalregierungen in den kleineren Landesteilen Schottland, Wales und Nordirland nicht mit, so dass nun unterschiedliche Regelungen gelten.


Slowakei beharrt auf strengen Corona-Grenzkontrollen

BRATISLAVA: Auch wenn andere europäische Länder ihre Grenzen schrittweise wieder öffnen wollen, bleibt die Slowakei bei strengen Reisebeschränkungen und Grenzkontrollen. Das stellte die Regierung in Bratislava am Wochenende klar. «Es sieht sehr hoffnungsvoll für weitere bedeutende Lockerungen bei uns in der Slowakei aus, aber mit dem Schutzwall an unseren Grenzen müssen wir weiterhin wachsam und vorsichtig bleiben», schrieb der konservative Regierungschef Igor Matovic am Sonntag auf Facebook.

Die Slowakei weist eine der niedrigsten Infektionsraten mit dem neuartigen Coronavirus in Europa auf. Bis Sonntag verzeichnete das 5,4 Millionen Einwohner zählende Land nur 1494 bestätigte Infektionsfälle und 28 Corona-Tote. Die Regierung führt diese im Vergleich zu allen Nachbarländern außerordentlich günstigen Zahlen auf ihre radikalen Schutzmaßnahmen zurück und beharrt daher auf einer Abschottung nach außen.

Auch das Innenministerium Tschechiens hatte am Samstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur klargestellt, dass der Einreisestopp für Touristen aus Deutschland und anderen Ländern bestehen bleibe. Sowohl die Slowakei als auch Tschechien sehen Ausnahmeregelungen nur für bestimmte Personengruppen wie Berufspendler vor.


Maas: Ab 15. Juni möglichst keine weltweite Reisewarnung mehr

BERLIN: Außenminister Heiko Maas hat sich zuversichtlich geäußert, dass ein Sommerurlaub trotz der Corona-Pandemie zumindest in Europa möglich wird. «Es gibt vielfach positive Entwicklungen», sagte der SPD-Politiker am Sonntagabend im ARD-«Bericht aus Berlin». Einige Länder hätten angekündigt, ab Juni oder Juli ihre Grenzen für Touristen wieder zu öffnen. Und auch die Bundesregierung wolle ihre Beschränkungen lockern, kündigte er an. «Wir wollen nach dem 15. Juni eigentlich keine weltweite Reisewarnung mehr haben. Sondern wir wollen das ersetzen durch Reisehinweise, aus denen die Leute erkennen können: Wo kann man hinfahren? Ist es verantwortbar? Ist man willkommen? Und vor allem: Welche Regelungen gelten da?»

Maas will an diesem Montag (13.00 Uhr) mit seinen Kollegen aus beliebten Urlaubsländern darüber beraten, wie die Reisebeschränkungen gelockert werden können. Zu der Videokonferenz sind Griechenland, Spanien, Italien, Österreich, Kroatien, Portugal, Malta sowie Slowenien, Zypern und Bulgarien eingeladen.

Maas wies darauf hin, dass es in allen Urlaubsländern Einschränkungen wegen der Virus-Pandemie geben werde. «Das, was wir als normal empfinden im Sommerurlaub, wird es dieses Jahr nirgendwo geben.»


Brasilien vermeldet mehr als 16.000 Corona-Tote

RIO DE JANEIRO: Zwei Monate nach dem ersten registrierten Todesfall sind in Brasilien mehr als 16.000 Patienten im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben. Dies ging aus den Daten des Gesundheitsministeriums in Brasília vom Sonntag hervor. Demnach starben in Brasilien nach offiziellen Angaben bislang 16.118 Menschen an der Lungenkrankheit. 241.080 Infizierte wurden inzwischen verzeichnet.

Nach den Daten der in den USA beheimateten Johns-Hopkins-Universität liegt das Land mit kontinentalen Ausmaßen damit bei der Zahl der Todesopfer weiter auf Platz sechs, bei der Zahl der Infizierten auf Platz vier der am schwersten betroffenen Länder vor Italien und Spanien. Auch in anderen Ländern Lateinamerikas steigen die Infektionszahlen mit dem neuen Coronavirus und auch die Zahlen der Todesopfer deutlich.

Wie der brasilianische Bundesstaat São Paulo (4688) hat inzwischen auch Mexiko (mehr als 5000) bei der Zahl der offiziell gemeldeten Corona-Toten China überholt. Besonders viele Infektionen in Amerika verzeichnete die Weltgesundheitsorganisation (WHO) auch für drei andere amerikanische Länder: Demnach wurden in Peru und Chile in der vergangenen Woche zwischen 10.000 und 100.000 neue Infektionen gemeldet, in den USA sogar mehr als 100.000.

Überzeugen Sie sich von unserem Online-Abo:
Die Druckausgabe als vollfarbiges PDF-Magazin weltweit herunterladen, alle Artikel vollständig lesen, im Archiv stöbern und tagesaktuelle Nachrichten per E-Mail erhalten.
Pflichtfelder

Es sind keine Kommentare zum Artikel vorhanden, bitte schreiben Sie doch den ersten Kommentar.