Microsoft startet große Klima-Initiative

«CO2-negativ bis 2030»

Foto: epa/ Ritchie B. Tongo
Foto: epa/ Ritchie B. Tongo

REDMOND (dpa) - Computer und das Internet sorgen wegen des hohen Energiebedarfs für einen riesigen CO2-Ausstoß. Der Softwaregigant Microsoft will diesen Trend nun umkehren und dabei sogar Verantwortung für CO2-Emissionen der Vergangenheit übernehmen.

Microsoft will im großen Stil zur Reduzierung von klimaschädlichen Treibhausgasen beitragen. Spätestens zum Jahr 2030 wolle der Softwarekonzern der Atmosphäre mehr Kohlendioxid entziehen als man produziere, kündigte Microsoft-Chef Satya Nadella am Donnerstag in Redmond an. Und bis zum Jahr 2050 wolle Microsoft all den Kohlenstoff aus der Umwelt entfernen, den das Unternehmen seit seiner Gründung im Jahr 1975 entweder direkt oder durch den Stromverbrauch verursacht habe.

Hintergrund der Microsoft-Initiative ist die Tatsache, dass die IT-Branche wegen des großen Strombedarfs bislang signifikant zum CO2-Ausstoß und damit zum Klimawandel beigetragen hat. Einigen Studien zufolge setzt allein das Internet mit Cloud-Anwendungen wie Amazon AWS, Google Cloud oder Microsoft Azure sowie Streamingdiensten wie Netflix inzwischen mehr CO2 frei als die globale Luftfahrt.

Nadella räumte ein, dass es noch keine Verfahren gebe, um der Atmosphäre sehr große Mengen an CO2 zu entziehen. Deshalb werde Microsoft einen Fonds in Höhe von einer Milliarde Dollar (900 Mio Euro) auflegen, um die Entwicklung von Techniken und Methoden zu fördern, mit denen man «CO2-negativ» werden könne. Das Unternehmen werde dabei auf ein Portfolio von Techniken setzen - darunter Wiederaufforstung, Kohlenstoffbindung im Boden, Bioenergie mit Kohlenstoffabscheidung und -speicherung sowie direkte Luftaufnahme.

An der Initiative sollen auch Partner und Zulieferer von Microsoft beteiligt werden. Ab 2021 werde die CO2-Reduktion ausdrücklich bei der Auswahl von Zulieferern berücksichtigt. Intern werde Microsoft eine CO2-Abgabe von 15 Dollar pro Tonne CO2 einführen, mit der jede Abteilung in der internen Verrechnung auch tatsächlich belastet werde.

Bei der Entwicklung der Anlagen und Verfahren zur CO2-Reduktion gehe es vor allem darum, dass sie auch im großen Maßstab zum Einsatz kommen können und bezahlbar seien. Außerdem sollten sie kommerziell verfügbar gemacht werden und überprüfbar sein. «Angesichts des aktuellen Stands der Technologie und der Preisgestaltung werden wir uns zunächst auf naturbasierte Lösungen konzentrieren», erläuterte Microsoft in einem Blogeintrag. Bis 2050 strebe man an, auf technologiebasierte Lösungen umzusteigen, wenn diese rentabler werden.

«Die Reduzierung des Kohlenstoffs ist das Ziel, das die Welt erreichen muss», betonte Nadella. «Dies ist eine gewagte Wette - ein «Moonshot» - für Microsoft.» Es werde nicht leicht für sein Unternehmen sein, bis 2030 kohlenstoffnegativ zu werden. «Aber wir glauben, dass es das richtige Ziel ist.» Mit dem richtigen Engagement sei es aber auch ein erreichbares Ziel.

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Andreas Frei 20.01.20 10:17
Umweltbelastung/Co2
Die Belastung der Umwelt erfolgt hauptsachlich durch die Russpartikel; Aber auch,da CO2 schwerer ist als Luft durch Smog Ansammlung wie in einem Wasserbecken. Ferner gibt es Ubersauerung des Bodens. Ich finde Microsoft handelt sehr Akkurat. Bedenken wir doch auch, das Rentengelder in solchen Firmen angelegt werden.
TheO Swisshai 19.01.20 09:54
Einfach mal darüber nachdenken
Schwachsinn, wir werden sicher nicht vom der Erderwärmung durch Treibhausgase betroffen sein. Damit müssen sich erst unsere Kinder oder Enkel herumschlagen. So what !
Mike Dong 19.01.20 09:54
@Hr.Tagliavini /Zahlen sind wie Schall u Rauch
Schon ein Zehnmillionstel Gramm Botox ist tödlich. 0.0000001 Gramm bei 100 kg Körpergewicht ist das 0.0000000000001 %. Sollte die eine od andere Null zuviel od zuwenig sein, bestätigt dies nur das Argument.
Livio Tagliavini 18.01.20 22:30
Die CO2-Verarschung
Unsere Luft besteht aus: 78% Stickstoff 21% Sauerstoff 1% Edelgase 0,038% CO2, davon produziert die Natur selbst etwa 96%, den Rest, also 4%, der Mensch. Das sind 4% von 0,038% also 0,00152% !!! Einfach mal darüber nachdenken...
Hansruedi Bütler 18.01.20 22:28
Wenn das so weitergeht, kommt Bill Gates
noch auf die Idee Vulkane einzufrieren, die ja ein Mehrfaches an CO2 freisetzen als der Mensch.